Prostitution in Zürich

Zwischen 1880 und 1910 wandelte sich Zürich von einem Provinznest zu einer Stadt. Viele Menschen zogen in diesen Jahren aus den umliegenden ländlichen Gebieten in die Stadt. Armut und schwindende Verdienstmöglichkeiten in der Landwirtschaft veranlassten junge Frauen und Männer, in der Stadt Arbeit zu suchen. Die Zahl der Arbeit suchenden Frauen nahm stetig zu. Doch die Arbeitsplätze für Frauen waren knapp, die Löhne tief. Anfängerinnen verdienten in der Fabrik etwa 20 Franken im Monat. Der Fixlohn einer Kellnerin belief sich auf dieselbe Summe. Dienstmädchen verdienten sogar noch weniger.

Eine sehr schöne Bildertour, in der viele historische Abbildungen rund um das Züricher Milieu zu finden sind findet man auf moneymuseum.com.

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts zogen viele junge Frauen und Männer aus ländlichen Kantonen und dem benachbarten Ausland nach Zürich. Sie stammten meist aus der Unterschicht und hatten kaum je eine Ausbildung genossen. Ihre Hoffnung war, über den städtischen Arbeits- und Heiratsmarkt sozial emporzukommen.

Durch die Zuwanderung junger Männer bildete sich eine steigende Nachfrage nach sexuellen Dienstleistungen in der Stadt. Umgekehrt waren die jungen Frauen als Dienstmädchen, Kellnerinnen, Verkäuferinnen oder Fabrikarbeiterinnen meist mit prekären Arbeits- und Lohnverhältnissen konfrontiert. Viele machten die Erfahrung, dass ihre Arbeitgeber die Bitte um Lohnerhöhung mit der Antwort quittierten, sie könnten sich ja in ihrer Freizeit mit ihrem Hintern noch etwas dazu verdienen.

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Städtebund warnt vor Straßenstrich-Verboten

Die Saarbrücker Zeitung meldet:

Saarbrücken (ots) – Der Städte- und Gemeindebund (DStGB) warnt die großen Kommunen davor, die Zunahme der Prostitution mit einem Verbot des Straßenstrichs bekämpfen zu wollen. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte der “Saarbrücker Zeitung” (Samstag), dadurch würden die negativen Begleiterscheinungen nicht beseitigt, “sondern lediglich in die Umlandstädte abgeschoben”.

Die Stadt Dortmund verbietet den Straßenstrich, um die wachsende Kriminalität in angrenzenden Wohngebieten einzudämmen. Die zuständige Bezirksregierung hatte am Donnerstag grünes Licht für die Ausweitung des Sperrbezirks auf das gesamte Stadtgebiet gegeben. “Damit ist am Ende aber niemandem gedient”, betonte Landsberg. Nun drohe die Gefahr, dass Prostitution illegal stattfinde. Das erschwere “die Kontrolle der Ordnung, der Gesundheit und die Vermeidung von Kriminalität.”

Ähnlich urteilte auch die Vorsitzende des Familienausschusses des Bundestages, Sibylle Laurischk (FDP). “Das ist keine Lösung.” Wer Straßenprostitution verhindern wolle, müsse die Ursachen bekämpfen, dass Frauen dem Gewerbe nachgingen, sagte Laurischk der Zeitung.

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