Von Ruhrbaronin Clarissa, Nordstadtnutten und Wodka

Einprägsam statt nüchtern schildert Janina Kaack von den Ruhrbaronen in einem lesenswerten Beitrag ihren Besuch im Dortmunder Escort, dem Kontaktlokal und Stundenhotel neben dem früheren Straßenstrich, der Hornbachschleife. Der Artikel ist schon im Dezember 2011 erschienen, leider haben wir ihn jetzt erst entdeckt. Aber besser spät als nie.

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Bei ihrer Visite scheint es durchaus zuweilen feucht und fröhlich zugegangen zu sein, trotz aller Ernsthaftigkeit. In regionaltypischer Nuttentracht und Kriegsbemalung, stehenden Stöckels und wachen Sinnes tauchte die Autorin in die adelsferne Subkultur der Nordstadt ein. Einmal mit den Schmuddelkindern spielen und zurück. Deckname: Clarissa

Blut aus dem Arschloch

Hier und da schimmert ein hässliches Klischeelein durch, schließlich weiß doch jedes Kind zwischen Dortmund und Plowdiw, dass Wodka prima gegen Herpes desinfiziert, man also einen Schnappes immer gesundheitlich unbedenklich teilen kann und Clarissa heißen Nutten auch nur in SAT1-Schmonzetten, die unter Ausschluss der sexuell aktiven Öffentlichkeit gesendet werden.

Trotz alledem: Da sich Janina Kaack meist auf lakonisches Beschreiben und Zitieren beschränkt und auf moralinsaures Bewerten halbwegs verzichtet, kann der Kenner sich schmutzig einen schmunzeln und sagen, „so isses“ und der nuttenferne Leser schließt einfach einen Moment die Augen, um sie aus tiefst empfundener Furcht vor 2,10 Meter türkischer Transenpower nebst prallem, ungepelltem Riesenpimmel unverzüglich wieder aufzureißen und mit zitternden Händen den eigenen, von pubertären Abstechern abgesehen, noch jungfräulichen Poperzeneingang zu bedecken, bevor Blut aus dem akademischen Arschloch fließt und aus dem maskenhaften Gesicht der Transe eine lappige Zunge hervorschießt und rotztriefend des Träumers Mandeln kitzelt.

Distanzierte Achtung

Gekünstelte emotionale Solidarität mit den Frauen, besserwisserische Sozialkritik mit Linksdrall und szeneverachtenden Schwedenstunk von soweit links, dass es schon wieder rechts ist, hat die Autorin dankenswerterweise wenig nötig. Das Klischee des eichelkäsigen Bonzen ist allerdings gleichermaßen überflüssig wie dämlich. Es hätte so schöne Überschriften und Teaser für den Artikel geben können, aber seisdrum. Bei dem, was sonst so über Hornbach geschrieben wurde, sollte hier niemand das Haar an der Fotze suchen.

Sie hat ja alles steht am Ende des Artikels und das reicht als Hinweis, dass die Welt der Nordstadt eine andere ist, eine respektable, aber eine andere. Distanzierte Achtung ist mitunter ehrenwerter als ein geheuchelter Gemeinschaftsgeist, den die Szene sowieso wittert, die Damen des Gewerbes zu allererst, egal, wie besoffen, bekokst oder auf Schore sie gerade sind. Es scheint, als habe Janina Kaack dies begriffen.

Mutmaßlich half ihr gar am nächsten Morgen ein Mordskater, die Leere und das gleichzeitige extreme Auf und Ab in der Lebenswelt mancher Hornbachfrauen zu erahnen, den Kaninchenstall zu riechen.

Fortsetzung folgt

Das Freierjournal sagt Danke und Prost auf den unterhaltsamen Artikel und wer weiß, am Ende wird noch eine (-r) der Ruhrbarone oder –baronessen mal investigativ in einen Saunaclub einkehren. Ein honigdicker, eichelkäsiger, pissfreiernder Scout vom Freiercafe findet sich dann zur Not auch noch. Mal sehen, ob und von wem hinterher ein geiler Fickbericht rauskommt. Und ein Stück Ruhrkultur ist der eine oder andere Club, zum Beispiel in Dortmund, allemal.

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Sexuelles Vergnügen wird in Dortmund korrekt abgerechnet

Auch Dortmunds Abrechnung bei „Gelegenheiten zu sexuellen Vergnügungen“ ist korrekt: Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen bestätigte die Vergnügungssteuersatzung der Stadt. Ein Saunaclub-Betreiber hatte (vergeblich) gegen einen Zahlungsbescheid geklagt.

Die Stadt Dorsten brachte im Mai 2010 mit der Neufassung ihrer Vergnügungssteuersatzung den Stein ins Rollen. Nach der Genehmigung durch das Landesfinanzministerium überprüften auch Großstädte wie Dortmund ihre bisherige Praxis zur Besteuerung von „Gelegenheiten zu sexuellen Vergnügungen “ und erschlossen damit eine neue, lukrative Einnahmequelle. Nicht ohne Konflikte vor den Verwaltungsgerichten.

Am Dienstag nun stand die im August 2010 neugefasste Dortmunder Vergnügungssteuer -Satzung auf dem Prüfstand des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen. Geklagt hatte mit Fatih D. der Betreiber des „Saunaclubs“ an der Kressenstraße in Oberdorstfeld-Marten, dem die Stadt einen Heranziehungsbescheid über 3860 Euro für die Zeit von August bis Ende Oktober 2010 ins Haus geschickt hatte.

