Minderjährige zur Prostitution gezwungen

Mit Eheversprechen, Schlägen, Tritten und wüsten Drohungen zwangen zwei 25 und 27 Jahre alte Bulgaren zwei minderjährige Mädchen zur Prostitution in Bordellen. Nach Geständnissen verhängte die Zweite Strafkammer des Landgerichts Traunstein gegen die Männer eine Haft- und eine Bewährungsstrafe.

Aufgeflogen war der Fall, als der Drahtzieher Emir H. mit den beiden 17 und 18 Jahre alten Mädchen im Zug von Verona nach München bei Brannenburg in eine Polizeikontrolle geriet. Wie sich herausstellte, hatten beide gefälschte Ausweise dabei, die H. für sie in Bulgarien hatte anfertigen lassen. Angeblich, so gaben die Zeuginnen zu Protokoll, hätten sie in Kassel an ein Bordell verkauft werden sollen bzw. hätten dort anschaffen sollen.

Im Rahmen der Vernehmungen kam eine verwickelte Geschichte zu Tage. Im Prozess vor dem Traunsteiner Landgericht räumten Emir H. und der mitangeklagte Mitko M. die Vorwürfe größtenteils ein. Demnach waren die beiden Mädchen in Bulgarien aus einem Heim geflohen und zunächst bei dem als Bauarbeiter tätigen H. untergekommen. Mit der Aussicht auf gute Verdienstmöglichkeiten, Liebesschwüre und Eheversprechen brachte H. beide im September 2012 dazu, erstmals auf einem Lkw-Platz in Bulgarien als Prostituierte tätig zu werden, angeblich, um so den gemeinsamen Lebensunterhalt zu sichern. Davor hatten die damals 16 und 17 Jahre alten Mädchen keinerlei Erfahrung in dem Gewerbe.

Im Anschluß vermittelte H. die beiden Heimflüchtlinge bis Jahresende an zwei Bordelle in Griechenland. Während dieser Zeit wohnten sie in einer angemieteten Wohnung. Nachdem die Mädchen anfangs aufgrund der Versprechungen noch Hoffnungen hatten und sich in ihr Schicksal fügten, musste H. zunehmend rabiater vorgehen, um die beiden Minderjährigen weiter zur Prostitution zu zwingen. Es kam wiederholt zu Schlägen, Fußtritten und heftigen verbalen Drohungen. So drohte er der Jüngeren damit, er werde ihre Tochter verbrennen, falls sie ihn verlasse. Die Ältere schüchterte er damit ein, ihr im Falle der Flucht die Beine abzuschneiden. Den Gewinn aus der Prostitution mussten die beiden Minderjährigen bei H. oder dessen Cousin M. abliefern.

M. war offensichtlich als Handlanger, Aufpasser und Geldeintreiber eingesetzt, falls sein Cousin verhindert war. Während H. die Taten im großen und ganzen einräumte, widersprach er den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft, die angeblich drogenabhängige Jüngere mit Drogen wie Amphetamin und Heroin versorgt und damit gefügig gemacht zu haben. Wie Vorsitzender Richter Erich Fuchs erklärte, gaben Haarprobenanalysen keinen hinreichenden Verdacht auf eine Drogensucht. Der Anklagepunkt wurde deshalb fallengelassen. Aufgrund der Geständnisse, die eine Vernehmung der Zeuginnen überflüssig machte, fiel bereits am ersten Verhandlungstag die Urteile. Während die eine Zeugin wieder in Bulgarien lebt, ist das zweite Opfer zwar noch in Deutschland, aber laut Kreisjugendamt Rosenheim „psychisch angeschlagen”.

Ermil H. wurde wegen gemeinschaftlichem schweren Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung sowie schwerer Körperverletzung und Anstiftung zur urkundenfälschung zu einer Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten verurteilt. Sein Cousin Mitko M. kam mit einer Bewährungstrafe von ein Jahr und zehn Monaten davon.

