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	<description>Das Online-Journal rund um den käuflichen Sex</description>
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		<title>Ulrich Seidl: Von der Macht der weißen Haut</title>
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		<pubDate>Sat, 19 May 2012 15:10:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lautrec</dc:creator>
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Der österreichische Filmemacher Ulrich Seidl (59)  gilt als Spezialist für Abgründe menschlicher Triebwelten. In seinem  Film „Paradies: Liebe“, der bei den Festspielen in Cannes im Rennen um  die Goldene Palme ist, geht es um reife Frauen, die an den weißen  Stränden Kenias Sex kaufen.


Der österreichische Filmemacher Ulrich Seidl (59)  gilt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><img class="alignnone" src="http://p4.focus.de/img/gen/3/7/1337348225_jpeg-14816400332DF942-20120518-img_36606260_1958710_1_dpa_Pxgen_r_630xA.jpg" alt="" width="441" height="330" /></div>
<div>Der österreichische Filmemacher Ulrich Seidl (59)  gilt als Spezialist für Abgründe menschlicher Triebwelten. In seinem  Film „Paradies: Liebe“, der bei den Festspielen in Cannes im Rennen um  die Goldene Palme ist, geht es um reife Frauen, die an den weißen  Stränden Kenias Sex kaufen.</div>
<div></div>
<div>
<div>Der österreichische Filmemacher Ulrich Seidl (59)  gilt als Spezialist für Abgründe menschlicher Triebwelten. In seinem  Film „Paradies: Liebe“, der bei den Festspielen in Cannes im Rennen um  die Goldene Palme ist, geht es um reife Frauen, die an den weißen  Stränden Kenias Sex kaufen.</div>
<div>
<div>Seidl provoziert, doch verurteilt er nicht. Er  versuche beide Seiten zu verstehen. Die reifen Damen, die sich wegen  ihrer Fettleibigkeit und ihres Alters hässlich fänden, aber auch die  Beachboys, die für Geld Sex verkaufen. Für die einen sei es ein Weg aus  der Einsamkeit, für die anderen gehe es ums Überleben und um  Statusdenken. „Alles dreht sich dort ums Geld. Die Kenianer glauben,  dass wir noch eine Schuld abzuleisten haben. Gleichzeitig punktet man  und gewinnt an Ansehen. Das ist die Macht der weißen Haut“, sagte der  Österreicher abschließend.</div>
</div>
<div></div>
<div>Ganzer Artikel: <a href="http://www.focus.de/kultur/kino_tv/film-ulrich-seidl-von-der-macht-der-weissen-haut_aid_754921.html">focus.de</a></div>
</div>
<a href="javascript:toggleStartStop();PicLensLite.start({feedUrl:'http://freierjournal.com/wp-content/plugins/wp-piclens/mrss.php?id=5777'});">Start Slide Show with PicLens Lite <img src="http://freierjournal.com/wp-content/plugins/wp-piclens/PicLensButton.png" alt="PicLens" width="16" height="12" border="0" align="top"></a>]]></content:encoded>
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		<title>Keuschheitsgürtel für die City</title>
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		<pubDate>Sat, 19 May 2012 15:07:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lautrec</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Ab 22 Uhr, Preis ab 25 Euro, vier bis zehn Damen&#8221;, so lautet  die Beschreibung zum Augsburger Straßenstrich im Internet. Die Bewohner  an der Zimmerstraße, am alten Schlachthof, beschweren sich allerdings,  dass die Damen schon nachmittags ihre Leistungen feil bieten, teils  würden Anwohnerinnen von Freiern angesprochen. Dem will der Stadtrat  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8220;Ab 22 Uhr, Preis ab 25 Euro, vier bis zehn Damen&#8221;, so lautet  die Beschreibung zum Augsburger Straßenstrich im Internet. Die Bewohner  an der Zimmerstraße, am alten Schlachthof, beschweren sich allerdings,  dass die Damen schon nachmittags ihre Leistungen feil bieten, teils  würden Anwohnerinnen von Freiern angesprochen. Dem will der Stadtrat  einen Riegel vorschieben und den Sperrbezirk ausdehnen. Das letzte Wort  hat die Regierung von Schwaben.</strong></p>
<p>Aus 1975 datiert die „Verordnung über das Verbot der Prostitution in der  Stadt Augsburg“. Wie ein Schweizer Käse zeigt sie die Innenstadt als  einen einzigen Sperrbezirk mit zahlreichen Ausnahmen. Ebenso sind die  Industriegebiete ausgenommen. Probleme bereiten die Mischgebiete.</p>
<p>Ordnungsreferent Volker Ullrich strebte in einem ersten Schritt eine  Regelung für das Gebiet zwischen der Proviantbachstraße und der  City-Galerie an. Im Herbst möchte die Verwaltung Vorschläge  unterbreiten, wie die Wohngebiete in den Stadtteilen zu Sperrgebieten  erklärt werden können. Demgegenüber gab Verena von Mutius (Bündnis  90/Die Grünen) zu bedenken, dass man die Prostitution nicht  stigmatisieren und buchstäblich an den Rand der Gesellschaft drängen  dürfe.</p>
<p>Die Mehrheit der Räte sah das Wohl der Anwohner als höheres Gut  gegenüber der Gewerbefreiheit an. Damit brechen harte Zeiten für die  Prostituierten in Augsburg an.<br />
Seit dem 1. Januar 2002 gilt in Deutschland das Prostitutionsgesetz,  dessen Paragraph 3 diesen Dienst als „arbeitsgleich“ ansieht: „Bei  Prostituierten steht das eingeschränkte Weisungsrecht im Rahmen einer  abhängigen Tätigkeit der Annahme einer Beschäftigung im Sinne des  Sozialversicherungsrechtes nicht entgegen.“ Ullrich gab die  unterschiedlichen Interessen der neu entstandenen gehobenen Gastronomie  im alten Schlachthof, der nebenan entstandenen neuen Wohnbebauung,  einschließlich des neuen Internats der Metzgerinnung und dem  Gewerbeinteresse der Prostituierten zu bedenken.<br />
Die Anwohner hatten sich beim Bürgeramt massiv telefonisch und  schriftlich beschwert, berichtete Ullrich und insbesondere die  „unhygienischen Hinterlassenschaften“ in den Grünanlagen und sogar in  den Höfen der Wohnanlagen kritisiert. Das Marktamt habe dies auch für  das Areal um den neuen Schlachthof herum mit angegliederten  Fleischbetrieben bemängelt. Die entsprechenden Entsorgungen seien den  Mitarbeitern der dortigen Betriebe nicht zuzumuten.<br />
Die Einhaltung des Sperrbezirks sei durch Kontrollen der Polizei  möglich, sagte Ullrich, und ergänzte, dass eine entsprechende Verordnung  einen Platzverweis leichter durchsetzbar mache. Um einer möglichen  Verlagerung der Straßenprostitution auf den Bereich bis hin zur  City-Galerie zu entgehen, legte Ullrich einen zu beantragenden  Sperrbereich vor, der sich bei der Prinzstraße beginnend entlang der  Jakoberwall- und Lechhauser Straße im Westen am Lech entlang bis zur  Nagahama-Allee erstreckt.<br />
