Mehr Frauen wagen, auszusagen

Opfer von Frauenhandel landen auch in der Schweiz. Viele von ihnen sind sehr jung. Doro Winkler von der Zürcher Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration (FIZ) sagt, was dagegen getan werden kann.

WOZ: Doro Winkler, laut NZZ werden in Rumänien viel mehr Fälle von Menschenhandel vor Gericht gebracht als hierzulande. Macht die Schweiz etwas falsch?
Doro Winkler: Wir nehmen an, dass die Zahl der Verurteilungen auch in der Schweiz steigen wird. Heute sind mehr Frauen bereit, gegen Menschenhändler auszusagen, als noch vor fünf Jahren. Bis rechtskräftige Urteile vorliegen, dauert es aber lange. In der Strafverfolgung hat sich vieles verbessert, doch der Opferschutz kommt immer noch zu kurz.

Droht einer Frau die Ausschaffung, wenn sie sich illegal in der Schweiz aufhält und an die Polizei wendet?
Erkennt die Polizei sie als mutmassliches Opfer, kann das Migrationsamt ihr dreissig Tage Bedenkzeit gewähren, damit sie sich überlegen kann, ob sie aussagen will oder nicht. Falls ja, bekommt sie eine Kurzaufenthaltsbewilligung. Wenn sie bei einer Rückkehr gefährdet ist, kann sie ein Härtefallgesuch stellen. Letztes Jahr haben erstmals acht Frauen eine Härtefallbewilligung bekommen.

Und wenn eine Frau nicht aussagen kann oder will?
Dann kann sie auch ein Gesuch stellen, hat aber wenig Chancen auf eine Bewilligung. Wir kritisieren das: Betroffene müssen in jedem Fall geschützt werden, unabhängig von ihrer Aussagebereitschaft. Das fordert auch der Europarat; das Ausländergesetz sollte das besser berücksichtigen.

Wichtig ist: Von Menschenhandel sind nicht nur illegal anwesende Frauen betroffen. Manche Opfer sind legal in der Schweiz, zum Beispiel durch Heirat.

Ist mehr Fahndung nötig?
Ja, die Polizei sollte auf die Bekämpfung des Menschenhandels mehr Gewicht legen. Und weniger etwa auf die Verfolgung illegal Anwesender. Denn Menschenhandel verletzt die Integrität von Menschen massiv, während Illegale nichts verbrochen haben. Wofür die Ressourcen eingesetzt werden, ist ein politischer Entscheid.

In den letzten Jahren hat die FIZ Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration zwanzig minderjährige Opfer von Menschenhandel betreut. Werden die Opfer immer jünger?
Nein. Aber viele, die wir als knapp Volljährige betreuen, wurden noch minderjährig zu Opfern. Ein Drittel der Frauen, die wir betreuen, ist unter 22.

Was ist anders, wenn die Opfer so jung sind?
Sie erleben mitten in ihrer Entwicklung zur Frau, während der Entdeckung ihres Körpers, diesen brutalen Bruch. Meistens sind sie von Bekannten angeworben worden. Die Gewalt und die Erfahrung der Ausbeutung hinterlassen tiefe Spuren. Minderjährige Frauen brauchen eine intensivere Betreuung und mehr Zeit. Manchmal verhalten sie sich auch uns gegenüber rebellisch.

Wie ist die Betreuung in den Herkunfts­ländern?
Sehr unterschiedlich. In Thailand gibt es gute Strukturen, in Brasilien je nach Region. Das Netzwerk La Strada leistet gute Arbeit in verschiedenen osteuropäischen Ländern. In Ungarn, von wo in den letzten Jahren die meisten Opfer stammten, gibt es allerdings kaum etwas. Viele Frauen wollen auch gar keine Nachbetreuung, sie möchten nach Hause und vergessen, was passiert ist. Manche merken aber später, dass es nicht geht, und melden sich wieder bei uns.

Die FIZ arbeitet mit der Inter­national Organization for Migration zusammen, die von MenschenrechtsaktivistInnen kriti­siert wird. Laufen Sie da nicht Gefahr, Teil der Migrationsabwehr zu werden?
Wir arbeiten auch mit Akteuren, die politisch nicht auf unserer Linie sind. Unsere Haltung ist klar: Wir stehen ein für die Bewegungsfreiheit aller auf diesem Planeten. Aber um den Menschenhandel zu bekämpfen und Betroffene unterstützen zu können, braucht es auch die pragmatische Zusammenarbeit.

Menschenhandel und Prostitution sind Sex-and-Crime-Themen. Wie beurteilen Sie die Berichterstattung darüber?
Inhaltlich wird oft zu wenig unterschieden zwischen Menschenhandel und Sexarbeit. Viele Sexarbeiterinnen arbeiten selbstbestimmt, ohne ausgebeutet zu werden. Diese Vermischung dient der Sache überhaupt nicht. Und dann stören mich die Bilder: Sie zeigen Sex­arbeiterinnen fast immer aus der Perspek­tive der Freier. Warum nicht einmal die Perspektive der Frauen zeigen, also den Blick auf die Freier? Oder beispielsweise das Zimmer, in dem eine Frau lebt?

Die Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration (FIZ) in Zürich setzt sich für Migrantinnen ein, 
die von Gewalt und Ausbeutung betroffen sind. 
Zur FIZ gehört die Anlaufstelle Makasi, wo Opfer von Frauenhandel umfassend unterstützt werden.

Ganzer Artikel: woz.ch

Fußball-EM und Prostitution

Am 8. Juni beginnt die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine. Auf eine der Schattenseiten weist im Vorfeld eine Frauenrechtsgruppe hin: auf die mit der EM Hand in Hand gehende Prostitution.

Die Vorbereitungen sind großteils abgeschlossen, Stadien gebaut, Hotels rüsten zum Empfang der Gäste. Für die ehemalige Sowjetrepublik Ukraine ist die EM eine Chance, sich als Land in Europa zu präsentieren. Doch nicht alle in der Ukraine sind so euphorisch wie Regierung und Präsident Viktor Janukowitsch. Im Gegenteil, es gibt auch massive Kritik an der Abhaltung der EM in der Ukraine und zwar von Ukrainern, konkret von Ukrainerinnen selbst. Die mittlerweile auch im Westen bekannte Gruppe “Femen”, die sich für Frauenrechte einsetzt, zieht gegen die bevorstehenden Spiele zu Felde. Und zeigt auf eine Schattenseite der Spiele, nämlich das sprunghafte Anwachsen der Prostitution im Land.

Protest für Frauenrechte

In einem Hinterhof in der Michailowstraße im Zentrum von Kiew – der Baulärm hier hat nichts mit der Fußball-EM zu tun. Hier wird das Büro von Femen gebaut. Hier wird unser Ausbildungsraum sein, sagt Inna Schevtschenko stolz. Ausbildung z.B. dafür, wie man Polizeikordons umgehen kann.
Femen – das ist eine Gruppe junger Ukrainerinnen, die mit provokanten Aktionen auf die miserable Situation der Frauen in der Ukraine hinweisen: Anfangs haben wir mit Straßentheater versucht, die Menschen aufzurütteln, doch das war einfach nicht genug. Vor 2 Jahren dann haben wir mit den Oben-ohne-Aktionen angefangen und damit sind wir mit einem Schlag bekannt geworden, in der Ukraine aber auch im Ausland. Wir haben verstanden, das ist unsere Form des friedlichen Protests mit dem wir auf unsere Anliegen hinweisen können.