Quelle: http://www.wochenblatt.de/nachrichten/traunstein/regionales/Prostitution-Menschenhandel-Bordell;art39,192399

Nafissatou Diallo und das Sperm-Spangled Banner

Kommentar
Dominique Strauss-Kahn steht nicht mehr unter Hausarrest und durfte sich die Fußfessel abnehmen. Die Glaubwürdigkeit des Zimmermädchens Nafissatou Diallo sei nachhaltig erschüttert, so hallte es über den großen Teich. Eine alleinerziehende Mami, working hard und keusche Muslima mit Kopftuch, das ist eine Sache. Gelegenheitsprostituierte und in Drogengeschäfte verwickelt und vom Tag ihrer Einreise in den USA permanent am lügen und am schmarotzen, das ist eine andere Sache.

Das war also das gefühlte 10.000te Mal, dass ein geiler alter Mann in eine Liebesfalle getappt ist. Und seriös arbeitende Prostituierte in Deutschland werden sich mal wieder ärgern, dass ihr Beruf in Misskredit gebracht wird, weil in einem Land, wo Paysex weitgehend illegal und damit beinahe zwangsläufig in den Händen mafiöser Strukturen ist, so etwas vorkommt und entsprechend in den Medien aufgeblasen wird. Alles eigentlich nicht der Rede wert. Aber in einem Artikel der Welt online zum Thema stutze ich bei einem Absatz:

Die „New York Post“ will erfahren haben, dass das Zimmermädchen von ihrer Gewerkschaft in das vornehme Hotel in Midtown entsandt wurde, weil „eine Menge Leute sie als gute Anschafferin sahen“. Gewöhnlich würden Anfängerinnen in dem von der Gewerkschaft kontrollierten Prostitutions-Nebenerwerb in die Motels um den John-F.-Kenedy-Flughafen geschickt. Die „Post“ stützt sich auf anonyme Quellen.

Eine Gewerkschaft kontrolliert den Prostitutions-Nebenerwerb New Yorker Zimmermädchen? Entsendet Frauen in Motels?
Und weiter:

Es gebe „eine ganze Mannschaft von Leuten, die sie als Einnahmequelle betrachteten.“ Sollte das stimmen, erschienen die Demonstrationen der Gewerkschaft gegen Strauss-Kahn vor dem Gerichtsgebäude Anfang Juni in einem anderen Licht. „Shame on you“ skandierten die Gewerkschaftsmitglieder damals, als Strauss-Kahn aus dem Auto stieg.

Zum Artikel in der Welt Online

Das waren also sozusagen Leute aus dem Rotlichtmilieu und bei der Demo ging es um einen Protest gegen sinkende Einkommen, weil Nafissatou Diallo aus dem Verkehr gezogen werden musste oder der Freier Strauss-Kahn sie für den Blow Job nicht bezahlt hat? Hallo?

…. war die Mitgliedschaft in einer US-Gewerkschaft üblicherweise an hohe Eintrittsgebühren oder Abgabe eines Teils des Lohnes sowie Aufnahmeprüfungen gebunden.

… Das sagt Wikipedia über die Vergangenheit amerikanischer Gewerkschaften. Mal ehrlich Guys: Ist da bei der Zimmermädchen-Gewerkschaft nicht ein bisschen zuviel Tradition im Jahr 2011 übriggeblieben?

Vorschlag zum heutigen Unabhängigkeitstag: Legalisiert die Prostitution in God’s own Country!
So bekommt ihr gratis und franko selbstbestimmt arbeitende Frauen, die ihre eingeblasenen Dollars für sich behalten können, sich selbst irgendwo hin schicken, statt verschickt zu werden und vor allem wirklich hard working people im Sinne des amerikanischen Traumes sind. Und wenn dann ein geiler alter Mann über sie herfällt habt ihr auch das Recht und die Pflicht, ihn zur Verantwortung zu ziehen.