Noch vor dem Sommer will die Regierung von Schwaben über den Antrag der  Stadt befinden und hat eine Änderung der Verordnung bereits im Vorfeld  „wohlwollende Prüfung“ zugesagt, berichtete Ordnungsreferent Ullrich.</p>
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		<title>Muss Prostitution verboten werden? &#8220;Eins gegen Eins&#8221; mit Claus Strunz am Montag, 21. Mai 2012, um 23.30 Uhr in SAT.1</title>
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		<pubDate>Sat, 19 May 2012 15:06:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lautrec</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Prostitutionsverbot]]></category>

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		<description><![CDATA[Unterföhring (ots) &#8211; Prostitution in Deutschland boomt: Rund 400.000  Prostituierte, etwa 1,5 Millionen Freier täglich, bis zu 15 Milliarden  Euro Umsatz im Jahr &#8211; Tendenz steigend. Zufall? Nein! Denn seit der  Einführung des Prostitutionsgesetzes im Jahr 2002 ist kein anderes  europäisches Land so liberal und damit lukrativ wie Deutschland. Es ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unterföhring (ots) &#8211; Prostitution in Deutschland boomt: Rund 400.000  Prostituierte, etwa 1,5 Millionen Freier täglich, bis zu 15 Milliarden  Euro Umsatz im Jahr &#8211; Tendenz steigend. Zufall? Nein! Denn seit der  Einführung des Prostitutionsgesetzes im Jahr 2002 ist kein anderes  europäisches Land so liberal und damit lukrativ wie Deutschland. Es ist  nicht mehr sittenwidrig, seinen Körper gegen Geld anzubieten. Nach dem  Motto &#8220;Geiz macht geil&#8221; werben immer mehr Bordelle mit Discounter-Sex,  Flatrate-Girls und Schnuppertarifen. Das große Geld machen die  Bordellbetreiber. Dabei sollte das Prostitutionsgesetz gerade die  Bedingungen der Huren verbessern.</p>
<p>&#8220;Eins gegen Eins&#8221;-Moderator  Claus Strunz fragt deshalb am Montag, 21. Mai 2012, um 23.30 Uhr, in  SAT.1: Abschaffen statt Anschaffen &#8211; Muss Prostitution in Deutschland  verboten werden? &#8220;Ja&#8221; sagen: &#8220;Emma&#8221;-Redakteurin Chantal Louis und Sabine  Constabel. Die Sozialarbeiterin meint: &#8220;Männer dürfen kein Recht haben,  sich eine Frau zu kaufen.&#8221; Ein klares &#8220;Nein&#8221; erwidern Isabelle Rozier,  Geschäftsführerin eines Escort-Services. &#8220;Wenn Prostitution verboten  wäre, würde die Zahl der Vergewaltigungen zunehmen.&#8221; Unterstützung  bekommt sie von Michael Beretin von der Bordellgesellschaft &#8220;Paradise  Island&#8221;. Er sagt: &#8220;Prostitution ist nicht menschenunwürdig!&#8221;</p>
<p>Quelle: <a href="http://www.presseportal.de/pm/6708/2255335/muss-prostitution-verboten-werden-eins-gegen-eins-mit-claus-strunz-am-montag-21-mai-2012-um-23-30/gn">presseportal.de</a></p>
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		<title>Uneinsichtiger Menschenhändler und Zuhälter</title>
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		<pubDate>Sat, 19 May 2012 15:04:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lautrec</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mehrfach vorbestrafter Ungar schickt zwei Landsfrauen auf den Strassenstrich am Sihlquai, überwacht, bedroht und misshandelt sie
Er habe die Frauen wie eine Ware behandelt, sei niederträchtig,  menschenverachtend und skrupellos vorgegangen, hat sich am Mittwoch ein  Ungar vom Obergericht anhören müssen. Der Uneinsichtige wird zu 6 1/2  Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.
Ein Gewitter ist losgebrochen, und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Mehrfach vorbestrafter Ungar schickt zwei Landsfrauen auf den Strassenstrich am Sihlquai, überwacht, bedroht und misshandelt sie</h2>
<h3>Er habe die Frauen wie eine Ware behandelt, sei niederträchtig,  menschenverachtend und skrupellos vorgegangen, hat sich am Mittwoch ein  Ungar vom Obergericht anhören müssen. Der Uneinsichtige wird zu 6 1/2  Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.</h3>
<p>Ein Gewitter ist losgebrochen, und zwar just in dem Moment, als der  Gerichtspräsident am späten Mittwochabend sein Verdikt verkündet und  begründet hat, und die Situation draussen passte bestens zur Stimmung  drinnen. Mehr als zehn Stunden lang wurde das Verhalten eines heute  34-jährigen, mehrfach vorbestraften Ungarn beleuchtet, der zwei  Landsfrauen aufs Übelste ausgenutzt und misshandelt hatte. Er schickte  sie am Sihlquai auf den Strich und trieb sie zur Arbeit an, auch wenn  sie krank waren, er überwachte, bedrohte und schlug sie, nahm ihnen das  Geld ab und äusserte sich in den primitivsten Worten über sie – was  durch abgehörte Telefongespräche dokumentiert ist. Das Obergericht  sprach von einem niederträchtigen, menschenverachtenden und skrupellosen  Vorgehen und verurteilte den Uneinsichtigen und nicht Geständigen zu 6  1/2 Jahren Freiheitsstrafe, kombiniert mit einer unbedingten Geldstrafe:  unter anderem wegen Menschenhandels, Förderung der Prostitution und  Körperverletzung.</p>
<h4>Versammlung der Zuhälter</h4>
<p>Der Ungar, der im Gegensatz zu den beiden Prostituierten nicht der  Ethnie der Roma angehört, muss seinen Opfern zudem eine Genugtuung von  je 15 000 Franken bezahlen. Er hatte, wie bereits vor der Vorinstanz,  vergeblich seine Unschuld beteuert und einen Freispruch verlangt. Der  Mann befindet sich seit über drei Jahren ununterbrochen im Gefängnis;  wenn er dereinst seine Strafe abgesessen hat, wird er von den  ungarischen Behörden in Empfang genommen, die wegen weiterer Delikte  einen internationalen Haftbefehl ausstellen liessen. Der 34-jährige  Familienvater ist seit 2001 immer wieder mit der Justiz in Konflikt  geraten und musste auch schon in Ungarn eine mehrjährige Freiheitsstrafe  absitzen. In Zürich trieb er bis zu seiner Verhaftung als Zuhälter und  Menschenhändler sein Unwesen, organisierte in einem einschlägigen Hotel  im Stadtkreis 4 Versammlungen mit Zuhältern und Prostituierten, um  Preise festzulegen. Vor Gericht jedoch stritt er jegliche Machenschaften  im Sexmilieu ab. Mit der einen, älteren Frau habe er gar nichts zu tun  gehabt, und die jüngere sei seine Lebenspartnerin gewesen; man habe  zusammen gewohnt und mit ihrem Prostituierten-Einkommen bloss die  gemeinsamen Lebenskosten bestritten.</p>
