Augen auf im Straßenverkehr – Buswerbung für Prostitution
Sündenpfuhl Valencia: In der spanischen Stadt warben Prostituierte acht Monate lang auf Linienbussen für ihre Dienste. Bis eine Zeitung den Skandal ans Licht brachte, den täglich Tausende nicht bemerkt hatten. Jetzt wird in Spanien aufgeräumt.
Valencia – Jedes Thema hat seine eigene Konjunktur und wenn es um Moral geht, gilt diese Weisheit erst recht. Die Einwohner von Valencia können das nun bestätigen.
Denn in der Stadt im Osten Spaniens fahren seit April Linienbusse durch die Straßen, auf die Werbung für Bordelle und für Internetseiten mit käuflichem Sex gedruckt ist. Den Menschen in Valencia waren die Anzeigen zunächst vor allem egal, acht Monate lang.
Bis Hauptstadtjournalisten auf das Thema kamen, warum ist unklar, aber Sommerlöcher gibt es auch im Herbst. Die Madrider Zeitung “Publico” veröffentlichte Fotos der Sex-Reklame und auf einmal waren sich alle Spanier einig: Puff-Werbung auf öffentlichen Bussen ist ein gigantischer Skandal. Was wird die katholische Kirche dazu nur sagen, weiß der Papst schon Bescheid, kommen jetzt alle Valencianer in die Hölle – oder nur die, die mit den Bussen gefahren sind?
Frauengruppen äußerten sich empört und forderten, die Werbung für käuflichen Sex von den Fahrzeugen zu entfernen. Die Abgeordnete Esther López Barceló von der Vereinten Linken hielt den Busbetreibern vor, mit den Anzeigen die sexuelle Ausbeutung der Frau zu fördern. Sie kündigte an, die Sache vor das Parlament der Region Valencia zu bringen.
Die regionale Verkehrsministerin Isabel Bonig erklärte, sie halte die Reklame für “unmoralisch”. Sie wies aber darauf hin, dass man Werbeverträge nicht einfach rückgängig machen könne.
Wenige Stunden später entschloss sich die Regionalregierung dann aber doch zum Zugriff. Sie ordnete an, dass die Sex-Werbung innerhalb von drei Tagen von den Bussen verschwinden müsse.
Bald wird wieder Ruhe einkehren in Valencia, die Erregungskurve abflachen. Und auf den Bussen wird wieder Platz sein für anständige Werbung: Vielleicht für Bier. Oder Unterwäsche.
Ganzer Artikel –> Spiegel.de
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