
Santo Domingo - „Es ist nicht leicht, mit einem Mann den sie gar nicht wollen, zu schlafen. Aber wenn Ihre Kinder hungern und sie keinen Job finden dann wird die Mutter zur Prostituierten.“
Heisse Debatte im Sexgewerbe der Dominikanischen Republik.
Im ältesten Gewerbe der Welt arbeiten aber längst nicht nur Frauen, Mütter aus verarmten Verhältnissen oder illegale Einwanderinnen, welche so ein Einkommen notgezwungenermassen verdienen.
Auch wenn sehr viele Fachkreise davon ausgehen, dass viele der meist sehr jungen Frauen nicht im Sexgewerbe arbeiten müssten, würde der Staat endlich die Sozialstrukturen für finanzschwache Kreise verbessern, so geht es in dieser Debatte mehr um die allgemeinen Bedingungen bei der Tätigkeit und die damit verbundenen Diskriminierungen, Misshandlungen und Gesetzeslücken.
Das Sexgewerbe in der Dominikanischen Republik ist schlecht bis fast gar nicht organisiert und nur wenige einzelne Organisationen, Vereinigungen setzen sich für verschiedene Belange der in diesem Bereich tätigen Personen ein. Es herrscht Wildwuchs, keine Kontrolle und einen Schutz sowohl für die Anbieter/innen, wie auch für das Klientel ist kaum gegeben.
Dies obwohl es aber entsprechende Grundregeln und gar Gesetze gäbe, welche aber in der Dominikanischen Republik kaum zum Tragen kommen.
Frauen werden oft gegen Ihren Willen eingesperrt und gezwungen Ihren Körper und die imaginäre Liebe zu verkaufen. Gar Einwanderer aus Deutschland, Frankreich, aller Welt eigentlich, spezialisierten sich regelrecht um dieses Möglichkeiten zu nutzen und bieten sowohl auf Ihren Webpräsenzen und in Ihren Lokalitäten die wunderbare sexuelle Freiheit in der Karibik auf recht geschmacklose und entwürdigende Weise an.
Sie müssen ja kaum mit Repressalien rechnen seitens der Gesetzgeber, welche man auch noch mit gewissen Zahlungen unter der Hand schnell mal beruhigen kann, passierte nun doch einmal ein unerwünschtes Missgeschick. Missgeschick nennen sie es, wenn eines der Mädchen verletzt, misshandelt oder gar getötet wurde.
Obwohl eine Ausweispflicht und gar die Pflicht bestehen würde eine Bewilligung für die Sexarbeit zu haben, kaum eine Person in diesem Gewerbe erfüllt dies und wo keine Kontrolle herrscht, sind Kläger schnell ruhig gestellt. Immer mehr männliche Personen, auch Transsexuelle, Transvestiten und Transgender, so wie homosexuelle beider Geschlechts sind in der sogenannten Szene anzutreffen und der Konkurrenzkampf ist ebenso unerbittlich wie die Zuhälterei, welche möglichst viele dieser Gewerbetreibenden unter Ihre nicht sehr wohlwollende Aufsicht bringen möchten um das wenige das noch verdient wird, in ihre Konten fliessen zu lassen.
Ansatzweise beginnen sich nun einige zu wehren gegen diese Missstände und fordern die „Rosa Zone“ eine Zone der Toleranz wo das Gewerbe kontrollierter Ihre Tätigkeit nachkommen kann.
Angefangen mit einer besseren Kontrolle seitens der Regierung ob die entsprechende Bewilligung für das Sexgewerbe sowohl bei den Betreibern solcher Lokale, aber vor allem auch bei den direkten Anbieter/innen vorhanden ist über die dringend zu verbessernde medizinische Überwachung mit obligaten Tests welche aber auch kontrolliert nicht nur gefordert werden müssen, will man die Strukturen etwas bereinigen.
Die Menschen die in diesem Gewerbe tätig sind, müssen erfasst werden um überhaupt geschützt und aber auch bezüglich von Versicherungen welche teilweise gar erst noch geschafft werden müssten, aufgenommen werden zu können. Doch diese Forderung welche wie am gestrigen Freitag in Santo Domingo zu einer heissen Debatte führte, sind umstritten selbst im Gewerbe selbst.
Kein Wunder, die meisten arbeiten ohne Bewilligung und wollen dies weiter tun. Andere begründen Ihre Abneigung zu diesem Projekt mit Verstoss gegen persönliche Freiheit oder die Verletzung von Immunität. Fadenscheinige Gründe. In einem Land wo selbst die Polizeibeamte von den illegalen Betreibern im Sexgewerbe profitieren und die gesamte Struktur ein gefährliches, unkontrollierbares und oft menschenunwürdiges Gebaren zulässt, ist es dringend notwendig Massnahmen zu ergreifen.
Massnahmen welche auch dazu führen das die vielen Minderjährigen nicht mehr zu Sexdiensten angeboten werden, dass Notsituationen nicht mehr dazu führen dass sich viele Menschen nur zur Nahrungsbeschaffung für Ihre Kinder bewilligt vergewaltigen lassen. Aber wie auch diese Debatte deutlich zeigte, können solche Forderungen kaum von kleinen Vereinen von Transvestiten etc. eingebracht werden, dies ist Sache der Regierung, welche jedoch nur wenig Bemühungen zeigt, die Missstände und Missbräuche effektiv zu bekämpfen.
Wenig wunderlich also, wenn selbst Menschenrechtsorganisationen zu Recht die Zustände im Sexgewerbe der Dominikanischen Republik schwer kritisieren. Wo Menschen zu billiger Ware ohne persönlichen Schutz und Rechte werden, da werden selten Menschenrechte eingehalten. Ganz zur Freude vieler Touristen welche ins Land reisen um sich an diesem vielseitigen Angebot zu ergötzen und Dienste in Anspruch zu nehmen, welche oft in europäischem Raum längst zu langen Haftstrafen führen würde.
Eine die es wissen muss ist Jaqueline, sie arbeitete 12 Jahre als Prostituierte in den Strassen, denn Cabanas und erlebte alle Facetten mit, dieser entwürdigenden Art zu überleben. Narben an Ihrem Körper sprechen eine eigene Sprache vom harten Umgang in der Szene. Sie befürwortet die kontrollierten Zonen für das Sexgewerbe. Es sei ein Ansatz um die widerwärtigen Umstände zu bekämpfen. Szenen wie ich sie in diesen 12 Jahren erleben musste, dürfen nicht sein – viele meiner früheren Kolleginnen können nicht mehr berichten, weil wir nicht wie Menschen behandelt werden, sondern wie Ware gebraucht und dazu müssen wir noch lächeln. Ganz zur Beruhigung unserer Peiniger welche dann gar noch denken es gefalle uns was wir tun, oft einfach tun müssen.
Rosa Zonen oder Toleranz Zonen würden helfen – aber ohne das die Regierung endlich wirklich aktiv wird, jeder nur davon profitiert, am wenigsten wohl diejenigen welche die Erniedrigung in Kauf nehmen, so lange wird es keine Sicherheit und keine Sozialabsicherung geben.
Als Vorbilder für die speziellen Zonen dienen europäische Städte mit sogenannten Kreisen oder Vierteln, wo die Prostitution erlaubt ist und auch entsprechend kontrolliert wird, zumindest kontrolliert werden sollte.
Ganzer Artikel –> hispaniola.eu
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