<p>Ganz anders tönt es allerdings in den abgehörten Telefonanrufen und  in den Aussagen der beiden Frauen, die vom Verteidiger als unglaubhaft,  widersprüchlich, realitätsfremd und überspitzt bezeichnet wurden. Der  Zuhälter prahlte am Telefon gegenüber seiner Mutter und seinem Sohn  damit, dass er die Frauen schlage und dafür sorge, dass sie möglichst  viel arbeiteten. In Briefen, die er aus dem Gefängnis zu schmuggeln  versuchte, oder gegenüber Mitgefangenen droht er der Staatsanwältin und  den beiden Opfern, die es wagten, Zeugnis abzulegen, mit Rache – und  beschreibt seine Zukunftspläne dergestalt, dass er in Ruhe leben und  sich fünf Frauen halten wolle.</p>
<h4>Keine emanzipierten Frauen</h4>
<p>Das Obergericht fällte ein differenziertes Urteil; es gab Freisprüche  bezüglich einzelner Vorwürfe, die nach Meinung der Berufungsinstanz zu  wenig belegt sind. So wurde der Ungar nur in Bezug auf das eine Opfer  wegen Menschenhandels schuldig gesprochen, jedoch in Bezug auf beide  Frauen der Förderung der Prostitution. Das Gericht bewertete die  Aussagen der beiden Frauen grundsätzlich als glaubhaft und trägt ihrer  schwierigen Situation Rechnung. Die Staatsanwältin, die auf Fälle von  Menschenhandel und Zuhälterei spezialisiert ist, schilderte die  zweifache Diskriminierung der Opfer: als Roma-Frauen und als  Prostituierte, die auf dem Strassenstrich arbeiteten und damit innerhalb  des Sexgewerbes der untersten Hierarchiestufe angehörten. Die Frauen,  so die Staatsanwältin, seien weder emanzipiert noch selbstbewusst und  gingen davon aus, dass sie einen Beschützer brauchten; dies nicht  zuletzt deshalb, weil in ihrem Heimatland die Prostitution verboten ist  und deshalb nur unter schwierigen, gefährlichen Bedingungen ausgeübt  werden kann. Eine der beiden Frauen hatte sich bereits in Ungarn  prostituiert, weil sie für ihre drei Kinder aufkommen musste, und hatte  sich gegenüber dem 34-jährigen Landsmann verschuldet. Sie wurde wie eine  Ware von Ort zu Ort verschoben und mindestens einmal spitalreif  geprügelt – von ihm und einem anderen Zuhälter, im Hotelzimmer im Kreis  4.</p>
<p>Ganer Artikel: <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/zuerich/stadt_und_region/uneinsichtiger-menschenhaendler-und-zuhaelter--612-jahre-freiheitsstrafe_1.16933429.html">nzz.ch</a></p>
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		<title>Bordellbetreiber der &#8220;Hells Angels&#8221; angeklagt</title>
		<link>http://freierjournal.com/2012/05/17/bordellbetreiber-der-hells-angels-angeklagt/</link>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 11:07:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lautrec</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Lutz Gaebel, der Sprecher der Verdener Staatsanwalt, ist ein erfahrener Mann. Doch bei dem Thema, zu dem er sich am Mittwoch äußern musste, spricht auch Gaebel mit gedämpfter Stimme. Es geht um Prostitution in 57 Fällen. 57 Frauen, vorwiegend aus Osteuropa, wurden von vier Männern schikaniert und teilweise um ihren Lohn betrogen. &#8220;Dirigistische und ausbeuterische [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lutz Gaebel, der Sprecher der Verdener Staatsanwalt, ist ein erfahrener Mann. Doch bei dem Thema, zu dem er sich am Mittwoch äußern musste, spricht auch Gaebel mit gedämpfter Stimme. Es geht um Prostitution in 57 Fällen. 57 Frauen, vorwiegend aus Osteuropa, wurden von vier Männern schikaniert und teilweise um ihren Lohn betrogen. &#8220;Dirigistische und ausbeuterische Zuhälterei&#8221; heißt das im Juristendeutsch. Einer der Angeklagten ist in Walsrode ein bekannter Mann: Es handelt sich um den Bordellbetreiber Wolfgang H., 67 Jahre alt und Mitglied der Rockergruppe &#8220;Hells Angels&#8221;.</p>
<h3>Nicht nur anschaffen</h3>
<p>Im August vergangenen Jahres hatte es eine<a title="Bordellrazzia im Walsroder Umland" href="http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/heide/bordellrazzia101.html"> Großrazzia </a>in den Bordellen und sogenannten Love Mobiles der vier Angeklagten gegeben. Bei &#8220;normaler&#8221; Prostitution wäre danach wohl nicht viel passiert &#8211; doch in diesem Fall stellten die Beamten fest, dass die Frauen nicht nur anschaffen, sondern auch große Teile ihres Lohnes abgeben mussten. Zudem schrieben die Angeklagten den Frauen offenbar vor, was sie anzuziehen hatten. Neben Wolfgang H. erwarten noch zwei Männer nun Verfahren wegen Zuhälterei, dazu einer wegen Beihilfe.</p>
<h3>&#8220;Es spricht mehr für Verurteilung&#8221;</h3>
<p>Wolfgang H., der gemeinsam mit Hannovers &#8220;Hells Angels&#8221;-Chef <a title="Gewerkschaft zweifelt an Hanebuth-Rückzug" href="http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/hannover/steintor169.html">Frank Hanebuth</a> eine Sicherheitsfirma betreibt, ist offensichtlich ganz optimistisch, was sein Verfahren angeht. Laut Gaebel zeige er sich siegesgewiss und glaubt, ihm könne nichts nachgewiesen werden. Doch der Jurist ist anderer Meinung. &#8220;Wir gehen nach der derzeitigen Beweislage davon aus, dass mehr für eine Verurteilung spricht als dagegen&#8221;, sagte Gaebel zu NDR 1 Radio Niedersachsen.</p>
<p>Ganzer Artikel: <a href="http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/heide/hellsangels357.html">ndr.de</a></p>
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		<title>Anklage: Mann (42) erstach Prostituierte</title>
		<link>http://freierjournal.com/2012/05/17/anklage-mann-42-erstach-prostituierte/</link>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 11:03:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lautrec</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Anklage]]></category>
		<category><![CDATA[Düsseldorf]]></category>
		<category><![CDATA[Hurenmord]]></category>

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		<description><![CDATA[
Düsseldorf (dpa). Nach der Bluttat an einer Prostituierten in einem Düsseldorfer Nobelhotel ist gegen einen 42-jährigen Mann Anklage erhoben worden. Ihm werde Totschlag vorgeworfen, sagte Staatsanwalt Christoph Kumpa am Dienstag auf dpa-Anfrage. Das Düsseldorfer Landgericht muss nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.