Dass sich das Vortäuschen einer Straftat lohnen könnte, wo die Karrieristen bei Polizei und Staatswaltschaft geifern und der Lynchmob kläfft, ist eine andere Sache. Vielleicht wird sich das irgendwann ändern, wenn durch Druck der Freien Berichter und Kommentierer die Vorverurteiler hinterher am Nasenring durch die virtuelle Arena gezogen werden können. Ein angeblicher Bruder des Zimmermädchens wurde schnell als Fake entlarvt und einer Dame in einem anderen Fall gelang es nicht, sich hinter vermeintlicher Anonymität zu verstecken. Und spätestens jetzt stellt sich die Frage, ob es nicht manchmal für alle besser ist, nicht alles vorschnell zu schreiben, zu lesen, zu sagen, zu photografieren. Erst recherchieren, dann die Zeitungen einladen, das wäre doch mal was Neues. Dann könnten wir uns auf interessantere Sachen konzentrieren, zum Beispiel, inwieweit Gewerkschaften in den USA in die organisierte Kriminalität verwickelt sind.

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Slowakische Großfamilie vor Gericht

Die Bilder und Artikel zu der Großfamilie, von denen etliche derzeit in Hamburg wegen Menschenhandels vor Gericht stehen, geistern derzeit durch alle Medien:

Welt:

In Hamburg stehen Mitglieder einer slowakischen Großfamilie wegen Menschenhandels vor Gericht. Sie sollen auch Schwangere auf den Straßenstrich geschickt haben.

Die Familie soll laut Anklage gezielt „mittellose und einfach strukturierte Frauen“ aus den ländlichen Gebieten der Slowakei rekrutiert haben, die entweder schwanger waren oder als alleinerziehende Mütter wirtschaftlich besonders unter Druck standen.

Ganzer Artikel in der Welt

Die BILD Hamburg hat auch einen Artikel mit Fotos.

Die Hartz4 Domina aus Haßfurth

Infranken.de berichtet:

Aus ihrer Neigung machte die 52-jährige “Lady” kein Geheimnis. “Ich bin dominant sadistisch”, erklärte sie dem Richter Roland Wiltschka am Haßfurter Amtsgericht.

Dort saß die Frau bereits zum zweiten Mal auf der Anklagebank. Diesmal wegen Betrugs. Denn während sie von Oktober 2007 bis März 2008 der Prostitution nachgegangen war und somit Einnahmen gehabt haben muss, hatte die Dame auch Hartz-IV-Mittel bezogen, Einkünfte aber verschwiegen.

Von ihren Bekannten, “die halt auch diese Neigungen haben und nur zehn Euro für die Anmietung der Wohnung gezahlt haben”, sei sie aufgefordert worden, doch mal “einen Versuchsballon mit Inseraten” zu starten. Aber die Nachfrage sei gering gewesen, und viele seien wieder gegangen, “weil ich nicht ihr Typ war”.

Die Dame ist jetzt in Oberfranken tätig, “ordnungsgemäß gemeldet bei Arge und Finanzamt”, wie sie bei ihrem Prozess am Amtsgericht in Haßfurt versicherte.

Ganzer Artikel

Wir wünschen ihr für ihren weiteren beruflichen Werdegang alles Gute.

Statistisches aus Stuttgart

Am Donnerstag stellte Stuttgarts Polizeipräsident Siegfried Stumpf die aktuelle polizeiliche Kriminalstatistik vor. Dass wegen der Krawalle rund um den Bahnhof Stuttgart21 auch mittelbar (direkt wurde Stuttgart 21 nicht statistisch berücksichtigt) die Anzahl von Gewalttätigkeiten gegen Polizisten zunahm, weil die Atmosphäre in der Stadt sich entsprechend polizeifeindlich aufgeladen hatte, dürfte niemanden überraschen.