Es geht um Frauenrechte, sagt Inna. Recht auf Einkommen, von dem man leben kann, Recht auf Unabhängigkeit, Recht auf Bildung für Frauen – all das liege bei uns im Argen, sagt Inna.

Das größte Problem derzeit ist aber das rasante Ansteigen der Prostitution im Land im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft: Wenn ich durch Kiew gehe, sehe ich jeden Tag neue Sexclubs, neue Bordelle, neue sogenannte Massage-Institute. Jeder weiß, was das heißt. In der Metro hängen ganz offen Plakate, auf denen jungen Mädchen dubiose Jobs in Tanzlokalen angeboten werden mit enormen Verdienstmöglichkeiten.

Ukraine wird großes Bordell

Für die Aktivistinnen von Femen hat die Euro 2012 aber auch gar nichts mit der Chance zu tun, von der die Regierung gerne spricht: Die Europameisterschaft ist für uns kein Fest des Fußballs, für uns ist es eine Tragödie. Die EM macht aus der Ukraine ein Bordell. Jeder Tourist weiß schon, dass es hier an jeder Ecke billige Sexclubs gibt. Das wird ja alles im Internet beworben. Wir haben an die Verantwortlichen der UEFA appelliert, an unsere politischen Verantwortlichen. Doch die wollen das nicht sehen. Viele profitieren ja von dieser wachsenden Sexindustrie hier, sagt Inna. Dass Prostitution offiziell in der Ukraine verboten ist, macht das Geschäft wohl noch attraktiver.

Das erklärte Ziel der Aktivistinnen von Femen ist es, die EM in der Ukraine zu stören. Mit allen erdenklichen Mitteln, so Inna Schevtschenko.

Staatsgewalt ist alarmiert

Die ukrainische Staatsgewalt hat Femen schon im Visier, Polizei und Justiz versuchen im Vorfeld der EURO die Aktivistinnen aus dem Gefecht zu ziehen: Der Druck von Oben ist enorm, alle Aktionen von uns werden unterbunden. Gegen mehrere Aktivistinnen ist ein Gerichtsverfahren jetzt eröffnet worden, einige von uns dürfen nicht einmal Kiew verlassen.

Doch, betont Inna Schevtschenko, wir von Femen lassen uns davon nicht abschrecken.

Ganzer Artikel: ORF

Spiegel TV-Reportage: Klein-Rumänien in Berlin-Neukölln

Interessanter Beitrag über Massenzuwanderungen von Roma und die Auswirkungen auf den deutschen Sozialstaat.

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Prozess – Zur Prostitution gezwungen

Der Gerichtsprozess gegen zwei Männer, die eine 19-jährige Bergneustädterin zur Prostitution gezwungen haben sollen, muss zu einem späteren Zeitpunkt geführt werden. Einer der beiden Angeklagten erschien gestern nicht zu der Verhandlung am Amtsgericht Gummersbach.

Gummersbach – Der Gerichtsprozess gegen zwei Männer, die eine 19-jährige Bergneustädterin zur Prostitution gezwungen haben sollen, muss zu einem späteren Zeitpunkt geführt werden. Einer der beiden Angeklagten erschien gestern aus ungeklärten Gründen nicht zu der Verhandlung am Amtsgericht Gummersbach. Richter Ulrich Neef machte daraufhin deutlich, dass gegen den Abwesenden ein Haftbefehl ausgestellt wird.

Das mutmaßliche Opfer soll zwischen Juli und Dezember 2010 von den beiden Männern gezwungen worden sein, in mehreren Bordellen anschaffen zu gehen. Dafür sei die junge Frau sogar bis in das niederländische Roermond gebracht worden. Um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen, soll ein Angeklagter die Wohnung der 19-Jährigen in Bergneustadt verwüstet haben.

Ob die beiden Angeklagten gemeinsam vorgingen oder das Opfer im Laufe des Tatzeitraums möglicherweise den „Besitzer“ wechselte, wollte das Gericht im Rahmen der Verhandlung klären. Wann das geschehen könnte, sei nach dem unentschuldigten Fehlen nicht absehbar, erklärte Richter Neef auf Anfrage. Von der Option, das Verfahren gegen die Männer zu trennen, nahm das Schöffengericht nach kurzer Beratung Abstand. Die Verteidiger machten deutlich, dass eine Fortsetzung bereits im Juni aufgrund von Terminkollisionen nicht möglich sein werde.

Ulrich Seidl: Von der Macht der weißen Haut

Der österreichische Filmemacher Ulrich Seidl (59) gilt als Spezialist für Abgründe menschlicher Triebwelten. In seinem Film „Paradies: Liebe“, der bei den Festspielen in Cannes im Rennen um die Goldene Palme ist, geht es um reife Frauen, die an den weißen Stränden Kenias Sex kaufen.
Der österreichische Filmemacher Ulrich Seidl (59) gilt als Spezialist für Abgründe menschlicher Triebwelten. In seinem Film „Paradies: Liebe“, der bei den Festspielen in Cannes im Rennen um die Goldene Palme ist, geht es um reife Frauen, die an den weißen Stränden Kenias Sex kaufen.
Seidl provoziert, doch verurteilt er nicht. Er versuche beide Seiten zu verstehen. Die reifen Damen, die sich wegen ihrer Fettleibigkeit und ihres Alters hässlich fänden, aber auch die Beachboys, die für Geld Sex verkaufen. Für die einen sei es ein Weg aus der Einsamkeit, für die anderen gehe es ums Überleben und um Statusdenken. „Alles dreht sich dort ums Geld. Die Kenianer glauben, dass wir noch eine Schuld abzuleisten haben. Gleichzeitig punktet man und gewinnt an Ansehen. Das ist die Macht der weißen Haut“, sagte der Österreicher abschließend.
Ganzer Artikel: focus.de

Keuschheitsgürtel für die City

“Ab 22 Uhr, Preis ab 25 Euro, vier bis zehn Damen”, so lautet die Beschreibung zum Augsburger Straßenstrich im Internet. Die Bewohner an der Zimmerstraße, am alten Schlachthof, beschweren sich allerdings, dass die Damen schon nachmittags ihre Leistungen feil bieten, teils würden Anwohnerinnen von Freiern angesprochen. Dem will der Stadtrat einen Riegel vorschieben und den Sperrbezirk ausdehnen. Das letzte Wort hat die Regierung von Schwaben.

Aus 1975 datiert die „Verordnung über das Verbot der Prostitution in der Stadt Augsburg“. Wie ein Schweizer Käse zeigt sie die Innenstadt als einen einzigen Sperrbezirk mit zahlreichen Ausnahmen. Ebenso sind die Industriegebiete ausgenommen. Probleme bereiten die Mischgebiete.

Ordnungsreferent Volker Ullrich strebte in einem ersten Schritt eine Regelung für das Gebiet zwischen der Proviantbachstraße und der City-Galerie an. Im Herbst möchte die Verwaltung Vorschläge unterbreiten, wie die Wohngebiete in den Stadtteilen zu Sperrgebieten erklärt werden können. Demgegenüber gab Verena von Mutius (Bündnis 90/Die Grünen) zu bedenken, dass man die Prostitution nicht stigmatisieren und buchstäblich an den Rand der Gesellschaft drängen dürfe.