Der 42-Jährige hatte sich in die Rumänin verliebt und sich mit ihr im Januar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone" src="http://www.wz-newsline.de/polopoly_fs/1.951898.1333465674!/image/4121020232.jpg_gen/derivatives/landscape_550/4121020232.jpg" alt="" width="550" height="437" /></p>
<p><strong>Düsseldorf (dpa).</strong> Nach der Bluttat an einer Prostituierten in einem Düsseldorfer Nobelhotel ist gegen einen 42-jährigen Mann Anklage erhoben worden. Ihm werde Totschlag vorgeworfen, sagte Staatsanwalt Christoph Kumpa am Dienstag auf dpa-Anfrage. Das Düsseldorfer Landgericht muss nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.</p>
<p>Der 42-Jährige hatte sich in die Rumänin verliebt und sich mit ihr im Januar in einer Suite des Hotels im Düsseldorfer Medienhafen eingemietet. Dort war die Frau erstochen aufgefunden worden.</p>
<p>Der Dormagener hatte sich unmittelbar nach der Tat in die Türkei abgesetzt. Von dort aus hatte er sich via E-Mail bei mehreren Zeitungen gemeldet und seine Unschuld beteuert.</p>
<p>Ein unbekannter Russe sei in die Suite eingedrungen und habe seine Freundin erstochen, weil sie aus der Prostitution aussteigen und nach Rumänien zurückkehren wollte. Er wolle nun auf eigene Faust den Täter ermitteln und sich dann der Polizei stellen.</p>
<p>An dieser Version halte der Beschuldigte offenbar nach wie vor fest, sagte Kumpa. Ermittlern habe er vorgeworfen, nicht ausreichend in diese Richtung zu ermitteln. Elf Tage nach der Tat hatte sich der Verdächtige gestellt.</p>
<p>Er war aus der Türkei zurückgeflogen und wurde festgenommen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Ein Zimmermädchen war in der Suite auf den blutigen Tatort und die fast nackte und mit Stichwunden übersäte Leiche der jungen Rumänin gestoßen.</p>
<p>Die Staatsanwaltschaft geht von einer Beziehungstat aus. Die Tatwaffe blieb verschwunden. Die Staatsanwaltschaft hat rund 50 Zeugen benannt.</p>
<p>Ganzer Artikel: <a href="http://www.wz-newsline.de/lokales/duesseldorf/anklage-mann-42-erstach-prostituierte-1.987742">wz-newsline</a></p>
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		<item>
		<title>16.6. Live Porno Party in Aplerbeck mit Ashley Dark &amp; Jean Pallet</title>
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		<pubDate>Wed, 16 May 2012 14:14:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lautrec</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Aus dem Freiercafe]]></category>
		<category><![CDATA[Clubs und Damen]]></category>
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		<category><![CDATA[Aplerbeck Saunaclub]]></category>
		<category><![CDATA[Ashley Dark]]></category>
		<category><![CDATA[Gangbang]]></category>
		<category><![CDATA[Jean Pallet]]></category>
		<category><![CDATA[Saunaclub Dortmund]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Saunaclub Aplerbeck meldet: 
Live Porno Party am 16.6.
Am Samstag, den 16.6. steigt der nächste Porno-Event in der altehrwürdigen Villa des Saunaclub-Aplerbeck.
Gaststar ist das mit dem Venus Award prämierte Duo Ashley Dark und Jean Pallet, die eine Hardcore Live-Show bieten, die sich gewaschen hat.
Ein Live DJ sorgt wie immer für beste Sound-Untermalung du wird die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="post_message_111829"><em>Der Saunaclub Aplerbeck meldet: </em></p>
<div><strong><span style="color: red;"><span style="font-size: small;">Live Porno Party am 16.6.</span></span></strong></p>
<p>Am Samstag, den 16.6. steigt der nächste Porno-Event in der altehrwürdigen Villa des Saunaclub-Aplerbeck.</p>
<p>Gaststar ist das mit dem Venus Award prämierte Duo <strong>Ashley Dark</strong> und <strong>Jean Pallet</strong>, die eine <strong>Hardcore Live-Show</strong> bieten, die sich gewaschen hat.<br />
Ein <strong>Live DJ</strong> sorgt wie immer für beste Sound-Untermalung du wird die Puppen tanzen lassen. Für das leibliche Wohl wird in Form von <strong>Pizza</strong>, leckeren <strong>Drinks</strong> und mehr gesorgt und als Höhepunkt des Abends steht Ashley Dark ihren Fans zur <strong>GangBang</strong> bereit.</p>
<p>Wir würden uns freuen, mit Euch pornomäßig abzufeiern.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><img src="http://freiercafe.org/tl_files/forenbanner/plakat_dark_pallet.jpg" border="0" alt="" /></span></p>
<p><strong>Kontakt</strong>:</p>
<p>Aplerbeck Saunaclub<br />
Aplerbecker Bahnhofstraße 5<br />
44287 Dortmund<br />
Tel. 0231 47547037</p>
<p><a href="http://www.aplerbeck-saunaclub.de/" target="_blank">http://www.aplerbeck-saunaclub.de/</a></p>
<p><a href="http://freiercafe.org/forumdisplay.php?f=143" target="_blank">Zum Unterforum Saunaclub Aplerbeck im Freiercafe</a></div>
</div>
<a href="javascript:toggleStartStop();PicLensLite.start({feedUrl:'http://freierjournal.com/wp-content/plugins/wp-piclens/mrss.php?id=5756'});">Start Slide Show with PicLens Lite <img src="http://freierjournal.com/wp-content/plugins/wp-piclens/PicLensButton.png" alt="PicLens" width="16" height="12" border="0" align="top"></a>]]></content:encoded>
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		<title>Hure vom Wanderparkplatz</title>
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		<pubDate>Wed, 16 May 2012 14:01:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lautrec</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Aus den Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Im Netz gefunden]]></category>
		<category><![CDATA[Dortmund]]></category>
		<category><![CDATA[Prostitution Nordstadt]]></category>
		<category><![CDATA[Schließung Straßenstrich]]></category>

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		<description><![CDATA[Weil sie sich auch mal was leisten wollte, fing Dany an, sich zu prostituieren. Doch dann schloss die Stadt Dortmund den Straßenstrich und verdrängte sie und ihre Kolleginnen in Hinterhöfe und Internetcafés. Oder an den Stadtrand, auf einen Wanderparkplatz, wo Vögel zwitschern und Freier rar sind.