Erfreulich sind diverse Rückgänge bei verschiedener Gewaltkriminalität (Schwere Körperverletzung, Jugendkriminalität, Jugendgewalt), sofern das Anzeigeverhalten der Opfer berücksichtigt worden ist, was sich aus der Statistik nicht erschließt.

In Sachen Rotlicht war die Polizei wohl vermehrt unterwegs. Gemeldet wurden 93 Fälle von illegaler Prostitution, fast drei Mal so viel wie noch 2009. Hier könnte ein Zusammenhang mit den Versuchen der Installation von Flatrate-Bordellen bestehen.

Bericht zur Kriminalstatistik in der Esslinger Zeitung
Stuttgarter Zeitung
BILD

Wo wir gerade bei Zahlen und Flatrate sind: Der Focus hat auch schon den Prozess gegen die Betreiber der Stuttgarter Flatrate-Bordelle entdeckt und versucht sich nun in Berichterstattung. Die Anklageschrift offenbart Erstaunliches:

Einzelne Frauen hatten FOCUS zufolge – auch wenn sie krank waren – bis zu 70 Freier am Tag zu bedienen. Die Arbeitszeit betrug oft 17 Stunden.
Selbst wenn Prostituierte ohnmächtig wurden oder über starke Schmerzen klagten, wurde ihnen jegliche ärztliche Hilfe verwehrt. Litten sie unter Hautkrankheiten, wurde das Licht in den Zimmern gedimmt, um die Kunden nicht zu verschrecken. Eine Zeugin beschrieb den zeitgleichen Andrang Dutzender Freier als Tortur: „Das war wie ein Schweinestall, wie Schweine vor dem Trog.“

Ganzer Artikel im Focus

Bei 70 Freiern und 17 Stunden komme ich übrigens auf 14,5 Minuten pro Freier ohne Pause, also bei 17 Stunden reiner Fickzeit. Die Freier müssen es alle ziemlich eilig gehabt haben. Gedimmtes Licht im Puff ist nicht sooo etwas Neues, Kokspickel bei Dienstleisterinnen auch nicht.

Trotzdem ist es schon deswegen (wenn es denn stimmt) …

Zu den Opfern zählt auch ein 16 Jahres altes, sexuell völlig unerfahrenes Mädchen aus Rumänien, das 2006 gegen seinen Willen in einem „Flatrate“-Bordell im rheinland-pfälzischen Schifferstadt arbeiten musste. Sie wurde von einer 17-jährigen Landsmännin angelernt und musste täglich bis zu 50 Freier bedienen

… und weil es einfach bei dieser ganzen Billigfickerei eine Grenze geben muss, gut, dass zwei von den Flatrate-Läden geschlossen worden sind.

Übrigens passierte das alles schon vor längerer Zeit, das Thema ist eigentlich längst durch und auch wir haben regelmäßig berichtet. Lediglich der Prozess findet jetzt statt.

Abschließend frage ich mich, wer dort die Kunden sind bzw. waren. In den einschlägigen Foren, auch in unserem Freiercafe las bzw. liest man ziemlich wenig über Flatrate-Bordelle.

Wünsche noch einen schönen Karnevalssonntag …

Neue Anklageerhebung im Pussy-Club Prozess

Der SWR berichtet:

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat gegen neun Männer und eine Frau Anklage wegen schweren Menschenhandels erhoben. Sie sollen jahrelang junge Frauen aus Rumänien zur Prostitution nach Deutschland gebracht haben – unter anderem in den ehemaligen “Pussy Club” nach Fellbach (Rems-Murr-Kreis).

Den Angeschuldigten sei es um maximalen Profit gegangen. Ihnen sei gleichgültig gewesen, ob die Frauen unter 21 Jahre alt waren, durch Drohungen eingeschüchtert wurden oder der deutschen Sprache nicht mächtig waren – so die Staatsanwaltschaft. Sie hat Anklage wegen schweren Menschenhandels zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung sowie Zuhälterei erhoben. Zudem sollen die Angeschuldigten den Behörden Beiträge zur Sozialversicherung in Höhe von 2,7 Millionen Euro vorenthalten haben.