Die Mehrheit der Räte sah das Wohl der Anwohner als höheres Gut gegenüber der Gewerbefreiheit an. Damit brechen harte Zeiten für die Prostituierten in Augsburg an.
Seit dem 1. Januar 2002 gilt in Deutschland das Prostitutionsgesetz, dessen Paragraph 3 diesen Dienst als „arbeitsgleich“ ansieht: „Bei Prostituierten steht das eingeschränkte Weisungsrecht im Rahmen einer abhängigen Tätigkeit der Annahme einer Beschäftigung im Sinne des Sozialversicherungsrechtes nicht entgegen.“ Ullrich gab die unterschiedlichen Interessen der neu entstandenen gehobenen Gastronomie im alten Schlachthof, der nebenan entstandenen neuen Wohnbebauung, einschließlich des neuen Internats der Metzgerinnung und dem Gewerbeinteresse der Prostituierten zu bedenken.
Die Anwohner hatten sich beim Bürgeramt massiv telefonisch und schriftlich beschwert, berichtete Ullrich und insbesondere die „unhygienischen Hinterlassenschaften“ in den Grünanlagen und sogar in den Höfen der Wohnanlagen kritisiert. Das Marktamt habe dies auch für das Areal um den neuen Schlachthof herum mit angegliederten Fleischbetrieben bemängelt. Die entsprechenden Entsorgungen seien den Mitarbeitern der dortigen Betriebe nicht zuzumuten.
Die Einhaltung des Sperrbezirks sei durch Kontrollen der Polizei möglich, sagte Ullrich, und ergänzte, dass eine entsprechende Verordnung einen Platzverweis leichter durchsetzbar mache. Um einer möglichen Verlagerung der Straßenprostitution auf den Bereich bis hin zur City-Galerie zu entgehen, legte Ullrich einen zu beantragenden Sperrbereich vor, der sich bei der Prinzstraße beginnend entlang der Jakoberwall- und Lechhauser Straße im Westen am Lech entlang bis zur Nagahama-Allee erstreckt.
Noch vor dem Sommer will die Regierung von Schwaben über den Antrag der Stadt befinden und hat eine Änderung der Verordnung bereits im Vorfeld „wohlwollende Prüfung“ zugesagt, berichtete Ordnungsreferent Ullrich.

Muss Prostitution verboten werden? “Eins gegen Eins” mit Claus Strunz am Montag, 21. Mai 2012, um 23.30 Uhr in SAT.1

Unterföhring (ots) – Prostitution in Deutschland boomt: Rund 400.000 Prostituierte, etwa 1,5 Millionen Freier täglich, bis zu 15 Milliarden Euro Umsatz im Jahr – Tendenz steigend. Zufall? Nein! Denn seit der Einführung des Prostitutionsgesetzes im Jahr 2002 ist kein anderes europäisches Land so liberal und damit lukrativ wie Deutschland. Es ist nicht mehr sittenwidrig, seinen Körper gegen Geld anzubieten. Nach dem Motto “Geiz macht geil” werben immer mehr Bordelle mit Discounter-Sex, Flatrate-Girls und Schnuppertarifen. Das große Geld machen die Bordellbetreiber. Dabei sollte das Prostitutionsgesetz gerade die Bedingungen der Huren verbessern.

“Eins gegen Eins”-Moderator Claus Strunz fragt deshalb am Montag, 21. Mai 2012, um 23.30 Uhr, in SAT.1: Abschaffen statt Anschaffen – Muss Prostitution in Deutschland verboten werden? “Ja” sagen: “Emma”-Redakteurin Chantal Louis und Sabine Constabel. Die Sozialarbeiterin meint: “Männer dürfen kein Recht haben, sich eine Frau zu kaufen.” Ein klares “Nein” erwidern Isabelle Rozier, Geschäftsführerin eines Escort-Services. “Wenn Prostitution verboten wäre, würde die Zahl der Vergewaltigungen zunehmen.” Unterstützung bekommt sie von Michael Beretin von der Bordellgesellschaft “Paradise Island”. Er sagt: “Prostitution ist nicht menschenunwürdig!”

Quelle: presseportal.de

Uneinsichtiger Menschenhändler und Zuhälter

Mehrfach vorbestrafter Ungar schickt zwei Landsfrauen auf den Strassenstrich am Sihlquai, überwacht, bedroht und misshandelt sie

Er habe die Frauen wie eine Ware behandelt, sei niederträchtig, menschenverachtend und skrupellos vorgegangen, hat sich am Mittwoch ein Ungar vom Obergericht anhören müssen. Der Uneinsichtige wird zu 6 1/2 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

Ein Gewitter ist losgebrochen, und zwar just in dem Moment, als der Gerichtspräsident am späten Mittwochabend sein Verdikt verkündet und begründet hat, und die Situation draussen passte bestens zur Stimmung drinnen. Mehr als zehn Stunden lang wurde das Verhalten eines heute 34-jährigen, mehrfach vorbestraften Ungarn beleuchtet, der zwei Landsfrauen aufs Übelste ausgenutzt und misshandelt hatte. Er schickte sie am Sihlquai auf den Strich und trieb sie zur Arbeit an, auch wenn sie krank waren, er überwachte, bedrohte und schlug sie, nahm ihnen das Geld ab und äusserte sich in den primitivsten Worten über sie – was durch abgehörte Telefongespräche dokumentiert ist. Das Obergericht sprach von einem niederträchtigen, menschenverachtenden und skrupellosen Vorgehen und verurteilte den Uneinsichtigen und nicht Geständigen zu 6 1/2 Jahren Freiheitsstrafe, kombiniert mit einer unbedingten Geldstrafe: unter anderem wegen Menschenhandels, Förderung der Prostitution und Körperverletzung.

Versammlung der Zuhälter

Der Ungar, der im Gegensatz zu den beiden Prostituierten nicht der Ethnie der Roma angehört, muss seinen Opfern zudem eine Genugtuung von je 15 000 Franken bezahlen. Er hatte, wie bereits vor der Vorinstanz, vergeblich seine Unschuld beteuert und einen Freispruch verlangt. Der Mann befindet sich seit über drei Jahren ununterbrochen im Gefängnis; wenn er dereinst seine Strafe abgesessen hat, wird er von den ungarischen Behörden in Empfang genommen, die wegen weiterer Delikte einen internationalen Haftbefehl ausstellen liessen. Der 34-jährige Familienvater ist seit 2001 immer wieder mit der Justiz in Konflikt geraten und musste auch schon in Ungarn eine mehrjährige Freiheitsstrafe absitzen. In Zürich trieb er bis zu seiner Verhaftung als Zuhälter und Menschenhändler sein Unwesen, organisierte in einem einschlägigen Hotel im Stadtkreis 4 Versammlungen mit Zuhältern und Prostituierten, um Preise festzulegen. Vor Gericht jedoch stritt er jegliche Machenschaften im Sexmilieu ab. Mit der einen, älteren Frau habe er gar nichts zu tun gehabt, und die jüngere sei seine Lebenspartnerin gewesen; man habe zusammen gewohnt und mit ihrem Prostituierten-Einkommen bloss die gemeinsamen Lebenskosten bestritten.