Geklagt hatte ein Sauna-Club-Betreiber

Vier Euro pro Tag und angefangenen zehn Quadratmeter bei einer Nutzfläche von 98 Quadratmeter einschließlich gastronomischer Fläche und sechs Euro pro Tag für jede Prostituierte auf der Basis von 360 Öffnungstagen pro Jahr. Die vier Euro beziehen sich auf das von den Kunden zu zahlende Eintrittsgeld von 25 Euro, und mit den sechs Euro werden die Einkünfte der Prostituierten erfasst, die zwischen Kunden und Prostituierten frei vereinbart werden.

Der Kölner Anwalt Rainer Schmitz, der D. schon zuvor vertreten hatte, musste sich auch jetzt von Richterin Wilm sagen lassen, dass die Stadt Dortmund ihre Hausaufgaben gemacht hatte. Die jeweiligen Steuerschuldner seien „hinreichend bestimmt“ und die „sexuellen Vergnügungen als geschlechtsspezifische Handlungen ausreichend definiert“ worden. Auch die Einbeziehung der gastronomischen Bereichs in die Flächenabgabe sei wegen des „engen Zusammenhangs mit dem eigentlichen Betriebszweck“ nicht zu beanstanden.

Klage gegen Vergnügungssteuer-Satzung der Stadt abgewiesen

Es liege weder ein Verstoß gegen das Gleichheitsgebot noch ein Eingriff in die Berufsfreiheit der Prostituierten vor, so das Gericht. Beim Eintritt kassierenden Inhaber sei ein „hinreichender Bezug zum Steuergegenstand wegen seiner wirtschaftlichen Beteiligung an den Einnahmen auch gegeben.“

Kurz: Die Klage wurde abgewiesen. Im zweiten Verfahren hatte die H.K. Vitalis GmbH als Nachfolgerin von Fatih D. ab November 2010 gegen einen Vergnügungssteuerbescheid von 9500 Euro geklagt, vor dem Termin allerdings den Insolvenzantrag gestellt. Deshalb musste das Verwaltungsgericht den Termin aufheben, weil die Klägerin nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens nicht mehr beteiligt ist. (AZ 19 K 5858/10 u. 19 K 3111/11)

Ganzer Artikel: DerWesten

Hure vom Wanderparkplatz

Weil sie sich auch mal was leisten wollte, fing Dany an, sich zu prostituieren. Doch dann schloss die Stadt Dortmund den Straßenstrich und verdrängte sie und ihre Kolleginnen in Hinterhöfe und Internetcafés. Oder an den Stadtrand, auf einen Wanderparkplatz, wo Vögel zwitschern und Freier rar sind.
Zunächst arbeiten nur etwa 60 Frauen an der Ravensberger Straße, viele Jahre lang geht es dort friedlich zu. Seit der neuerlichen EU-Osterweiterung im Jahr 2007 kommen immer mehr Frauen dazu – zuletzt werden 700 verschiedene Sexarbeiterinnen registriert, darunter immer mehr Bulgarinnen und Rumäninnen. Die Konkurrenz wird größer, der Ton schärfer, die Preise niedriger.

Als Dany im vergangenen Jahr erfährt, dass die Stadt Dortmund den Strich schließen will, kämpft sie um ihre Arbeitsstätte. Sie trifft sich mit Lokalpolitikern, schreibt Briefe und Mails, organisiert eine Prostituierten-Demonstration vor dem Rathaus, schaltet einen Anwalt ein. “Ich bin ein Mensch, der sich grundsätzlich nichts verbieten lässt”, sagt sie mit scharfem Ton. Zuletzt klagt sie beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen gegen die Schließung – vergeblich. Am 16. Mai 2011 wird die gesamte Stadt zum Sperrbezirk für Prostitution erklärt.

Polizei und Ordnungsamt fahren seitdem mehrmals täglich die Nordstadt ab,  wer beim “Anbahnungsgespräch” erwischt wird, muss ein Bußgeld zahlen.

Aus den verschnörkelten Jugendstilhäusern wehen zerschlissene BVB-Flaggen, vor den verdreckten Hauseingängen türmt sich der Müll: Fernsehsessel, Wattestäbchen, mittendrin gebrauchte Spritzen. Auf dem Spielplatz sitzt ein Kind auf der quietschenden Wippe. Nebenan, vor der Trinkhalle, spritzen sich Junkies ihren ersten Schuss, morgens um elf. Die Dortmunder Nordstadt ist ein Kiez der Kulturen – hier leben Einwanderer aus vielen Nationen, aber auch Künstler und Aussteiger, Alternative, Sozialhilfeempfänger und Studenten. In den vergangenen Jahren hat sich die Lage dort verschärft: Häuserblöcke verwahrlosen, Wohnungen vermüllen, es gibt Messerstechereien und Schießereien.

“Diese Zuwanderer und insbesondere die Männer sorgen dafür, dass im Viertel die Kleinkriminalität blüht”, sagt Marita Hetmeier, Nordstadtbewohnerin und SPD-Politikerin im Dortmunder Stadtrat. Auch der Straßenstrich habe sich zunehmend zum Negativen entwickelt. Immer mehr Osteuropäerinnen hätten sich dort prostituiert, außerdem sei es vermehrt zu Schlägereien unter den Frauen gekommen. “Der Straßenstrich war der Anziehungspunkt für viele Kriminelle geworden, die Probleme im Viertel verursachten. Damit das in Zukunft nicht mehr möglich ist, haben wir den Strich geschlossen”, ergänzt Hetmeier.

Blauer “Lidschatten” aus Essen

Nachdem der Dortmunder Strich schließt, versuchen Dany und ihre Kolleginnen es zunächst im 40 Kilometer entfernten Essen, am alten Kirmesplatz. Nach einer halben Stunde Aufenthalt kommt ein Mann, der ihnen einen Wohnwagen aufschwatzen will. Aus Sicherheitsgründen, damit sie nicht von den Essener Prostituierten weggejagt werden. Auf dem Strich gilt das Gesetz der Straße – die Essener Frauen haben hier ihr Revier, Dortmunderinnen werden nicht geduldet. “Ich habe auch von verschiedenen Kolleginnen gehört, dass sie in Essen regelmäßig das Gesicht verschönert bekommen”, sagt Dany, Ironie in der Stimme. “Die brauchen keinen blauen Lidschatten mehr.”

