Neue Ruhe in Dortmunds Norden

Die Dortmunder Lokalpresse setzt sich mit den ersten Reaktionen auf die Schliessung des Straßenstrichs auseinander. Nach wie vor wird über den Verbleib der bulgarischen Roma spekuliert, über deren Verbleib unklarhet herrscht. Offenkundig ist: Sie sind im Straßenbild nicht mehr sichtbar.

Der Westen.de berichtet

Dortmund. Nach Schließung des Straßenstrichs sind die Anwohner geradezu euphorisch. Selbst im Bordell atmet man auf.

So öde wie diese Straße ist keine zweite in Dortmund. Grauer Asphalt, mannhohe Stahlgitter rechts wie links, und dazwischen nichts als Leere. Ravensberger heißt sie und war einmal das Synonym für, sagen wir einmal, das pralle Leben. Zu Hunderten gingen die Huren hier anschaffen. Rumäninnen und Bulgarinnen zumeist, die Armen Europas. Viele verkauften sich für nicht einmal zehn Euro. Vor sechs Wochen schloss die Stadt den Straßenstrich in einer Art Notwehrakt. Seitdem ist Schluss mit lustig. Und die Dortmunder Nordstadt atmet auf. Weit davon entfernt, ein normaler Stadtteil zu sein, aber auf einem guten Weg.
Beamte in Zivil

„Geht’s Dir gut?“, fragt sie und steigt professionell lächelnd die Treppe hinauf. 50er Jahre. Linoleum. Abgeschabtes Leben. Sie im knappen, schwarzen Lederdress. Er, ein Mittfünfziger vielleicht, trägt über Wohlstandsspeck ein dunkles Jackett mit Goldknöpfen. „Lange nicht gesehen!“, sagt sie und er, erfreut, wiedererkannt zu werden, müht sich um einen charmanten Ton: „Ja, war länger nicht in der Gegend!“. Haus Nr. 8 in der Linienstraße, Dortmunds Bordell. Selbst hier, einen Kilometer Luftlinie entfernt vom ehemaligen Straßenstrich, ist man froh, dass wieder Ruhe einkehrt. Und das nicht aus Konkurrenz-Gründen, wie alle eilig betonen.

Dortmunds Nordstadt, sie ist seit Jahrzehnten nicht wirklich schön. Einst Vergnügungsviertel Westfalens, war sie später Arme-Leute-Gegend, Wohnplatz der Migranten. 140 Nationalitäten will man hier gezählt haben. Mit der EU-Osterweiterung, ab 2007, kamen neue hinzu. Und mit ihnen die Probleme: Ein Stadtteil verkam zuletzt in Prostitution, Kleinkriminalität, Drogen und vermüllenden Häusern. Eine seiner zentralen Straßen, die Mallinckrodt-Straße, galt als Schwarzarbeiter-Strich. Hier wurde abgeholt, wer sich für wenig Lohn illegal verdingte. Auf ihrem begrünten Mittelstreifen wurde campiert und gekocht.

Die Huren sind tatsächlich verschwunden

Monate brodelte es, protestierten Schüler, Eltern, Anwohner und Geschäftsleute. Am 16. Mai dann schloss die Stadt den Straßenstrich, riss die 2006 aufgestellten Verrichtungsboxen ab und stellte eine Task Force aus Polizei und Ordnungsamt auf. Beamte, in Zivil und in Uniform, patrouillieren nun rund um die Uhr, kontrollieren die Prostituierten sowie die Freier, Drogenhändler und jene Häuser, in denen ungezählte, vor allem aus dem bulgarischen Plowdiw eingereiste Roma für 200 Euro pro Matratze Unterschlupf fanden.

Die Huren, sind tatsächlich verschwunden. Bis auf wenige Ausnahmen. Wohin, weiß niemand so genau. In den Nachbarstädten wie Bochum oder Essen tauchten sie bislang nicht auf. Es gebe Hinweise darauf, dass sie in ihre Heimatländer zurückgekehrt seien, sagt Polizeisprecher Kim Freigang und: „Wir sind überrascht, wie ruhig es geworden ist, wie gut alles angelaufen ist“.

„So wie es war, konnte es nicht mehr weitergehen“, sagt Gisela Zohren von der evangelischen Mitternachtsmission, die Huren betreut und beim Ausstieg aus der Prostitution unterstützt. Wie kaum eine zweite kennt sie das Milieu, weiß sie, wie sehr mit der osteuropäischen Einwanderung der Menschenhandel zugenommen hat. „Wir hatten in der Mitternachtsmission schon 16-Jährige, die zur Prostitution gezwungen worden sind“, sagt Zohren.

Viele erkennen eine deutliche Beruhigung in der Nordstadt

Kaum eine Woche sei vergangen ohne Messerstecherei, ohne Revierkämpfe. Mit den unaufgeklärten Frauen habe es vermehrt Abtreibungen gegeben und plötzlich wieder Krankheiten wie Syphilis und Hepatitis. Das Niveau sei abgesackt, heißt es im Milieu.

Nun, nach Schließung des Straßenstrichs, wollen viele eine deutliche Beruhigung in der Nordstadt erkennen. „Das heißt nicht, dass es keine Straßenprostitution mehr gibt, aber es ist nicht vergleichbar mit vorher“, sagt Jürgen Walther, der Leiter der 45-köpfigen Task Force. Anwohner und Geschäftsleute reagieren angesichts dessen geradezu euphorisch. „Endlich können unsere Angestellten wieder zur Arbeit gehen, ohne von den Freiern angemacht zu werden“, sagt Till Kummer, der einen Holzbetrieb neben dem ehemaligen Straßenstrich führt.

„Die Polizei hat die Situation wirklich gut gemeistert“, sagt auch Gisela Schultebraucks, Leiterin der Grundschule Kleine Kielstraße. Deren Schüler und Eltern hatten Unterschriften gesammelt, weil sie es nicht mehr ertragen konnten „alle ungelösten Probleme unserer Gesellschaft vor der Haustür zu haben“. Schultebraucks: „Die Nordstadt ist der kinderreichste Stadtteil Dortmunds und die Kinder hatten schlicht Angst“.

„Das war Menschenhandel in höchster Form“, sagt auch er, der Betreiber des Bordells in der Linienstraße Nummer acht. Er verstehe nicht, wie man den Dortmunder Norden so aufgeben konnte. Geschätzte 45 ist er. Einer, der darauf achtet, dass in seinen Häusern Regeln und Gesetze eingehalten werden.

Sicheres Arbeiten

Und so sitzt er auch an dem vor Jahren von den Behörden eingerichteten Runden Tisch „Prostitution“, wird um seine Einschätzung gebeten. Er wisse, dass man ihm Konkurrenz-Gedanken unterstellen könne. Aber Bordelle hätten eine andere Klientel, andere Freier als der Straßenstrich. Ihm gehe es um den Stadtteil, um die Kinder und um ein sicheres Arbeiten für die Frauen“.

Alex, die junge Lettin, sitzt hinter der gläsernen Haustür der Nr. 8. Weißes Lackkleid über fast knabenhafter Figur. Blondes Kurzhaar. Dezentes Make-up. Vor einiger Zeit wurde sie auf dem Weg zum Kino überfallen.

Seitdem hat sie Angst, seitdem hofft auch sie auf mehr Ruhe im Viertel.

ganzer Artikel –> derwesten.de

Diskussion –> Newsticker im Freiercafe

Start Slide Show with PicLens Lite PicLens

USA nehmen die Schweiz unter «besondere Beobachtung»

Die Baseler Zeitung berichtet

Die USA stellen der Schweiz im Kampf gegen den Menschenhandel ein schlechtes Zeugnis aus. Vor allem gegen die Zwangsprositution junger Frauen müsse mehr unternommen werden.

Die USA haben der Schweiz mangelnde Fortschritte im Kampf gegen den Menschenhandel vorgeworfen. Dies geht aus einem am Montag veröffentlichten Bericht des US-Aussenministeriums heraus, wie CNN berichtet.

