Sex-Unterricht an Londons Huren-Universität

Karriereberatung für Prostituierte, Bondage-Workshop, Demo und Kunstaktion in einem: In London besuchen Huren, Porno-Darsteller und Escort-Damen die Uni für Sex-Arbeiter.

Liads Augen sind dunkel umrandet, die Lippen rot geschminkt. Sie trägt einen Haarreif mit einer grün schillernden Blume, dazu eine enge Weste und Rock. Liad kommt aus Israel und lebt in Berlin.

Die 33-Jährige ist Prostituierte, eine von mehreren hundert, die gerade die “Sex Worker Open University” in London besuchen – eine Mischung aus Workshops, Performance und Vorlesungen, für Escort-Frauen, Huren, Pornodarstellerinnen, Bondage-Künstlerinnen, Telefonsex-Anbieterinnen.

“Wir kommen aus der ganzen Welt, aus Japan, Bangladesch, Deutschland”, sagt Liad. “Und werden wegen unseres Jobs immer noch stigmatisiert.”

Deshalb steht Liad mit dutzenden anderen Huren auf einem kleinen Platz hinter dem Parlament in Westminster. Die Frauen und Männer rufen “Rechte für Sex-Arbeiter, Rechte für Sex-Arbeiter”, einmal, zweimal, zehnmal. Sie haben rote Schals in der Hand, Plakate und rote Rosen.

“70 Prozent aller Huren sind Mütter” steht auf einem der Plakate, “Ich verkaufe lieber meinen Körper als meine Seele” auf einem anderen. “Wir sind stolz, hier zu sein. Wir sind stolz auf unseren Job”, sagt Liad.

Fließende Grenzen zwischen Performance und Prostitution

Das sagt auch Miss Titanya, eine kleine Frau aus Spanien, Mitte 40 vielleicht, die seit über zehn Jahren als Prostituierte in London arbeitet. “Ich erlebe als Sex-Arbeiterin sehr viel Stigmatisierung”, sagt sie, “dabei bin ich gar kein Opfer, das Mitleid bräuchte.”

Miss Titanya hält bei der Open University einen Bondage-Workshop ab. “Es geht darum, dass wir voneinander lernen”, sagt Miss Titanya, die sich nur mit ihrem Künstlernamen vorstellt, “und darum, dass wir nicht allein sind.” Sex-Arbeit mache einsam, erklärt sie, Freunde und Familie wenden sich ab, wenn sie erfahren, womit die Partnerin, die Freundin ihr Geld verdient.

Miss Titanya versteht sich als Künstlerin, sie hat einen Masterabschluss in Zeitgenössischer Kunst, die Grenzen zwischen Performance und Prostitution seien fließend. “Ich bin selbstständig, ich verdiene mein eigenes Geld”, sagt sie.

Alexa Müller sieht ihren Job ähnlich. “Ich bin selbstständige Künstlerin”, sagt die 34-Jährige, die aus Berlin stammt und dort auch arbeitet. Seit der Legalisierung der Prostitution in Deutschland im Jahr 2002 habe sich die gesellschaftliche Akzeptanz verbessert, sagt sie.

“Wir arbeiten – wie andere Leute auch”

Trotzdem ärgert es sie, dass der Entwurf zur Novellierung des Gesetzes derzeit im Familienministerium bei Kristina Schröder (CDU) liegt, nicht im Arbeitsministerium. “Da müssten wir angesiedelt werden”, sagt Alexa Müller, “wir arbeiten – wie andere Leute auch.”

400.000 Prostituierte gibt es in Deutschland einer Schätzung des Familienministeriums zufolge, eine Veranstaltung wie die Open University in Großbritannien existiert nicht. “Dabei sind solche Events sehr wichtig”, sagt Ariana, eine Prostituierte aus Berlin, “damit man aus dieser Isolation raus kommt.”

In Deutschland mangele es an Fürsprechern für Prostituierte, “es gibt nur die Schwarzers und die Schröders”, sagt sie in Anspielung auf Feministen-Ikone Alice Schwarzer und Ministerin Schröder.

Neben dem deutschen Modell, das Prostitution als einkommenssteuerpflichtige Arbeit sieht, gibt es das schwedische Modell, das derzeit in vielen europäischen Ländern diskutiert wird. Die Dienste einer Prostituierten in Anspruch zu nehmen ist demnach eine Straftat – für den Kunden, nicht die Prostituierte.