Während Dany und die anderen Prostituierten immer mehr um ihre Existenz bangen, feiern Stadt und Polizei die Schließung des Straßenstrichs als Erfolg. Anfang Juli ziehen Politiker und Polizisten ein positives Zwischenfazit für die Nordstadt. Ein “deutlicher Rückgang der Straßenprostitution” sei inzwischen erkennbar, heißt es auf einer Pressekonferenz. Seit Mai hätte das Ordnungsamt 380 Platzverweise gegen Prostituierte erteilt, 170 Belehrungen ausgesprochen und 27 Frauen in Gewahrsam genommen. Gegen Freier habe es 169 Platzverweise und 71 Ordnungswidrigkeitsanzeigen gegeben.

Am 16. Mai 2011 hat die StadtDortmund den Straßenstrich an der Ravensberger Straße geschlossen. Seitdem fährt Dany drei Mal pro Woche nach Castrop-Rauxel – immer mit zwei Kolleginnen, alleine ist es zu gefährlich. Es ist stockdunkel dort, in der Zufahrt zu einem einsamen Wanderparkplatz. Die nächste Siedlung ist Kilometer entfernt, es gibt keine Laternen. Autos und Lastwagen rasen die Straße entlang, ihre Scheinwerfer sind die einzigen Lichtquellen. Dany knipst die Taschenlampe an und leuchtet über den holprigen Schotterweg, der sich von der Straße zum Parkplatz schlängelt. Zerfetzte Aldi-Tüten liegen herum, im Gebüsch sind die Überreste eines Kondoms zu erkennen. “Ohne die Taschenlampen hätten wir hier gar kein Licht”, sagt Dany, wirft die Zigarettenkippe auf den Boden und tritt sie aus. “Manchmal ist mir schon mulmig”, sagt sie. “Neulich war ich alleine hier und der ganze Parkplatz war voll mit seltsamen Gestalten, das Gefühl war schon echt übel.”

Dany ist 37 Jahre alt, Single, Mutter von drei Kindern und entspricht nicht gerade dem Klischee der Prostituierten. Sie ist nicht so puppenhaft, nicht so zierlich wie die Frauen in den Erotik-Clips im Fernsehen oder die Dollhouse-Stripperinnen von der Hamburger Reeperbahn. Ihre Statur ist stabil, ihre Art sich auszudrücken derb, sarkastisch, typisch Ruhrpott. Wenn Dany nicht anschafft, kleidet sie sich unauffällig – sportlich, mit schwarzem Kapuzenpulli und flachen Ballerinas. Sie stolziert dann auch nicht, eher marschiert sie, die karottenfarbenen Haare fallen in dichten Locken über die Schultern.

Ihr Privatleben will Dany für sich behalten, nur wenige Eckpunkte verrät sie. “Ich hab sogar ‘nen Realschulabschluss”, sagt sie bissig, lacht dabei laut. “Soll man ja nicht meinen.” Mit 19 wird sie zum ersten Mal schwanger, bringt ihre Tochter zur Welt. Danach kellnert sie drei Jahre lang in einer Disco, wird noch zweimal schwanger, ist arbeitslos. Dany wirkt abgeklärt, als sie von den einzelnen Stationen erzählt, desillusioniert.

“Tust du es? Tust du es nicht?”

Eine Freundin von ihr, erzählt Dany, habe sich auf der Straße prostituiert. Irgendwann sei auch sie an den Punkt gekommen, an dem sie sich etwas leisten wollte, aber nicht konnte. “Dann hab ich lange hin und her überlegt: Tust du es? Tust du es nicht?” 2006 fällt sie ihre Entscheidung – und landet schließlich auch am Dortmunder Straßenstrich. Dort arbeitet sie fünf Jahre lang völlig unabhängig, ohne Zuhälter – sie kann selbst bestimmen, an welchen Tagen sie frei macht und zu wem sie ins Auto steigt. Wie andere Arbeitnehmer auch schickt sie am Ende des Jahres ihre Steuererklärung ans Finanzamt. Ein ganz normaler Job – zumindest für Dany.

Drei bis vier Mal pro Woche steht Dany im April 2011 an der Ravensberger Straße in Dortmund-Nordstadt, sie hat ihre Stammkunden und kann gut leben von dem Geld, das sie dort verdient. Die Nachmittagssonne brennt, die Frauen zeigen, was sie zu bieten haben: lange, nackte Beine, tiefe Dekolletés – viel Sex für wenig Geld. Je besser das Wetter, desto mehr Autos kurven durch die Straße hinter dem Baumarktgelände: Die Fahrer gaffen, halten an, verhandeln, die Bässe wummern.

Als der Dortmunder Straßenstrich um die Jahrtausendwende an der Ravensberger Straße entsteht, gilt er lange Zeit als Vorzeigemodell. Im Blechcontainer der katholischen Beratungsstelle “Kober” können die Prostituierten den Sozialarbeiterinnen ihre Probleme klagen, Snacks und Kondome kaufen und sich kostenlos vom Arzt untersuchen lassen. Mit den Freiern fahren die Frauen in sogenannte Verrichtungsboxen und haben dort Geschlechtsverkehr, meist im Auto, ab und zu auch auf der Motorhaube. Für Notfälle gibt es rote Alarmknöpfe an den Bretterwänden – die Frauen drücken, ein lautes Signal schrillt, die Sozialarbeiterinnen oder die anderen Frauen eilen zur Hilfe.