Ganz anders tönt es allerdings in den abgehörten Telefonanrufen und in den Aussagen der beiden Frauen, die vom Verteidiger als unglaubhaft, widersprüchlich, realitätsfremd und überspitzt bezeichnet wurden. Der Zuhälter prahlte am Telefon gegenüber seiner Mutter und seinem Sohn damit, dass er die Frauen schlage und dafür sorge, dass sie möglichst viel arbeiteten. In Briefen, die er aus dem Gefängnis zu schmuggeln versuchte, oder gegenüber Mitgefangenen droht er der Staatsanwältin und den beiden Opfern, die es wagten, Zeugnis abzulegen, mit Rache – und beschreibt seine Zukunftspläne dergestalt, dass er in Ruhe leben und sich fünf Frauen halten wolle.

Keine emanzipierten Frauen

Das Obergericht fällte ein differenziertes Urteil; es gab Freisprüche bezüglich einzelner Vorwürfe, die nach Meinung der Berufungsinstanz zu wenig belegt sind. So wurde der Ungar nur in Bezug auf das eine Opfer wegen Menschenhandels schuldig gesprochen, jedoch in Bezug auf beide Frauen der Förderung der Prostitution. Das Gericht bewertete die Aussagen der beiden Frauen grundsätzlich als glaubhaft und trägt ihrer schwierigen Situation Rechnung. Die Staatsanwältin, die auf Fälle von Menschenhandel und Zuhälterei spezialisiert ist, schilderte die zweifache Diskriminierung der Opfer: als Roma-Frauen und als Prostituierte, die auf dem Strassenstrich arbeiteten und damit innerhalb des Sexgewerbes der untersten Hierarchiestufe angehörten. Die Frauen, so die Staatsanwältin, seien weder emanzipiert noch selbstbewusst und gingen davon aus, dass sie einen Beschützer brauchten; dies nicht zuletzt deshalb, weil in ihrem Heimatland die Prostitution verboten ist und deshalb nur unter schwierigen, gefährlichen Bedingungen ausgeübt werden kann. Eine der beiden Frauen hatte sich bereits in Ungarn prostituiert, weil sie für ihre drei Kinder aufkommen musste, und hatte sich gegenüber dem 34-jährigen Landsmann verschuldet. Sie wurde wie eine Ware von Ort zu Ort verschoben und mindestens einmal spitalreif geprügelt – von ihm und einem anderen Zuhälter, im Hotelzimmer im Kreis 4.

Ganer Artikel: nzz.ch

Anklage: Mann (42) erstach Prostituierte

Düsseldorf (dpa). Nach der Bluttat an einer Prostituierten in einem Düsseldorfer Nobelhotel ist gegen einen 42-jährigen Mann Anklage erhoben worden. Ihm werde Totschlag vorgeworfen, sagte Staatsanwalt Christoph Kumpa am Dienstag auf dpa-Anfrage. Das Düsseldorfer Landgericht muss nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.

Der 42-Jährige hatte sich in die Rumänin verliebt und sich mit ihr im Januar in einer Suite des Hotels im Düsseldorfer Medienhafen eingemietet. Dort war die Frau erstochen aufgefunden worden.

Der Dormagener hatte sich unmittelbar nach der Tat in die Türkei abgesetzt. Von dort aus hatte er sich via E-Mail bei mehreren Zeitungen gemeldet und seine Unschuld beteuert.

Ein unbekannter Russe sei in die Suite eingedrungen und habe seine Freundin erstochen, weil sie aus der Prostitution aussteigen und nach Rumänien zurückkehren wollte. Er wolle nun auf eigene Faust den Täter ermitteln und sich dann der Polizei stellen.

An dieser Version halte der Beschuldigte offenbar nach wie vor fest, sagte Kumpa. Ermittlern habe er vorgeworfen, nicht ausreichend in diese Richtung zu ermitteln. Elf Tage nach der Tat hatte sich der Verdächtige gestellt.

Er war aus der Türkei zurückgeflogen und wurde festgenommen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Ein Zimmermädchen war in der Suite auf den blutigen Tatort und die fast nackte und mit Stichwunden übersäte Leiche der jungen Rumänin gestoßen.

Die Staatsanwaltschaft geht von einer Beziehungstat aus. Die Tatwaffe blieb verschwunden. Die Staatsanwaltschaft hat rund 50 Zeugen benannt.

Ganzer Artikel: wz-newsline

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Hure vom Wanderparkplatz

Weil sie sich auch mal was leisten wollte, fing Dany an, sich zu prostituieren. Doch dann schloss die Stadt Dortmund den Straßenstrich und verdrängte sie und ihre Kolleginnen in Hinterhöfe und Internetcafés. Oder an den Stadtrand, auf einen Wanderparkplatz, wo Vögel zwitschern und Freier rar sind.
Zunächst arbeiten nur etwa 60 Frauen an der Ravensberger Straße, viele Jahre lang geht es dort friedlich zu. Seit der neuerlichen EU-Osterweiterung im Jahr 2007 kommen immer mehr Frauen dazu – zuletzt werden 700 verschiedene Sexarbeiterinnen registriert, darunter immer mehr Bulgarinnen und Rumäninnen. Die Konkurrenz wird größer, der Ton schärfer, die Preise niedriger.

Als Dany im vergangenen Jahr erfährt, dass die Stadt Dortmund den Strich schließen will, kämpft sie um ihre Arbeitsstätte. Sie trifft sich mit Lokalpolitikern, schreibt Briefe und Mails, organisiert eine Prostituierten-Demonstration vor dem Rathaus, schaltet einen Anwalt ein. “Ich bin ein Mensch, der sich grundsätzlich nichts verbieten lässt”, sagt sie mit scharfem Ton. Zuletzt klagt sie beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen gegen die Schließung – vergeblich. Am 16. Mai 2011 wird die gesamte Stadt zum Sperrbezirk für Prostitution erklärt.

Polizei und Ordnungsamt fahren seitdem mehrmals täglich die Nordstadt ab,  wer beim “Anbahnungsgespräch” erwischt wird, muss ein Bußgeld zahlen.

Aus den verschnörkelten Jugendstilhäusern wehen zerschlissene BVB-Flaggen, vor den verdreckten Hauseingängen türmt sich der Müll: Fernsehsessel, Wattestäbchen, mittendrin gebrauchte Spritzen. Auf dem Spielplatz sitzt ein Kind auf der quietschenden Wippe. Nebenan, vor der Trinkhalle, spritzen sich Junkies ihren ersten Schuss, morgens um elf. Die Dortmunder Nordstadt ist ein Kiez der Kulturen – hier leben Einwanderer aus vielen Nationen, aber auch Künstler und Aussteiger, Alternative, Sozialhilfeempfänger und Studenten. In den vergangenen Jahren hat sich die Lage dort verschärft: Häuserblöcke verwahrlosen, Wohnungen vermüllen, es gibt Messerstechereien und Schießereien.