Besonders happig wiegt der Vorwurf, dass die Schweiz ein beliebter Zielort für Zwangsprostitution von Frauen im Alter von 16 und 17 Jahren sei. Viele junge Frauen in diesem Alter würden hierzulande zur Prostitution gezwungen.

Trotz «erheblicher Bemühungen» erfülle die Schweizer Regierung nicht die Mindeststandards für die Bekämpfung von Menschenhandel, heisst es in dem Bericht. Als Folge würden die USA das Land in dieser Frage jetzt unter «besondere Beobachtung» nehmen.

Standards nicht erfüllt

Konkret heisst dies, dass die Schweiz auf einer nach US-Standards eingerichteten Skala die Stufe Tier 2 einnimmt. Die Einstufung beschreibt die von den einzelnen Regierungen unternommenen Aktivitäten gegen Zwangsarbeit, sexuelle Ausbeutung und moderne Sklaverei. Länder auf Tier 1 erfüllen demnach die US-Standards, während Ländern auf Tier 2 zumindest noch signifikante Anstrengungen im Kampf gegen den Menschenhandel zugebilligt werden.

In Europa erfüllen die meisten Länder die US-Standards, darunter auch sämtliche Nachbarländer der Schweiz.

(mrs)
Ganzer Artikel –> bazonline.ch

Start Slide Show with PicLens Lite PicLens

Mitten in Dortmund – Ein verlassener Roma Haushalt

Der Straßenstrich wurde geschlossen, über den Verbleib vieler in Dortmund tätiger Strassenhuren samt Familie wird gerätselt. Das Freierjournal bekam Einblick in eine 50 Quadratmeter Wohnung in der Nähe des Borsigplatzes, in der bis zuletzt und ohne Strom 3 Bulgarische Männner, 3 weibliche Prostituierte und ein Kleinkind lebten. Ein Extrembeispiel in Bildern.

Start Slide Show with PicLens Lite PicLens

Trübe Aussichten: Die Frauen von der Straße

Die Presse.com berichtet:

Am Donnerstag beschließt der Wiener Landtag ein neues Prostitutionsgesetz. Demnach wird der Straßenstrich in Wohngebieten verboten. Unklar ist, wo genau die Prostituierten künftig stehen dürfen. Eine Reportage.

Die Felberstraße im 15.Wiener Gemeindebezirk: Auf der einen Seite schmucklose Wohnhäuser, auf der anderen Seite dunkle Schienenstränge, die zur Großbaustelle Westbahnhof führen. „Mein Schwiegervater hat in der Felberstraße gewohnt. Er hat den Mädchen aus dem Fenster heraus Tee gegeben. So lange stehen hier schon Mädchen auf der Straße.“ Karin K. führt seit drei Jahren „Bunny’s Bar“, ein Café mit angeschlossenem Stundenhotel. Viele sagen „Zehn-Euro-Hotel“. So viel kostet das Zimmer, wenn man mit einer Frau von der Straße kommt und für kurze Zeit ungestört sein will.

Karin K. blickt unsicheren Zeiten entgegen. Es ist die Wiener Stadtpolitik, konkret das neue Wiener Prostitutionsgesetz, das ihr große Sorgen macht. Dieses wird am Donnerstag mit den Stimmen der rot-grünen Koalition beschlossen. Und ab 1.November gelten. „Die Ausübung von Straßenprostitution ist innerhalb von Wohngebieten unzulässig“, heißt es in dem Gesetz. So viel steht fest: Die Felberstraße ist ein Wohngebiet. Ebenso die Linzer Straße und die Äußere Mariahilfer Straße – also jene Adressen, an denen nachts Prostituierte am Straßenrand auf Kundschaft warten.

Weg von der Straße! Daniela, 27 Jahre, Mutter eines Kindes, ist eine von diesen Frauen. Sie arbeitet auf der Felberstraße. So selbstbewusst Daniela auftritt, so verärgert zeigt sich die dunkelhaarige Frau im Gespräch mit der „Presse am Sonntag“ ob der politischen Weichenstellung. Denn die Intention, den Straßenstrich aus Wohngebieten zu verbannen und dabei eine Verlagerung in meldepflichtige „Prostitutionslokale“ zu erwirken, stellt Danielas Job infrage. Ans Aufhören denkt sie aber nicht. „Ich liebe mein Kind, mich und mein Geld.“ 50Euro bekommt sie im Durchschnitt von einem Kunden. Ihr Einkommen muss sie versteuern, obgleich ihr Gewerbe als sittenwidrig gilt. „Früher habe ich als Kassierin im Supermarkt 700Euro im Monat verdient. Das mache ich hier in zwei Tagen.“

Daniela will auf der Straße bleiben. Zum Leidwesen einiger Anrainer, die versuchen, die Prostituierten mit Fackelzügen aus den derzeit noch geltenden „Schutzzonen“ (150 Meter Radius um Schulen oder Kirchen) zu vertreiben. „In einer Bar bin ich gebunden. Hier bin ich frei. Ich kann kommen und gehen, wann ich will. Außerdem muss ich in einer Bar vorher mit dem Kunden was trinken. Und 50Prozent an den Barbetreiber abliefern.“

Um die Frauen dorthin zu lotsen, wo sie nicht öffentlich auffallen, bieten sich auch sogenannte Laufhäuser an: Dort sind Daniela und ihre Kolleginnen nicht gezwungen, zu trinken. Auch die vorgelagerte, für Ausländerinnen oft schwierige „Konversation“ mit den Männern fällt weg. Dafür müssen Laufhaus-Frauen etwa 70 Euro am Tag fix hinblättern. So viel kostet ein auf Wochen oder Monate von der Frau zu buchendes Zimmer, das freilich auch zu zahlen ist, wenn keine Kunden kommen.

„In einem Laufhaus habe ich nicht die Garantie, dass ich mein Geld wieder hereinbekomme“, sagt Lisa, eine schüchtern wirkende 26-jährige Wienerin. Lisa stand bis vor Kurzem noch in der Linzer Straße. Mittlerweile ist sie Escort-Girl. Um mit der „Presse“ sprechen zu können, macht sie einen Abstecher in die Felberstraße. Hier herrscht in dieser Nacht reger Verkehr: Autofahrer kreisen, bleiben stehen, um mit den Mädchen zu verhandeln. Fußgänger verschwinden nach kurzem Wortwechsel mit den Mädchen in eines dieser „Zehn-Euro-Hotels“. Lisa ergänzt zum Thema Laufhäuser, „1500 bis 2000 Euro im Monat“ seien für das Einmieten zu veranschlagen. Und, ja, diese Art der Unterkunft habe gewiss auch Vorteile: Sie biete ein höheres Maß an Sicherheit als eine dunkle Ecke, irgendwo im öffentlichen Raum.

Gefahr für die Frauen. Womit das Stichwort für Fiorina gefallen ist: Sicherheit. Fiorina ist regelmäßig auf der Felberstraße anzutreffen. Die „Dienstkleidung“ der 20-jährigen Rumänin würde als Bikini durchgehen. Wie also ist es um die Sicherheit bestellt, wenn Frauen künftig nicht mehr in besiedelten Gebieten stehen – sondern etwa in einem Industrieviertel? Oder sonst wo. Zunächst ein paar Zahlen: Zirka 2200Frauen sind in Wien als Prostituierte angemeldet. Zusätzlich arbeiten schätzungsweise doppelt so viele illegal. Diese Schätzung ist vage. Denn es gibt Frauen, die sehr unregelmäßig, manchmal nur für ein paar Stunden pro Woche, Sex anbieten; darunter sind solche, die zu dem Zweck aus der Slowakei oder aus Tschechien kommen und nach einem halben Tag wieder heimfahren. Das meiste spielt sich in Lokalen oder Wohnungen ab. Auf der Straße stehen in ganz Wien nur etwa 150 Frauen.

