“Whores’ Glory” II

Der Autor Michael Glawogger im Interview mit den Oberösterreichischen Nachrichten:

Welturaufführung für den Grazer Michael Glawogger am Lido: Seine neueste Doku „Whores’ Glory“ (Untertitel: „Ein Hurenfilm“), vergangene Woche bei den Filmfestspielen in Venedig gezeigt, ist am Freitag in der OÖNachrichten-Filmnacht im Moviemento Linz zu sehen, im Beisein des Regisseurs.

OÖN: Haben Sie keinen deutschen Titel gefunden?

Glawogger: Würde es etwas Äquivalentes auf Deutsch geben, hätte ich es genommen. Aber „Hohelied der Huren“ etwa würde zu gespreizt klingen. Der englische Titel, meine ich, sagt alles am besten. Ich habe ihn von William Vollmanns Buch „Whores For Gloria“ geborgt. „Whores’ Glory“ deutet von vornherein eine gewisse Geste der Verbeugung an. Die Prostituierten, denke ich, tun dem Gleichgewicht der Geschlechter einen Riesengefallen. Der Titel ist eigentlich schon eine Aussage: Ich wollte mir das mit aller Achtung und mit Respekt anschauen.

OÖN: Wo lag die Initialzündung für dieses Projekt?

Glawogger: Bei meinem Film „Megacities“. Da war der meistdiskutierte Teil der Auftritt der Tänzerin Cassandra, einer Halbprostituierten. Die zahlreichen Diskussionen von damals gaben mir den Kick, dass im Umfeld von käuflichem Sex und Sexualität, die zur Schau gestellt wird, viel mehr steckt. Bei der Prostitution wird bekanntlich um Sex verhandelt, das ist nicht wie der Einkauf irgendeiner Ware. Ich dachte: So einfach kann das ja nicht sein, denn wenn man etwas derart Intimes wie Sex verkauft, kann es nicht bloß um Brösel gehen.

Rest des Interviews bei nachrichten.at:
http://www.nachrichten.at/nachrichten/kultur/art16,703456