Zunächst arbeiten nur etwa 60 Frauen an der Ravensberger Straße, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Weil sie sich auch mal was leisten wollte, fing Dany an, sich zu prostituieren. Doch dann schloss die Stadt Dortmund den Straßenstrich und verdrängte sie und ihre Kolleginnen in Hinterhöfe und Internetcafés. Oder an den Stadtrand, auf einen Wanderparkplatz, wo Vögel zwitschern und Freier rar sind.<br />
Zunächst arbeiten nur etwa 60 Frauen an der Ravensberger Straße, viele Jahre lang geht es dort friedlich zu. Seit der neuerlichen EU-Osterweiterung im Jahr 2007 kommen immer mehr Frauen dazu &#8211; zuletzt werden 700 verschiedene Sexarbeiterinnen registriert, darunter immer mehr Bulgarinnen und Rumäninnen. Die Konkurrenz wird größer, der Ton schärfer, die Preise niedriger.</p>
<p>Als Dany im vergangenen Jahr erfährt, dass die Stadt Dortmund den Strich schließen will, kämpft sie um ihre Arbeitsstätte. Sie trifft sich mit Lokalpolitikern, schreibt Briefe und Mails, organisiert eine Prostituierten-Demonstration vor dem Rathaus, schaltet einen Anwalt ein. &#8220;Ich bin ein Mensch, der sich grundsätzlich nichts verbieten lässt&#8221;, sagt sie mit scharfem Ton. Zuletzt klagt sie beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen gegen die Schließung &#8211; vergeblich. Am 16. Mai 2011 wird die gesamte Stadt zum Sperrbezirk für Prostitution erklärt.</p>
<p>Polizei und Ordnungsamt fahren seitdem mehrmals täglich die Nordstadt ab,  wer beim &#8220;Anbahnungsgespräch&#8221; erwischt wird, muss ein Bußgeld zahlen.</p>
<p>Aus den verschnörkelten Jugendstilhäusern wehen zerschlissene BVB-Flaggen, vor den verdreckten Hauseingängen türmt sich der Müll: Fernsehsessel, Wattestäbchen, mittendrin gebrauchte Spritzen. Auf dem Spielplatz sitzt ein Kind auf der quietschenden Wippe. Nebenan, vor der Trinkhalle, spritzen sich Junkies ihren ersten Schuss, morgens um elf. Die Dortmunder Nordstadt ist ein Kiez der Kulturen &#8211; hier leben Einwanderer aus vielen Nationen, aber auch Künstler und Aussteiger, Alternative, Sozialhilfeempfänger und Studenten. In den vergangenen Jahren hat sich die Lage dort verschärft: Häuserblöcke verwahrlosen, Wohnungen vermüllen, es gibt Messerstechereien und Schießereien.</p>
<p>&#8220;Diese Zuwanderer und insbesondere die Männer sorgen dafür, dass im Viertel die Kleinkriminalität blüht&#8221;, sagt Marita Hetmeier, Nordstadtbewohnerin und SPD-Politikerin im Dortmunder Stadtrat. Auch der <a href="http://www.sueddeutsche.de/thema/Stra%C3%9Fenstrich">Straßenstrich</a> habe sich zunehmend zum Negativen entwickelt. Immer mehr Osteuropäerinnen hätten sich dort prostituiert, außerdem sei es vermehrt zu Schlägereien unter den Frauen gekommen. &#8220;Der Straßenstrich war der Anziehungspunkt für viele Kriminelle geworden, die Probleme im Viertel verursachten. Damit das in Zukunft nicht mehr möglich ist, haben wir den Strich geschlossen&#8221;, ergänzt Hetmeier.</p>
<h3>Blauer &#8220;Lidschatten&#8221; aus Essen</h3>
<p>Nachdem der Dortmunder Strich schließt, versuchen Dany und ihre Kolleginnen es zunächst im 40 Kilometer entfernten Essen, am alten Kirmesplatz. Nach einer halben Stunde Aufenthalt kommt ein Mann, der ihnen einen Wohnwagen aufschwatzen will. Aus Sicherheitsgründen, damit sie nicht von den Essener Prostituierten weggejagt werden. Auf dem Strich gilt das Gesetz der Straße &#8211; die Essener Frauen haben hier ihr Revier, Dortmunderinnen werden nicht geduldet. &#8220;Ich habe auch von verschiedenen Kolleginnen gehört, dass sie in Essen regelmäßig das Gesicht verschönert bekommen&#8221;, sagt Dany, Ironie in der Stimme. &#8220;Die brauchen keinen blauen Lidschatten mehr.&#8221;</p>
<p>Während Dany und die anderen Prostituierten immer mehr um ihre Existenz bangen, feiern Stadt und Polizei die Schließung des Straßenstrichs als Erfolg. Anfang Juli ziehen Politiker und Polizisten ein positives Zwischenfazit für die Nordstadt. Ein &#8220;deutlicher Rückgang der Straßenprostitution&#8221; sei inzwischen erkennbar, heißt es auf einer Pressekonferenz. Seit Mai hätte das Ordnungsamt 380 Platzverweise gegen Prostituierte erteilt, 170 Belehrungen ausgesprochen und 27 Frauen in Gewahrsam genommen. Gegen Freier habe es 169 Platzverweise und 71 Ordnungswidrigkeitsanzeigen gegeben.</p>
<p>Am 16. Mai 2011 hat die Stadt<a href="http://www.sueddeutsche.de/panorama/prostitution-in-dortmund-schluss-mit-dem-strich-1.1081602">Dortmund den </a><a href="http://www.sueddeutsche.de/thema/Stra%C3%9Fenstrich">Straßenstrich</a> an der Ravensberger Straße geschlossen. Seitdem fährt Dany drei Mal pro Woche nach Castrop-Rauxel &#8211; immer mit zwei Kolleginnen, alleine ist es zu gefährlich. Es ist stockdunkel dort, in der Zufahrt zu einem einsamen Wanderparkplatz. Die nächste Siedlung ist Kilometer entfernt, es gibt keine Laternen. Autos und Lastwagen rasen die Straße entlang, ihre Scheinwerfer sind die einzigen Lichtquellen. Dany knipst die Taschenlampe an und leuchtet über den holprigen Schotterweg, der sich von der Straße zum Parkplatz schlängelt. Zerfetzte Aldi-Tüten liegen herum, im Gebüsch sind die Überreste eines Kondoms zu erkennen. &#8220;Ohne die Taschenlampen hätten wir hier gar kein Licht&#8221;, sagt Dany, wirft die Zigarettenkippe auf den Boden und tritt sie aus. &#8220;Manchmal ist mir schon mulmig&#8221;, sagt sie. &#8220;Neulich war ich alleine hier und der ganze Parkplatz war voll mit seltsamen Gestalten, das Gefühl war schon echt übel.&#8221;</p>
<p>Dany ist 37 Jahre alt, Single, Mutter von drei Kindern und entspricht nicht gerade dem Klischee der Prostituierten. Sie ist nicht so puppenhaft, nicht so zierlich wie die Frauen in den Erotik-Clips im Fernsehen oder die Dollhouse-Stripperinnen von der Hamburger Reeperbahn. Ihre Statur ist stabil, ihre Art sich auszudrücken derb, sarkastisch, typisch Ruhrpott. Wenn Dany nicht anschafft, kleidet sie sich unauffällig &#8211; sportlich, mit schwarzem Kapuzenpulli und flachen Ballerinas. Sie stolziert dann auch nicht, eher marschiert sie, die karottenfarbenen Haare fallen in dichten Locken über die Schultern.</p>
<p>Ihr Privatleben will Dany für sich behalten, nur wenige Eckpunkte verrät sie. &#8220;Ich hab sogar &#8216;nen Realschulabschluss&#8221;, sagt sie bissig, lacht dabei laut. &#8220;Soll man ja nicht meinen.&#8221; Mit 19 wird sie zum ersten Mal schwanger, bringt ihre Tochter zur Welt. Danach kellnert sie drei Jahre lang in einer Disco, wird noch zweimal schwanger, ist arbeitslos. Dany wirkt abgeklärt, als sie von den einzelnen Stationen erzählt, desillusioniert.</p>
<h3>&#8220;Tust du es? Tust du es nicht?&#8221;</h3>