Stichwort Sicherheit. Wiens SP-Frauenstadträtin Sandra Frauenberger hat versprochen, den unbestimmten Gesetzesbegriff „Wohngebiet“ zu präzisieren. Dabei soll der Flächenwidmungsplan zuhilfe genommen werden. Bisher wird offiziell am häufigsten der Prater als künftiges Aufmarschgebiet für Sexarbeiterinnen genannt. Sollten einige Frauen wirklich dorthin abwandern, müssten sie praktisch unter freiem Himmel oder in Autos ihre „Jobs“ erledigen. Und das ist in der Tat ein Sicherheitsproblem. Fiorina – auch sie ist Mutter eines Kleinkindes: „Ich geh nicht ins Auto arbeiten. Das ist mir zu gefährlich.“ Und auch von mangelnder Hygiene reden Daniela und Fiorina, wenn sie an Sex im Auto oder in Freiluft denken. Auch dass das neue Prostitutionsgesetz keine zeitlichen Beschränkungen mehr vorsieht, stößt nicht auf ungeteilte Freude. Derzeit dürfen Frauen ab 20Uhr (Winter) bzw. ab 21Uhr (Sommer) bis vier Uhr in der Früh „draußen“ stehen. Doch auch künftig wollen sich Daniela und Fiorina nicht tagsüber zusehen lassen. Und schon gar keine Polizeistrafe wegen anstößigen Benehmens riskieren.

Also doch goldene Zeiten für Betreiber von Rotlichtlokalen? Karin K. von „Bunny’s Bar“ bleibt skeptisch. Denn auch Neuheiten, die der Gesetzgeber (im Sinne der Frauen) gut gemeint hat, könnten rechtlich heikel werden. So etwa die per Verordnung vorgeschriebene Einrichtung von Spinden für Frauen, die künftig in „Prostitutionslokalen“ arbeiten. Karin K.: „Wenn ich Spinde einrichte oder einen Aufenthaltsraum, kommt die Krankenkasse und sagt, ich muss die Mädchen anmelden. Das geht aber gar nicht, die meisten hier sind Rumäninnen oder Bulgarinnen. Einmal wurde mir eine Bulgarin zwangsangemeldet, die hatte gar keine Arbeitsbewilligung. Und ich musste 6800 Euro Strafe zahlen.“ K. will überdies nicht, dass sich die Mädchen bei ihr im Hotel ansiedeln. „Ich will meine Zimmer vermieten. Ich will die Mädchen nicht hier sitzen haben und dafür von ihnen Geld verlangen.“

Ortswechsel. Die Linzer Straße: Die 31-jährige Alex findet es „ganz schlecht“, dass sie bald aus dem Wohngebiet weg muss. Alex stammt aus der Slowakei, hat laut eigenen Angaben ein Kind und hätte sich gewünscht, dass sich die Politik auch einmal zu ihr auf die Straße wagt: „Uns fragt nie wer was.“

Schwellenangst. Im Gegensatz zu mehreren Frauen auf der Felberstraße kündigt sie aber nicht an, künftig illegal im Wohngebiet auf der Straße zu bleiben. „Dann müssen wir uns reinsetzen.“ Alex meint damit ein kleines Studio. Seit acht Jahren steht sie regelmäßig vor diesem Studio. Wenn sie nur drinnen säße, würde sie aufgrund der Schwellenangst vieler Männer weniger verdienen. Ganz aufhören? „Warum sollte ich was anderes machen? Das kann ich am besten.“

Straßenprostitution sei „eine Form selbstbestimmter Sexarbeit“, erklärt Szenekenner Christian Knappik, Sprecher der Internet-Plattform www.sexworker.at. Werde Sexarbeit kriminalisiert, steige die Gefahr der „Ausbeutung durch kriminelle Zuhälter“. Wie sich das neue Gesetz tatsächlich auswirkt, wird die Praxis zeigen. Die Stadt will eine „Steuerungsgruppe“ einrichten. Diese soll die Wiener Rotlichtszene ganz genau – „beobachten“.

Kampf um die Straße. Nach Anrainerbeschwerden hat sich Rot-Grün in Wien entschlossen, den Straßenstrich aus den Wohngebieten zu verbannen. Unklar ist, wo genau die Prostituierten künftig stehen dürfen. Immer wieder wird der Prater genannt. Aber auch in Wohngebieten können „Erlaubniszonen“ entstehen. Möglicherweise wird der Gürtel (schon bisher als Rotlichtmeile bekannt) eine solche Zone.

Strafen auch für Freier. Neu im Wiener Prostitutionsgesetz, das am kommenden Donnerstag im Landtag beschlossen wird, ist die Strafbarkeit für Freier. So heißt es im § 16 des Gesetzesentwurfs: „Außerhalb der (…) erlaubten Bereiche für Straßenprostitution (…) dürfen Freierinnen und Freier mit Personen, die Prostitution anbahnen oder ausüben, zum Zweck der Inanspruchnahme von Dienstleitungen keinen Kontakt aufnehmen.“ Freier, die dagegen verstoßen, müssen bis zu 500Euro Strafe zahlen.

ganzer Artikel –> diepresse.com

Start Slide Show with PicLens Lite PicLens

Unterhaus schmettert Gesetz zur Legalisierung der Prostitution ab

Punkto.ro berichtet:

Der Abgeordnete Silviu Prigoana<br />
Der Abgeordnete Silviu Prigoana

In Rumänien hat die Abgeordnetenkammer am Dienstag die Gesetzesinitiative zur Legalisierung der Prostitution mit 225 Gegen- und nur 30 Für-Stimmen regelrecht abgeschmettert. Da das Unterhaus in diesem Fall die gesetzgebende Kammer war, ist das Legislativprojekt des liberaldemokratischen Abgeordneten Silviu Prigoana somit endgültig durchgefallen. Der sichtlich enttäuschte Prigoana geißelte gegenüber den Medien die „Scheinheiligkeit“ seiner Kollegen, denen er „kommunistische Prüderie“ in „allen Angelegenheiten, die irgendwie mit Sex zusammenhängen“, vorwarf. Er werde jedoch keineswegs klein beigeben, sondern eben ein neues einschlägiges Legislativprojekt einbringen, sagte der Abgeordnete.

Prigoana erläuterte, dass das neue Strafgesetzbuch Prostitution sowieso nicht mehr verbiete, womit ihre Ausübung bereits „legalisiert“ sei. Es gehe lediglich darum, Regelungen zu schaffen, die „die Soziallage der Personen, die in diesem Bereich sowieso tätig sind, verbessern“. „Meine Kollegen, die ihrem eigenen ehelichen oder außerehelichen Vergnügen mit schöner Regelmäßigkeit nachgehen, tun so, als ob Sex ein Tabu-Thema sei. Sie ziehen es vor, aus kommunistischer Prüderie nicht darüber zu reden. Dabei haben wir 10-jährige Schwangere im Land. Scheinheiligkeit ist wohl eine Charaktereigenschaft der Rumänen.“

ganzer Artikel –> punkto.ro

Start Slide Show with PicLens Lite PicLens

Die Privatisierung der Sexualmoral

Aus der FAZ

Die Toleranz der Bürger gegenüber dem individuellen Sexualverhalten ist groß. Die überwältigende Mehrheit rechnet die Sexualität zur Intimsphäre, die Politikern zugebilligt wird. Aber eine Zurschaustellung im Amt wird übelgenommen.

23. Juni 2011
Sexuelle Neigungen und besonders derartige Verfehlungen von Politikern und anderen Personen des öffentlichen Lebens sind seit einiger Zeit verstärkt Gegenstand einer eingehenden Berichterstattung und öffentlichen Debatte. Dies lässt sich nicht mit einem gestiegenen einschlägigen Interesse der Bevölkerung oder einem lauthals angemeldeten Informationsanspruch des Publikums erklären.