“Diese Zuwanderer und insbesondere die Männer sorgen dafür, dass im Viertel die Kleinkriminalität blüht”, sagt Marita Hetmeier, Nordstadtbewohnerin und SPD-Politikerin im Dortmunder Stadtrat. Auch der Straßenstrich habe sich zunehmend zum Negativen entwickelt. Immer mehr Osteuropäerinnen hätten sich dort prostituiert, außerdem sei es vermehrt zu Schlägereien unter den Frauen gekommen. “Der Straßenstrich war der Anziehungspunkt für viele Kriminelle geworden, die Probleme im Viertel verursachten. Damit das in Zukunft nicht mehr möglich ist, haben wir den Strich geschlossen”, ergänzt Hetmeier.

Blauer “Lidschatten” aus Essen

Nachdem der Dortmunder Strich schließt, versuchen Dany und ihre Kolleginnen es zunächst im 40 Kilometer entfernten Essen, am alten Kirmesplatz. Nach einer halben Stunde Aufenthalt kommt ein Mann, der ihnen einen Wohnwagen aufschwatzen will. Aus Sicherheitsgründen, damit sie nicht von den Essener Prostituierten weggejagt werden. Auf dem Strich gilt das Gesetz der Straße – die Essener Frauen haben hier ihr Revier, Dortmunderinnen werden nicht geduldet. “Ich habe auch von verschiedenen Kolleginnen gehört, dass sie in Essen regelmäßig das Gesicht verschönert bekommen”, sagt Dany, Ironie in der Stimme. “Die brauchen keinen blauen Lidschatten mehr.”

Während Dany und die anderen Prostituierten immer mehr um ihre Existenz bangen, feiern Stadt und Polizei die Schließung des Straßenstrichs als Erfolg. Anfang Juli ziehen Politiker und Polizisten ein positives Zwischenfazit für die Nordstadt. Ein “deutlicher Rückgang der Straßenprostitution” sei inzwischen erkennbar, heißt es auf einer Pressekonferenz. Seit Mai hätte das Ordnungsamt 380 Platzverweise gegen Prostituierte erteilt, 170 Belehrungen ausgesprochen und 27 Frauen in Gewahrsam genommen. Gegen Freier habe es 169 Platzverweise und 71 Ordnungswidrigkeitsanzeigen gegeben.

Am 16. Mai 2011 hat die StadtDortmund den Straßenstrich an der Ravensberger Straße geschlossen. Seitdem fährt Dany drei Mal pro Woche nach Castrop-Rauxel – immer mit zwei Kolleginnen, alleine ist es zu gefährlich. Es ist stockdunkel dort, in der Zufahrt zu einem einsamen Wanderparkplatz. Die nächste Siedlung ist Kilometer entfernt, es gibt keine Laternen. Autos und Lastwagen rasen die Straße entlang, ihre Scheinwerfer sind die einzigen Lichtquellen. Dany knipst die Taschenlampe an und leuchtet über den holprigen Schotterweg, der sich von der Straße zum Parkplatz schlängelt. Zerfetzte Aldi-Tüten liegen herum, im Gebüsch sind die Überreste eines Kondoms zu erkennen. “Ohne die Taschenlampen hätten wir hier gar kein Licht”, sagt Dany, wirft die Zigarettenkippe auf den Boden und tritt sie aus. “Manchmal ist mir schon mulmig”, sagt sie. “Neulich war ich alleine hier und der ganze Parkplatz war voll mit seltsamen Gestalten, das Gefühl war schon echt übel.”

Dany ist 37 Jahre alt, Single, Mutter von drei Kindern und entspricht nicht gerade dem Klischee der Prostituierten. Sie ist nicht so puppenhaft, nicht so zierlich wie die Frauen in den Erotik-Clips im Fernsehen oder die Dollhouse-Stripperinnen von der Hamburger Reeperbahn. Ihre Statur ist stabil, ihre Art sich auszudrücken derb, sarkastisch, typisch Ruhrpott. Wenn Dany nicht anschafft, kleidet sie sich unauffällig – sportlich, mit schwarzem Kapuzenpulli und flachen Ballerinas. Sie stolziert dann auch nicht, eher marschiert sie, die karottenfarbenen Haare fallen in dichten Locken über die Schultern.

Ihr Privatleben will Dany für sich behalten, nur wenige Eckpunkte verrät sie. “Ich hab sogar ‘nen Realschulabschluss”, sagt sie bissig, lacht dabei laut. “Soll man ja nicht meinen.” Mit 19 wird sie zum ersten Mal schwanger, bringt ihre Tochter zur Welt. Danach kellnert sie drei Jahre lang in einer Disco, wird noch zweimal schwanger, ist arbeitslos. Dany wirkt abgeklärt, als sie von den einzelnen Stationen erzählt, desillusioniert.

“Tust du es? Tust du es nicht?”

Eine Freundin von ihr, erzählt Dany, habe sich auf der Straße prostituiert. Irgendwann sei auch sie an den Punkt gekommen, an dem sie sich etwas leisten wollte, aber nicht konnte. “Dann hab ich lange hin und her überlegt: Tust du es? Tust du es nicht?” 2006 fällt sie ihre Entscheidung – und landet schließlich auch am Dortmunder Straßenstrich. Dort arbeitet sie fünf Jahre lang völlig unabhängig, ohne Zuhälter – sie kann selbst bestimmen, an welchen Tagen sie frei macht und zu wem sie ins Auto steigt. Wie andere Arbeitnehmer auch schickt sie am Ende des Jahres ihre Steuererklärung ans Finanzamt. Ein ganz normaler Job – zumindest für Dany.

Drei bis vier Mal pro Woche steht Dany im April 2011 an der Ravensberger Straße in Dortmund-Nordstadt, sie hat ihre Stammkunden und kann gut leben von dem Geld, das sie dort verdient. Die Nachmittagssonne brennt, die Frauen zeigen, was sie zu bieten haben: lange, nackte Beine, tiefe Dekolletés – viel Sex für wenig Geld. Je besser das Wetter, desto mehr Autos kurven durch die Straße hinter dem Baumarktgelände: Die Fahrer gaffen, halten an, verhandeln, die Bässe wummern.

Als der Dortmunder Straßenstrich um die Jahrtausendwende an der Ravensberger Straße entsteht, gilt er lange Zeit als Vorzeigemodell. Im Blechcontainer der katholischen Beratungsstelle “Kober” können die Prostituierten den Sozialarbeiterinnen ihre Probleme klagen, Snacks und Kondome kaufen und sich kostenlos vom Arzt untersuchen lassen. Mit den Freiern fahren die Frauen in sogenannte Verrichtungsboxen und haben dort Geschlechtsverkehr, meist im Auto, ab und zu auch auf der Motorhaube. Für Notfälle gibt es rote Alarmknöpfe an den Bretterwänden – die Frauen drücken, ein lautes Signal schrillt, die Sozialarbeiterinnen oder die anderen Frauen eilen zur Hilfe.

Ihre Vermutung bestätigt sich: Die Frauen laufen jetzt durch die abgelegenen Seitenstraßen der Nordstadt, stehen abends rauchend in Hauseingängen oder sitzen in einem der vielen Internetcafés – getarnt in Jeans und Turnschuhen, immer auf der Suche nach einem potentiellen Freier. Männer werden umgarnt, direkt gefragt, ob sie mitkommen möchten. Zum Geschlechtsverkehr kommt es dann entweder in der Wohnung der Frau oder der des Freiers, manchmal auch im Hinterzimmer eines Cafés. “Das Problem ist, dass wir die Prostituierten und Freier bei einem Verhandlungsgespräch ertappen müssen”, sagt Polizist Karsten Jung, der für den Bezirk Nordstadt zuständig ist. “Wenn die Frauen einfach nur im Internetcafé sitzen, können wir ihnen nichts nachweisen.”

