Ägyptische Aktivistin verteidigt ihre Nacktfotos … „Sex ist Ausdruck von Respekt“

Aliaa Magda Elmahdi mag Sex – das ist in Ägypten ein Problem. Weil sie Nacktbilder veröffentlicht hat, droht ihr nun eine harsche Strafe. In einem Interview sagt die 20-Jährige, dass sie nichts bereut – und warum sie weiter kämpfen will.
Die Studentin Aliaa Magda Elmahdi sorgt in Ägypten mit Nacktbildern für Aufsehen. Während in Kairo und Alexandria Tausende Menschen auf die Straße gingen, veröffentlichte der TV-Sender „CNN“ nun ein Interview. Darin erzählt sie, dass die Idee, das Foto zu veröffentlichen, ursprünglich von einem Freund stammte.

Nachdem ihr Foto von Facebook entfernt worden sei, habe der gefragt, ob er es auf Twitter veröffentlichen dürfe, sagt Elmahdi. „Ich habe akzeptiert, weil ich mich nicht dafür schäme, eine Frau zu sein in einer Gesellschaft, in der Frauen nichts weiter als Sex-Objekte sind. Sie werden tagtäglich schikaniert von Männern, die überhaupt nichts von Sex oder der Bedeutung von Frauen wissen.“

Nacktfoto mit Selbstauslöser

Sie habe das Foto mit dem Selbstauslöser ihrer Kamera aufgenommen, erzählt sie gegenüber „CNN“. „Die starken Farben schwarz und rot haben mich inspiriert.“ Das Foto sei Ausdruck ihres Ichs; sie sehe den menschlichen Körper als besten künstlerischen Ausdruck davon. „Ich liebe das Leben, Kunst, Fotografie und das Ausdrücken meiner Gedanken in Schriften mehr als alles andere.“

Elmahdi hatte Bilder in ihr Blog gestellt, die sie nur mit Strümpfen bekleidet zeigen, und schrieb dazu, die Fotos seien „Schreie gegen eine Gesellschaft von Gewalt, Rassismus, Sexismus, sexueller Belästigung und Heuchelei“. Elmahdi löste mit der Veröffentlichung eine Welle der Empörung aus. Tausende von Zuschriften bezeichnen die 20-Jährige als Prostituierte oder als geistesgestört. Politisch sei sie eigentlich nie gewesen, sagt Elmahdi nun. Erstmals habe sie am 27. Mai an den Protesten teilgenommen, weil sie das Gefühl gehabt habe, teilnehmen zu müssen und nicht länger habe schweigen wollen.

Sex als Ausdruck von Respekt und Liebe

„Die meisten Ägypter sind verschwiegen über Sex, weil sie so erzogen werden, dass sie denken, Sex sei etwas Schmutziges und Schlechtes. Für die meisten ist Sex einfach der Gebrauch einer Frau durch einen Mann ohne Kommunikation zwischen ihnen. Für mich ist Sex aber ein Ausdruck von Respekt, einer Leidenschaft für Liebe, die ihre Erfüllung in einem Sex findet, der beide Seiten befriedigt“, sagt die Studentin. Sie habe ihre Jungfräulichkeit mit einem 40 Jahre älteren Mann verloren, als sie 18 Jahre alt gewesen sei. Ihr Freund Kareem Amer sei der zweite Mann und die Liebe ihres Lebens.

Nun will Elmahdi laut den Äußerungen in dem „CNN“-Interview den Kampf bis zum Ende ausfechten. „Ich hasse diese Gesellschaft, die Schwule und Lesben als abnormale Menschen bezeichnet. Anders zu sein, ist nicht abnormal! Ich glaube an alles, was ich sage, und bin bereit, in Gefahr zu leben.“ Ihr Ziel sei, die wirkliche Freiheit zu erreichen, „für die alle Ägypter täglich kämpfen und sterben.“

Elmahdi drohen Peitschenhiebe

Schon am Samstag hatten ägyptischen Medien gemeldet, dass es jetzt rechtliche Konsequenzen für Elmahdi und ihren Freund geben könnte. Eine Gruppe islamischer Rechtsgelehrter hat eine Klageschrift verfasst, in der die Aktivistin und ihr Freund beschuldigt werden, die Moral zu verletzten, zu Schamlosigkeit anzustiften und den Islam zu beleidigen.

