Eine Koreanerin berichtet vom Militärbordell
Aus der Frankfurter Rundschau: Eine koreanische Frau berichtet, wie es ihr in der Zeit des Zweiten Weltkriegs als so genannte “Trostfrau” in japanischen Militärbordellen ergangen ist:
Won Ok Gil schließt die Augen. Es dauert eine Weile, bis ihre Antwort kommt. Vielleicht muss sie sich erst die Bilder in Erinnerung rufen. Es ist ja alles mehr als 70 Jahre her. „Ich spielte mit drei Freundinnen auf der Straße“, sagt sie schließlich, „da kam eine Frau auf uns zu und sagte, wir könnten in einer Fabrik arbeiten, Geld verdienen, und eine Ausbildung gebe es da auch. Hinter ihr stand ein Mann. Mich wollten sie zuerst nicht mitnehmen, weil ich zu klein war. Aber ich bettelte, bis schließlich auch ich mit durfte. Als ich am Bahnhof den Zug bestieg, hatte ich die anderen Mädchen aus den Augen verloren. Ich heulte, wollte zurück zu Mama. Da war es schon zu spät.“ Zwölf Jahre war sie damals alt. Fünf Jahre sollte der Horror dauern.