Ihre Vermutung bestätigt sich: Die Frauen laufen jetzt durch die abgelegenen Seitenstraßen der Nordstadt, stehen abends rauchend in Hauseingängen oder sitzen in einem der vielen Internetcafés – getarnt in Jeans und Turnschuhen, immer auf der Suche nach einem potentiellen Freier. Männer werden umgarnt, direkt gefragt, ob sie mitkommen möchten. Zum Geschlechtsverkehr kommt es dann entweder in der Wohnung der Frau oder der des Freiers, manchmal auch im Hinterzimmer eines Cafés. “Das Problem ist, dass wir die Prostituierten und Freier bei einem Verhandlungsgespräch ertappen müssen”, sagt Polizist Karsten Jung, der für den Bezirk Nordstadt zuständig ist. “Wenn die Frauen einfach nur im Internetcafé sitzen, können wir ihnen nichts nachweisen.”

Ein roter Fiat Panda bremst ab und wird langsamer. Sofort posiert Dany am Seitenstreifen vor dem Wanderparkplatz, doch am Steuer sitzt eine Frau, sie mustert die Prostituierte ausgiebig. Dany ist enttäuscht – wieder kein Freier. “Es ist schon ziemlich unangenehm, an so einer öffentlichen Straße zu stehen, wo auch Familien und Mütter mit ihren Kindern entlangfahren”, sagt sie. Ihr Handy klingelt, “DJ got us fallin’ in love again” von Usher. Ein Mann ist am Apparat. Sie redet nur kurz mit ihm. “Ich sag mal so, ‘ne halbe Stunde wirst du für den Preis nicht kriegen.” Sie legt auf und schimpft noch kurz über all jene Männer, die immer mehr Fantasien für immer weniger Geld ausleben möchten. “Die sollen sich doch bitte selbst einen von der Palme wedeln!”

Nach dem gescheiterten Versuch auf dem Essener Straßenstrich hat sich Dany entschieden, außerhalb der Dortmunder Stadtgrenze zu arbeiten. Der Wanderparkplatz, der direkt an einer Schnellstraße nach Castrop-Rauxel liegt, bietet sich da an. Der Ort sei zwar von der Lage her nicht schlecht, sagt sie, doch sicher sei man hier nicht. Deshalb haben sie und zwei ihrer ehemaligen Straßenstrich-Kolleginnen eine Fahrgemeinschaft gegründet. “Wir drei passen halt aufeinander auf.”

Abrutschen in Hartz IV

Nur ein paar zerknüllte Zeitungen, ein leere Cola-Dose und Zigarettenstummel liegen noch am ehemaligen Straßenstrich herum. Die Verrichtungsboxen sind seit zwölf Monaten abgerissen, der Beratungscontainer steht leer, ein älterer Mann in Trainingsjacke führt seinen Rauhaardackel aus. Ein Jahr nach der Straßenstrichschließung verwaist die Ravensberger Straße. Ein inoffizieller Strich hat sich längst etabliert. Der “harte Kern” – zu dem laut Elke Rehpöhler “die osteuropäischen und drogenabhängigen Frauen” gehören – schleicht mittlerweile am Nordmarkt oder Schleswiger Platz herum. Gegenden, in denen sich triste Internetcafés, Wettbüros und Kioske aneinanderreihen.

Tag für Tag rasen die Autos am Wanderparkplatz an der Schnellstraße vorbei, es riecht nach Benzin und Abgasen, Vögel zwitschern in den Laubbäumen. Dany wartet weiter am Straßenrand, spaziert auf und ab, zündet sich eine Zigarette an. Wenn sie Glück hat, hält jemand an und sie kann zu ihm ins Autos steigen. Finanziell, sagt sie, gehe es ihr deutlich schlechter als an der Ravensberger Straße. Dany zieht, inhaliert den Tabakrauch tief und bläst ihn langsam in die Luft. Sie sei deshalb in eine kleinere Wohnung gezogen, so spare sie 125 Euro Miete und 30 Euro Stromkosten. Doch auch das reicht längst nicht mehr zum Leben. Demnächst, sagt Dany, muss sie wohl Hartz IV beantragen.

Für die Multimedia-Reportage haben die Journalistik-Studenten Caroline Biallas und Alexander Spelsberg die Prostituierte Dany ein Jahr lang begleitet, sie immer wieder zu Filmaufnahmen und Interviews getroffen. Entstanden ist dabei außerdem ein Dokumentarfilm, zu finden unter www.do1.tv.

Ganzer Artikel: Sueddeutsche.de

Tatort Luder-Lounge – Blaulichtparty am 3. Februar

Die Luderlounge Dortmund meldet:

Tatort Luder-Lounge

am 3.2. feiern wir die

Luderlounge-Blaulichtparty

wie immer scheuen wir keine Kosten und Mühen und werden unser Haus stilgerecht mit Cop- und Blaulicht Deko schmücken und unsere Ladies werden sich im heißen Lady-Vamp Cop-Outfit präsentieren.

Wir halten viele Überraschungen bereit weisen jedoch darauf hin, dass wir an diesem Abend ein prächtiges Buffet servieren, das so rein gar nichts mit Polizeikantine zu tun hat. Alkoholische Drinks fließen in Strömen und sind kostenlos und als Clou:

Wir verlosen den ganzen Tag unter den Teilnehmern Freificks.

Viel Spass und passt auf Eure Führerscheine auf!

Kontakt:

Luder-Lounge
Unterste Wilms Straße 9
44143 Dortmund
Tel.: 0231 4461113
http://www.luder-lounge.de/

Berichte über die Luderlounge

–> Luderlounge-Forum im Freiercafe

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Luderlounge Nikolausparty am 6.12.