Die Bestrafung soll nach islamischem Recht erfolgen. Damit drohen Elmahdi bei einer Verurteilung Peitschenhiebe oder eine Gefängnisstrafe. Auf eine Beleidigung des Islam steht sogar die Todestrafe.
Ganzer Artikel: Focus.de
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„Ich werde ständig von Feministinnen attackiert“

Élisabeth Badinter -> Wikipedia

Seit Strauss-Kahn schaut die Welt genauer auf den französischen Mann. Elisabeth Badinter streitet schon länger: über die Frauen, das Stillen und Prostitution

Madame Badinter, nach der Sexaffäre um Dominique Strauss-Kahn hieß es, im Macholand Frankreich sei eine Schweigemauer gefallen. Ist es für die Frauen jetzt besser?

Es ist nicht so, dass in Frankreich ständig Frauen geschunden und bedrängt werden. Das ist ein Teil der Realität wie überall anders auch, und es ist richtig, das anzuprangern. Aber die Gleichsetzung „Frau gleich Opfer“ funktioniert nicht. Man sagt nicht automatisch die Wahrheit, weil man eine Frau ist. Genauso wenig, wie man als Frau automatisch lügt. Es ist die Aufgabe der Justiz, das im Einzelfall zu klären.

Strauss-Kahn ist nach seiner Freilassung in New York wieder in den Schlagzeilen.

Er soll als IWF-Chef Partys mit Prostituierten besucht haben, die von Unternehmen bezahlt wurden.

Ich bin sehr gut befreundet mit Anne Sinclair, seiner Frau. Mein Mund war von Anfang an versiegelt, außer einmal, als ich den Feministinnen etwas entgegensetzen wollte.

Sie warfen den Feministinnen vor, den Fall zu instrumentalisieren. Viele fanden das seltsam.

Die Stunde der Stille ist gekommen. Ich will für keinen Eklat mehr sorgen.

Können Sie verstehen, dass der Philosoph Vincent Cespedes Frankreich eine „Phallokratie“ nennt, die von einer kleinen Elite weißer Männer regiert wird?

Ich mag solche Sätze nicht. Natürlich ist die Macht in der Politik männlich dominiert, trotzdem beobachte ich seit 15 Jahren eine gute Entwicklung. Schauen Sie sich die Parteien an – so viele Frauen. Im Gegensatz zu anderen finde ich: Es gibt große Fortschritte…..

Ganzes Interview: tagesspiegel.de

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25. November 2011: Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

Gewalt hat viele Gesichter – Widerstand auch!

Der 25.11. wurde 1981 von den Vereinten Nationen als internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen deklariert.
Hintergrund ist die Ermordung der drei Schwestern Maria Teresa, Patria und Minerva Mirabal im Jahr 1960 in der Dominikanischen Republik, die mutig gegen die brutale Unterdrückung des Diktators Trujillo kämpften.

Die drei Schwestern wurden „Mariposas“ – Schmetterlinge – genannt und so sind die Schmetterlinge heute das Symbol dieses Tages.

Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist aktueller denn je und hat viele Gesichter:
Beschneidung, Steinigung, Zwangsheirat, Prostitution, Frauenhandel, Massenvergewaltigung als „Kriegswaffe“…
Auch hier in Deutschland gibt es viele Formen der Gewalt an Frauen und Mädchen:
häusliche Gewalt, sexueller Missbrauch, sexistische Anmache und Mobbing, Armut und Niedriglohn, subtile Unterdrückung…

Doch Frauen sind nicht nur „Opfer“ von Gewalt, immer mehr Frauen stehen auf und kämpfen gegen Gewalt und Unterdrückung – für ihre Befreiung.
Im Gedenken an die mutigen „Schmetterlinge“ finden am 25.November in vielen Ländern und zahlreichen Städten hier in Deutschland Aktionen statt – mit Kundgebungen, Lichterketten, Demonstrationen.
Das Motto des Frauenverband Courage lautet: „Frauen sind stark – organisiert sind wir stärker!“

Ganzer Artikel: scharf-links.de

Ali und Ramazan – Ein schwules Liebesdrama in Istanbul

Waisenjungen, sexueller Missbrauch, Prostitution: In ihrem Roman “Ali und Ramazan” verpackt die türkische Bestseller-Autorin Perihan Mağden schwere Themen in Kitsch.

