
Wopus, Bars, „Redlight-Districts“/Puffstraßen/Laufhäuser, Kinos mit Service und Straßenstriche, noch weitgehend ostfrei, eher deutsche Frauen, aber auch Exotinnen, zum Beispiel die berüchtigten afrikanischen Falle-Schieberinnen am Eierberg. Und die Thais, von denen man damals schon munkelte, es seien etliche „Umgebaute“ dabei. Es gab Service von Abzockerei bis Vollmast. Als Wopu-Stammgast war mit der richtigen Frau damals alles möglich und damit meine ich alles. Im Wopu quatschen, ficken, danach zusammen in die Kneipe und hackeblau zusammen mit demselben Linienbus nach Hause – auch damals konnten sich nicht alle Frauen ein Taxi leisten.
Escort gab es natürlich auch schon immer. „Modell sucht solventen Herren für gelegentliche Treffs.“ Hatte ich aber damals kein Geld für.
Mehr fällt mir spontan zu der Zeit nicht ein. Hab alles vergessen, wohl zuviel gefeiert damals.
CUT – 1990
Der erste Schnitt ca. 1990: Da kamen erst die Ossi-Frauen, dann die aus den Nachbarländern Polen usw. Viele unglaublich schöne Ladies stöckelten ein (besonders diese fabelhaften Polinnen), Service mal so mal so.
Dazu kamen damals etliche fickfreudige Damen und eine Szene von „Begleitern“ vom Balkan, infolge der Kriege in Jugoslawien. Der Albaner und die Serbin, auch das vorher wenig gekannt.
Später kamen dann Russinnen/Ukrainerinnen (die ersten unheimlich natürlich und unheimlich geil, kein Vergleich zu den gestylten später), der Ansturm wurde immer größer.

Noch etwas begann sich zu wandeln: Der Hygieneanspruch
im Gewerbe, aber auch in der gesamten Gesellschaft. Binnen relativ kurzer Zeit waren ein Großteil der Muschis und Achselhöhlen enthaart. Ich denke, das hatte einmal mit sozialen Veränderungen zu tun – von einer Arbeitergesellschaft, in der ein dreckiger Männerfingernagel nicht zwangsläufig was Schlimmes war, zu einer cleanen, postindustriellen Gesellschaft, in der alle wie Models aussehen und gesund, reich und schön sein wollten, wie man es im von der Informationsquelle zur Wichsvorlage verfallenden Fernsehen sah.
Aus praktischen Erwägungen für die Clubs natürlich eine feine Sache und deswegen haben die das auch ruckzuck umgesetzt in Duschen, frische Bademäntel und rasierte Fotzen. Heute verlangen manche Damen aus dem Terminbusiness oder in Privatclubs sogar von den Freiern rasierte Visagen und Eier.
CUT – 1999
Wir sind am Ende der 90er Jahre.
Die RTCs im Pott waren aus dem Boden geschossen (weiß nicht mehr genau wann, mein erster Besuch dürfte so Ende der 90er gewesen sein).
Die schnellen Nummern mit Knutschen, FO, GVM und manchmal mehr waren eigentlich nicht viel anders, als heute, oft war auch damals wenig Verständigung mit den Damen möglich. Unter den neuen Geschäftsmodellen litten die Wopus und Nachtbars.
Durch die Einreise vieler Damen und neue Geschäftsmodelle stieg der Druck auf die alteingesessenen Clubs. Warum sollte sich Freier von einer 45jährigen Deutschen mit Gummi für 100 Mark einen blasen lassen, wenn es die Ukrainerin nebenan für 50 Mark ohne tat?
Die RTCs und deren Mit-Wettbewerber haben damals schon aggressiv und teilweise mit unzutreffenden Aussagen geworben, z.B. in der Bild Zeitung (Einmal Zahlen, Spaß mit Allen, Eintritt Frei, 30 Girls, Alles geht auch Ohne usw.). Da war der Zwei-Frauen Wopu im Vorort chancenlos gegen.
Gleichzeitig bekamen wir Freier zunehmend per Internet die Möglichkeit, besser zu selektieren und uns auszutauschen. Anzeigenseiten, dann Portale, Groups, später Foren.
Was sich aber durch das Internet noch mehr verändert hat: Mit der Möglichkeit, sich pornomäßig bis zum Anschlag zuballernzu können, stieg das Freierinteresse an neuen Praktiken, viele entdeckten neue Seiten an sich selber und wollten neue Facetten ausleben.