Die überwältigende Mehrheit rechnet die Sexualität zur Intimsphäre, die den Personen des öffentlichen Lebens grundsätzlich genauso zugebilligt wird, wie sie die Leute selbst für sich in Anspruch nehmen. Nur eine Minderheit der Bürger behauptet einen Informationsanspruch der Öffentlichkeit hinsichtlich der sexuellen Neigungen von Politikern, außerehelicher Affären, unehelicher Kinder oder Scheidungen.

Lediglich 18 Prozent meinen, die Öffentlichkeit müsse über uneheliche Kinder von Politikern unterrichtet werden; ebenso viele melden in Bezug auf Scheidungen einen Informationsanspruch an. Die Zahl steigt auf 22 Prozent in Bezug auf homosexuelle Neigungen, 24 Prozent bei außerehelichen Beziehungen, 26 Prozent im Falle eines Besuchs von Prostituierten. Für berichtenswert hält die Bevölkerung größtenteils ernsthafte Krankheiten von Politikern und mögliche Interessenkollisionen durch die Arbeit für Unternehmen und Verbände, aber nicht private Beziehungen und Neigungen.

Rigide Normen werden immer weniger akzeptiert

In den letzten Jahrzehnten ist die Bereitschaft, rigide gesellschaftliche Normen der Sexualmoral zu akzeptieren, gesunken. Immer weniger mögen die Bürger das Urteil fällen, dass etwas verwerflich und auf keinen Fall zulässig ist. Mit Blick auf die Homosexualität vertreten gerade noch 15 Prozent der Bevölkerung diese Auffassung, in Bezug auf den Besuch von Prostituierten 28 Prozent, bei außerehelichen Beziehungen verheirateter Männer 36 Prozent. Der Anteil der Bevölkerung, der Scheidungen für inakzeptabel hält, lag schon vor zehn Jahren unter 10 Prozent, heute liegt er bei 5 Prozent.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass Prostitution in der Breite gesellschaftsfähig geworden wäre, außereheliche Beziehungen als unproblematisch gelten oder Homosexualität von den meisten als eine mit der heterosexuellen Beziehung gleichwertige sexuelle Orientierung angesehen würde. Die entscheidende Veränderung ist vielmehr, dass die Gesellschaft alle sexuellen Orientierungen und Verhaltensweisen verstärkt in die Privatsphäre verweist, die dem öffentlichen Urteil entzogen werden sollte.

Trotz Internet spricht man nicht freimütig über die Sexualität

Die Privatisierung der Sexualmoral bedeutet jedoch keineswegs einen erdrutschartigen Verfall früher gültiger Werte. Auch wenn einige Medien suggerieren, dass die Menschen heute generell ein unkonventionelles Sexualleben praktizieren und dies auch unbefangen öffentlich machen, so ist dies in erster Linie Ausdruck eines Medienjahrmarktes, der mit allen Mitteln um Aufmerksamkeit kämpft und daher ganz allgemein immer wieder Randphänomene, Abstrusitäten und Exzentriker in den Mittelpunkt der Berichterstattung stellt.

Die Zurschaustellung von Sexualität in verschiedenen Medienkanälen – in den letzten Jahren noch einmal deutlich verschärft durch das Internet – hat bemerkenswerterweise nicht dazu geführt, dass Sexualität heute für die Bevölkerung ein Thema wäre, über das völlig freimütig mit anderen gesprochen wird – im Gegenteil: Befragt, über welche Themen man kaum mit anderen Menschen spricht, weil sie zu privat sind, nannten in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrzehnts 61 Prozent die Sexualität, mittlerweile 65 Prozent. Damit steht Sexualität mit Abstand an der Spitze der Tabuthemen, die man mit anderen in der Regel nicht behandelt.

Demonstrative Bekenntnisse zur Homosexualität nicht unbedingt geduldet

Wenn die Grenze zwischen privatem und öffentlichem Raum jedoch aufgehoben wird, ändern sich die Reaktionen. Ein Politiker, der seine Neigungen und sein Privatleben zu einem öffentlichen Thema macht und damit gleichsam gegen das Gebot der Diskretion verstößt, an dem sich die große Mehrheit der Bevölkerung persönlich orientiert, trifft auf eine überwiegend kritische Reaktion. Dies musste unter anderem Guido Westerwelle erfahren, als er auf Dienstreisen seinen Lebensgefährten mitnahm und sich damit demonstrativ zu seiner Homosexualität bekannte. Während nur noch 11 Prozent der Bevölkerung gleichgeschlechtliche Partnerschaften grundsätzlich ablehnen und nur noch 14 Prozent dafür plädieren, sie zumindest rechtlich nicht als vollwertige Partnerschaften anzuerkennen, billigten lediglich 36 Prozent dieses demonstrative Bekenntnis in Ausübung eines öffentlichen Amtes.

Noch kritischer sind die Reaktionen auf das Verhalten des italienischen Ministerpräsidenten Berlusconi. Nur 18 Prozent halten seine demonstrative Vorliebe für ausschweifend fröhliche Feiern mit (zu) jungen Mädchen für seine Privatsache, die bei seiner Bewertung als Politiker keine Rolle spielen sollte; drei Viertel der deutschen Bevölkerung halten das dem Ministerpräsidenten Unterstellte für völlig unvereinbar mit seinem Amt.

Vorverurteilung durch Medien

Ein besonderer Fall ist der Vorwurf strafrechtlicher sexueller Verfehlungen. Diese gehören nach dem Urteil der Bevölkerung selbstredend nicht mehr in den Schutzbereich der Intimsphäre und finden daher zu Recht breite öffentliche Aufmerksamkeit. 95 Prozent der Bürger haben etwa die Berichte über die Vergewaltigungsvorwürfe gegen den früheren Direktor des IWF, Dominique Strauss-Kahn, verfolgt. So eindeutig solche Vorwürfe als schwerwiegend und damit als öffentliches Thema gesehen werden, so groß ist andererseits das Unbehagen über die Folgen der Berichterstattung, die von der Mehrheit als Vorverurteilung empfunden werden. 58 Prozent der Bürger haben den Eindruck, dass in solchen Fällen durch die Veröffentlichungen eine Vorverurteilung stattfindet, nur 21 Prozent empfinden dies nicht so.

Viele nehmen an, dass nicht nur die öffentliche Meinung durch die Berichterstattung über tatsächliche oder vermeintlichen Verfehlungen von Personen des öffentlichen Lebens beeinflusst wird, sondern auch die Justiz. So hat nach dem vorläufigen Ende des Prozesses gegen Jörg Kachelmann nur ein Drittel der Bevölkerung den Eindruck, dass er wie jeder Angeklagte behandelt wurde und aufgrund der durch die Medien geschaffenen Prominenz des Falles nicht besonders hart behandelt wurde. Mit Blick auf den Fall Strauss-Kahn überwiegt zurzeit noch die Überzeugung, dass er so behandelt wurde wie jeder andere Angeklagte in Amerika. Dies war jedoch auch am Beginn des Prozesses gegen Kachelmann der Fall und wird heute von der Bevölkerung deutlich anders gesehen.

„Punishment by Publicity“

In angelsächsischen Ländern werden Persönlichkeitsschutz und die Rolle der Medien als öffentlicher Pranger traditionell anders gesehen als in Deutschland. Schon Jeremy Bentham wies der Presse neben der politischen Informationsaufgabe auch die Aufgabe zu, privates Fehlverhalten anzuprangern und einzudämmen. In den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts verteidigte eine britische Kommission zur Wahrung des Persönlichkeitsschutzes eine ausführliche Berichterstattung über anhängige Gerichtsverfahren mit dem Argument, die Aussicht auf Publizität sei geeignet, potentielle Straftäter abzuschrecken. Marjorie Jones wies in ihrer Arbeit „Justice and Journalism“ darauf hin, dass die britische Rechtsprechung zum Teil das „Punishment by Publicity“, die Strafe durch Öffentlichkeit, in die Bemessung der eigentlichen Strafe mit einbezieht.