Von Angelo Algieri

“Am 18. Dezember 1992 endet die Geschichte von Ali und Ramazan. Im wirklichen Leben. Auf Seite 3.” Tragischer kann ein Roman nicht anfangen: Mit dem tödlichen Schluss. Und dem Verweis auf eine wahre Begebenheit, die angeblich auf der Sensationsseite 3 des türkischen Boulevardblattes “Hürriyet” abgedruckt wurde.

Mit diesem Paukenschlag beginnt der Roman Ali und Ramazan der türkischen Autorin und streitbaren Journalistin Perihan Mağden, Jahrgang 1960. Ihr Buch ist jetzt in deutscher Übersetzung im Berliner Suhrkamp Verlag erschienen.

Es folgt der Rückblick: Ali und Ramazan, zwei Waisenjungen, lernen sich mit 14 bzw. 13 Jahren im Waisenhaus in Istanbul kennen. Bald verlieben sie sich und haben Sex. Sie sind von nun an unzertrennlich. Der Direktor bemerkt ihre Beziehung und ist eifersüchtig. Denn Ramazan wurde von Kind an von ihm sexuell missbraucht. Als Jugendlicher muss er die Nächte mit dem Direktor verbringen und ihn ficken. Immer wenn das Bett von Ramazan leer ist, kann Ali nicht einschlafen – in ihm wächst eifersüchtige, langjährige Wut. Mit Folgen.

Im Alter von 18 Jahren leisten sie den Militärdienst. Zuerst der ältere Ramazan, dann Ali. Nach der Zeit in der Armee arbeitet Ramazan als Stricher. Als Ali vom Wehrdienst zurückkehrt, wird ihr Wiedersehen in der gemeinsamen Wohnung mit drei Wochen langen Sex gefeiert. Die schönste Zeit ihrer Beziehung. Denn die folgenden Monaten werden für beide eine Qual: Ramazan geht weiterhin anschaffen und wird zum beliebtesten Prostituierten – während Ali seinen Schmerz mit Klebstoff-Schnüffeln und Tabletten betäubt. Sie streiten sich immer heftiger, bis Ali eines Tages vor Wut Ramazan in die Brust sticht. Er überlebt und verzeiht Ali. Die Beziehung scheint gekittet zu sein. Auch wenn Ramazan weiter seinen Körper verkauft, spart er das Geld, um mit Ali an einem andern Ort bei Null anzufangen. Doch soweit kommt es nicht…

Ganzer Artikel: queer.de

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Kindsgeburt und Krebs frei erfunden

Zwei Angeklagte sollen eine Frau zur Prostitution gezwungen und gefoltert haben. Nun wackelt die Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers, weil die Hauptbelastungszeugin offenbar in mehreren Punkten gelogen hat.

Euskirchen/Bonn – Wie weit kann man den Angaben der Belastungszeugin Glauben schenken? Vor diesem für das Verfahren entscheidenden Problem stehen momentan die Beteiligten im Prozess vor dem Bonner Landgericht gegen zwei Männer aus Troisdorf und Euskirchen.

Ein 40-Jähriger – ein aktives Mitglied der Motorradgang „Hells Angels“ – und ein 36-Jähriger – ein ehemaliges Mitglied – sollen eine 24 Jahre alte Frau zur Prostitution gezwungen und gefoltert haben. An zwei Prozesstagen war die Belastungszeugin insgesamt acht Stunden unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Zeugenstand gehört worden. Nun wackelt ihre Glaubwürdigkeit, da sie offenbar in mehreren Punkten gelogen hat. So soll die junge Frau aus Rheinbach die Geburt eines Kindes vorgetäuscht haben, das angeblich kurz nach der Geburt gestorben ist.