“Das treibt uns wieder in die Illegalität”, sagt Ariana. Frauenrechtlerinnen dagegen sehen das Gesetz dagegen als wichtiges Etappenziel im Kampf gegen die Prostitution. Beide Seiten fordern ein europaweit geltendes Prostitutionsgesetz, eine Forderung, die sich auch die European Women Lobby auf die Fahnen geschrieben hat. “Wir brauchen Rechtssicherheit”, sagt Ariana.

Bei der Open University geht es auch um Themen, die ihrem immer wieder negative Schlagzeilen bescheren: Menschenhandel, HIV und Gewalt durch Zuhälter und Kunden. “Wir lernen hier, wie wir uns dagegen schützen”, sagt die 43-Jährige.

Noch bis Sonntag geht sie zur Prostituierten-Uni in Dalston im Nordosten Londons.

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Kampf gegen Riesendildos

Zu Saints Row: The Third steht ein neues Gameplay-Video bereit, in dem der sogenannte Whored-Modus präsentiert wird. In dieser Spielvariante gilt es gegen immer stärker werdende Wellen von Feinden zu überleben, darunter auch Prostituierte die mit Riesen-Dildos bewaffnet sind.
Wie THQ bekannt gegeben hat, wird Saints Row: The Third auch über einen sogenannten Whored-Modus verfügen. Ähnlich dem Horde-Modus aus Gears of War 3 gilt es darin gegen immer stärker werdende Wellen von Feinden zu überstehen. In Saints Row: The Third bekommen es die Spieler aber unter anderem auch mit Prostituierten zu tun, die sich mit Riesen-Dildos bewaffnet haben. Weiterhin gilt es im Whored-Modus auch verschiedene Missionsziele zu erfüllen, wie beispielsweise seinen Gegner durch einen gezielten Schuss in die Weichteile auszuschalten.Was man sich genau unter diesem humorvollen Spielmodus vorzustellen hat, präsentiert ein neues Gameplay-Video zu Saints Row: The Third, in dem uns die Kollegen von G4TV den Whored-Modus ein wenig näher bringen. Das neue Gameplay-Video zum Whored-Modus in Saints Row: The Third findet ihr wie gewohnt unterhalb dieser Meldung. Ab dem 18. November 2011 wird Saints Row: The Third schließlich für die Xbox 360, die PlayStation 3 und den PC erhältlich sein. Ob der Whored-Modus auch in der deutschen Version vorhanden sein wird, ist unbekannt.

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Betäubungsmittel für sehr spezielle Kunden

Ein Cocktail, dessen Wirkung unvorhersehbar ist: Münchner Prostituierte haben ihren Freiern ein Betäubungsmittel gespritzt, um noch härtere Sadomaso-Praktiken anwenden zu können – und um die Kunden süchtig zu machen. Nun ist ihr Treiben aufgeflogen.

Mit perfiden Tricks haben Prostituierte das Geschäft in ihren Domina-Studios angekurbelt: Die Frauen spritzten den Freiern mit deren Einverständnis das lokale Betäubungsmittel Procain, um noch härtere Sadomaso-Praktiken anwenden zu können – und um die Kunden süchtig zu machen. Am Montag setzte die Polizei dem illegalen Treiben ein Ende und stellte Hunderte von Procain-Flaschen sicher.

Über 70.000 Euro hatte allein ein 45-jähriger Münchner in den letzten eineinhalb Jahren in den Studios gelassen. Nach einigen “Sitzungen” war er süchtig nach dem Lokalanästhetikum; er verkaufte sein Auto, nahm Kredite auf, um seine Abhängigkeit finanzieren zu können. Schließlich vertraute er sich der Polizei an.

Die hatte von der Sache bereits Wind bekommen: Seit Anfang 2011 liefen die Ermittlungen, zwei Studios sowie diverse Wohnungen in der Stadt und im Landkreis hatten die Beamten im Auge. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei liefen die Sitzungen so ab, dass dem Kunden das Mittel, das in der Zahnmedizin und der Krebstherapie eingesetzt wird, nicht nur unter die Haut, sondern direkt in die Venen gespritzt wurde.

Ein 47-jähriger Mann, der mit einer Domina liiert war, legte die Zugänge, die Frauen im Alter von 33 bis 47 Jahren spritzten das Mittel vor den Sitzungen. Damit sollten spezielle Praktiken erträglich und überhaupt erst möglich gemacht werden. Während der “Anwendungen” mussten die Prostituierten sogar öfters bei ihren mehr oder weniger noch zurechnungsfähigen Kunden nachspritzen.