<p>Eine Freundin von ihr, erzählt Dany, habe sich auf der Straße prostituiert. Irgendwann sei auch sie an den Punkt gekommen, an dem sie sich etwas leisten wollte, aber nicht konnte. &#8220;Dann hab ich lange hin und her überlegt: Tust du es? Tust du es nicht?&#8221; 2006 fällt sie ihre Entscheidung &#8211; und landet schließlich auch am <a href="http://www.sueddeutsche.de/thema/Dortmund">Dortmunder</a> Straßenstrich. Dort arbeitet sie fünf Jahre lang völlig unabhängig, ohne Zuhälter &#8211; sie kann selbst bestimmen, an welchen Tagen sie frei macht und zu wem sie ins Auto steigt. Wie andere Arbeitnehmer auch schickt sie am Ende des Jahres ihre Steuererklärung ans Finanzamt. Ein ganz normaler Job &#8211; zumindest für Dany.</p>
<p>Drei bis vier Mal pro Woche steht Dany im April 2011 an der Ravensberger Straße in Dortmund-Nordstadt, sie hat ihre Stammkunden und kann gut leben von dem Geld, das sie dort verdient. Die Nachmittagssonne brennt, die Frauen zeigen, was sie zu bieten haben: lange, nackte Beine, tiefe Dekolletés &#8211; viel Sex für wenig Geld. Je besser das Wetter, desto mehr Autos kurven durch die Straße hinter dem Baumarktgelände: Die Fahrer gaffen, halten an, verhandeln, die Bässe wummern.</p>
<p>Als der <a href="http://www.sueddeutsche.de/thema/Dortmund">Dortmunder</a> Straßenstrich um die Jahrtausendwende an der Ravensberger Straße entsteht, gilt er lange Zeit als Vorzeigemodell. Im Blechcontainer der katholischen Beratungsstelle &#8220;Kober&#8221; können die Prostituierten den Sozialarbeiterinnen ihre Probleme klagen, Snacks und Kondome kaufen und sich kostenlos vom Arzt untersuchen lassen. Mit den Freiern fahren die Frauen in sogenannte Verrichtungsboxen und haben dort Geschlechtsverkehr, meist im Auto, ab und zu auch auf der Motorhaube. Für Notfälle gibt es rote Alarmknöpfe an den Bretterwänden &#8211; die Frauen drücken, ein lautes Signal schrillt, die Sozialarbeiterinnen oder die anderen Frauen eilen zur Hilfe.</p>
<p>Ihre Vermutung bestätigt sich: Die Frauen laufen jetzt durch die abgelegenen Seitenstraßen der Nordstadt, stehen abends rauchend in Hauseingängen oder sitzen in einem der vielen Internetcafés &#8211; getarnt in Jeans und Turnschuhen, immer auf der Suche nach einem potentiellen Freier. Männer werden umgarnt, direkt gefragt, ob sie mitkommen möchten. Zum Geschlechtsverkehr kommt es dann entweder in der Wohnung der Frau oder der des Freiers, manchmal auch im Hinterzimmer eines Cafés. &#8220;Das Problem ist, dass wir die Prostituierten und Freier bei einem Verhandlungsgespräch ertappen müssen&#8221;, sagt Polizist Karsten Jung, der für den Bezirk Nordstadt zuständig ist. &#8220;Wenn die Frauen einfach nur im Internetcafé sitzen, können wir ihnen nichts nachweisen.&#8221;</p>
<p>Ein roter Fiat Panda bremst ab und wird langsamer. Sofort posiert Dany am Seitenstreifen vor dem Wanderparkplatz, doch am Steuer sitzt eine Frau, sie mustert die Prostituierte ausgiebig. Dany ist enttäuscht &#8211; wieder kein Freier. &#8220;Es ist schon ziemlich unangenehm, an so einer öffentlichen Straße zu stehen, wo auch Familien und Mütter mit ihren Kindern entlangfahren&#8221;, sagt sie. Ihr Handy klingelt, &#8220;DJ got us fallin&#8217; in love again&#8221; von Usher. Ein Mann ist am Apparat. Sie redet nur kurz mit ihm. &#8220;Ich sag mal so, &#8216;ne halbe Stunde wirst du für den Preis nicht kriegen.&#8221; Sie legt auf und schimpft noch kurz über all jene Männer, die immer mehr Fantasien für immer weniger Geld ausleben möchten. &#8220;Die sollen sich doch bitte selbst einen von der Palme wedeln!&#8221;</p>
<p>Nach dem gescheiterten Versuch auf dem Essener Straßenstrich hat sich Dany entschieden, außerhalb der <a href="http://www.sueddeutsche.de/thema/Dortmund">Dortmunder</a> Stadtgrenze zu arbeiten. Der Wanderparkplatz, der direkt an einer Schnellstraße nach Castrop-Rauxel liegt, bietet sich da an. Der Ort sei zwar von der Lage her nicht schlecht, sagt sie, doch sicher sei man hier nicht. Deshalb haben sie und zwei ihrer ehemaligen Straßenstrich-Kolleginnen eine Fahrgemeinschaft gegründet. &#8220;Wir drei passen halt aufeinander auf.&#8221;</p>
<h3>Abrutschen in Hartz IV</h3>
<p>Nur ein paar zerknüllte Zeitungen, ein leere Cola-Dose und Zigarettenstummel liegen noch am ehemaligen Straßenstrich herum. Die Verrichtungsboxen sind seit zwölf Monaten abgerissen, der Beratungscontainer steht leer, ein älterer Mann in Trainingsjacke führt seinen Rauhaardackel aus. Ein Jahr nach der Straßenstrichschließung verwaist die Ravensberger Straße. Ein inoffizieller Strich hat sich längst etabliert. Der &#8220;harte Kern&#8221; &#8211; zu dem laut Elke Rehpöhler &#8220;die osteuropäischen und drogenabhängigen Frauen&#8221; gehören &#8211; schleicht mittlerweile am Nordmarkt oder Schleswiger Platz herum. Gegenden, in denen sich triste Internetcafés, Wettbüros und Kioske aneinanderreihen.</p>
<p>Tag für Tag rasen die Autos am Wanderparkplatz an der Schnellstraße vorbei, es riecht nach Benzin und Abgasen, Vögel zwitschern in den Laubbäumen. Dany wartet weiter am Straßenrand, spaziert auf und ab, zündet sich eine Zigarette an. Wenn sie Glück hat, hält jemand an und sie kann zu ihm ins Autos steigen. Finanziell, sagt sie, gehe es ihr deutlich schlechter als an der Ravensberger Straße. Dany zieht, inhaliert den Tabakrauch tief und bläst ihn langsam in die Luft. Sie sei deshalb in eine kleinere Wohnung gezogen, so spare sie 125 Euro Miete und 30 Euro Stromkosten. Doch auch das reicht längst nicht mehr zum Leben. Demnächst, sagt Dany, muss sie wohl Hartz IV beantragen.</p>
<p><em>Für die Multimedia-Reportage haben die Journalistik-Studenten Caroline Biallas und Alexander Spelsberg die Prostituierte Dany ein Jahr lang begleitet, sie immer wieder zu Filmaufnahmen und Interviews getroffen. Entstanden ist dabei außerdem ein Dokumentarfilm, zu finden unter <a href="http://www.do1.tv/">www.do1.tv</a></em>.</p>
<p>Ganzer Artikel: <a href="http://www.sueddeutsche.de/panorama/schliessung-des-dortmunder-strassenstrichs-hure-vom-wanderparkplatz-1.1356845">Sueddeutsche.de</a></p>
<div id="uid-1-1357250-1337153280">
<div><a href="http://www.sueddeutsche.de/panorama/ein-jahr-nach-schliessung-des-dortmunder-strassenstrichs-ich-vermisse-die-sicherheit-hier-1.1357250"></a></div>
</div>
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		<title>Die Euro, dein Lustspender</title>
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		<pubDate>Wed, 16 May 2012 13:54:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lautrec</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Aus den Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Im Netz gefunden]]></category>
		<category><![CDATA[Fussball EM und Prostitution]]></category>

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		<description><![CDATA[Sexarbeiterinnen waren während EM und Olympischen Spielen stets unerwünscht. Nur die Methoden der Problembekämpfung sind von der Ukraine bis Salzburg unterschiedlich.