Ein roter Fiat Panda bremst ab und wird langsamer. Sofort posiert Dany am Seitenstreifen vor dem Wanderparkplatz, doch am Steuer sitzt eine Frau, sie mustert die Prostituierte ausgiebig. Dany ist enttäuscht – wieder kein Freier. “Es ist schon ziemlich unangenehm, an so einer öffentlichen Straße zu stehen, wo auch Familien und Mütter mit ihren Kindern entlangfahren”, sagt sie. Ihr Handy klingelt, “DJ got us fallin’ in love again” von Usher. Ein Mann ist am Apparat. Sie redet nur kurz mit ihm. “Ich sag mal so, ‘ne halbe Stunde wirst du für den Preis nicht kriegen.” Sie legt auf und schimpft noch kurz über all jene Männer, die immer mehr Fantasien für immer weniger Geld ausleben möchten. “Die sollen sich doch bitte selbst einen von der Palme wedeln!”

Nach dem gescheiterten Versuch auf dem Essener Straßenstrich hat sich Dany entschieden, außerhalb der Dortmunder Stadtgrenze zu arbeiten. Der Wanderparkplatz, der direkt an einer Schnellstraße nach Castrop-Rauxel liegt, bietet sich da an. Der Ort sei zwar von der Lage her nicht schlecht, sagt sie, doch sicher sei man hier nicht. Deshalb haben sie und zwei ihrer ehemaligen Straßenstrich-Kolleginnen eine Fahrgemeinschaft gegründet. “Wir drei passen halt aufeinander auf.”

Abrutschen in Hartz IV

Nur ein paar zerknüllte Zeitungen, ein leere Cola-Dose und Zigarettenstummel liegen noch am ehemaligen Straßenstrich herum. Die Verrichtungsboxen sind seit zwölf Monaten abgerissen, der Beratungscontainer steht leer, ein älterer Mann in Trainingsjacke führt seinen Rauhaardackel aus. Ein Jahr nach der Straßenstrichschließung verwaist die Ravensberger Straße. Ein inoffizieller Strich hat sich längst etabliert. Der “harte Kern” – zu dem laut Elke Rehpöhler “die osteuropäischen und drogenabhängigen Frauen” gehören – schleicht mittlerweile am Nordmarkt oder Schleswiger Platz herum. Gegenden, in denen sich triste Internetcafés, Wettbüros und Kioske aneinanderreihen.

Tag für Tag rasen die Autos am Wanderparkplatz an der Schnellstraße vorbei, es riecht nach Benzin und Abgasen, Vögel zwitschern in den Laubbäumen. Dany wartet weiter am Straßenrand, spaziert auf und ab, zündet sich eine Zigarette an. Wenn sie Glück hat, hält jemand an und sie kann zu ihm ins Autos steigen. Finanziell, sagt sie, gehe es ihr deutlich schlechter als an der Ravensberger Straße. Dany zieht, inhaliert den Tabakrauch tief und bläst ihn langsam in die Luft. Sie sei deshalb in eine kleinere Wohnung gezogen, so spare sie 125 Euro Miete und 30 Euro Stromkosten. Doch auch das reicht längst nicht mehr zum Leben. Demnächst, sagt Dany, muss sie wohl Hartz IV beantragen.

Für die Multimedia-Reportage haben die Journalistik-Studenten Caroline Biallas und Alexander Spelsberg die Prostituierte Dany ein Jahr lang begleitet, sie immer wieder zu Filmaufnahmen und Interviews getroffen. Entstanden ist dabei außerdem ein Dokumentarfilm, zu finden unter www.do1.tv.

Ganzer Artikel: Sueddeutsche.de

Die Euro, dein Lustspender

Sexarbeiterinnen waren während EM und Olympischen Spielen stets unerwünscht. Nur die Methoden der Problembekämpfung sind von der Ukraine bis Salzburg unterschiedlich.

Die Euro 2008 war rotlichtmäßig eine Hängepartie. Nach der WM 2006 in Deutschland bereits der zweite Fehlschlag. Da das älteste Gewerbe der Welt nicht so schnell aufgibt, läuft in Kiew, der Hauptstadt der Ukraine, bereits eine Werbekampagne, um Touristen auf den Geschmack der mannigfaltigen Freuden rund um die Euro 2012 zu bringen. Bei der Stadtverwaltung trifft sie jedoch nicht auf Gegenliebe, die Behörde will gegen die Sexarbeiterinnen vorgehen.

Nach dem Politikerboykott gegen die Ukraine will man sich nicht noch einen Imageflop einhandeln und als Zentrum der käuflichen Liebe dastehen. Die Ukraine ist freilich kein Einzelfall, Eindämmungsmaßnahmen gegen käufliche Triebabfuhr ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der großen Sportturniere. Nur die Methoden variieren von Land zu Land. Sie treffen meist den Nerv des freudig erregten Fans.

In Österreich fürchtete sich einer Umfrage der Universität Wien zufolge jeder Zweite vor Prostitution und Drogenhandel während der Euro. Mehr allerdings noch vor den englischen Fans. In Innsbruck wurden Wochen vor dem ersten EM-Spiel frei umherschweifende Liebeshändlerinnen genau beobachtet.

Den Wienern wurde ein Anstieg der legalen und illegalen Prostitution prophezeit, das Magistrat stellte gegen die anrollende Sündenwelle acht „zeitgleich“ am Frauennotruf arbeitende Telefonseelsorger bereit. Im traditionell sinnenfreudigen Salzburg wollten einschlägige Etablissements ihre Belegschaft um durchschnittlich sieben Schöne der Nacht aufstocken. Bürgermeister Heinz Schaden kündigte dagegen quasi ein Pressing an urban-hygienischen Maßnahmen an. 20 Müllmänner standen gleichzeitig in Alarmbereitschaft, die Innenstadt wurde vier Mal täglich geputzt und die Urinals bis ein Uhr früh offen und sauber gehalten. „Das ist wichtig für die Akzeptanz bei der Bevölkerung.“
Nur im freisinnigen Kärnten begegnete man der Lustlawine mit Gelassenheit. Weder Sextourismus noch Sexcontainer seien zu befürchten, wiegelte die Klagenfurter Behörde damals ab. Kärnten erfreute sich lieber am neuen Stadion und dem dort Hof haltenden Landeshauptmann Jörg Haider.

In weniger freien Gesellschaften wird diese spezielle Schattenwirtschaft mit robusteren Maßnahmen aus dem Verkehr gezogen. Während der Olympischen Sommerspiele drangsalierte die Exekutive von Peking die Sexarbeiterinnen, die einschlägigen Bars waren leer, die Geschäfte erfolgten in schummrigen Nebenstraßen und Privatwohnungen. In Vancouver, einer von Armut und Obdachlosigkeit gebeutelten Stadt, erhofften sich 2010 die Prostituierten eine kurzzeitige Hebung der Umsätze. Doch die Nachfrage stagnierte, obwohl die Polizei cool blieb. Das IOC ging, das Elend blieb.

