Die Dienstagsnutte
Wieder mal hat eine Aussteigerin aus der Prostitution (Elke Päsler: Photo) ein Buch geschrieben.
kurier.at widmet sich Dame und Buch in einem Artikel mit Interview, Leseproben und Videoclip:
Verträumt löffelt sie den Schlagobers von ihrer Melange. “Damit hab ich mich immer belohnt, wenn ich einen besonders anstrengenden Tag hatte”, lächelt Elke Päsler. Sie spricht von Sex. Trägt einen schwarzen Tulpenrock und ein Mieder, das ihr Halt gibt. Die Fingernägel lang und rot lackiert; der Lidstrich über den fragenden, eisblauen Augen großzügig aufgemalt.
Melange mit Schlagobers, das war ihr Ritual, bevor sie nach käuflicher Liebe den Weg auf die Autobahn nach Niederösterreich nahm, heim zu ihren beiden Kindern – heute 12 und 13 Jahre alt.
Über ihr zwei Jahre dauerndes Doppelleben hat die Ternitzer Schneiderin jetzt ein Buch geschrieben: “Sally – die wahre Geschichte einer Mutter” erscheint an diesem Donnerstag.
Vermitteln Sie mit Ihrem Buch nicht ein völlig falsches Bild von der Prostitution? Viele Frauen werden als Sexsklavinnen gehalten, misshandelt und sogar umgebracht.
Das ist korrekt. Aber seit der Wirtschaftskrise gibt es auch immer mehr ganz normale Frauen, die keinen andern Ausweg sehen, als auf diese Art und Weise ihre Familien zu erhalten. Die Dunkelziffer von Müttern und Hausfrauen in der Branche ist unheimlich hoch. Man glaubt nicht, wie viele Gartenzäune mit Geld aus der illegalen Prostitution gestrichen sind. Wenn in den Annoncen steht: “Privat” oder “Ungelernt”, dann sind das Hausfrauen, auch sehr viele Studentinnen in Notlagen. Neuerdings auch Männer, die auf diese Weise ihren Lebensunterhalt verdienen.
Hören Sie heute noch auf den Namen Sally?
Sally haben sie zu mir im Englischunterricht gesagt. Deshalb ist es leicht für mich, auf beides zu hören: Auf Elke und auf die Sally aus der Volksschule.Auch auf die Sally aus dem Rotlichtmilieu?
Diese Sally hat viel ertragen… Zuhause musste ich eine Mutti und Hausfrau und Schneiderin sein. In Wien hab’ ich als Sally meinen Körper verkauft. Immer Dienstag war ich die Nutte.