Die Euro 2008 war rotlichtmäßig eine Hängepartie. Nach der WM 2006 in Deutschland bereits der zweite Fehlschlag. Da das älteste Gewerbe der Welt nicht so schnell aufgibt, läuft in Kiew, der Hauptstadt der Ukraine, bereits [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sexarbeiterinnen waren während EM und Olympischen Spielen stets unerwünscht. Nur die Methoden der Problembekämpfung sind von der Ukraine bis Salzburg unterschiedlich.</strong></p>
<p>Die Euro 2008 war rotlichtmäßig eine Hängepartie. Nach der WM 2006 in Deutschland bereits der zweite Fehlschlag. Da das älteste Gewerbe der Welt nicht so schnell aufgibt, läuft in Kiew, der Hauptstadt der Ukraine, bereits eine Werbekampagne, um Touristen auf den Geschmack der mannigfaltigen Freuden rund um die Euro 2012 zu bringen. Bei der Stadtverwaltung trifft sie jedoch nicht auf Gegenliebe, die Behörde will gegen die Sexarbeiterinnen vorgehen.</p>
<div><a href="http://squid.diepresse.com/RealMedia/ads/click_lx.ads/diepresse.com/sport/zeitlupe/1908047034/Middle2/diepresse/default/empty.gif/56442b706b552b7a7355494142725172" target="_top"><img src="http://squid.diepresse.com/RealMedia/ads/Creatives/diepresse/default/empty.gif" border="0" alt="" width="1" height="1" /></a></p>
<div><img src="http://squid.diepresse.com/RealMedia/ads/adstream_lx.ads/diepresse.com/sport/zeitlupe/1908047034/Middle2/diepresse/default/empty.gif/56442b706b552b7a7355494142725172?_RM_EMPTY_&amp;757585&amp;width=1126&amp;thema=" border="0" alt="" width="1" height="1" /></div>
</div>
<p>Nach dem Politikerboykott gegen die Ukraine will man sich nicht noch einen Imageflop einhandeln und als Zentrum der käuflichen Liebe dastehen. Die Ukraine ist freilich kein Einzelfall, Eindämmungsmaßnahmen gegen käufliche Triebabfuhr ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der großen Sportturniere. Nur die Methoden variieren von Land zu Land. Sie treffen meist den Nerv des freudig erregten Fans.</p>
<p>In Österreich fürchtete sich einer Umfrage der Universität Wien zufolge jeder Zweite vor Prostitution und Drogenhandel während der Euro. Mehr allerdings noch vor den englischen Fans. In Innsbruck wurden Wochen vor dem ersten EM-Spiel frei umherschweifende Liebeshändlerinnen genau beobachtet.</p>
<p>Den Wienern wurde ein Anstieg der legalen und illegalen Prostitution prophezeit, das Magistrat stellte gegen die anrollende Sündenwelle acht „zeitgleich“ am Frauennotruf arbeitende Telefonseelsorger bereit. Im traditionell sinnenfreudigen Salzburg wollten einschlägige Etablissements ihre Belegschaft um durchschnittlich sieben Schöne der Nacht aufstocken. Bürgermeister Heinz Schaden kündigte dagegen quasi ein Pressing an urban-hygienischen Maßnahmen an. 20 Müllmänner standen gleichzeitig in Alarmbereitschaft, die Innenstadt wurde vier Mal täglich geputzt und die Urinals bis ein Uhr früh offen und sauber gehalten. „Das ist wichtig für die Akzeptanz bei der Bevölkerung.“<br />
Nur im freisinnigen Kärnten begegnete man der Lustlawine mit Gelassenheit. Weder Sextourismus noch Sexcontainer seien zu befürchten, wiegelte die Klagenfurter Behörde damals ab. Kärnten erfreute sich lieber am neuen Stadion und dem dort Hof haltenden Landeshauptmann Jörg Haider.</p>
<p>In weniger freien Gesellschaften wird diese spezielle Schattenwirtschaft mit robusteren Maßnahmen aus dem Verkehr gezogen. Während der Olympischen Sommerspiele drangsalierte die Exekutive von Peking die Sexarbeiterinnen, die einschlägigen Bars waren leer, die Geschäfte erfolgten in schummrigen Nebenstraßen und Privatwohnungen. In Vancouver, einer von Armut und Obdachlosigkeit gebeutelten Stadt, erhofften sich 2010 die Prostituierten eine kurzzeitige Hebung der Umsätze. Doch die Nachfrage stagnierte, obwohl die Polizei cool blieb. Das IOC ging, das Elend blieb.</p>
<p>Die Fifa-WM in Südafrika 2010 soll offenbar von erheblicher Kinderprostitution begleitet worden sein. Schwester Melanie Ocondor, die Leiterin des Büros zur Bekämpfung von Menschenhandel der katholischen Bischofskonferenz, schilderte, wie Kriminelle vermehrt Kinder und Jugendliche vor Schulen mit dem Versprechen von Ferialjobs rekrutierten oder einfach entführten, um sie WM-Touristen zugänglich zu machen. Ein Thema der Berichterstattung war das kaum.</p>
<p>Das wird wohl auch für die Euro in Polen und der Ukraine gelten. Wie die Tatsache, dass es zwar viele Fans bis zum ersten Spiel kaum erwarten können, aber offenbar mehr Menschen, als man ahnt, den Tag herbeisehnen, da die glitzernde Karawane der Uefa wieder weiterzieht.</p>
<p>Ganzer Artikel: <a href="http://diepresse.com/home/sport/zeitlupe/757585/Die-Euro-dein-Lustspender">Die Presse.com</a></p>
<div></div>
<a href="javascript:toggleStartStop();PicLensLite.start({feedUrl:'http://freierjournal.com/wp-content/plugins/wp-piclens/mrss.php?id=5752'});">Start Slide Show with PicLens Lite <img src="http://freierjournal.com/wp-content/plugins/wp-piclens/PicLensButton.png" alt="PicLens" width="16" height="12" border="0" align="top"></a>]]></content:encoded>
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		<title>Binational vereint gegen Menschenhandel</title>
		<link>http://freierjournal.com/2012/05/16/binational-vereint-gegen-menschenhandel/</link>
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		<pubDate>Wed, 16 May 2012 13:52:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lautrec</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Aus den Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Im Netz gefunden]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenhandel]]></category>
		<category><![CDATA[Zürch]]></category>

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		<description><![CDATA[
Beschützen, verhindern, verfolgen und binational vereint vorgehen: Das sind die vier Pfeiler, auf denen neue Bemühungen im Kampf gegen Menschenhandel basieren. Das Konzept wird in Kooperation mit Rumänien erprobt.