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Die Dame meines blöden Vertrauens

Geschichten wie diese sind geeignet, liebeskasperambitionierte Freier auf den dreckigen Boden der Tatsachen zurückzuholen:
Ottfried Fischer, in Sachen Beziehungen zu Frauen aus dem Milieu ohnehin gebranntes Kind (vor drei Jahren gab es da schon einmal ein Skandälchen) wurde nun mit einem Sex Video von zwei Prostituierten und ihren Hinterleuten, darunter – und das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen – ein damaliger Journalist der Bild Zeitung – erpresst.

Die Welt berichtet vom Prozess:

Wegen Nötigung und Verletzung der Privatsphäre des Schauspielers müssen sich mehrere Personen vor dem Amtsgericht München verantworten.

Wie der 56-Jährige vor einem Jahr zuerst der “Bild“-Zeitung und später auch im Fernsehen, bei “Beckmann“, vor einem Millionenpublikum erzählte, war er im Sommer 2009 zwei Prostituierten auf den Leim gegangen.

Die eine von beiden, die er heute „die Dame meines blöden Vertrauens nennt“, hatte man ihm in einer Kneipe vorgestellt. Die andere kam eines Tages einfach mit, als sich ihre Kollegin wieder einmal mit ihm in seiner Wohnung verabredete.

Der nach eigenen Worten „verlassene und geschundene Mann“ fühlte sich geschmeichelt, weil sich gleich zwei Frauen für ihn interessierten. Tatsächlich ging es den Damen aber scheinbar nur ums Geld …

Die Berlinerin Bianca F. und ihre aus Omsk in Russland stammende „Kollegin“ Maria K. machten offenbar gemeinsame Sache mit dem Schweizer Mike P. und dem Münchner Klaus-Peter H.

Gegen alle vier wird wegen Betrugs ermittelt: Sie sollen Fischers Unterschrift gefälscht haben, um Geld von seiner Kreditkarte abzubuchen, insgesamt 74.000 Euro.

Demnach schickten die Hintermänner P. und H. die Liebesdamen F. und K. mit dem Auftrag zu Fischer, ihn beim Geschlechtsverkehr zu filmen …. Doch der Plan ging nicht auf.

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Am Ende wurden, so berichtet unter anderem “der Spiegel”, der Journalist zu einer gesalzenen Geldstrafe verurteilt, die Liebesdamen kamen preiswerter davon:

Er habe zuerst überlegt, dem Antrag der Staatsanwaltschaft zu folgen und eine Freiheitsstrafe gegen den ehemaligen “Bild”-Journalisten zu verhängen, sich dann aber doch zu einer Geldstrafe entschieden, so Richter Buch. 14.400 Euro muss der 29-Jährige, der inzwischen bei einem anderen Verlag arbeitet, zahlen. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, wäre er damit vorbestraft.

Die anderen Angeklagten, die umfassende Geständnisse abgelegt und sich in aller Form bei Fischer entschuldigten, erhielten ebenfalls Geldstrafen zwischen 600 und 12.000 Euro.

Bericht im Spiegel

Der Skandal an der Geschichte ist nicht, dass ein kranker Mann in die LKS Falle tappt. Der Skandal ist, das Verhalten der beteiligten Presse- und PR-Leute. Immerhin berichtet die Bild selber von der Geschichte (was kann sie zu Internetzeiten auch anderes tun) und spart auch nicht das Detail aus, dass ein Herr aus dem eigenen Hause beteiligt war. Bemerkenswert ist allerdings dabei die Bild-eigene Interpretation von der Freiheit journalistischer Recherche.
Im zitierten Spiegel Artikel wird darauf hingewiesen, dass nach Einschätzung des Gerichts eine Nötigung Fischers und seiner Agentin Brigitte M. durch den damaligen Bild-Journalisten vorlag:

Warum sonst hätte der “Bild”-Journalist die PR-Agentin mit dem Film konfrontieren sollen? Eine explizite Drohung habe man gar nicht ausformulieren müssen. Brigitte M. sei erfahren genug, kenne die Spielregeln in der Branche und habe gewusst, dass eine Gegenleistung erforderlich sei. “Wenn allen Beteiligten klar ist, was passiert, dann muss man das auch nicht extra ausformulieren”, so Buch.

