Freiercafes beste Fickberichte: Januar 2010
Platz 3 1-2010:
albundy69: Gedanken am Tag danach
Platz 2 1-2010:
chimera: Lena – Düsseldorf – Deepthroat – Spermaspiele
Gewinner 1-2010: MikeS mit seiner sensiblen Beschreibung eines Besuchs einer Ostblockdame mit eindringlichem Appell gegen Vorurteile: Das Osteuropa-Abzock-Teenie
Und hier ist der Bericht:
Zu viert fahren wir zum Poppen. Das Ambiente des Clubs erinnert entfernt an Las Vegas, The Venetian: der Nachbau vom Nachbau, quasi. Nur hier ist absolut nichts los: Bonsoir Tristesse.
Einige wenige Dreibeiner, wie die Raubtiere hinter Käfiggittern: Bar – Raucherzone – Sauna – Whirlpool, und wieder zurück. Der olympische Club-Parcours. Frauen? Na ja. Nichts, was vom Hocker reisst: eine penetrant animierende Polin: sehr schwer zu stoppen, eine Schwarze, gebaut wie eine Statue und dennoch von keinem gebucht: warum wohl?
Einige Mädchen, nicht unattraktiv aber eindeutig der Südosteuropa Fraktion angehörend, in slawische Dauergespräche vertieft. Die kennt man ja leider auch, die Abzockerbrigade: kein Deutsch, schlechter Service nur auf den schnellen Euro aus.So ein Jammer, wie soll der Abend enden?
Die Stunden vergehen, der Parcours ist mehrfach absolviert, alle Frauen wieder und wieder taxiert und abermals verworfen. Zwischendurch als Highlight ein Essen. Na also, den Eintritt hat man ja schon mal drin. War eben nichts heute. Zumindest mal wieder nett mit den Kollegen Zeit verbracht.
Es ist unsäglich heiss, ich versuche mir Abkühlung zu schaffen, stehe herum. Da nähertsich schon wieder so eine, will mich anmachen. Ach nee, bitte nicht schon wieder. Du siehst jaganz okay aus, meine Liebe, aber mit der Osteuropa Abzocke, ohne deutsch, ohne Kommunikation? Ich will doch zumindest ein bisschen Persönliches, auch wenn’s heute ja “nur Poppen” sein soll.
Das bulgarische Mädchen spricht kein Deutsch, natürlich. Sie sieht aus wie eine hellhäutige Zigeunerin, mit wild lockigem, schwarzen Haar und großen, dunkelglühenden Augen.Mich kriegen Frauen eigentlich immer über die Augen. Auch diese. Noch etwas unschlüssig folge ich ihr. Die Kollegen gröhlen: ist er doch dem Osteuropa-Teenie erlegen!
Nun ja, scheint so
Sie albert mit mir herum. Ein fröhliches Kind von 21 Jahren. Sie will mit mir in den Garten, inden Schnee, fast nackt wie sie ist. Der Garten, mit dem frischen unschuldigen Schnee gefällt ihr so gut.Sie möchte gerne Fotos machen davon, aber die Clubleitung erlaubt das nicht.Ich komme mir alt vor und schrecklich vernünftig. Rede was von ihrer Gesundheit. Langweiler. Zurück hinein.
Am Sofa sprechen wir. Ihr junges Schulenglisch ist etwas besser als mein altes Schulrussisch. Wir könnnen uns dennoch gut verständigen. Als sie mein Interesse an ihrer Geschichte spürt,erzählt sie von sich. Immer mehr. Ihre Maske der Fröhlichkeit bekommt schattige Risse. Sie erzählt von ihren Eltern, die getrennt sind, sie nicht mehr unterstützen können. Von ihrer kleinen Wohnung, von ihrer Musikband, ihrem Hobby als Pop-Sängerin, ihrem Jura-Studium im 3. Semester, das lauft ganz gut: Anwältin möchte sie werden. Zwei Jobs macht sie daheim zusätzlich, um sich das Studium zu finanzieren. Damit bekommt sie gerade mal 450 Euro zusammen, und das reicht nicht. Eine ‘Freundin’ hat ihr von den sagenhaften Verdienstmöglichkeiten in Deutschland erzählt. An einem guten Tag hier ein Monatsverdienst daheim. Wer kann da widerstehen?
Seit 10 Tagen ist sie nun hier im Club – nein, so einen Job hat sie noch nie gemacht, noch nie mit Männern geschlafen, die sie nicht irgendwie gern gehabt hat.
Als ich erwähne, dass sie hier mehr als ihren Körper verkauft, nämlich ihre Seele und ihre Selbstachtung,hat sie Tränen in den Augen. Ich weiss nicht, was ich ihr sagen soll, um ihren Selbstwert zu stärken,ich sage was, was mich selbst nicht überzeugt, aber sie ist unendlich dankbar. Dankbar, dass da einer ist, für den sie nicht Fickfleisch und Maulfotze ist.
Wir verbringen eine Stunde am Zimmer, die mit P6 nichts gemein hat. Sie gibt sich mir hin, wie ich es nur von privaten Liebesbeziehungen kenne.
und ich gebe ihr alle Wärme und Zärtlichkeit zurück, derer ich fähig bin.
Als ich frühzeitig zum Aufbruch mahne, besteht sie darauf, dass wir bis zum Ende der vereinbarten Zeit bleiben. Bis zur allerletzten Minute. Sie möchte mich auch nach dem Duschen noch sehen und wir verbringen noch fast eine weitere Stunde am Sofa. 2 Tage muss sie hier noch aushalten, dann fliegt sie heim. Vielleicht kommt sie im Sommer wieder, aber als Tourist, nicht als Dienstleisterin. Sie wird mir eine email schreiben. So eine Arbeit aber möchte sie nie wieder machen.
Ich wünsche ihr so sehr, dass ihr das gelingt …
Ich wünsche mir, dass ich mich (noch mehr als bisher) vor Vorurteilen hüte …