Totalfälschung

Dazu scheint eine Geburtsurkunde hergestellt worden zu sein, die der Vorsitzende Richter Klaus Reinhoff als „Totalfälschung“ bezeichnete. Anscheinend wurde eine echte Geburtsurkunde als Grundlage für die Fälschung genommen. Dabei sollen lediglich der Name, die Geburtszeit und das Datum geändert worden sein.

Zudem soll die 24-Jährige eine Brustkrebserkrankung samt Operation erfunden und diese Geschichte auch noch nach der Festnahme der beiden Angeklagten aufrechterhalten haben. Auch bei der Dauer von Aufenthalten in verschiedenen Bordellen, in denen die junge Frau laut Anklage anschaffen gehen und die gesamten Einnahmen abgeben musste, scheint es Unstimmigkeiten zu geben.

Nach der Vernehmung der Belastungszeugin wurden die beiden bislang in Untersuchungshaft sitzenden Männer gegen Auflagen auf freien Fuß gesetzt, da der Haftgrund der Fluchtgefahr nicht mehr gesehen wird. Sie mussten unter anderem ihre Pässe abgeben und dürfen sich der 24-Jährigen nicht nähern.

Für Nebenkläger Martin Mörsdorf, den Anwalt der 24-Jährigen, ist dieser Schritt nicht nachvollziehbar. Seine Mandantin habe das wichtige Kerngeschehen stets konstant wiedergegeben. Nun sei sie in „panischer Angst“. Er habe ihr geraten, jede Veränderung in ihrem Umfeld sofort ihm oder der Polizei mitzuteilen.

Eine 36-Jährige, die gestern als Zeugin gehört wurde, hatte ganz offensichtlich ebenfalls große Angst. Nach eigenen Angaben war die Prostituierte etwa ein Jahr mit dem Angeklagten aus Troisdorf befreundet. Er habe für sie 8000 Euro an ihren Zuhälter bezahlt, damit der sie in Ruhe lasse. Dieses Geld habe sie dem Troisdorfer nach und nach zurückzahlen sollen.

In einer Vernehmung bei der Polizei hatte die Frau seinerzeit berichtet, dass der 40-Jährige ihr von einer Bestrafungsaktion des mutmaßlichen Opfers erzählt habe: Die 24-Jährige habe dabei sexuelle Handlungen an einem Hund vornehmen müssen. Vor Gericht behauptete sie nun hingegen steif und fest, dass dies nicht stimme. Der 40-Jährige habe zwar von einer solchen Aktion erzählt, aber nicht im Zusammenhang mit der 24-Jährigen. Es könne sein, dass sie da etwas durcheinander gebracht habe.

Der Prozess wird vor dem Bonner Landgericht fortgesetzt.

Ganzer Artikel: ksta.de

Twitter-Attacke sorgt für Eklat im Landtag

Kiel – SPD-Fraktionschef Ralf Stegner musste sich bei Wolfgang Kubicki (FDP) entschuldigen.

Es war ruhig geworden um den berühmtesten Twitterer im Kieler Landeshaus. SPD-Fraktionschef Ralf Stegner hielt sich mit Attacken auf den politischen Gegner via Handy-Nachrichten zuletzt auffallend zurück. 2009 hatte er mit Twitter-Attacken noch kräftig zum Bruch der Großen Koalition mit der CDU beigetragen. Gestern sorgte Stegner dann aber doch mal wieder für einen Eklat: Weil er FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki und Hans-Jörn Arp (CDU) wegen ihres Einsatzes fürs neue Glücksspielgesetz in die Nähe krimineller Machenschaften wie Geldwäsche und Prostitution rückte, musste er sich vor dem Landtag entschuldigen.