Chapeau übrigens Otti Fischer, der den ganzen Schmutz mit Rückgrat durchgestanden hat. Da dürfte es andere geben, die sich weggeduckt und bezahlt hätten.
EDIT: Einen Tag später hat er seine PR Agentin entlassen.

Voodoo-Ludin

Die Aachener Zeitung berichtet:

Mit «Voodoo-Zauber» zur Prostitution gezwungen

Bonn. Mit afrikanischem «Voodoo-Zauber» zwang «Madame» ihre Opfer in die Prostitution: Eine 30 Jahre alte Menschenhändlerin und Zuhälterin aus Nigeria muss sich demnächst in Bonn vor Gericht verantworten.

Sie wird verdächtigt, junge Frauen aus ihrer Heimat durch psychischen Druck der Prostitution zugeführt und ausgebeutet zu haben. Die Frauen mussten der «Madame» ihre Einnahmen abgeben. Nach umfangreichen Ermittlungen wurde ein Netzwerk von Schleusern, Menschenhändlern und Geldwäschern aufgedeckt, wie die Bonner Polizei am Donnerstag berichtete.

Auf die Spur kam die Polizei der Zuhälterin in einem Bonner Bordell. Dort war eine 20-Jährige aus Nigeria ihr Opfer geworden.

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Räuberin in Dortmund verurteilt

Über den Dortmunder Straßenstrich sollte man nicht mit allzu prall gefüllter Brieftasche schlendern. Man könnte Opfer eines “Beischlaf-Diebstahls” werden, so berichtet derwesten.de:

Mit einer bösen Überraschung endete für diverse Männer ein Ausflug auf dem Straßenstrich: Kaum hatte sich die Dame eilig verabschiedet, vermissten sie ihr Geld. Die 34-jährige Prostituierte muss jetzt zwei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis.

Gezogen vom Zuhälter namens „Bobbi“, der jedoch nicht ermittelt werden konnte. Einer der bestohlenen Freier hatte als Zeuge in dem dreitägigen Verfahren erzählt, kurz nach Entdecken des Diebstahls plötzlich in den Lauf einer Waffe geblickt zu haben. Dazu habe ein Mann gebrüllt: „Halt die Schnauze, oder Du wirst abgeknallt.“ Ein weiterer Mann will nachts um zwei Uhr ganz zufällig über die Ravensberger Straße spaziert sein, als die Angeklagte ihn ansprach und er kurz darauf sein Portemonnaie vermisste. Die Beute war in fast allen Fällen recht hoch: Mal erbeutete die Prostituierte 400 Euro, mal 200.

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Straßenstrich Dortmund:


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Eine Koreanerin berichtet vom Militärbordell

Aus der Frankfurter Rundschau: Eine koreanische Frau berichtet, wie es ihr in der Zeit des Zweiten Weltkriegs als so genannte “Trostfrau” in japanischen Militärbordellen ergangen ist:

Won Ok Gil schließt die Augen. Es dauert eine Weile, bis ihre Antwort kommt. Vielleicht muss sie sich erst die Bilder in Erinnerung rufen. Es ist ja alles mehr als 70 Jahre her. „Ich spielte mit drei Freundinnen auf der Straße“, sagt sie schließlich, „da kam eine Frau auf uns zu und sagte, wir könnten in einer Fabrik arbeiten, Geld verdienen, und eine Ausbildung gebe es da auch. Hinter ihr stand ein Mann. Mich wollten sie zuerst nicht mitnehmen, weil ich zu klein war. Aber ich bettelte, bis schließlich auch ich mit durfte. Als ich am Bahnhof den Zug bestieg, hatte ich die anderen Mädchen aus den Augen verloren. Ich heulte, wollte zurück zu Mama. Da war es schon zu spät.“ Zwölf Jahre war sie damals alt. Fünf Jahre sollte der Horror dauern.

