Sex und Prostitution im Iran
Unter der Scharia funktioniert das mit Sex und Prostitution etwas anders als bei uns, aber es gibt tatsächlich Prostituierte, unter dem Deckmäntelchen der Ehefrau auf Zeit.
Die Frankfurter Rundschau berichtet über den Iran:
Schiitische Muslime dürfen nach ihren Glaubensgrundsätzen drei Frauen neben der Hauptfrau haben. Die Beziehungen zu den „Nebenfrauen“ sind manchmal sogenannte Zeit-Ehen. Von Geistlichen abgesegnet dauern sie wenige Stunden oder auch viele Jahre. Die Frau erhält dafür eine vereinbarte Summe und der Mann ist zur finanziellen Sorge für Kinder aus dieser Ehe, die auch erbberechtigt sind, verpflichtet. Diese Praxis wird bis auf die Zeit des Propheten Mohammeds zurückgeführt.
Nach dem Gesetz dürfen Mädchen ab 13 Jahren und Jungen ab 15 heiraten. Bei Zustimmung des Vaters oder Großvaters väterlichen Seits ist eine frühere Verehelichung von Mädchen jedoch gestattet. So geschieht es immer wieder, insbesondere in ländlichen Regionen, das Väter ihre Töchter selbst im Alter von sieben oder acht Jahren verheiraten, um mit dem Brautgeld ihre Schulden zu bezahlen.
Seit Jahren drängen iranische Führer die Männer des Landes auch zur Zeit-Ehe. Mit der Empfehlung zur Polygamie, wie zur Zeit-Ehe, suchen Irans Führer eine islamische Lösung für den Zeitvertreib der Jugend, der sie fast alle anderen Freuden und vor allem Freiheiten verbieten. Doch ihre Appelle stoßen weitgehend auf taube Ohren.
Insbesondere die städtische Mittelschicht lehnt Vielweiberei entschieden ab. Und viele Iraner betrachten die Zeit-Ehe als nichts anderes als legalisierte Prostitution.
Kein iranischer Vater wird seine Tochter in eine Ehe entlassen, die nur kurze Zeit währt. Jungfräulichkeit gilt auch im Iran, wie in anderen Ländern des Orients, als Ehre vor allem der Väter. Und jeder weiß, dass die Zeit-Ehe für die Frau das Tor zu Armut, Elend und Prostitution öffnet.
Zu der Frage, warum die Vielehe im Iran nicht so gut ankommt, wie in der arabischen Welt, sagt der Geistliche und Politiker Mohammad Taqi Rahbar: „Die iranische Gesellschaft hat gezeigt, dass sie mit diesem Thema Probleme hat. Unsere Kultur passt nicht zur der Idee von Polygamie und ZeitEhe.“
Wer jemals persische Menschen, zum Beispiel Exilanten in Deutschland, kennen lernen durfte, kann nur noch traurig den Kopf schütteln, bei der Vorstellung, wie viele dieser klugen, achtenswerten und angenehmen Leute dort in einer Welt leben müssen, die jeder Beschreibung spottet.

