“Whores’ Glory”

Ganz normale junge Frauen auf dem Weg tratschen über ihren ganz normalen Alltag, bevor sie in stundenlanger Arbeit von routinierten Styling-Profis in strahlend schöne Göttinnen der Nacht verwandelt werden. Ein blutjunges, völlig verschüchtertes Mädchen wird von einer Bordell-Mutter, von der sie gerade um viel Geld gekauft wurde, über ihr Jobprofil und ihre Zukunftsaussichten aufgeklärt. Eine zwar nicht in Schönheit, aber in Würde gealterte Hure erzählt, wie man sich in der “guten alten Zeit” am besten davor drücken konnte, ungewaschenen Freiern einen zu blasen.

Michael Glawogger hat mit “The Whores’ Glory” einen Dokumentarfilm über Prostitution gedreht. Und gleichzeitig in einem Bildband seine Entstehung aufgezeichnet.

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Ich habe mich oft gefragt, ob es ein Bild zur Prostitution gibt“, schreibt Regisseur Michael Glawogger als ersten Satz des Vorwortes zu seinem Fotobuch „Whores’ Glory“. Der gebürtige Grazer Glawogger, zweifellos der nach wie vor überraschendste Filmemacher in Österreich, ist in seiner Pendelbewegung zwischen Dokumentarfilmen wie „Megacities“ und Spielfilmen wie zuletzt „Contact High“ und „Das Vaterspiel“ wieder beim Dokumentarischen angekommen: „Whores’ Glory“ zeigt in Form eines Triptychons drei höchst unterschiedliche Schauplätze der Prostitution. Im „Fishtank“ im buddhistischen Thailand sitzen die Frauen hinter einer Glasscheibe wie im Aquarium, die Freier wählen nach Blickkontakt per Nummer aus. Die „Stadt der Freude“ im islamischen Bangladesh ist ein riesiges mehrstöckiges Bordell-Matriarchat mit Hunderten von Prostituierten und ihren Kindern auf engstem Raum, geleitet vom „Rat der Mütter“. Durch die „Zona“ im katholischen Mexiko, nahe der texanischen Grenze, kreisen die Freier mit dem Auto langsam über eine Dreckstraße, während sie Ausschau halten.

Es berichtet diepresse.com