Die Luderlounge meldet:

Liebe Freunde der Luder-Lounge:

am 6.12.2011

feiern wir unsere

Luderlounge Nikolausparty

An diesem Tag erwarten Dich über 20 Sexy Nikoläusinnen zu einer rauschend- erotischen Party.
Es erwartet Dich ein Sektempfang, wir servieren ein üppiges Luder-Buffet und verlosen als Clou zwischendurch
freie Nummern mit dem Girl Deiner Wahl. Eintrittspreise wie gewohnt…

Kontakt:

Luder-Lounge
Unterste Wilms Straße 9
44143 Dortmund
Tel.: 0231 4461113
http://www.luder-lounge.de/

Berichte über die Luderlounge

–> Luderlounge-Forum im Freiercafe

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Der Neby Adventskalender – Jeden Tag Gewinnen

Der Club Neby meldet

Der Neby Adventskalender

Wir öffnen vom

1. Dezember bis zum 23.12.2011 jeden Tag

mindestens ein Türchen.
Hinter jedem Türchen steckt ein Preis.
Die Preise liegen bei den glücklichen Gewinnern im Spind.
Jeden Morgen werden der oder die Gewinne neutral in den Spinden hinterlegt.

Bei den Preisen, die sich hinter den Türchen verstecken, handelt es sich um Folgende:

Für 10 Gäste gibt es einmal freien Eintritt
Für 5 Gäste gibt es einmal 20 Minuten mit einem Mädel Eurer Wahl
Für 3 Gäste gibt es einmal 30 Minuten mit einem Mädel Eurer Wahl
Für 1 Gast gibt es einmal 60 Minuten Whirlpool mit einem Mädel Eurer Wahl
Für 10 Gäste gibt es einmal eine Rückenmassage von Amba (15 Minuten)
Für 1 Gast gibt es im Januar 3 Wochen lang freien Eintritt

Kontakt:

Club Neby
Martener Straße 539
44379 Dortmund
Tel: 0173 24 66 100
oder 0231 222 67 55

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Neue Ruhe in Dortmunds Norden

Die Dortmunder Lokalpresse setzt sich mit den ersten Reaktionen auf die Schliessung des Straßenstrichs auseinander. Nach wie vor wird über den Verbleib der bulgarischen Roma spekuliert, über deren Verbleib unklarhet herrscht. Offenkundig ist: Sie sind im Straßenbild nicht mehr sichtbar.

Der Westen.de berichtet

Dortmund. Nach Schließung des Straßenstrichs sind die Anwohner geradezu euphorisch. Selbst im Bordell atmet man auf.

So öde wie diese Straße ist keine zweite in Dortmund. Grauer Asphalt, mannhohe Stahlgitter rechts wie links, und dazwischen nichts als Leere. Ravensberger heißt sie und war einmal das Synonym für, sagen wir einmal, das pralle Leben. Zu Hunderten gingen die Huren hier anschaffen. Rumäninnen und Bulgarinnen zumeist, die Armen Europas. Viele verkauften sich für nicht einmal zehn Euro. Vor sechs Wochen schloss die Stadt den Straßenstrich in einer Art Notwehrakt. Seitdem ist Schluss mit lustig. Und die Dortmunder Nordstadt atmet auf. Weit davon entfernt, ein normaler Stadtteil zu sein, aber auf einem guten Weg.
Beamte in Zivil

„Geht’s Dir gut?“, fragt sie und steigt professionell lächelnd die Treppe hinauf. 50er Jahre. Linoleum. Abgeschabtes Leben. Sie im knappen, schwarzen Lederdress. Er, ein Mittfünfziger vielleicht, trägt über Wohlstandsspeck ein dunkles Jackett mit Goldknöpfen. „Lange nicht gesehen!“, sagt sie und er, erfreut, wiedererkannt zu werden, müht sich um einen charmanten Ton: „Ja, war länger nicht in der Gegend!“. Haus Nr. 8 in der Linienstraße, Dortmunds Bordell. Selbst hier, einen Kilometer Luftlinie entfernt vom ehemaligen Straßenstrich, ist man froh, dass wieder Ruhe einkehrt. Und das nicht aus Konkurrenz-Gründen, wie alle eilig betonen.

Dortmunds Nordstadt, sie ist seit Jahrzehnten nicht wirklich schön. Einst Vergnügungsviertel Westfalens, war sie später Arme-Leute-Gegend, Wohnplatz der Migranten. 140 Nationalitäten will man hier gezählt haben. Mit der EU-Osterweiterung, ab 2007, kamen neue hinzu. Und mit ihnen die Probleme: Ein Stadtteil verkam zuletzt in Prostitution, Kleinkriminalität, Drogen und vermüllenden Häusern. Eine seiner zentralen Straßen, die Mallinckrodt-Straße, galt als Schwarzarbeiter-Strich. Hier wurde abgeholt, wer sich für wenig Lohn illegal verdingte. Auf ihrem begrünten Mittelstreifen wurde campiert und gekocht.

Die Huren sind tatsächlich verschwunden

Monate brodelte es, protestierten Schüler, Eltern, Anwohner und Geschäftsleute. Am 16. Mai dann schloss die Stadt den Straßenstrich, riss die 2006 aufgestellten Verrichtungsboxen ab und stellte eine Task Force aus Polizei und Ordnungsamt auf. Beamte, in Zivil und in Uniform, patrouillieren nun rund um die Uhr, kontrollieren die Prostituierten sowie die Freier, Drogenhändler und jene Häuser, in denen ungezählte, vor allem aus dem bulgarischen Plowdiw eingereiste Roma für 200 Euro pro Matratze Unterschlupf fanden.

