Der Tagesanzeiger berichtet heute über Prstitution und Menschenhandel auf dem Sihlquai. Das ist der Züricher Strich. Die Probleme sind im Grund nicht anders, als in Dortmund und wahrscheinlich in vielen anderen Städten auch. Anlass für den Presseartikel ist ein aktueller Dokumentarfilm.
Frauenhandel und Folter am Strassenstrich
Ein Dokfilm beleuchtet das Elend der Prostituierten am Sihlquai. Die Romafrauen werden von ihren Zuhältern misshandelt, wagen aber meist keine Aussage.
Sie kommen aus der Puszta, Ungarns kargem Osten. Die Roma-Frauen, die am Sihlquai anschaffen und die Preise für käuflichen Sex drücken, sind meist völlig ungebildet und stammen aus ärmlichen Verhältnissen. In der Familie sind sie den Männern traditionell untertan – und bleiben das auch, wenn sie in Zürich ihr Glück suchen und viel Geld verdienen. Denn von Selbstbestimmtheit, so die Botschaft des SF-Dokfilms «Der Fall Goldfinger», kann bei den ungarischen Prostituierten keine Rede sein. Der Markt ist frei, die Anbieterinnen sind es nicht.
Ganzer Artikel im Tagesanzeiger
Aus der entgegengesetzten Richtung zwitschert der Rotfunk der linksgerichteten “Jungen Welt” im Rahmen eines Berichts über eine Tagung an der Ruhr-Universität Bochum (übrigens eine gute Freierschmiede) mit gruselig anmutendem Tagungstitel:
»Neue Freiheit, neues Glück? Selbstentwürfe und Geschlechterpolitiken in Zeiten des Neoliberalismus«
Es wird berichtet:
Ihres Glückes Schmiedin?
Neoliberale Lösung der Geschlechterfrage: Selbst schuld, wer nicht Karriere macht. Auf einer Tagung in Bochum wurde diese »F-Klasse«-These kritisch hinterfragt
…
In Workshops ging es unter anderem um das Thema »Zwangsstrukturen am Beispiel der Prostitution«. Hier wurde die Frage erörtert, warum Sexarbeiterinnen vor allem als Opfer dargestellt werden. Mechthild Eickel vom Hurenverband Madonna e.V. und eine Prostituierte räumten mit entsprechenden Klischees auf: »Viele Frauen, die als Hure arbeiten, tun das freiwillig und selbstbestimmt«, erklärte die Sexarbeiterin. Ebenso zögen Migrantinnen die Prostitution anderen Arbeitsmöglichkeiten vor, da Ausbeutung und Abhängigkeit in anderen Bereichen oft noch größer seien.
Ganzer Artikel in der Jungen Welt