Gesellschaftliche Liberalisierung und Sexualisierung im kommerziellen Kabelfernsehen taten ihr Übriges. Auch ich entdeckte damals meine Vorliebe für das, was heute ein bisschen mein „Markenzeichen“ ist, wurde Mitglied entsprechender Fetisch-Communities und wusste bald, wo es in Wopus Damen mit suckable Feet zu besuchen gab und wo nicht.
Die alteingesessenen Ladies, die sich auf die neuen Nachfragen nicht einstellen konnten rieben sich statt der Muschis die Augen, was auf einmal mit den Freiern los war und hatten das Nachsehen. Abzockfotzen wurden schneller entlarvt.
Nun explodierte übrigens auch der Anteil junger, triebstarker (so hat man das bis in die 70er bei der Strafverfolgung von Sexualdelikten wirklich genannt) Männer aus einem so genannten Südland und auch diese wollten und wollen ficken. Manche Leute sagen, sie ficken öfter, anspruchs- und wahlloser und schneller.
Es ist Unsinn, was man manchmal liest, dass all die türkischen Leute seit den 60er Jahren hier sind (geschweige denn in der Nachkriegszeit beim Wiederaufbau mitgeholfen haben, das ist dumme Linkspropaganda). Die eigentliche Zuwanderungsexplosion fand erst ab den späten 90ern/frühen 00ern statt, als politische Reaktion Gerhard Schröders auf das „Heimholen“ der Aus- und Übersiedler durch Helmut Kohl. Schlichter Grund: Aus- und Übersiedler wählten überwiegend CDU, türkische Einwanderer, so sie denn den deutschen Pass bekamen, überwiegend SPD.
So entstanden dann in größerem Ausmaß „Türkenclubs“ und auch zunehmend aktive Beteiligung durch türkische Luden und Mädchen. Die Betreiber aus Deutschland, dann dem Balkan, Polen, Russland bekamen neue Konkurrenz.
Das erhöhte die Vielfalt, war und ist aber sicher so manchem deutschen Freier etwas unheimlich oder unangenehm.
CUT – 2006
Der dritte Schnitt dürfte um 2006 gewesen sein. Nach dem so genannten Visa-Skandal wurden die Einreisebestimmungen für Leute aus der Ex-Sowjetunion massiv verschärft und der Strom an Schönheiten von dort versiegte mehr und mehr.
Deswegen gibt es heute viel mehr russische Milfs als junge Frauen.
Der Zuzug verlagerte sich langsam, aber stetig auf neue EU-Länder aus dem Osten, bis zum heutigen Stand der Dominanz von Rumäninnen und Turk-Bulgarinnen.
Quantitativ entwickelte sich der Wopu zum Nischenobjekt. Abgeleitet aus dem RTC Konzept entstanden die diversifizierten Clubtypen vom Pauschalclub, Billigsaunaclub, Fress- und Wellnesstempel bis hin zur Disco mit Abschleppgarantie.
Die Vorgänger Straßenstrich, Wopu, Puffstraße und Laufhaus (letztere als Weiterentwicklung der Puffstraße) gibt es noch und sie schlagen sich alle mal mehr, mal weniger wacker gegen die neueren Angebote.
Ich denke, Terminfrauen und Escort sind die Verlierer der Entwicklungen. Kinos und Sexshops mit Kontaktangebotensowieso.
Escort wird zudem weniger kommuniziert, zumindest in Foren, weil sich sofort die Billigficker krähend zu Wort melden …
„Ätsch das kann ich im Club Alisimsalabim alles billiger haben“
… ohne zu begreifen, dass Escort/Termindate, wenn er denn seriös und gut ist, eben anders funktioniert und mit anderen Reizen arbeitet, als ein Wopu und als ein Saunaclub sowieso.
Das Billigficker Argument finde ich in diesem Zusammenhang in etwa so gehaltvoll, als würde mir ein Schwuler erklären, dass das Ficken strammer Burschenärsche viel pfiffiger sei, als das, was wir machen, weil Ärsche per se so knackig eng sind. Frauenmuschis und Männerärsche sind wie Äpfel und Birnen. Genauso ist es mit den diversen Serviceangeboten im Gewerbe.