Die Fifa-WM in Südafrika 2010 soll offenbar von erheblicher Kinderprostitution begleitet worden sein. Schwester Melanie Ocondor, die Leiterin des Büros zur Bekämpfung von Menschenhandel der katholischen Bischofskonferenz, schilderte, wie Kriminelle vermehrt Kinder und Jugendliche vor Schulen mit dem Versprechen von Ferialjobs rekrutierten oder einfach entführten, um sie WM-Touristen zugänglich zu machen. Ein Thema der Berichterstattung war das kaum.

Das wird wohl auch für die Euro in Polen und der Ukraine gelten. Wie die Tatsache, dass es zwar viele Fans bis zum ersten Spiel kaum erwarten können, aber offenbar mehr Menschen, als man ahnt, den Tag herbeisehnen, da die glitzernde Karawane der Uefa wieder weiterzieht.

Ganzer Artikel: Die Presse.com

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Binational vereint gegen Menschenhandel

Beschützen, verhindern, verfolgen und binational vereint vorgehen: Das sind die vier Pfeiler, auf denen neue Bemühungen im Kampf gegen Menschenhandel basieren. Das Konzept wird in Kooperation mit Rumänien erprobt.

Menschenhandel wird in der Schweiz mit ganz unterschiedlichen Ansätzen bekämpft – von verwaltungsinternen und externen Fachstellen, die, im besten Fall, ihr Know-how bündeln, Diskrepanzen überwinden und gemeinsam vorgehen. Runde Tische beispielsweise und ähnliche, interdisziplinär zusammengesetzte Gremien gegen Menschenhandel gibt es im Bund und in einigen Kantonen schon seit längerem. Neu hat das Bundesamt für Polizei nun damit begonnen, die Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hinaus zu intensivieren. Ein erstes derartiges Projekt erprobt Bundesrätin Simonetta Sommaruga derzeit mit Rumänien: Weil seit 2007 eine enge, gut funktionierende polizeiliche Kooperation mit Rumänien besteht, auf der aufgebaut werden kann, und weil die Schweiz zunehmend zum Ziel- und Transitland für rumänische Menschenhändler wird. «Die Schweiz und Rumänien», konstatiert Sommaruga, «haben ein gemeinsames Problem, das sie nur gemeinsam lösen können.»

Die Arbeit aufgenommen

Um den Menschenhändlern das Handwerk zu legen, deren Opfer zu erkennen und möglichst gut zu betreuen, nicht zuletzt auch in ihrer wichtigen Funktion als Zeugen im Strafverfahren, hat die Justizministerin eine schweizerisch-rumänische Arbeitsgruppe initiiert. Die neue Kooperation war Ende letzten Jahres anlässlich eines Besuchs in Bukarest auf Ministerebene beschlossen worden, und bereits Mitte Februar kam es zum ersten Treffen der rund dreissigköpfigen Fachexperten-Gruppe – wiederum in Bukarest. Die Schweizer Delegation wird von Boris Mesaric geleitet, dem Geschäftsführer der Koordinationsstelle gegen Menschenhandel und Menschenschmuggel (KSMM), die dem Bundesamt für Polizei (Fedpol) angegliedert ist.

Zur Schweizer Gruppe gehören Vertreter von Fedpol und vom Bundesamt für Migration, Vertreter der Kantone und Städte sowie zwei verwaltungsexterne Fachstellen. Die rumänische Delegation hingegen setzt sich ausschliesslich aus Behördenvertretern zusammen; auf den Beizug von Nichtregierungsorganisationen wird bis anhin verzichtet. Und dies, obwohl Bundesrätin Sommaruga bei ihrem Aufenthalt in Bukarest eine international anerkannte und gut vernetzte, private Fachstelle gegen Menschenhandel, Adpare genannt, besucht hatte. Die Justizministerin liess sich in einer Bukarester Schutzwohnung von Adpare ausführlich über die Situation von Opfern informieren – und über die Verfolgung und Bestrafung der Täter. Was sofort ins Auge springt: Im Vergleich zur Schweiz kommt es in Rumänien viel häufiger zu Verfahren gegen Menschenhändler. Rumänische Polizeivertreter sprachen anlässlich des Besuchs von Bundesrätin Sommaruga von 415 Gerichtsverfahren gegen Menschenhändler im Jahr 2010, wovon knapp die Hälfte letztinstanzlich schuldig gesprochen und verurteilt wurden; in der Regel zu mehrjährigen Freiheitsstrafen. In der Schweiz hingegen wurden 2010 nur 52 Straftaten im Zusammenhang mit Menschenhandel polizeilich registriert, letztes Jahr waren es sogar lediglich 45. Die Anzahl der Verurteilungen bewegt sich in der Schweiz in den letzten zehn Jahren zwischen 2 und 12; 2010 kam es schweizweit nur gerade zu 4 Verurteilungen wegen Menschenhandels. Einiges häufiger werden allerdings Schuldsprüche wegen Förderung der Prostitution gefällt.

«Diese Unterschiede waren ein Thema beim ersten Treffen der binationalen Arbeitsgruppe in Bukarest», sagt Boris Mesaric. Der KSMM-Geschäftsführer ist sich bewusst, dass in der Schweiz nur wenige Opfer von Menschenhandel identifiziert werden. Das liege unter anderem an der föderalistischen Struktur, also an der von Kanton zu Kanton unterschiedlichen Intensität und Professionalität im Kampf gegen Menschenhandel. Im zentralistisch funktionierenden Staat Rumänien ist diese Aufgabe straffer organisiert und damit weniger verzettelt. Neben den polizeilichen Fachkräften gibt es innerhalb der Verwaltung eine nationale Koordinationsstelle, die mit identifizierten Opfern arbeitet und landesweit fünfzehn Auffangzentren unterhält. Menschenhandel findet in Rumänien auch innerhalb der Landesgrenzen statt. Es geht um Handel und Ausbeutung zum Zwecke der Prostitution (die in Rumänien zwar streng verboten, aber durchaus existent und sichtbar ist), um Arbeitseinsätze oder um Betteln und Stehlen. Vor allem Roma-Kinder und alte Leute, so die Einschätzung der rumänischen Fachleute, würden von kriminellen Banden zum Betteln gezwungen.

Synchrone Aktionen

Mesaric erhofft sich von der binationalen Arbeitsgruppe eine effizientere Vorgehensweise zwischen Fachleuten, die sich gegenseitig kennen und vertrauen: «In der Polizeiarbeit sind persönliche Kontakte wichtig.» Idealerweise würden die Täter künftig in synchronen Aktionen verfolgt. Angestrebt wird zudem, dass Opfer von Menschenhandel auch dann unter Einhaltung der strafprozessualen Regeln als Zeugen befragt werden können, wenn sie sich bereits wieder in Rumänien aufhalten. Zur Mitarbeit im Strafverfahren liessen sich die Opfer nur motivieren, so Mesaric, wenn sie sich in ihrem Heimatland sicher fühlten und eine Chance auf Reintegration erhielten. Die Schweizer Delegation hat sich zusichern lassen, dass Opfer von Menschenhandel, die im Ausland zur Prostitution angehalten wurden, in Rumänien nicht bestraft werden. Das Fedpol schätzt, dass in der Schweiz derzeit mehr als tausend rumänische Frauen als Prostituierte tätig sind – rund zwanzig Prozent von ihnen nicht freiwillig.