Das Argument, dass die Veröffentlichung in solchen Fällen eine abschreckende Wirkung erreichen und gleichsam zu einer Art Reinigungsprozess führen kann, überzeugt die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung nicht. Lediglich 22 Prozent begrüßen eine ausführliche Berichterstattung aus der Überzeugung heraus, dass sie eine abschreckende Wirkung entfaltet. 66 Prozent empfinden dagegen Unbehagen, wenn die Medien die Rolle des mittelalterlichen Prangers übernehmen und durch die ausführliche Berichterstattung über Anschuldigungen Ansehen und zum Teil auch die Existenz der Betroffenen zerstören, bevor ein Fall sorgfältig untersucht und ein Urteil gesprochen wurde.

Sexualdelikte als schwerwiegendes Vergehen angesehen

Freilich ist die große Mehrheit weit davon entfernt, Vorwürfe wegen versuchter Vergewaltigung als Bagatelle zu werten. Dies zeigen die Vorstellungen von einem angemessenen Strafmaß für solche Delikte, die bei vielen weit über das im Allgemeinen von Gerichten verhängte Strafmaß hinausgehen. Die Bevölkerung bewertet schon den Versuch einer Vergewaltigung ähnlich wie eine schwere Körperverletzung. Nur 12 Prozent sind bereit, dies ohne Freiheitsentzug mit einer hohen Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe auf Bewährung zu ahnden. 19 Prozent halten eine Freiheitsstrafe von ein bis zwei Jahren für angemessen, 26 Prozent eine Freiheitsstrafe von drei bis fünf Jahren, 37 Prozent eine Freiheitsstrafe von mindestens sechs Jahren.

Bei einer vollzogenen Vergewaltigung halten 55 Prozent der Bevölkerung eine Freiheitsstrafe von mehr als zehn Jahren für angemessen, jeder Vierte sogar eine lebenslange Freiheitsstrafe. Nur 2 Prozent halten in diesem Fall eine kurze Freiheitsstrafe von ein bis zwei Jahren für angemessen, kaum jemand eine Freiheitsstrafe auf Bewährung. Frauen fordern im Durchschnitt höhere Strafen für dieses Delikt als Männer. Aber auch knapp jeder zweite Mann plädiert für eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren bis lebenslänglich. Sexualdelikte sind aus der Sicht der großen Mehrheit der Bevölkerung ein schwerwiegendes Vergehen.

Die Tendenz einiger Länder, das Feld der zu ahndenden sexuellen Handlungen auszuweiten, sieht die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung jedoch mit erheblicher Skepsis. Insbesondere Schweden verschärft hier seine Gangart. Die dortigen gesetzlichen Rahmenbedingungen sehen nicht nur vor, dass Frauen im Nachhinein eine in gegenseitigem Einvernehmen verbrachte Nacht als Nötigung bewerten und den Partner anzeigen können, sondern stellen auch Prostitution generell unter Strafe. Das Strafmaß für Männer, die die Dienste von Prostituierten in Anspruch nehmen, ist kürzlich von einem halben auf ein Jahr verschärft worden.

Diesen Regelungen steht die überwältigende Mehrheit der deutschen Bevölkerung völlig verständnislos gegenüber: Nur 8 Prozent halten dies für gerechtfertigt, 77 Prozent für nicht gerechtfertigt. Drei Viertel der Bürger sprechen sich auch dagegen aus, dass ein Staat Prostitution unter Strafe stellt. 75 Prozent erklären diesen Bereich zur privaten Sphäre des Bürgers, die der staatlichen Regelung entzogen sein sollte.

Ganzer Artikel –> faz.net

Start Slide Show with PicLens Lite PicLens

Summer Party im GoldenTime Brüggen

Das Golden Time meldet:


Am Samstag, den 2.7.2011 veranstaltet das GoldenTime Brüggen seine diesjährige Sommerparty. Die Keyfacts lauten:

Summer Party
am Samstag, 2.7.2011

  • mit DJ Michael T./Marbella
  • Sektempfang
  • Brunch
  • Cocktails
  • Sommergrillen
  • Mitternachtssnack

Kontakt:

GoldenTime
Heidweg 1
41379 Brüggen
Tel.: 02163 88 94 760
http://www.goldentime.de/

Berichte über das GoldenTime –> GT Forum im Freiercafe


Start Slide Show with PicLens Lite PicLens

Zwangsprostitution in Deutschland

Die Deutsche Welle setzt sich mit dem Thema Zwangsprostitution auseinander:

Für jede Imbissbude in Deutschland braucht man eine Genehmigung, für Prostitutionsbetriebe dagegen gibt es keine Vorschriften. Das soll sich ändern. Vor allem Migrantinnen werden von Menschenhändlern brutal ausgebeutet.

“Ich mache deine Kinder kaputt”, mit dieser Drohung zwang eine rumänische Zuhälterin die junge Mutter Laura (Name geändert) in einer deutschen Kleinstadt zur Prostitution. Laura hatte in ihrer Heimat Rumänien keine Arbeit gefunden. Sie wurde mit dem Versprechen nach Deutschland gelockt, dass sie hier als Kellnerin arbeiten könnte. Doch nach ihrer Ankunft wurde sie geschlagen und eingesperrt. Mit der Todesdrohung gegen ihre kleinen Kinder in der Heimat zwang man sie, die sexuellen Wünsche deutscher Männer zu erfüllen. Laura klingt traurig und angewidert, wenn sie von diesen Männern spricht.

Laura konnte nach einigen Tagen aus dem Bordell fliehen. Eine Passantin begleitete sie zur Polizei. Sie fand Zuflucht in einer Schutzwohnung der Hilfsorganisation Solwodi. In 15 deutschen Städten kümmern sich deren Mitarbeiterinnen um Frauen in Not. Auch Helga Tauch, Leiterin von Solwodi Nordrhein-Westfalen, nimmt immer wieder Frauen aus dem wachsenden Rotlichtmilieu auf: “Ich habe sie als schwerst traumatisiert erlebt, ohne Kleidung, oft über Tage lang nicht richtig ernährt, durstig, verfroren und kaputtgemacht.”

BKA geht von großem Dunkelfeld aus

Fälle wie den von Laura bekommt Heidemarie Rall aus ganz Deutschland auf den Schreibtisch. Sie leitet das Sachgebiet Menschenhandel beim Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden.

“Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung betrifft in der Regel Frauen, die zur Prostitution gezwungen werden. In den letzten Jahren sind rund 800 Opfer von Menschenhandel verzeichnet, aber das ist nur die Spitze des Eisbergs.”

Denn das BKA erfasst nur Ermittlungsverfahren, die abgeschlossen wurden. Auch bleibt unberücksichtigt, wenn Frauen nicht gegen die Täter aussagen oder gar nicht erst in Kontakt mit der Polizei kommen: “Es gibt sicherlich ein sehr hohes Dunkelfeld.”

Imbissbude braucht Genehmigung, Bordell nicht

Behörden und Polizei haben seit dem Prostitutionsgesetz von 2002 weniger Möglichkeiten, dieses Dunkelfeld auszuleuchten. Die Prostitution wurde damals legalisiert, aber man beschloss dafür keine verbindlichen Vorschriften.

Wer in Deutschland ein Bordell eröffnen will, braucht keine Erlaubnis der Behörden. Wer dagegen Würstchen oder Pommes verkaufen will, muss sich das genehmigen lassen und wird von den Behörden kontrolliert.

“Das ist geradezu schizophren”, sagt Staatssekretär Josef Hecken aus dem Frauen- und Familienministerium. Sein Haus will ein neues Gesetz vorlegen, um Menschenhandel und Zwangsprostitution besser bekämpfen zu können.

Diese Forderung erheben auch die Innenminister der deutschen Bundesländer und der Bundesrat. Viele Polizisten warten seit Jahren auf solche Gesetzesänderungen. Detlef Ubben leitet in Hamburg die Polizei-Dienststelle gegen die kriminelle Ausbeutung von Prostituierten: “Im Moment ist es so, dass jeder verurteilte Gewalttäter ein Bordell aufmachen kann.” Das gilt sogar für vorbestrafte Menschenhändler.

