Die Straße hat mich zu einem harten Menschen gemacht”

Filmtipp:
Regie: Rosa Baches (Dokumentarfilm)
Drehbuch: Rosa Baches, Dirk Manthey, Oliver Eckert
Kamera: Oliver Eckert
mit Amalou Carolina Nova, Chiquinquira Lorenz, Eva Rodriguez, Kelly Largo
BRD 2010, 75 Min.
Sondervorstellungen
mit den Regisseuren Rosa Baches und Dirk Manthey am 13. und 27. Juni, jeweils 19 Uhr
Abaton Kino
Allendeplatz 3
Ecke Grindelhof
20146 Hamburg
Nikolas Müller interviewt Eva Rodruiguez
Sie geben alles, um die schönsten Frauen Hamburgs zu sein. Da ist kein Brustimplantat zu füllig und keine Hormonpille zu teuer. Die Grenze zwischen Mann und Frau verwischt. Der Dokumentarfilm “Schmuck der Straße” zeigt ein Haus auf St. Pauli, in dem transsexuelle Prostituierte aus Südamerika leben. Webreporter Nikolas Müller hat eine der Darstellerinnen in der Schmuckstraße getroffen. Eva ist eine transsexuelle Prostituierte, die seit 15 Jahren im Rotlichtmilieu arbeitet.
Nikolas Müller: Fühlst Du Dich mehr als Frau oder als Mann?
Eva Rodriguez: Es wäre eine Lüge, wenn ich sagen würde, ich fühle mich als Frau. Ein Teil von mir ja. Ich würde eher sagen, ich bin ein besonderes Wesen – ein mythologisches Wesen. Jeder Transsexuelle sagt: ´Ich bin wie eine Frau und fühle auch so´. Das kann keiner behaupten. Das ist die Lüge der ganzen Transsexuellen.
Warum hast Du Dich entschieden, transsexuell zu werden?
Ich war bereits mit 13 mit meiner Identität als Mann nicht zufrieden und meine Mutter hat mich in eine Therapie geschickt. Zum Glück hatte ich bereits als Mann einen Körper mit sehr weiblichen Formen. Außerdem: Als Frau habe ich es auch leichter. Du wirst abends eingeladen und wenn Dein Auto kaputt ist, dann zeigst Du einfach ein bisschen Dein Dekolleté und schon halten gleich drei Männer an, um Dir zu helfen.
Was hast Du chirurgisch an Dir machen lassen?
Ich habe das gemacht, was nötig war. Du musst Dir das so vorstellen: Ich war wie ein Stein und ich habe an dem Stein gefeilt und am Ende kam eine wunderschöne Figur heraus. Ich komme aus einer dunkelhäutigen Familie. Und daher habe ich dicke Lippen. Aber meine breite Nase habe ich machen lassen. Damit sehe ich asiatischer aus. Meine Brüste habe ich mit 16 verändert und bei den Augen habe ich auch nachgeholfen.
Du kommst aus Venezuela. Wie werden dort Transsexuelle behandelt?
Ich konnte in Venezuela nicht zur Schule gehen. Das war damals vor über zehn Jahren ein echtes gesellschaftliches Problem. Als Junge, der wie eine Frau herum läuft – das wird in meiner Heimat nicht akzeptiert. Deswegen konnte ich nicht weiter studieren. Und daher habe ich Venezuela 1996 verlassen und bin nach Deutschland gekommen.
Was hast Du Dir von Hamburg versprochen?
Ich habe in Hamburg mit der Prostitution angefangen. Eine Freundin von mir war bereits hier und hat das gemacht. Es gab damals nur drei oder vier transsexuelle Prostituierte in Hamburg. Und ich habe 2000 bis 3000 DM an einem Tag verdient. Das ist schnell verdientes Geld. Aber leicht ist es nicht immer……
Ganzes Interview mit Dokumenten –> n-joy.de
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