Mit dem neuen Glücksspielgesetz liberalisieren CDU und FDP in Kiel im Gegensatz zu den 15 anderen Bundesländern gerade den Glücksspielmarkt. Weil ohnehin viele Bürger im Internet bei ausländischen Anbietern um Geld spielen würden, sollen diese auch hierzulande Lizenzen bekommen. So könnten das Angebot kontrolliert und Steuern eingenommen werden. Die SPD lehnt das wegen Suchtgefahr ab und forderte die Regierung am Mittwoch auf, das Gesetz wieder zu kippen. CDU und FDP wollten sich darauf nicht einlassen.

Stegner griff zum Handy, twitterte: „Beim Glücksspielgesetz macht Schwarzgelb bundesweit den Geisterfahrer. Keine Seriosität, klebrige Lobbybedienung und intellektueller Tiefflug!“ Und weiter: „Im übrigen sind CDU Schatzmeister Arp&Kubicki&Co. willige Türöffner für Online-Poker Legalisierung. Schwarzgeldwäscher werden sich bedanken!“ Die angebliche Logik der Wertschöpfung der beiden Politiker bringt er schließlich sogar mit der der Prostitution in Verbindung.

„Ungeheuerlich“, urteilte Kubicki, nachdem er die Texte verlesen hatte. Kopfschütteln auch bei den Grünen, betretene Gesichter selbst bei SPD-Abgeordneten. Kubicki verlangte eine Entschuldigung: Die gab’s nicht. Es täte ihm leid, wenn sie sich angegriffen gefühlt hätten, inhaltlich bleibe er aber bei seinen Aussagen, so Stegner. Online- Poker sei laut Polizei sehr wohl ein Weg der Geldwäsche. Der Landtagspräsident unterbrach die Sitzung, Ältestenrat. Stegner kassierte Kritik von allen Seiten – und entschuldigte sich eine Viertelstunde später dann doch: Es habe ihm ferngelegen, den Kollegen Nähe zur Kriminalität unterstellen oder sie verletzen zu wollen. Stegners Attacke sei „überflüssig gewesen“, allerdings auch „überbewertet worden“, urteilte SPD-Fraktionsvize Peter Eichstädt. Jürgen Weber (SPD) warf Stegner vor, einer „Empörungs-Inszenierung“ Vorschub geleistet zu haben. Stegner rechtfertigte seinen Fehlgriff gegenüber einem Radioreporter da bereits: Er sei halt auch Mensch, keine Maschine. Grünen-Fraktionschef Robert Habeck ist entnervt über den neuerlichen Stegner-Kubicki-Zwist: „Wie ein altes Ehepaar. Da ist Paar-Therapie angesagt.“

Ganzer Artikel: ln-online.de

Prozess um Voodoo-Zauber neu aufgerollt

Weil sie junge Frauen aus Afrika mit Hilfe von Voodoo-Zauber nach Europa gelockt und zur Prostitution gezwungen haben sollen, stehen vier mutmaßliche Mitglieder eines Menschenhändlerrings erneut vor Gericht. Am Donnerstag begann vor dem Landgericht Frankfurt am Main die Neuauflage des Prozesses gegen die drei Frauen im Alter von 31 bis 36 Jahren und den 31 Jahre alte Mann. Der erste Prozess war geplatzt, weil sich der Vorsitzende Richter verletzt hatte.

Die Angeklagten sollen die jungen Frauen mit Hilfe eines Rituals aus Nigeria nach Deutschland gelockt haben. Dabei schüchterten sie laut Anklage ihre Opfer mit dem sogenannten Voodoo-Zauber ein. Den Frauen sei gesagt worden, wenn sie den Anweisungen der Angeklagten nicht bedingungslos folgten oder gar mit der Polizei redeten, würden sie oder ihre Familien sterben oder dem Siechtum verfallen.

Ganzer Artikel: t-online.de

Der heiße Tanz im Narrenschiff

Unna. „Freigegeben ab 16 Jahren.“ Solche Etiketten kleben für gewöhnlich auf Kinofilm-Plakaten oder DVDs, selbst Musik-CDs weisen auf eine überaus deutliche Sprache hin. Das kann das Theater Narrenschiff auch. Für die Uraufführung des Bewegungstheaters „Heaven or Las Vegas“ am morgigen Freitag gilt: empfohlen ab 16.