Die Angst bleibt

Auch die Bulgarin Olga (Name geändert) war in der Gewalt eines Menschenhändlers. Sie wuchs in einem Kinderheim auf und wurde mit 16 Jahren von ihrer Mutter an einen Zuhälter verkauft, der sie nach Deutschland schleuste. Olga wurde mit vielen anderen Mädchen auf engstem Raum eingesperrt, geschlagen und unter Drogen gesetzt. Wenn sie zu wenig Geld verdiente, bekam sie nichts zu essen.

Das alles geschah in einer großen deutschen Stadt, deren Namen Olga bis heute nicht nennen will, genauso wenig wie ihren richtigen Namen. Sie fühlt sich immer noch bedroht, auch wenn die Polizei sie schon vor Jahren aus dem Rotlichtmilieu befreite:

“Ich hab immer noch ab und zu Angst, mein Zuhälter würde mich finden. Der hat mich schon einmal gefunden und ich musste wieder diese Prostitution machen.” Sicher fühlt sich Olga bisher nur bei der Hilfsorganisation Solwodi, deren Mitarbeiterinnen sie auch bei Behördengängen begleiten.

Große Nachfrage, große Profite

Die Nachfrage nach käuflichen “sexuellen Diensten” ist groß. Es werden Milliardenprofite gemacht. Menschenhandel gilt neben dem Waffenhandel als eine der größten Einnahmequellen der organisierten Kriminalität. Die meisten Frauen aber werden ausgebeutet. Das gilt vor allem für Migrantinnen, die im Ausland oft besonders hilflos sind, weil sie dort meist keine sozialen Kontakte außerhalb des Rotlichtmilieus haben, weil sie ihre Rechte nicht kennen und sich der Polizei zunächst nicht anvertrauen wollen.

Viele der in Deutschland ausgebeuteten Frauen stammen aus Osteuropa, in letzter Zeit verstärkt aus den EU-Neumitgliedsstaaten Bulgarien und Rumänien. Immer mehr Frauen haben keine oder eine schlechte Ausbildung, die meisten sprechen kaum Deutsch. Zuhälter und Bordellbesitzer sagen auf Nachfrage, dass die Frauen als Selbstständige arbeiten. Tatsächlich aber bestimmen meist andere, wann, wo und wie lange die Frauen arbeiten.

Zuhälter und andere Profiteure üben massiven Druck auf die Frauen aus, die Wünsche der Freier zu erfüllen. Denn nur so verdienen sie mit den Frauen sehr viel Geld. Den Frauen stellen sie dann oft noch umfangreiche Kosten in Rechnung, die diese abarbeiten sollen. Dazu gehören auch Zahlungen an die deutschen Steuerbehörden.

Fast rund um die Uhr bereit und oft krank

Beispiel Oberhausen im Ruhrgebiet: Die Bordellstraße ist durch eine Bretterwand vom normalen Wohngebiet abgeschirmt. Hinter der Wand schlendern fast rund um die Uhr Männer aus allen sozialen Schichten und Altersgruppen an Glastüren und Fenstern vorbei.

Dahinter sitzen Mädchen und Frauen in aufreizenden Dessous auf Barhockern. Viele weitere warten in einem schummerigen Laufhaus vor ihren Zimmern auf Kunden: ein Leben ohne Tageslicht, in stickiger Luft.

14 bis 20 Stunden, so berichtet die rumänische Sozialarbeiterin Lilli (auch sie will ihren richtigen Namen nicht nennen), müssen sich die Frauen bereithalten, weil ihre Zuhälter Druck machen. Für das Zimmer zahlen die Frauen 100 bis 130 Euro pro Tag an den Bordellbetreiber.

Pro Freier aber gibt es immer weniger Geld, denn die Konkurrenz ist groß. Für den eigenen Bedarf bleibt den Frauen kaum etwas übrig, und sie sind nicht krankenversichert. Dafür sind viele Frauen krank, leiden an Hepatitis oder Syphilis.

Verpflichtende Gesundheitskontrollen in der Prostitution gibt es in Deutschland seit 10 Jahren nicht mehr.

Sozialarbeiterin Lilli verteilt Visitenkärtchen und fragt, ob sie helfen kann: beim Deutschlernen, beim Umgang mit Behörden, Ärzten, oder wenn eine Frau aussteigen will. Wenn kein anderer hinhört, dann erzählen ihr manche Frauen, dass es ihnen schlecht geht, dass sie Schmerzen haben. Und dass sie verzweifelt sind.

Rücksichtslose Freier bleiben straffrei

Nur wenige Freier interessieren sich dafür, wie sich die Frauen fühlen. Diese Erfahrungen haben auch Laura und Olga gemacht. Die meisten Freier hätten ihnen gesagt, dass es ihnen egal sei, wenn es der Frau schlecht geht: “Ich habe bezahlt und du machst das.” Solche Aussagen finden sich auch in Freier-Foren und Bordell-Communities im Internet: “Die Frau soll nicht rumquatschen, das interessiert mich nicht.”

Olga war im 9. Monat schwanger, als ein Mann sie verprügelte und nachts im Wald aus dem Auto warf, weil sie nicht ohne Kondom arbeiten wollte. Sie will nicht mehr darüber sprechen, was danach geschah.

Der Kriminalbeamte Lothar Wecker, der bei der Koblenzer Polizei die Arbeitsgruppe Menschenhandel leitet, beklagt die Haltung vieler Freier: “Es ist entsetzlich, wie häufig ungeschützter Verkehr ohne Kondom und Analverkehr erfragt wird”. Helga Tauch von Solwodi Nordrhein-Westfalen berichtet von schlimmen Verletzungen bei manchen Frauen, von Spuren “harter sexualisierter Gewalt”. Allerdings machen sich Freier von Zwangsprostituierten in Deutschland nicht strafbar.

In Prozessen werden Zeuginnen bedroht

Laura hat dazu beigetragen, dass wenigstens ihre Zuhälterin ins Gefängnis kam. Sie hat in einem Prozess ausgesagt. Die Zeuginnenaussage ist nach geltendem Recht die einzige Chance, Menschenhändler vor Gericht zu bringen. Doch viele Frauen wagen das nicht. Auch Olgas Zuhälter hat den Frauen gedroht, sie umzubringen, wenn sie gegen ihn aussagen.

Dass das keine Ausnahme ist, bestätigt die Anwältin Petra Maria Borgschulte. Sie vertritt seit fast 20 Jahren Frauen in Menschenhandelsprozessen vor Gericht:

“Es gab Fälle, wo per SMS auf das Handy eine Art Todesdrohung formuliert wurde. Es gab Fälle, dass Familienangehörige im Heimatland bedroht wurden, oder dass dort dann auf einmal Unfälle passierten.”

Die Konfrontation mit den Tätern belastet die Frauen sehr, das bestätigt auch Nancy Gensmann, Leiterin der Solwodi-Beratungsstelle in Koblenz. “Die Strafen für die Täter fallen dann oft erschreckend gering aus”, erzählt Gensmann. Weil die Beweisführung so schwierig sei, komme es oft nach Absprachen mit den Beklagten zu Freiheitsstrafen auf Bewährung: Die Täter bleiben dann auf freiem Fuß.

Der schwierige Weg ins selbstbestimmte Leben

Die Hilfsorganisation Solwodi begleitet die Frauen durch das ganze Gerichtsverfahren. In den Schutzwohnungen bekommen sie zunächst Sicherheit, Kleidung und Nahrung, später Therapieangebote, Sprachkurse oder Ausbildungshilfen. Ein langer Weg mit vielen Rückschlägen, weil viele Frauen stark traumatisiert und sehr verängstigt sind. Laura und Olga wollen die Vergangenheit hinter sich lassen und sich mit Hilfe von Solwodi ein neues Leben aufbauen. Olga wünscht sich, Köchin zu werden, “denn das ist mein Traumjob”.

