Beitrag des Monats Januar 2011
Wieder einmal wurde in unserem Forum über einen Beitrag des Monats abgestimmt.
DANKE an die, die an der Spaßabstimmung teilgenommen haben, um mühevoll erstellte, gute Beiträge zu honorieren.
Platz 1:
Bokkerijder nimmt auf seine unnachahmliche Art die Wortwahl in Fickforen auf die Schippe und gewinnt die Wahl mit einem exzellenten Offtopic-Beitrag:
Gute Worte, doofe Worte: Wenn Verrichtungsplatz Schwarzmeerflotte clubehelicht
Unseren Respekt und Gatulation für den Gewinn der HoF Januar.
Dass unser Board nicht nur durch Jubelarien lebt, sondern auch Blicke auf düstere Facetten des Paysex honoriert werden, zeigt der Beitrag auf
Platz 2:
Albundy69: Wenn man sich wie ein Schwein fühlt
Platz 3:
Bronze geht an Phallygulas vollkommen abgedrehte Beschreibung eines Erlebnisses aus einer mal ganz anderen Sicht:
Danke noch einmal an alle.
Und das ist der Siegerbeitrag:
Gute Worte, doofe Worte:
Wenn Verrichtungsplatz Schwarzmeerflotte clubehelicht
Sex ist doch was Schönes, egal ob vorher das eine oder andere bedruckte Scheinchen von Hand zu Hand wandert oder es privat im ehelichen Schlafzimmer passiert.
Was mich zuweilen wundert, ist, wie es erektionstötende Worte in unsere Alltagssprache schaffen, dann dort verbleiben und teilweise sogar in unseren Fickberichten noch vorkommen, wo ja jeder schreiben kann, wie er will, von Lustschneckchen bis Geilfotze.
Man könnte also sagen, es gibt Sex-Gruselworte, Erektionskiller, Unworte. Und eine besondere Variation davon sind P6-Unworte. Andererseits haben sich in der Freierwelt, seit Freier miteinander kommunizieren, statt mit hochgeschlagenem Mantelkragen aneinander vorbeizuhasten, einige treffende, kreative und geile Wortschöpfungen entwickelt. Noch ist nix davon im Duden und bei den Spießbürgern von Wikipedia angekommen, aber kann ja noch werden.
Ich habe mal ein paar gesammelt.
Verrichtungsplatz – Man stelle sich das im Eheleben zuhause vor. „Hans-Dieter, mach den Fernseher aus und komm endlich am Verrichtungsplatz“.
Clubehefrau. Die Frau ist im Club, um gegen Bares für JEDEN die Beine breit zu machen. Die Clubehe wird nur vom Freier, vom männlichen Part definiert. Die Clubehefrau weiß vielleicht nix davon, hat nur einen Stammi (wenns ne Nette ist) oder Goldesel (wenns ne weniger Nette ist). Das ist Business. Nennt einer den Typen im Media-Markt, der ihn zweimal kompetent beraten hat auch Media-Markt-Ehemann? Oder kauft wer seine Brötchen bei der Bäckereiehefrau? Jaja, ich weiß, mit denen fickt man nicht. Aber viele ficken mit der Ehefrau ja auch nicht. Höchstens mit der Clubehefrau.
Brustwarzen. Kling nach was, womit man zum Arzt muss. Unsere Sprache kann so hässlich sein. Das Gleiche gilt für viele politisch korrekte Ausdrücke für Geschlechtsorgane. Da vergeht einem ja mitunter die Lust am Geschlechtsverkehr. Wie soll man sich bei solchen Krankenhauswörtern stimulieren lassen, bis man an einer Erektion leidet, die erst per Ejakulation kuriert wird?
Ein ewiges Thema ist die Frage nach der optimalen Berufsbezeichnung unserer Ladies. Callgirl, Nutte und Hure sind eh megaout, DL und CDL finde ich mittlerweile auch irgendwie doof, ohne es begründen zu können (außer dass 40% aller Berufstätigen irgendwo Dienstleister sind). Sexworker gefällt mir persönlich im Augenblick mit Abstand am besten, weil es ohne Wertung alles einschließt. Und bitte ohne –Innen dahinter. Gender Mainstreaming macht Brustwarzen.
Tester, Testberichte und testen gehen. Stiftung Warenfick? Man testet Gegenstände, ok, auch Dienstleistungen, aber schreibt mal den ersten Fick eures Lebens nieder und Testbericht als Überschrift darüber … komisch, oder?
Eigentlich ist das Wort Fickbericht auch idiotisch. Berichtet der Fick von sich selbst? “Heute will ich Ihnen aus meinem Leben als Fick berichten.”
Andererseits berichten wir tatsächlich von Ficks. Wir berichten von Ficks? Wie abgefahren ist das eigentlich?Forentreffen tut zwar nicht weh, ist aber auch seltsam. Semantisch sowieso.
