Huren-Marsch
Wir berichten hier regelmäßig über Neues rund um den Dortmunder Straßenstrich. Gestern fand eine Demo zu dessen Erhalt statt.
derwesten.de war dabei:
Leder, Lack, Dekolleté und zehn Zentimeter hohe Absätze – wer das auf einer Demo trägt, bei der es um den Kampf um Arbeitsbedingungen auf dem Straßenstrich geht, der beweist auch Stolz. Das war bei den rund 70 Prostituierten am Donnerstag (24. März 2011) nicht anders.
Als sich der bunte Zug gegen drei Uhr in Bewegung setzt, an den Verrichtungsboxen vorbei den Weg über die Bornstraße und die Wälle zum Rathaus sucht, ist den Frauen die Aufmerksamkeit sicher. Der Verkehr stockt an diesem Nachmittag.
Inzwischen hat der bunte Zug den Friedensplatz erreicht. Sonst rufen „Deutschland“ immer andere, das ist schon einigermaßen skurril. Heide Haustein bezeichnet sich selbst als Gerechtigkeitsfanatikerin. „Für jeden muss es Gerechtigkeit geben und natürlich auch für die Frauen“, fordert sie, „ob es den Mitbürgern passt oder nicht.“
Eine Passantin guckt staunend. Man sieht ihr an, dass sie sich schwer tut mit der Offenheit der Huren, sie tun ihr auch ein bisschen Leid. Aber: „Wie soll man’s lösen, das Problem?“

