Was wurde aus: “KFZ-Kennzeichen von Freiern im Internet“?
Mit großem Dank an User Frankyk für das Verfassen dieses hochwertigen Artikels:
Was wurde aus:“ KFZ-Kennzeichen von Freiern im Internet“?
Eine kleine Meldung, eine große Aufregung – aber dann?
Die Meldung über einen Antrag Berliner Kommualpolitiker, wonach KFZ-Kennzeichen von Freiern im Internet angeprangert werden sollten,[http://www.bild.de/BILD/politik/2010...itikerin.html] verbreitete sich schnell in Freier-Kreisen und führte zu teilweise heftigen Reaktionen in den einschlägigen Foren [http://freierjournal.com/2010/10/02/...e-spucke-weg/]. Inzwischen ist es um das Thema ruhig geworden. Es war aus Datenschutzgründen ohnehin eine Totgeburt, aber das hat beim Aufregen nicht gestört, dazu war es viel zu plakativ. Schade eigentlich, denn der Anlass verdient eine nähere Betrachtung.
An den Reaktionen war oft erkennbar, dass der Stammtisch dominierte, also der Bauch dank erprobter Vorurteile sofort wusste was Sache ist, und das Ganze nicht durch sachliche Details verwässert werden sollte.
Da das Thema – zumindest in Berlin – erledigt ist, sich also die Gemüter vielleicht inzwischen beruhigen konnten, hier der Versuch, das Ganze mal aus der westlichen Ecke Deutschlands und nicht nur bezogen auf Berlin sachlich zu betrachten.
Es ging nicht um ein Verbot der Prostitution
Mag sein, dass die Texte der Pressemeldungen schuld an dem Eindruck waren, aber es ging bei dem Antrag nie um ein Verbot der Prostitution. Es ging um den Versuch einen Ausgleich zwischen Interssen herbeizuführen. Es ging darum, die langjährigen, immer exzessiveren Auswüchse der Straßenprostitution in einem Berliner Misch-/Wohngebiet einzudämmen. Das scheint dank der Berliner Gegebenheiten besonders schwierig zu sein, da Sperrgebiete nicht möglich sind (die Frage von deren Durchsetzbarkeit mal außer Acht gelassen). Die Prostitution solllte nicht verhindert, sondern lediglch verlagert werden. Dass das Mittel dazu untauglich war, lag vielleicht daran, dass alle vorherigen Versuche etwas zu ändern, im Sande verlaufen waren.
Wenn man sich mal die Mühe macht, sich die Protokolle und Sitzungsvorlagen der entsprechenden Ausschüsse bzw. der Bezirksverordnetenversammlung durchzulesen, stellt man fest, dass das Thema seit Jahren schwelt, ohne das trotz einer Fülle von mehr oder weniger interessanten Vorschlägen eine Lösung in Sicht ist. Die Vorschläge dazu waren keineswegs so radikal, wie die letzte Meldung suggeriert. Da war z . B. der Vorschlag, dass die Damen ihrem Gewerbe, wenn es sich schon nicht in eine geeignetere Gegend wie z. B. ein reines Gewerbegebiet [kein Wortspiel] verlagren, dann zumindest erst ab 21h öffentlich nachgehen sollten – mit Rücksicht auf die dort wohnenden Kinder.
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