USA nehmen die Schweiz unter «besondere Beobachtung»

Die Baseler Zeitung berichtet

Die USA stellen der Schweiz im Kampf gegen den Menschenhandel ein schlechtes Zeugnis aus. Vor allem gegen die Zwangsprositution junger Frauen müsse mehr unternommen werden.

Die USA haben der Schweiz mangelnde Fortschritte im Kampf gegen den Menschenhandel vorgeworfen. Dies geht aus einem am Montag veröffentlichten Bericht des US-Aussenministeriums heraus, wie CNN berichtet.

Besonders happig wiegt der Vorwurf, dass die Schweiz ein beliebter Zielort für Zwangsprostitution von Frauen im Alter von 16 und 17 Jahren sei. Viele junge Frauen in diesem Alter würden hierzulande zur Prostitution gezwungen.

Trotz «erheblicher Bemühungen» erfülle die Schweizer Regierung nicht die Mindeststandards für die Bekämpfung von Menschenhandel, heisst es in dem Bericht. Als Folge würden die USA das Land in dieser Frage jetzt unter «besondere Beobachtung» nehmen.

Standards nicht erfüllt

Konkret heisst dies, dass die Schweiz auf einer nach US-Standards eingerichteten Skala die Stufe Tier 2 einnimmt. Die Einstufung beschreibt die von den einzelnen Regierungen unternommenen Aktivitäten gegen Zwangsarbeit, sexuelle Ausbeutung und moderne Sklaverei. Länder auf Tier 1 erfüllen demnach die US-Standards, während Ländern auf Tier 2 zumindest noch signifikante Anstrengungen im Kampf gegen den Menschenhandel zugebilligt werden.

In Europa erfüllen die meisten Länder die US-Standards, darunter auch sämtliche Nachbarländer der Schweiz.

(mrs)
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