Die Huren, sind tatsächlich verschwunden. Bis auf wenige Ausnahmen. Wohin, weiß niemand so genau. In den Nachbarstädten wie Bochum oder Essen tauchten sie bislang nicht auf. Es gebe Hinweise darauf, dass sie in ihre Heimatländer zurückgekehrt seien, sagt Polizeisprecher Kim Freigang und: „Wir sind überrascht, wie ruhig es geworden ist, wie gut alles angelaufen ist“.

„So wie es war, konnte es nicht mehr weitergehen“, sagt Gisela Zohren von der evangelischen Mitternachtsmission, die Huren betreut und beim Ausstieg aus der Prostitution unterstützt. Wie kaum eine zweite kennt sie das Milieu, weiß sie, wie sehr mit der osteuropäischen Einwanderung der Menschenhandel zugenommen hat. „Wir hatten in der Mitternachtsmission schon 16-Jährige, die zur Prostitution gezwungen worden sind“, sagt Zohren.

Viele erkennen eine deutliche Beruhigung in der Nordstadt

Kaum eine Woche sei vergangen ohne Messerstecherei, ohne Revierkämpfe. Mit den unaufgeklärten Frauen habe es vermehrt Abtreibungen gegeben und plötzlich wieder Krankheiten wie Syphilis und Hepatitis. Das Niveau sei abgesackt, heißt es im Milieu.

Nun, nach Schließung des Straßenstrichs, wollen viele eine deutliche Beruhigung in der Nordstadt erkennen. „Das heißt nicht, dass es keine Straßenprostitution mehr gibt, aber es ist nicht vergleichbar mit vorher“, sagt Jürgen Walther, der Leiter der 45-köpfigen Task Force. Anwohner und Geschäftsleute reagieren angesichts dessen geradezu euphorisch. „Endlich können unsere Angestellten wieder zur Arbeit gehen, ohne von den Freiern angemacht zu werden“, sagt Till Kummer, der einen Holzbetrieb neben dem ehemaligen Straßenstrich führt.

„Die Polizei hat die Situation wirklich gut gemeistert“, sagt auch Gisela Schultebraucks, Leiterin der Grundschule Kleine Kielstraße. Deren Schüler und Eltern hatten Unterschriften gesammelt, weil sie es nicht mehr ertragen konnten „alle ungelösten Probleme unserer Gesellschaft vor der Haustür zu haben“. Schultebraucks: „Die Nordstadt ist der kinderreichste Stadtteil Dortmunds und die Kinder hatten schlicht Angst“.

„Das war Menschenhandel in höchster Form“, sagt auch er, der Betreiber des Bordells in der Linienstraße Nummer acht. Er verstehe nicht, wie man den Dortmunder Norden so aufgeben konnte. Geschätzte 45 ist er. Einer, der darauf achtet, dass in seinen Häusern Regeln und Gesetze eingehalten werden.

Sicheres Arbeiten

Und so sitzt er auch an dem vor Jahren von den Behörden eingerichteten Runden Tisch „Prostitution“, wird um seine Einschätzung gebeten. Er wisse, dass man ihm Konkurrenz-Gedanken unterstellen könne. Aber Bordelle hätten eine andere Klientel, andere Freier als der Straßenstrich. Ihm gehe es um den Stadtteil, um die Kinder und um ein sicheres Arbeiten für die Frauen“.

Alex, die junge Lettin, sitzt hinter der gläsernen Haustür der Nr. 8. Weißes Lackkleid über fast knabenhafter Figur. Blondes Kurzhaar. Dezentes Make-up. Vor einiger Zeit wurde sie auf dem Weg zum Kino überfallen.

Seitdem hat sie Angst, seitdem hofft auch sie auf mehr Ruhe im Viertel.

ganzer Artikel –> derwesten.de

Diskussion –> Newsticker im Freiercafe

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Aus die Maus hinter Hornbach

Der Straßenstrich in Dortmund wird verboten und beschlossen. Die Damen haben umsonst demonstriert.
Nach dem Prinzip
St. Florian, oh guter Mann, verschon meine Stadt, zünd andere an
haben sich die großen Parteien in Dortmund für die Schließung und das Verbot via Sperrbezirksverordnung entschieden.

Derwesten.de berichtet:

Der Dortmunder Straßenstrich wird geschlossen. Das entschied gestern der Rat der Stadt. Außerdem soll der Sperrbezirk, in dem Straßenprostitution verboten ist, auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet werden. Die Ratsmehrheit von SPD und CDU hatte bereits im Vorfeld deutlich gemacht, dass sie die Schließung will. Zentrales Argument: Er bilde den zentralen Anziehungspunkt für Kriminelle.

Rest des Artikels

Huren-Marsch

Wir berichten hier regelmäßig über Neues rund um den Dortmunder Straßenstrich. Gestern fand eine Demo zu dessen Erhalt statt.
derwesten.de war dabei:

Leder, Lack, Dekolleté und zehn Zentimeter hohe Absätze – wer das auf einer Demo trägt, bei der es um den Kampf um Arbeitsbedingungen auf dem Straßenstrich geht, der beweist auch Stolz. Das war bei den rund 70 Prostituierten am Donnerstag (24. März 2011) nicht anders.

Als sich der bunte Zug gegen drei Uhr in Bewegung setzt, an den Verrichtungsboxen vorbei den Weg über die Bornstraße und die Wälle zum Rathaus sucht, ist den Frauen die Aufmerksamkeit sicher. Der Verkehr stockt an diesem Nachmittag.