Der künstlerische Leiter und Darsteller André Decker geht wieder einmal an die Grenzen. Er setzt acht Figuren in eine Welt, die zwischen Himmel (Heaven) und Hölle (Las Vegas) unterscheidet. Nur dass die Figuren ausgerechnet dort körperliches und seelisches Glück empfinden, wo Drogen und Prostitution an der Tagesordnung sind.

„Las Vegas ist für sie eine schöne Hölle“, sagt Decker vor der Premiere, die noch nicht ganz ausverkauft ist (Karten- 02303-770 505). Schöne Hölle – wer im Publikum nicht aufpasst, kann als Voyeur womöglich schnell Gefallen an der Mischung aus Tanz und Theater finden. Gesprochen wird nicht, Texte kommen allerdings vom Band. Für sie zeichnet wiederum Judith Binias verantwortlich, die bereits die Textfragmente zu den getanzten „Todsünden“ im Ruhr.2010-Jahr verfasste.

„Heaven or Las Vegas“ schildert die Suche des Menschen nach Glück und Erfüllung, die oftmals zu leicht in körperlichen Genüssen endet, im Sündenpfuhl Las Vegas eben. Decker wäre nicht Decker, wenn er seinem Publikum am Ende nicht eine Frage mit nach Hause gäbe. Die Frage, „ob wir selbst denn tatsächlich so anders sind“. „Wir“, so sagt Decker, „terminieren unser Glück und gönnen uns einen Opernabend.“ Ob das echtes Glück sei, lässt er vielsagend offen.

Ganzer Artikel: derwesten.de

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Anwohner fürchten Bordell-Erweiterung

Stadt liegt noch kein Umnutzungsantrag für die Ravensburger Klosterstraße vor – Verbot derzeit ausgeschlossen
Ravensburg Von außen unscheinbar, sieht es wie ein normales Wohnhaus in der Altstadt aus. Keine aggressive Werbung, keine Bilder nackter Frauen, keine Neonreklame – nur ein roter Teppich und rote Glasbausteine in der Fassade am Eingang deuten dezent darauf hin, dass die Bewohnerinnen der Klosterstraße 4 im Rotlichtmilieu arbeiten.Ein Vorbau ermöglicht es Freiern, vor neugierigen Blicken geschützt auszuwählen, ob sie bei Roxana, Shiva, Sofia oder einer anderen jungen Frau klingeln möchten. Im Internet werben die „Seemiezen“ mit Sexdienstleistungen, 20 Minuten kosten in der Ravensburger Klosterstraße 70 Euro.

Peep-Show verboten, Puff nicht

Die sogenannten Terminwohnungen, wo Prostituierte ihre Dienste schon seit längerem anbieten, genießen auch nach Verabschiedung des berühmten „Vergnügungsstättenkonzepts“ der Stadt Ravensburg Bestandschutz. Wie mehrfach berichtet, legte der Gemeinderat darin exakt fest, in welchen Straßen welches Vergnügen, vom Kino bis hin zur Spielhalle, gestattet ist. „Rotlichtrelevantes Gewerbe“ – darunter fallen Peep-Shows, Table-Dance-Bars, Pornokinos und Bordelle mit aggressiver, also gut sichtbarer Außenwerbung beziehungsweise mit angeschlossenem Bar- und Tanzbereich – ist demnach nur nordwestlich der Bahnlinie und im südlichen Gewerbegebiet Bleiche gestattet.

Jetzt expandiert das Ravensburger Rotlichtmilieu aber ganz offensichtlich. Im Gewerbegebiet Mariatal siedelten sich Sexarbeiterinnen in einem Wohnhaus an, und in der Innenstadt gibt es schon seit Jahren mindestens sechs Terminwohnungen.

