Neues aus den Niederlanden
Unter einer irritierenden Schlagzeile meldet sich heute derwesten.de mal wieder zu Wort. Unter der Überschrift Liebe vor dem Ausverkauf wird im Grunde nur über eine Ausstellung und über niederländisches Parteiengezänk berichtet. Korrekt ist, dass das Amsterdamer Rotlichtviertel vor einer Umgestaltung steht, die wohl auch notwendig ist, zumal das Image der Stadt in den letzten Jahren unter unangenehmen Geschichten zu leiden hatte – so scheint es jedenfalls dem Beobachter im fernen Duitsland.
Einen interessanten Aspekt der Diskussion in den Niederlanden hat derwesten leider vernachlässigt:
In den Niederlanden wird momentan die Diskussion danhingehend geführt, dass das Mindestalter für Prostituierte auf 21 Jahre heraufgesetzt werden soll. Damit sollen die jungen Mädchen vor dem Zugriff so genannter Loverboys geschützt werden, junger, meist ausländischer Zuhälter, die über die Boyfriend-Schiene gezielt naive Mädchen schrittweise der Prostitution und dem Drogenkonsum zuführen. Für uns Freier würde eine Heraufsetzung des Mindestalters für SW zudem eine größere Sicherheit bedeuten, eben nicht mit Jugendlichen oder gar Kindern in Berührung zu kommen, die der Prostitution nachgehen. Im Freiercafe wurde vor wenigen Tagen ein gruseliger Fall eines 13jährigen Opfers diskutiert.
Warum derwesten.de das vergessen hat? Vielleicht wollen sie aus falsch verstandener Toleranz gegenüber Migranten nicht das Thema “Loverboys” auf den Tisch bringen. Vielleicht ist ihnen an der Idee “Prostitution ab 21″ unangenehm, dass einer der Wegbereiter der als Rechtspopulist, wenn nicht gar Rechtsradikaler verschriene Geert Wilders war. Vielleicht schreibt es sich auch einfacher über sozialdemokratisches Parteienblabla und über irgendwelche Ausstellungen, als über Wahrheiten, die nicht immer angenehm sind.
Und was den Wilders angeht: Auch wenn eine mir unangenehme Person sagt, dass die Sonne scheint, kann ich nicht im Gegenzug behaupten, dass es regnet, nur weil mir seine Visage nicht passt.

