TV-Tipp: Frauenzimmer
Der Film “Frauenzimmer” von Saara Aila Waasner, zu sehen am Montag, 08.11., 0:05 Uhr im ZDF, zeigt Mimente aus dem Leben dreier älterer Sexworkerinnen in Berlin. Christel (59), Paula (49) und Karolina (65) arbeiten in der Privatwohnung, im Puff bzw. im Dominastudio.
In der Süddeutschen gab es dazu ein Interview mit der Regisseurin.
Auszüge:
sueddeutsche.de: In Ihrem Film geht es um Frauen um die 50, die ihr Geld mit Sexarbeit verdienen – wie kamen Sie auf die Idee?
Saara Aila Waasner: Bei einem gemeinsamen Abendessen erzählte eine Bekannte, dass ihre Patentante als Sexarbeiterin arbeitet, obwohl sie über 60 ist. Ich war gerade auf der Suche nach einem Thema für meinen Abschlussfilm und habe gleich angefangen zu recherchieren. Es waren mehr ältere Frauen, als ich dachte, die ihr Geld auf diese Weise verdienen.
sueddeutsche.de: Und wie gehen die Frauen damit um, dass sie in einem Beruf arbeiten, der meistens mit jungen und faltenfreien Körpern verbunden wird?
Waasner: Sehr unterschiedlich. Wenn zum Beispiel Karolina, die Domina in dem Film, in einen Raum kommt, das ist ein Wow-Effekt. Sie ist jetzt 65 und hat Beine, das ist unglaublich. Da drehen sich auch die jungen Männer um. Das weiß sie und genießt es. Für Christel und Paula gehört das Älterwerden mehr dazu.
sueddeutsche.de: Hat sich für die Protagonistinnen etwas geändert seit dem Film?
Waasner: Christel ist jetzt dabei, sich langsam ‘rauszuschleichen’. Karolina hat ihr Studio geschlossen und will als Tätowiererin arbeiten. Und Paula arbeitet jetzt als Immobilienmaklerin. Ich glaube, das hat nicht unbedingt mit dem Film zu tun, sondern die Frauen waren gerade an einer Schwelle in ihrem Leben. Christel sagt, mit dem Film hat sie nun eine Zusammenfassung von ihrem Leben.
Zum gesamten Interview in der SZ
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