Das Schmuddelkino mit Frauen ist fast ausgestorben, schmerzfreie Fickersleutz wie der 1aKunde suchen ja hier nach solchen Relikten aus der alten BRD.
Und nu?
Das Serviceangebot hat sich also diversifiziert. Die Nachfrage auch.
Von Quick and Dirty bis zur Liebeskasper-Vollbedienung können wir alles haben. Die Gesamtnachfrage dürfte durch gesellschaftliche Freiheit und einen empirischen Überschuss an geilen Männern (auch das hat teilweise mit der Zuwanderung zu tun, aber auch mit dem zurzeit freierfreundlichen Preisgefüge durch das hohe Angebot) viel höher sein, als vor 25 Jahren und gleichzeitig zwingt das ebenfalls durch Freiheit (Reisefreiheit, Freiheit der Berufsausübung) aber auch durch wirtschaftlichen Druck, große Angebot innerhalb des Gewerbes, Betreiber zu Kreativität.
Der subjektive Eindruck aus Freiersicht, das Serviceangebot habe sich verschlechtert, beruht meines Erachtens:
1. Auf einer verkürzten Sichtweise. Wenn, sagen wir mal ein Laden in Velbert sich zunehmend auf türkische, nichtknutschende Schnellficker konzentriert, verlagert er nur sein Geschäftsfeld. Aus Sicht eines anspruchsvollen, deutschen ü40 Freiers fatal, aber tausende südländischer Männer sehen das genau umgekehrt.
2. Auf erhöhtem Anspruchsdenken. Nach einer extrem geilen Nummer mit einer Traumfrau kann man nicht mehr zum Handjob der faltigen Rotlichtoma zurück. Dazu der stärkere Willen zu Grenzerfahrungen, seit es das Internet gibt, wo sich Japanerinnen von Brasil-Transen kichernd vollkacken lassen. Die geil grunzende Milf aus Gelsenkirchen stinkt da ab.
3. Auf veränderten Kommunikationsverhalten. Abzockfotzen gab es immer, nur durch das Internet, zum Beispiel unser Forum sind sie heute schnell bekannt, besonders im Wopu-Bereich. Früher wurde öfter der Mantelkragen hochgeschlagen und fertig. Wobei zur Einschränkung gesagt werden muss, dass es manchmal auch Tendenz zum Schönreden/Schönschreiben gibt, was wiederum zu 2. führt.
4. Auf Selbstüberschätzung. Das dürfte zum Teil eine Folge von 2., dazu der Schönrede/-schreiberei sein und dem sich-widersetzen der Erkenntnis, dass es nicht möglich ist, alles nachzuficken und genauso zu erleben. Entweder ist die Pissorgie im Film doch geiler, als im realen Leben, oder ein Schreiber hat mit blumigen Worten übersteigerte Erwartungen geweckt, oder die eigene Manneskraft kann nur noch mit Schubkarren voller Blaue dem Angebot gerecht werden und am Ende wird alles fade, wie eine Weight-Watchers-Suppe. Völlig unabhängig der Qualität des Angebots verschafft es keine echte Befriedigung, weil Freier seinen eigenen Anteil nicht (oder nicht mehr) erfüllen kann. Subjektives Ergebnis: Früher war alles besser.
5. Auf Wahrheit. Manche Elemente, dies es mal gab, gibt es nicht mehr. Es gibt kein AO-Ficken ohne das HIV-Damoklesschwert mehr, natürliche, russische Frauen ohne Tattoos und Piercings sind rar geworden, junge Thaifrauen auch und wer dreckige-anonyme Entsaftung im Kino oder den Flüstertipp aus dem Sexshop liebt, muss sowas lange suchen. Das würde ich aber eher als Lauf der Zeit verbuchen, ebenso wie die Erkenntnis der eigenen Vergänglichkeit, deren Fratze uns faltig oben und schlaff baumelnd unten im Spiegel anlachen mag.
Aber auf eine Ausdünnung der Servicepaletten der Damen deutet da nur weniges hin und mehr spricht für das Gegenteil.

Fazit – 2011
… Ich hätte das alles gar nicht schreiben müssen, denn Al hat schon gesagt:
Zitat:
| Paysex in 2011 ist nicht schlechter als 2000 nur deutlich facettenreicher. |
Dem stimme ich zu und hänge dran, das gilt auch für die 15 Jahre davor.
Just my two girls and a cup 