Eine Praxis, die nicht ungefährlich ist. Denn die intravenöse Verabreichung von Procain in erheblichen Dosierungen kann gesundheitliche und psychische Folgen haben, mitunter sogar tödlich sein. Hinzu kam, dass das Procain mit anderen Substanzen gestreckt oder verwässert wurde. Ein “Medikamenten-Cocktail”, dessen Wirkung völlig unvorhersehbar war.

Nachdem die Ermittler Beweise gesammelt hatten, schlugen sie am Montag zu: Sie durchsuchten Studios und Wohnungen, stellten Procain in großen Mengen sicher. Eine 34-Jährige etwa hatte 100 Flaschen in ihrem Bestand, eine 42-Jährige gleich 145. Außerdem fanden die Beamten mehrere 10.000 Euro Bargeld.

Die sechs Prostituierten sowie der 47-jährige Mann wurden nach den Vernehmungen entlassen. Gegen sie wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt, wegen Verstöße gegen die Heilpraktiker-Verordnung, da Injektionen nur von ausgebildeten Fachkräften verabreicht werden dürfen und wegen Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz, zumal das Procain gestreckt oder verwässert wurde. Woher der Stoff kam, ist noch unklar. Allerdings ist Procain – je nach Hersteller – nicht immer verschreibungspflichtig.

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Griechenkrise fördert Prostitution und HIV

Eine neue Untersuchung belegt, dass die Krise den Griechen gesundheitlich schwer zusetzt. Die schier ausweglose Situation fördert Prostitution und erhöht das HIV- und Selbstmordrisiko. Die Zahlen sind erschreckend.

Eine von der britischen Fachzeitschrift The Lancet online veröffentlichte Untersuchung stützt sich auf Daten der griechischen Regierung, der Europäischen Union und auf andere Quellen. Darin wird deutlich: Es gibt eine beunruhigende Verschlechterung bei den Gesundheitsdaten der Jahre, in denen Griechenland mit der Rezession kämpfte. Im griechischen Parlament vorgelegte Zahlen zeigen demnach 2010 eine Zunahme der Selbstmorde um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In der ersten Hälfte 2011 nahmen sich dem Gesundheitsministerium zufolge sogar 40 Prozent mehr Menschen das Leben als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Die Studie beziehe sich auf Themen, «von denen wir wissen, dass sie direkt mit der Krise in Zusammenhang stehen», sagte einer der Autoren, Alexander Kentikelenis von der Soziologischen Fakultät der Universität Cambridge. Aus den Daten ergibt sich eine rapide Zunahme von HIV-Infektionen Ende 2010. Vorhergesagt wird ein Anstieg der Neuinfektionen um 52 Prozent auf mehr als 900 in diesem Jahr. Zur Hälfte lässt sich die Zunahme bisher auf Ansteckung unter spritzenden Drogenabhängigen zurückführen. Zahlen aus den ersten sieben Monaten dieses Jahres zeigen, dass sich zehnmal mehr Fixer infiziert haben. Viele stecken sich auch bei unsicheren Sexualpraktiken an.

«Der Zusammenhang zur Finanzkrise besteht darin, dass Fixer keine Gelegenheitsarbeiten mehr bekommen, keine Almosen oder kein Taschengeld von den Eltern», erklärte Kentikelenis. Viele prostituierten sich, um an Geld für Drogen zu kommen. Zugleich nahm der Heroinkonsum zu, seit einige Streetworker-Programme dem Rotstift zum Opfer fielen. Die Zahl der Gewalttaten und Diebstähle hat sich der Studie zufolge zwischen 2007 und 2009 annähernd verdoppelt. Im gleichen Zeitraum konnten etwa 40 Prozent weniger Menschen Leistungen im Krankheitsfall in Anspruch nehmen, mutmaßlich aufgrund von Budgetkürzungen.

Ein Ergebnis ist auch, dass sowohl der Alkoholkonsum deutlich zurückging als auch die Fallzahl von Alkohol am Steuer. Es gebe Spielraum für ein Eingreifen des Staates, das die Lage verbessern könne, sagte Kentikelenis. «Wir glauben, die Situation ist immer noch umkehrbar.»

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