Traumjob Köchin – Olga hat viele Jahre gebraucht, um endlich das zu tun, was sie selber will. Sehr viele Frauen aber schaffen das nicht. Das kann erst besser werden, davon sind Helferinnen wie Polizeibeamte überzeugt, wenn es klare Regeln und Kontrollen für Prostitutionsbetriebe gibt. Nur so könnte verhindert werden, dass Frauen gegen ihren Willen und unter unwürdigen Bedingungen Männern ihre sexuellen Wünsche erfüllen müssen, während andere den Großteil des Geldes kassieren.

Autorin: Andrea Grunau
Redaktion: Anja Fähnle/Hartmut Lüning

Ganzer Artikel –> dw-world.de

Steuertipp: Lovemobil

Die Landeszeitung meldet:

Die Prostitution in den “Lovemobilen” ist kein Gewerbe, daher kann die Kommune keine Gewerbesteuer kassieren. Wenn eine Stadt steuernd eingreifen, die Sexdienste eindämmen will, hat sie nur zwei Wege: Sie kann erstens Vergnügungssteuer erheben, wie im Fall Soltau, und zweitens versuchen, über das Wegerecht tätig zu werden. Wenn ein Wohnmobil eine Zufahrt versperrt oder behindert, könnte die Ordnungsbehörde Auflagen verhängen. In den meisten Fällen aber sind die Liebesmobile so geschickt geparkt, dass dagegen wenig ausgerichtet werden kann.
Vor vier Jahren hat der Landesrechnungshof geschätzt, dass im niedersächsischen Rotlichtgewerbe 5000 bis 10 000 Menschen tätig sind. Der Bundesrechnungshof hatte zuvor die Finanzämter ermahnt, die Prostituierten (auch die in Lovemobilen) zur Zahlung von Einkommens- und Umsatzsteuer anzuhalten.
Die Finanzämter seien nicht rigoros genug, urteilten die Rechnungsprüfer des Bundes 2003 und die des Landes 2007. Zu oft würden lediglich Betreiber von Großbordellen erfasst. Der Landesrechnungshof riet den Finanzbehörden, häufiger Zeitung zu lesen und Anzeigen für Liebesdienste auszuwerten – um dann den Anbietern Steuerbescheide zu schicken. kwa

Ganzer Artikel –> landeszeitung.de

Prostitution – Frauenhandel in Europa. ARD EXKLUSIV

Gefunden auf Youtube:

YouTube Preview Image

Herzelnde Hofmädels – Kim und Sandy

Sandy und Kim sind zwei besonders scharfe Vertreterinnen der Szene und zeigen einen kleinen Einblick in ihre Bi Ader. Wer sich über diese Damen informieren möchte findet im Freiercafe eine Vielzahl von Beiträgen, in denen diesen Damen ihr verdientes Versautheitssiegel zertifiziert wird.

–> Berichte über Kim im Freiercafe
–> Berichte über Sandy im Freiercafe

–> Bilderblog auf fkk-schieferhof.de

Start Slide Show with PicLens Lite PicLens

Prostituierte aus Kenia bloggt über ihr Leben

In ihrem Blog “Nairobi Nights” schreibt eine Kenianerin über ihren Alltag als Prostituierte. Die Einblicke ins Rotlichtmilieu schockieren die kenianische Gesellschaft.

Der Blog “Nairobi Nights” wurde bei den BOBs, den internationalen Weblog Awards der Deutschen Welle, in der Kategorie “Bester Blog Englisch” nominiert. Den Preis konnte die Autorin Sue letztendlich zwar nicht mit nach Hause nehmen. Sie schaffte es aber bis in die Endrunde.

Es ist der Schock-Effekt, der Sues Blog so besonders macht. Zum ersten Mal erzählt eine Prostituierte aus Ostafrika offen über ihren Alltag – und jeder kann es lesen. Sue beschreibt all das, was sie täglich auf den Straßen Nairobis erlebt. Von Kunden, die nicht zahlen wollen bis hin zu Polizisten, die Sue und ihre Kolleginnen regelmäßig festnehmen, weil Prostitution in Kenia illegal ist. Sues Blog “Nairobi Nights” thematisiert auch Probleme wie AIDS oder den Wunsch, ein Kind zu bekommen. Sue hofft, dass ihr Blog dazu beitragen kann, dass Prostituierte von der Gesellschaft mehr respektiert werden. “Das Wort ‘Prostituierte’ hat für mich nichts Negatives. Wir sind auch Menschen und verdienen deshalb Respekt. Wir sind, genau wie jeder andere, in dieser Gesellschaft aufgewachsen. Ich bin jemandes Schwester, ich bin jemandes Frau”, so Sue.

Lustig und trotzdem intim

Obwohl Sue in ihrem Blog viele ernste Themen anspricht, gelingt es ihr, auch Humor in ihre Erzählungen zu bringen. In einem Beitrag erklärt sie, dass sie eines Tages ein Kind haben möchte. “Ich bin nicht an einer Ehe interessiert. Ich weiß sehr wohl, dass ich nicht treu bleiben kann. Ich kann auch nicht die ganze Nacht zuhause eingesperrt bleiben. Aber ich will ein Kind. Ja, ein Kind. Und der Vater wird auf jeden Fall ein Kunde mit den passenden Genen sein.” Auf die Frage eines Lesers, der wissen möchte, was sie denn dem Kind sagen werde, wo sie den Vater kennengelernt habe, antwortet Sue: “Bei der Arbeit!”

Die Reaktionen der Leser sind ziemlich unterschiedlich. Während viele eher von ihr beeindruckt sind und manche sogar eine Heldin in ihr sehen, gibt es doch wieder andere, die sie beschimpfen und sagen, sie sei nichts weiter als eine “Hure”. Sue scheint all das gelassen zu nehmen. Solche Beschimpfungen löscht sie auch nicht von ihrem Blog, auf manche geht sie sogar ein.

Verboten und verpönt

Im Gegensatz zu vielen anderen Prostituierten in Kenia ist Sue gebildet und besitzt einen Hochschulabschluss. Bei einem Versuch zu erklären, warum sie Prostituierte geworden ist, sagt Sue, dass weder Armut noch eine Teenager-Schwangerschaft die Gründe dafür seien. Warum sie sich genau für das Gewerbe entschieden hat, weiß sie selbst nicht. Nachdem sie ihr Studium abgeschlossen hatte und bei den ersten Bewerbungen für einen Job Absagen bekam, entschied sie sich einfach für ein Leben in Nairobis Rotlichtviertel.

Prostitution gilt in Kenia und vielen anderen afrikanischen Ländern als Sünde und ist in der Gesellschaft verpönt. Deshalb weiß Sues Familie auch nichts von ihrer Tätigkeit als Prostituierte. Ihre Eltern leben auf dem Land und glauben, dass ihre Tochter eine “anständige” Arbeit hat. Um sie in diesem Glauben zu lassen, hat sich Sue Visitenkarten ihres angeblichen Arbeitgebers, einer Firma am Flughafen, drucken lassen. Sie hofft, dass niemals einer ihrer Verwandten zu ihr als Kunde kommt.

Lob der Jury

Jury-Mitglied Eric Hersman weiß, warum Sues Blog viele Leser und Abonnenten hat, obwohl es um ein Tabu-Thema geht. Er erklärt, dass der Wert von Blogs darin liegt, die Aufmerksamkeit auf Themen zu lenken, über die viele nichts wissen oder einfach nicht nachdenken möchten. “In diesem Fall ist es die Situation von Prostituierten in den Straßen von Nairobi. Man weiß, dass es sie gibt und wo es sie gibt, aber man will nicht darüber sprechen,” sagt er. Hersman, der selbst in Kenia lebt, erklärt, dass “Nairobi Nights” wegen seiner Wirkung so erfolgreich im Wettbewerb war. “Gute Blogger erzählen offen über Erlebnisse, die sie gesehen, gehört oder erlebt haben. Manchmal kann das unangenehm sein. In konservativen Gesellschaften wie in Kenia löst so ein Blog einen Schock aus.”