Treffen sich zwei Foren. Fragt das eine „Was gibt neues von den Verrichtungsplätzen der Dienstleisterinnen?“ Sagt das andere „weiß nicht. Muss mal testen, sobald mein Liebeskaspersyndrom ausgegeilt ist. Oder Berichte lesen.“Was ist eigentlich ein Forengott? Einer der zuviel Zeit hat und jeden Tag stundenlang so einen Scheiß wie diesen Beitrag ins Netz stellt? Hoffentlich nicht. Oder einer, der in 50 Foren unterwegs ist und überall irgendwas reinschreibt, getreu dem Motto: Es ist schon alles gesagt worden, aber noch nicht von jedem oder so?
ToDoList. Wäre ich Fresssüchtiger und stünde an einem Buffet, hätte ich eine ToDoList. Die Buletten machen mich so geil, die hol ich mir, wenn ich das Schnitzel gefickt habe. Wenn mehr da ist, als ich konsumieren kann, dann sabber ich mir eine ToDoList. Aber am Ende schmecken sie doch alle gleich. Fade? Sucht? Wenn ich alles wegficken würde, was mir gefällt, dann würde mir nach drei Tagen der Schwanz abfallen.
Tabulos als Umschreibung von AO. AO als Kürzel für Ficken ohne Gummi passt. Aber tabulos? Mir fallen da so einige Sauereien ein, die für die meisten AO-Fickerinnen und –Ficker absolut tabu sein dürften. Und tAbulOs ist ein fauler Kompromiss. Halbversteckt. StaSi.
Es gibt natürlich genausoviele geile und treffende Wortschöpfungen hier und anderswo, die es hoffentlich mal in den Duden schaffen.
Liebeskasper (-syndrom) zum Beispiel finde ich perfekt getroffen. Müsste jeder, der das mal war, nachvollziehen können.
Fanschelte als Ausdruck für Mobbing durch Stammgäste und Begünstigte eines Clubs/einer SW passt perfekt. Auch das kennen wir zu Genüge.
Schwarzmeerflotte als Ausdruck eines bestimmten Damentyps, der oft im Puff im Rudel auftritt und ein stereotypes Verhalten an den Tag legt.
Fickfloh für eine zierliche, aber temperamentvolle Lady.
Abzockfotze klingt nicht sehr romantisch. Da es aber eine Umschreibung kriminellen Verhaltens ist, muss es das auch nicht. Passt.
Oben genannter Stammi. Man stellt sich einen freundlichen Opa vor, der sich einmal die Woche seine Portion Liebe oder Perversion bei immer der gleichen Dame abholt. Und die macht irgendwas mit ihrem und seinem Stammi. Klingt doch super, finde ich. Jedenfalls viel besser, als Clubehemann.
Forenkollege. Für die besondere Beziehung, die wir hier untereinander aufbauen, braucht es ein eigenes Wort. Schreiber passt nur aus Frauensicht, für eine anonyme Masse aus Egomanen im Bademantel.
Zimmer. Für das Gesamterlebnis Sex+X ein schlichtes Wort, in dem alles drinsteckt. Was hatte ich für ein geiles Zimmer! Semantisch idiotisch, aber trotzdem so schön allumfassend. Was sagen eigentlich die Straßenstrichkollegen dazu? Haben die geile Verrichtungsboxen oder geile Autos?
Die ganzen Abkürzungen klingen für Nichtfreier zwar wahrscheinlich oft kryptisch, aber einige davon passen schon gut. AST und PST zum Beispiel. Oder GF6.
So, das war jetzt mein Wort zum Sonntag. Ein Beitrag zu einer Diskussion zu einer ethischen Wortwahl sollte das nicht sein. Steht mir nicht zu, dafür lecke ich zu gerne Fotzen und Füße und bezahle dafür, mich als versauten Pissfreier bezeichnen zu lassen. Eher sind das Gedanken, wie bescheuert sich unsere Sprachcodes manchmal anhören müssen. Und ich hinterfrage an so einem Sonntagnachmittag zuweilen, was wir eigentlich für ein merkwürdiges Hobby haben. Dafür eignen sich viele dieser Wortschöpfungen, doofe, wie treffende. Sprecht mal mit euren Arbeitskollegen oder euren Müttern über Forengötter, Clubehefrauen, ToDoLists und Liebeskaspers, dann werdet ihr’s merken.
Natürlich ist alles nicht ganz tierisch ernst gemeint. Nicht dass irgendwelche Fickflöhe jetzt Fanschelte auf ihre ToDoList setzen oder die Forengötter mich verstoßen.
Schluss, ich muss los, zur Selbsthilfegruppe anonymer Abzockfotzen. Da berichtet heute ein Fick von seiner Wiederholungsgefahr