Menschenhandel wird in der Schweiz mit ganz unterschiedlichen Ansätzen bekämpft &#8211; von verwaltungsinternen und externen Fachstellen, die, im besten Fall, ihr Know-how bündeln, Diskrepanzen überwinden und gemeinsam [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><img class="alignnone" src="http://www.nzz.ch/images/prostitution_fullSize_1.16883622.1336979874.jpg" alt="" width="420" height="280" /></h3>
<h3>Beschützen, verhindern, verfolgen und binational vereint vorgehen: Das sind die vier Pfeiler, auf denen neue Bemühungen im Kampf gegen Menschenhandel basieren. Das Konzept wird in Kooperation mit Rumänien erprobt.</h3>
<p>Menschenhandel wird in der Schweiz mit ganz unterschiedlichen Ansätzen bekämpft &#8211; von verwaltungsinternen und externen Fachstellen, die, im besten Fall, ihr Know-how bündeln, Diskrepanzen überwinden und gemeinsam vorgehen. Runde Tische beispielsweise und ähnliche, interdisziplinär zusammengesetzte Gremien gegen Menschenhandel gibt es im Bund und in einigen Kantonen schon seit längerem. Neu hat das Bundesamt für Polizei nun damit begonnen, die Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hinaus zu intensivieren. Ein erstes derartiges Projekt erprobt Bundesrätin Simonetta Sommaruga derzeit mit Rumänien: Weil seit 2007 eine enge, gut funktionierende polizeiliche Kooperation mit Rumänien besteht, auf der aufgebaut werden kann, und weil die Schweiz zunehmend zum Ziel- und Transitland für rumänische Menschenhändler wird. «Die Schweiz und Rumänien», konstatiert Sommaruga, «haben ein gemeinsames Problem, das sie nur gemeinsam lösen können.»</p>
<h4>Die Arbeit aufgenommen</h4>
<p>Um den Menschenhändlern das Handwerk zu legen, deren Opfer zu erkennen und möglichst gut zu betreuen, nicht zuletzt auch in ihrer wichtigen Funktion als Zeugen im Strafverfahren, hat die Justizministerin eine schweizerisch-rumänische Arbeitsgruppe initiiert. Die neue Kooperation war Ende letzten Jahres anlässlich eines Besuchs in Bukarest auf Ministerebene beschlossen worden, und bereits Mitte Februar kam es zum ersten Treffen der rund dreissigköpfigen Fachexperten-Gruppe &#8211; wiederum in Bukarest. Die Schweizer Delegation wird von Boris Mesaric geleitet, dem Geschäftsführer der Koordinationsstelle gegen Menschenhandel und Menschenschmuggel (KSMM), die dem Bundesamt für Polizei (Fedpol) angegliedert ist.</p>
<p>Zur Schweizer Gruppe gehören Vertreter von Fedpol und vom Bundesamt für Migration, Vertreter der Kantone und Städte sowie zwei verwaltungsexterne Fachstellen. Die rumänische Delegation hingegen setzt sich ausschliesslich aus Behördenvertretern zusammen; auf den Beizug von Nichtregierungsorganisationen wird bis anhin verzichtet. Und dies, obwohl Bundesrätin Sommaruga bei ihrem Aufenthalt in Bukarest eine international anerkannte und gut vernetzte, private Fachstelle gegen Menschenhandel, Adpare genannt, besucht hatte. Die Justizministerin liess sich in einer Bukarester Schutzwohnung von Adpare ausführlich über die Situation von Opfern informieren &#8211; und über die Verfolgung und Bestrafung der Täter. Was sofort ins Auge springt: Im Vergleich zur Schweiz kommt es in Rumänien viel häufiger zu Verfahren gegen Menschenhändler. Rumänische Polizeivertreter sprachen anlässlich des Besuchs von Bundesrätin Sommaruga von 415 Gerichtsverfahren gegen Menschenhändler im Jahr 2010, wovon knapp die Hälfte letztinstanzlich schuldig gesprochen und verurteilt wurden; in der Regel zu mehrjährigen Freiheitsstrafen. In der Schweiz hingegen wurden 2010 nur 52 Straftaten im Zusammenhang mit Menschenhandel polizeilich registriert, letztes Jahr waren es sogar lediglich 45. Die Anzahl der Verurteilungen bewegt sich in der Schweiz in den letzten zehn Jahren zwischen 2 und 12; 2010 kam es schweizweit nur gerade zu 4 Verurteilungen wegen Menschenhandels. Einiges häufiger werden allerdings Schuldsprüche wegen Förderung der Prostitution gefällt.</p>
<p>«Diese Unterschiede waren ein Thema beim ersten Treffen der binationalen Arbeitsgruppe in Bukarest», sagt Boris Mesaric. Der KSMM-Geschäftsführer ist sich bewusst, dass in der Schweiz nur wenige Opfer von Menschenhandel identifiziert werden. Das liege unter anderem an der föderalistischen Struktur, also an der von Kanton zu Kanton unterschiedlichen Intensität und Professionalität im Kampf gegen Menschenhandel. Im zentralistisch funktionierenden Staat Rumänien ist diese Aufgabe straffer organisiert und damit weniger verzettelt. Neben den polizeilichen Fachkräften gibt es innerhalb der Verwaltung eine nationale Koordinationsstelle, die mit identifizierten Opfern arbeitet und landesweit fünfzehn Auffangzentren unterhält. Menschenhandel findet in Rumänien auch innerhalb der Landesgrenzen statt. Es geht um Handel und Ausbeutung zum Zwecke der Prostitution (die in Rumänien zwar streng verboten, aber durchaus existent und sichtbar ist), um Arbeitseinsätze oder um Betteln und Stehlen. Vor allem Roma-Kinder und alte Leute, so die Einschätzung der rumänischen Fachleute, würden von kriminellen Banden zum Betteln gezwungen.</p>
<h4>Synchrone Aktionen</h4>
<p>Mesaric erhofft sich von der binationalen Arbeitsgruppe eine effizientere Vorgehensweise zwischen Fachleuten, die sich gegenseitig kennen und vertrauen: «In der Polizeiarbeit sind persönliche Kontakte wichtig.» Idealerweise würden die Täter künftig in synchronen Aktionen verfolgt. Angestrebt wird zudem, dass Opfer von Menschenhandel auch dann unter Einhaltung der strafprozessualen Regeln als Zeugen befragt werden können, wenn sie sich bereits wieder in Rumänien aufhalten. Zur Mitarbeit im Strafverfahren liessen sich die Opfer nur motivieren, so Mesaric, wenn sie sich in ihrem Heimatland sicher fühlten und eine Chance auf Reintegration erhielten. Die Schweizer Delegation hat sich zusichern lassen, dass Opfer von Menschenhandel, die im Ausland zur Prostitution angehalten wurden, in Rumänien nicht bestraft werden. Das Fedpol schätzt, dass in der Schweiz derzeit mehr als tausend rumänische Frauen als Prostituierte tätig sind &#8211; rund zwanzig Prozent von ihnen nicht freiwillig.</p>
<h4>Die vier Pfeiler</h4>
<p>«Unsere Bemühungen stützen sich auf die vier Pfeiler Schutz, Prävention, Verfolgung und gemeinsames Vorgehen aller Beteiligten, und zwar eben über die Landesgrenzen hinaus», sagt Mesaric. Die Zusammenarbeit mit Rumänien stellt für Justizministerin Sommaruga einen ersten Testlauf dar: Gelingt er, so fasst sie ähnliche Kooperationen mit anderen Ländern ins Auge &#8211; im Vordergrund stehen Bulgarien und Ungarn.</p>
<p>Ganzer Artikel: <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/binational-vereint-gegen-menschenhandel_1.16881695.html">NZZ</a></p>
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