Inzwischen hat der bunte Zug den Friedensplatz erreicht. Sonst rufen „Deutschland“ immer andere, das ist schon einigermaßen skurril. Heide Haustein bezeichnet sich selbst als Gerechtigkeitsfanatikerin. „Für jeden muss es Gerechtigkeit geben und natürlich auch für die Frauen“, fordert sie, „ob es den Mitbürgern passt oder nicht.“

Eine Passantin guckt staunend. Man sieht ihr an, dass sie sich schwer tut mit der Offenheit der Huren, sie tun ihr auch ein bisschen Leid. Aber: „Wie soll man’s lösen, das Problem?“

Ganzer Artikel mit Fotostrecke bei derwesten.de

Straßenstrichfrauen gehen auf die Straße

“Wir sind die Demonstranten und grüßen die Passanten”, so tönte es auf den Politdemos der 70er und 80er Jahre. Ob die Damen vom Dortmunder Straßenstrich dies skandieren werden, wenn sie Donnerstag, 24. März, ab 14.30 Uhr von der Ravensberger Straße durch die Innenstadt zum Friedensplatz marschieren, ist noch nicht bekannt. Aber immerhin, sie wollen für den Erhalt der Hornbachschleife auf die Straße gehen, statt sich nur an selbige zu stellen.
Die Huren-Beratungsstelle “Kober” unterstützt sie dabei.

Was auch immer bei alledem herauskommt, hoffen wir auf künftige menschenwürdige Arbeitsbedingungen am Dortmunder Straßenstrich. Woanders (man schaue nach Essen) scheint es ja möglich zu sein.

Artikel zur Demo bei derwesten.de

Die Leserkommentare zu dem Artikel sind genauso bemerkenswert, wie der Artikel. Vom engagierten Unterstützer der Sache der Frauen bis zum dreckigen, kleinen Frührentner mit braunem Einschlag ist alles dabei.

Razzia in Dortmunder Nordstadt

Freier, Prostituierte, aber auch Anwohner und Passanten wurden am heutigen Mittwoch bei einer Razzia in der Dortmunder Nordstadt rund um den Strich an der Hornbachschleife unter die Lupe genommen.

Es berichtet derwesten.de:

Um Punkt 19.45 Uhr rollte die Polizei mit mehreren Einsatzwagen an. Alle Zu- und Abfahrten der Ravensberger Straße wurden zugestellt. Keiner kam mehr raus. Die Freier in den Wagen zogen sich zum Teil Mützen ins Gesicht, klappten die Sonnenblenden runter. Mit den Kontrollen hatten sie wohl nicht gerechnet. Jeder einzelne Wagen, jeder einzelne Freier wurde durchleuchtet. Während die völlig verdutzen und zum Teil sichtlich peinlich berührten Männer an den Sperrpunkten ihre Papiere zeigen mussten, wurden die Prostituierten in die Mitte der Ravensberger Straße gebeten. Hier überprüfte die Polizei jede einzelne der etwa 60 Prostituierten nacheinander.

Gegen 17.30 Uhr hatten die Kontrollen am Schleswiger Platz begonnen. Auch den sperrte die Polizei hermetisch ab, kontrollierte alle Passanten. Wenig später ging’s auch in Internetcafés, Teestuben und Kneipen weiter. Bis Mitternacht liefen die Kontrollen. Über die Ergebnisse der Aktion, die fortgeführt werden soll, will die Polizei am Donnerstag berichten.

Ganzer Artikel

Mal wieder: Ende des Dortmunder Straßenstrichs?

derwesten.de berichtet:

Der Straßenstrich Ravensberger Straße in Dortmund soll aufgelöst werden. Das fordern die Fraktionen von CDU und SPD in der Bezirksvertretung Innenstadt-Nord. Der Strich ziehe einen Anstieg der Kriminalität nach sich: zahlreiche Straftaten, verwahrloste Häuser, Drogen- und Menschenhandel seien die Folge.

„Ich finde wir haben lange genug zugesehen“, empörte sich Brigitte Jülich (SPD) und verteidigte den Antrag. Den Straßenstrich als geschützten Raum anzulegen, sei ein Experiment, worauf man sich eingelassen hätte und das gescheitert sei. Stattdessen ziehe der Strich nun einen Anstieg der Kriminalität nach sich: zahlreiche Straftaten, verwahrloste Häuser, Drogen- und Menschenhandel seien die Folge.

Ganzer Artikel bei derwesten.de und ähnlicher Artikel der Hertener Allgemeinen Zeitung

Interessant sind auch die Leserkommentare bei derwesten:

Einfach Fotos von den Autos dort machen und dann ins Netz stellen, wird das in Tschechien nicht auch so gemacht?
#1 von Basisdemokrat

… Hier hat man rund 2 Jahrzehnte die Alkohol-und Drogenszene in die Nordstadt abgedrängt und zur Entschärfung der Beschaffungskriminalität den Strich mehr als nur geduldet. Real betrachtet hat man im Rahmen des sog. Dortmunder Modells die herrschenden Zustände gezielt herbei geführt – in der irrigen Annahme hier steuernd einwirken zu können. Durch das Dortmunder Modell hat man so nicht nur Junkies dazu motiviert an die Quelle zu ziehen, sondern auch die Schwarzmeerflotte (ungewollt ? angelockt), die in der Nordstadt mehr rechtsfreie Räume vorfindet, als in jedem anderen Stadtbezirk. Und auch mehr, als jede andere Stadt bereit wäre zu akzeptieren. Faktisch wurde auf diese Weise die organisierte Kriminalität in allen Facetten in Dortmund gezielt angesiedelt. Das ist der mittlerweile fast unbeherrschbar gewordene Nebeneffekt in der Nordstadt.

Legalisierung der Prostitution bedeutet nicht automatisch ein Grundrecht auf Straßenstrich. Allenfalls in der verqueren Freierfantasie.

Zahlenmaterial zum tatsächlichen Umfang der Prostitution in Dortmund läßt sich unter dem Suchbegriff “Dortmunder Modell” ergurgeln.
#10 von movienrz

Man beachte die Verwendung des Wortes “Schwarzmeerflotte”. Der Verfasser des zweiten Kommentars scheint zu wissen, wovon er spricht.