Auch im Haus der „Seemiezen” an der Klosterstraße werden jetzt leer stehende Geschäftsräume im Erdgeschoss umgewidmet. Allerdings nicht sehr zur Freude der Anwohner, die sich weniger durch die Prostituierten, sondern eher durch deren Freier gestört fühlen. Sie baten Ingrid Brobeil-Wolber, die für die Grünen im Ravensburger Gemeinderat sitzt, um Hilfe. „Bitte teilen Sie mir mit, inwieweit in diesem Fall das von uns im Gemeinderat verabschiedete Vergnügungsstättenkonzept zum Tragen kommt, da es sich hierbei nicht – wie bei den übrigen Terminwohnungen in diesem Gebäude – um einen Bestandschutz, sondern um eine Umnutzung handelt“, wandte sich Brobeil-Wolber an Oberbürgermeister Dr. Daniel Rapp.

Die Antwort steht noch aus, da ein Antrag auf Nutzungsänderung nach Angaben von Pressesprecher Alfred Oswald noch gar nicht vorliegt. Klar scheint aber: Verbieten kann die Stadt die Erweiterung des bordellähnlichen Wohnhauses nur schwer. Jedenfalls nicht auf Grundlage des Vergnügungsstättenkonzeptes, da Prostitution in Städten mit mehr als 20000 Einwohnern grundsätzlich legal ist.

Die Anfrage offenbart eine Schwäche, die der SPD-Stadtrat Michael Lopez-Diaz, hauptberuflich Polizeibeamter, von vorneherein gesehen hat. Prostitution im stillen Kämmerlein lässt sich durch das Vergnügungsstättenkonzept gar nicht regulieren, sondern nur durch eine Sperrbezirksverordnung, die der Sozialdemokrat seit Jahren für Ravensburg fordert. Darin müsste man Gebiete, in denen Prostitution als besonders störend empfunden wird – zum Beispiel die Innenstadt – dafür komplett schließen. Erlaubt ist das älteste Gewerbe der Welt dann in den anderen Bereichen – in größeren Städten sind das meist Gewerbegebiete außerhalb, wo niemand wohnt. Das birgt allerdings auch wieder Nachteile: Durch die fehlende soziale Kontrolle wird Kriminalität wie Mädchenhandel erleichtert.

Bizarre Folgen

Welche bizarren Folgen die Unterscheidung von „rotlichtrelevantem Vergnügen“ einerseits und Erotik-Gewerbe andererseits haben kann, wurde auch im Sommer dieses Jahres am Beispiel des Ravensburger „Erotik-Paradieses“ in der Hindenburgstraße deutlich. Das Geschäft durfte problemlos in die Unterstadt umziehen, das angeschlossene Porno-Kino jedoch nicht, obwohl dort Zuschauer (meist Männer) still und heimlich ein- und ausgehen, ohne jemanden zu stören. Denn das Geschäft fällt unter die Gewerbeordnung, das Kino unters Vergnügungsstättenkonzept. Was zur Folge hat, dass der Sex-Shop jetzt zwei Adressen hat: einen in der Oberen Breiten Straße und einen in der Hindenburgstraße.

Ganzer Artikel: schwaebische.de

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Politikerin zeigt Schwulenporno im Prager Rathaus

Eine tschechische Abgeordnete hat für die Schließung einer Prager Schwulensauna geworben, indem sie einen Schwulenporno im Prager Rathaus aufführte.

Katerina Klasnova von der liberal-konservativen Partei VV behauptet, dass in der in ihrem Wahlkreis gelegenen “Sauna Babylonia” illegale Prostitution stattfinde. Sie habe von Besuchern der Sauna gehört, dass dort Callboys verkehrten, erklärte die studierte Theologin. Um ihr Anliegen zu verdeutlichen, projizierte sie mit einem Beamer im Rathaus Szenen eines Schwulenpornos an die Wand – allerdings ohne die interessantesten Szenen: “Ich habe das Wichtigste geschwärzt. Ich entschuldige mich aber schon jetzt, wenn ich jemanden schockiert habe”, erklärte sie gegenüber der Nachrichtenagentur CTK. Der Film solle zeigen, wie bezahlter Sex in der schwulen Welt funktioniert, sagte die 34-Jährige. “Ich habe nichts gegen diese Community. Mich regt nur auf, dass die dort sexuelle Dienste anbieten.”

Ganzer Artikel: queer.de