Deswegen möchte Sue auch nicht, dass sie erkannt wird, und schreibt unter einem Pseudonym. Sie hat den Blog-Award der Deutschen Welle, der im Juni auf dem Global Media Forum überreicht wird, zwar nicht gewonnen. Sie galt aber bis zum Schluss als eine der Top-Favoriten im Wettbewerb.

Ganzer Artikel –> dw-world.de

Direkt zu –> Narobi Nights

Start Slide Show with PicLens Lite PicLens

Vorsicht vor der Hurenattrappe

Offensive der Sittenwächter

Teheran. Grimmiger Blick, schwarzer Tschador und ein schroffer Umgangston: Die Frauen von Irans Zensur- und Sittenbehörde haben in dieser Woche an mehreren Hauptverkehrsknotenpunkten Frauen verwarnt, verhaftet oder bestraft, die sich nicht an den islamischen Sittenkodex halten.

Auch ihre männlichen Kollegen von den paramilitärischen Bassij-Milizen und der Teheraner Polizei gehen verstärkt gegen Frauen und junge Männer vor, die gegen die strengen islamischen Bekleidungsvorschriften des Gottesstaates verstoßen. In den vergangen Tagen wurden laut Oppositions- und Augenzeugenberichten auf mehreren Plätzen der Hauptstadt rigorose Razzien durchgeführt und rund 400 Menschen verhaftet.

“Es läuft immer nach demselben Schema: Sie kommen auf dich zu, versuchen das berühmte Haar in der Suppe zu finden, und die Lawine an Unannehmlichkeiten beginnt. Passt dein Kopftuch, kontrollieren sie die Fingernägel, passen auch die, versuchen sie etwas an deinem Make- up oder deiner zu gebräunten Gesichtsfarbe auszusetzen. Letztlich ziehst du immer den Kürzeren”, so Nilufar Y. im Telefon-Gespräch mit der “Wiener Zeitung”.

“Polizeikontrollen hat es auch in Privatfirmen gegeben”, ergänzt ihre Freundin Shaghayegh. “Bist du einmal im Visier der Kontrolleure, musst du mitgehen und im Revier mehrere Predigten und sonstige Schikanen über dich ergehen lassen. Geld- und Gefängnisstrafen, Peitschenhiebe und eine Vormerkung im Personalakt bei Polizei und Geheimdienstministerium sind nur einige der Strafen, mit denen man rechnen muss.”

Der stellvertretende Polizeichef von Teheran, Ahmad Reza Radan, hat auch weiterhin strenge Kontrollen angekündigt. Autos mit Paaren müssen damit rechnen, dass sie nach Heiratsurkunden gefragt werden. Burschen mit westlichen Frisuren oder gezupften Augenbrauen müssen entweder drastische Geldstrafen oder Gefängnisaufenthalte in Kauf nehmen.

Puppe als Falle

Auch die illegale Prostitution steht im Visier der Sittenwächter: Hierzu wurde auf einer Autobahn östlich von Teheran eine lebensecht wirkende Puppe in Frauenkleider gehüllt. Selbstverständlich in islamisch korrekter Kleidung – sprich den Körper mit einem Mantel und das Haar mit einem Schal bedeckt.

Wer allerdings auf die Frauenattrappe hereinfällt, indem er anhält, sie laut anhupt oder ihr auch nur ein Zeichen mit der Lichthupe gibt, der ist der Zensurbehörde ins Netz gegangen. Die bezichtigt den Autofahrer dann des Verdachts der illegalen Prostitution und beschlagnahmt sein Fahrzeug. Gegen Zahlung einer Geldstrafe kann er es erst Tage später wieder abholen.

Schon seit Beginn der islamischen Revolution 1979 gelten sehr strenge Bekleidungs- und Verhaltensvorschriften. In den 1990er Jahren entspannte sich dann die Situation, nun soll aber die Re-Islamisierung der Gesellschaft nach dem Willen der Führung hurtig voranschreiten. Denn seit der umstrittenen Wiederwahl von Präsident Mahmoud Ahmadinejad 2009 versucht die Jugend, sich noch westlicher zu geben. Das alles fällt unter das Stichwort Sünde und kann mit Geldstrafen bis zu umgerechnet 4800 Euro belegt werden. Derzeit berappt man in Teheran für das Tragen einer Sonnenbrille 30 Euro, ein zu kurzer Mantel kostet 48 Euro Strafe.

Ganzer Artikel –> wienerzeitung.at

Start Slide Show with PicLens Lite PicLens

Wir brauchen mehr Nutten in Deutschland!

Serdar Somuncu über das Promiskoitive Gewerbe und/oder Nägel auf Köpfen

YouTube Preview Image

–> Diskussion im Freiercafe

Kampf gegen Urkundenfälscher mit neuem Konzept

Landespolizeipräsident Udo Münch weihte im Polizeipräsidium Südhessen eine Urkundenprüfstelle ein. Durch das Zusammenwachsen der EU-Länder gewinnt die Bekämpfung der Urkundenfälschungen zunehmend an Bedeutung und ist ein wesentlicher Schwerpunkt der strategischen Ausrichtung hessischer Fahnder.

Zahlreiche Straftaten wie Kontoeröffnungsbetrug, Kreditbetrug, betrügerisches Anmieten von Fahrzeugen, illegaler Aufenthalt, Menschenhandel, verbotene Prostitution, Rauschgiftkriminalität oder Geldwäsche begehen Täter mittels gefälschter oder verfälschter Dokumente (Urkunden).

„Die verwendeten Fälschungen werden stets professioneller und das Erkennen derselben zunehmend schwerer. Der volkswirtschaftliche Schaden ist erheblich”, nannte Münch einige Gründe, die zur neuen Konzeption führten, die Urkundenkriminalität effektiver und zukunftsorientierter zu bekämpfen.

Um „den richtigen Blick zu trainieren” sensibilisiert Hessen seine Beamten für den Umgang mit Fälschungen. Zudem erhielten sie spezielle technische Ausstattung zum Prüfen der Fälschungsmerkmale. Die Funktion eines solchen Dokumentenlese- und Prüfgerätes wurde den geladenen Medienvertretern im Polizeipräsidium vorgestellt.

Mit der Einweihung gibt es in den Polizeipräsidien Nordhessen, Osthessen, Mittelhessen, Frankfurt am Main sowie in Südhessen jeweils eine Urkundenprüfstelle und landesweit insgesamt 15 Urkundenvorprüfstellen.

Künftig werden Verdachtsfälle in einem Vier-Stufen-Konzept abgearbeitet. Stufe eins bildet die Verdachtsschöpfung des Kontrollbeamten. In der Stufe zwei wird das Dokument, nach Vorlage in einer Vorprüfstelle, auf Fälschungsmerkmale überprüft. In der Stufe drei erfolgt die Vorlage in der Urkundenprüfstelle. Die Stufe vier bildet die Erstellung eines Gutachtens beim Hessischen Landeskriminalamt in Wiesbaden. Von hier aus wird zudem der ständige Informationsfluss zwischen den neuen Dienststellen gewährt.

Neben den vom BKA ausgebildeten Sachverständigen im Hessischen Landeskriminalamt wurden Mitarbeiter der hessischen Polizei zu Urkundenprüfern und Urkundenvorprüfern ausgebildet, um den Betrieb rund um die Uhr zu gewährleisten.

„In Hessen geht es Dokumentenfälschern künftig an den Kragen. Unsere Polizei nimmt mit der Umsetzung der Konzeption eine bundesweit führende Rolle in der Bekämpfung der Urkundenkriminalität ein”, betonte Münch in seiner Rede.

Ganzer Artikel –> cop2cop.de