Der kontroverste Strich hat natürlich auch ein Thema im Freiercafe.

Und hier ist er:


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Westfalenland außer Rand und Band

Rund um den Wohnwagenstrich in Horn-Bad-Meinberg will die Polizei jetzt nach einem Brandanschlag auf Wohnwagen die Notbremse ziehen und den Parklatz sperren, so berichtet nw-news.de:

Die Angst geht um im horizontalen Gewerbe. Nachdem am vergangenen Wochenende auf einem Parkplatz nahe der Bundesstraße 1 im lippischen Horn-Bad Meinberg ein Brandanschlag auf vier Wohnwagen von Prostituierten verübt worden ist, laufen die Ermittlungen der Detmolder Polizei auf Hochtouren. Derweil zieht die Kommune die Reißleine.

“Es ist ein unhaltbarer Zustand eingetreten. Deshalb werden wir den Parkplatz in der Nähe des Waldschlösschens in den nächsten sechs Wochen schließen”, sagt Gerhard Bein, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters in Horn-Bad Meinberg.

“Wir haben nun Angst um unsere Existenz”, sagt die Prostituierte Heike (41) aus Höxter. “Sollte auch der Parkplatz am Waldschlösschen geschlossen werden, “müssten viele von uns Hartz IV beantragen”, sagt sie. “Ich habe einen festen Wohnsitz, eine Krankenversicherung und ich zahle Steuern”, sagt Isabella. “Wir tun doch nichts Illegales” sagt sie. Außerdem müsse sie ihre Kinder durchbringen

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Ein paar Kilometer westlich, in Dortmund, so kann man in unserem Forum zeit- und nautnah mitlesen, nehmen nach rudelbildenden Wanderbewegungen diverser Damen zwischen zwei Clubs und eine Neueröffnungsparty die Ereignisse inzwischen skurrile Züge an, was sich sogar auf die Berichte niederschlägt. Wie das Theater um Mausis und Genausies, um Puffs für deutsche und südländische Gäste und die Frage, wer denn nun auf Dauer nach Aplerbeck gehört, ausgehen wird, wird vermutlich die Zeit zeigen. Vielleicht kühlen sich die Gemüter mit dem Wintereinbruch auch wieder ab.

Vergnügungssteuerliches aus Dortmund

Derwesten.de berichtet, was sich nach Einführung der “Vergnügungssteuer” für Sexdienstleisterinnen auf dem Dortmunder Straßenstrich so getan hat:

Sonja hat ihr Ticket gut in der Tasche verstaut. Als sie das blaue Kärtchen hervorholt und sich noch einmal den Aufdruck betrachtet, lächelt sie nachdenklich. „Vergnügungssteuer ist schon ein komischer Name dafür“, sagt die 27-Jährige. „Und wie“, bestätigt Medina (19) empört. „Als ob das ein Vergnügen ist, dass wir hier stehen!“

Aber ganz gleich, wie die beiden die Bezeichnung finden oder was sie davon halten, dass es diese Bescheinigungen überhaupt gibt: Seit vier Wochen müssen Prostituierte wie Sonja und Medina, die auf dem Straßenstrich an der Ravensberger Straße in Dortmund arbeiten, solch ein Ticket kaufen. Täglich, für sechs Euro – um damit die leere Stadtkasse ein bisschen aufzufüllen. Und viele Frauen sind sauer: Weniger über das Geld, als vielmehr darüber, dass die Stadt im Gegenzug nichts tut, um die hygienischen Verhältnisse vor Ort zu verbessern.

Vergnügungssteuer, Toiletten, Gaffer – darüber wird im Container in der Ravensberger Straße laut und heftig diskutiert. Nach einiger Zeit, eher leise und hinter vorgehaltener Hand, kommt jedoch das Thema auf den Tisch, das die Frauen viel mehr verärgert und in ihrer Tätigkeit beeinflusst: die Konkurrenz durch Roma-Frauen aus Bulgarien. Sie machen mittlerweile rund 80 bis 90 Prozent der 600 Prostituierten an der Ravensburger Straße aus, schätzt Kober. In den meisten Fällen sei es jedoch kein Menschenhandel, der die Frauen auf den Straßenstrich treibe, sondern der Druck der Familie: die eigenen Ehemänner oder auch Eltern, die zu Hause in Bulgarien auf die Kinder aufpassen und drängen, dass immer wieder neues Geld aus Deutschland geschickt wird.

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Ficksteuer in Dortmund

Auf dem Dortmunder Straßenstrich müssen die Damen jetzt ein Tagesticket für sechs Euro erwerben, wenn sie dort arbeiten wollen. Das Ticket gilt bis jeweils 24.00 des entsprechenden Tages und entbindet natürlich nicht von der normalen Steuerpflicht.

Es berichtet die Dattelner Morgenpost:

Lange Zeit war aber einer praktikablen Lösung gearbeitet wurden, um die Steuer auch außerhalb von Clubs kassieren zu können. Für den Straßenstrich an der Ravensberger Straße werden nun täglich Tagestickets für 6 Euro ausgegeben, die im Club Escort an der Einfahrt zum Straßenstrich zu haben sind.

Der Andrang hielt sich – wohl auch mit Blick auf das aktuelle Wetter – am ersten Tag in Grenzen. Knapp 40 Tickets gingen bis zum frühen Nachmittag in der Bar des Clubs Escort über die Theke.

Auf der anderen Seite weckt die Sexsteuer für den Straßenstrich Begehrlichkeiten nach mehr Engagement der Stadt zur Verbesserung der Situation an der Ravensberger Straße. Mehr Toiletten und sanitäre Anlagen für die Frauen hatte jüngst u.a. die CDU gefordert.

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