Die vier Pfeiler

«Unsere Bemühungen stützen sich auf die vier Pfeiler Schutz, Prävention, Verfolgung und gemeinsames Vorgehen aller Beteiligten, und zwar eben über die Landesgrenzen hinaus», sagt Mesaric. Die Zusammenarbeit mit Rumänien stellt für Justizministerin Sommaruga einen ersten Testlauf dar: Gelingt er, so fasst sie ähnliche Kooperationen mit anderen Ländern ins Auge – im Vordergrund stehen Bulgarien und Ungarn.

Ganzer Artikel: NZZ

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Ecuador: Weibliche Flüchtlinge werden in die Prostitution getrieben

Der Dokumentarfilm Flüchtlinge in Ecuador wenden sich der Sexarbeit zu von VJ Movement untersucht die Situation vieler kolumbianischer Frauen, welche infolge von Gewalttaten über die Grenze nach Ecuador auswandern mussten. In vielen Fällen müssen die Frauen und ihre Töchter als Prostituierte arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, da sie keiner legalen Beschäftigung nachgehen können.

Amy Brown berichtet über diese Situation, indem sie Frauen und Agenturen in der Region interviewt. Die Geschichten werden von Frauen erzählt, die wegen Drohungen der Guerilla aus Kolumbien flüchten mussten. Dabei mussten sie ihre Geschäfte und ihren Haushalt zurücklassen und konnten oftmals nur ihre Kinder und einige wenige Habseligkeiten mitnehmen. Flüchtlinge können nicht legal arbeiten bis sie ein Visum bekommen und dieser Prozess kann bis zu 18 Monaten dauern. Wie im Video erklärt wird, sind „Frauen und Mädchen dadurch besonders gefährdet.“

Wenn sie sich gelegentlich um einen Job, wie Waschen oder Kochen bemühen, um etwas Geld zu verdienen und Essen kaufen zu können, wird ihnen oftmals angeboten, „Kellnerin“ zu werden. Dies ist der lokale Euphemismus für Prostituierte, die in verschiedenen Bars oder Bordellen arbeiten. Einer von ihnen wurde gesagt, sie könne ihre hübsche junge Tochter im Bordell arbeiten lassen… das Mädchen war erst 13 Jahre alt.

Für viele Frauen bleibt jedoch nach drei oder sechs Monaten ohne Arbeit, Ersparnisse und Möglichkeiten nur noch die Option, Sexarbeiterin zu werden. Laut einer befragten Person, die das Phänomen untersucht, gibt es genügend Freier. Die Ankunft der Ölunternehmen brachte die ersten Freier, und auch jetzt sind sie noch die Hauptkunden dieser wachsenden Industrie: in der Provinz gibt es mehr Bars und Bordelle als Fußball- und Basketballfelder.

Der Mangel an Aktivitäten und Möglichkeiten für jungen Menschen gefährdet die Mädchen. 11- und 12-jährige können leicht in illegale Aktivitäten wie Prostitution und Sexhandel verstrickt werden.

YouTube Preview ImageGanzer Artikel: globalvoicesonline

Brandanschlag auf Saunaclub

Geld aus den USA, eine feindliche Übernahme, ein abgefackeltes Bordell: Im Rotlicht steigt der Konkurrenzdruck.

Ein abgefackeltes Bordell in Wien-Floridsdorf wird zum Kriminalfall – und zeigt, dass derzeit im Rotlicht mit harten Bandagen gekämpft wird. Am Montag gegen zwei Uhr Früh wurde an der Brünner Straße 57 ein Saunaclub ein Raub der Flammen. An einen Zufall glauben die Ermittler nicht, denn der Zündler hat gründliche Arbeit geleistet. Das Gebäude brannte völlig aus, die Scheiben barsten, das Dach stürzte ein. Brandgefährlich war das Inferno auch, weil sich daneben eine Tankstelle befindet. Zwar gibt es offiziell keinen Verdächtigen. Die Vorgeschichte des Clubs wirft jedoch Fragen auf.

Vor dem Inferno tobte ein erbitterter Streit um das Bordell. Albert Z. hielt zwar einen gültigen Mietvertrag in Händen. Dennoch soll sich sein Vormieter, Herr B., mit einer nicht exekutierbaren einstweiligen Verfügung das Etablissement unter den Nagel gerissen haben – mit einem Anwalt, einer Schar breitschultriger Leibwächter und der Rückendeckung einer Rotlicht-Größe. Z. bekämpfte die feindliche Übernahme am Gerichtsweg. Diese Woche, so erzählt er, hätte Herr B. das Lokal räumen müssen. Das hat sich mit dem Brand erübrigt. Mit Verdächtigungen hält sich Z. aber zurück: „Es gehört geklärt, wer dahintersteckt.”

Der Schaden beläuft sich auf rund 2,5 Millionen Euro. Z. will mit dem Vermieter einen zweiten Anlauf starten. Geld dafür wäre in der Rotlicht-Szene reichlich vorhanden, berichtet ein Insider. Derzeit sind Geldgeber aus Graz und Salzburg auf der Suche nach Investments – kolportiert wird eine Gesamtsumme von 14 Millionen Euro. Vor allem Laufhäuser, also die überteuerte Vermietung von Zimmern, gelten als lukratives Geschäftsmodell.

Dass auch aus dem Ausland Geld fließt, zeigte sich auch am Montag vor dem abgebrannten Bordell: Da entstieg ein Mittdreißiger in feinem Zwirn einem Porsche und gab in amerikanischem Englisch an, vor wenigen Tagen ein Vermögen in den Club investiert zu haben. Der Mieter, Albert Z., wusste nichts davon. Wohin sein Geld floss, ließ sich nicht klären. Der betrogene Investor brauste wieder davon – zur nächsten Polizeiinspektion.

Gazer Artikel: kurier.at

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Pfarrer: Gottesdienst mit Sexarbeiterinnen

Köln –  Das wird ein Gottesdienst der pikanteren Art! Im Zuge des Sommerblut-Festivals lädt der evangelische Pfarrer Hans Mörtter Sexarbeiterinnen zum offenen Dialog ein.

Die Hornstraße – eher bekannt für Spielhallen, der Tabledance-Bar, dem Döner-Drive-in und dem Pascha. Ausgerechnet hier wird am 19. Mai eine religiöse Veranstaltung stattfinden. „Ich hoffe, die Gläubigen lassen sich von der Umgebung nicht einschüchtern und kommen zahlreich“, sagt Pfarrer Hans Mörtter, Initiator des kuriosen Gottesdiensts.

Auf einer Kabeltrommel auf dem Veranstaltungsgelände Odonien wird er offen über Prostitution, Sex und Religion reden. „Mir geht’s um Wahrnehmung und die öffentliche Stellung von Prostituierten“, so Mörtter.

Im Dialog mit Sexarbeiterinnen aus Berlin, Bochum und Köln will er das Tabu-Thema transparent machen und unkt über Kritiker: „Ich hoffe, ich überlebe die Prügel der aufgeklärten Südstädtlerinnen…“

Ganzer Artikel: Express.de

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