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Menschenhandel: Prozess in Bielefeld

Es berichtet das Westfalenblatt:

Prostitution: Bulgarin mit dem Tod bedroht
Bielefeld (uko). Ein in Bielefeld lebendes bulgarisches Ehepaaar ist des Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung angeklagt. Opfer soll eine Landsfrau sein. Der 33-jährige Ehemann hat die Tat weitgehend gestanden, seine Ehefrau (32) hat sich zu den Vorwürfen bisher noch nicht eingelassen.

Beide Angeschuldigte sind bisher in Deutschland nicht vorbestraft. Rantam S., der unregelmäßig als »Altmetallsammler» arbeitet, hat inzwischen ein weitgehendes Geständnis abgelegt.

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Schwedischer Polizeichef als Vergewaltiger verurteilt

Wir berichteten bereits hier über den Fall: Ausgerechnet ein Polizeichef betätigte sich mutmaßlich als gewalttätiger Lude und landete vor Gericht. Jetzt wurde das Urteil verkündet.

Die Welt berichtet:

Haftstrafe für Schwedens Vorzeigepolizist
Ex-Polizeichef kämpfte gegen sexuelle Gewalt – Nun wurde er wegen Vergewaltigung verurteilt

Es ging um Prostitution, Zuhälterei, Vergewaltigung, ja sogar um sexuellen Missbrauch Minderjähriger. Am gestrigen Freitag dann der Urteilsspruch: sechseinhalb Jahre Gefängnis.

… So wurde Lindberg unter anderem verurteilt, weil er 2007 eine damals 17-Jährige an Händen und Füßen gefesselt, geschlagen und vergewaltigt hatte. In einem anderen Fall im vergangenen Jahr war es erneut eine 17-Jährige, die er an den Rand der Bewusstlosigkeit brachte, weil er sich zu lange auf ihr Gesicht gesetzt hatte. Das Gericht sprach von “besonderer Rücksichtslosigkeit und Rohheit” des Verurteilten, der die Mädchen “sadistischer sexueller Gewalt” ausgesetzt habe.

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Die Hure und der Opa

Der Express berichtet:

Nahm Hure „Tina“ (30) ihren Freier Heinrich (81) aus wie eine Weihnachtsgans? 100.000 Euro fehlen auf seinem Konto. „Tina“ landete jetzt wegen Betruges auf der Anklagebank.

Sie lernten sich am Bonner Straßenstrich kennen. Opa Heinrich gefielen die Künste der Hure „Tina“ (korpulent, pechschwarze Mähne) – besuchte sie immer wieder. Weil der alte Mann nicht immer auf dunklen Parkplätzen im Auto die Dienstleistungen der Liebesdame in Anspruch nehmen wollte, bestellte er die junge Albanerin nach Hause.

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Milde Urteile im Pussy-Club Prozess

Flatrate-Bordelle hatten in der Presse für große Empörung gesorgt. Seit dem 17.Februar fand in der Strafkammer des Stuttarter Landgerichts der Prozess gegen die Betreiber statt. Nun sind die Urteile gefällt worden.

Die Welt berichtet:

…Zeitweise lag sogar der Vorwurf des Menschenhandels gegen die sechs Rumänen vom „Pussy Club“ in der Luft. Doch das jetzt in Stuttgart gesprochene Urteil gegen die Beklagten fiel vergleichsweise milde aus. Denn viele Prostituierte hatten in Vernehmungen beteuert, völlig freiwillig und sogar ausgesprochen gern in Fellbach oder den anderen Standorten gearbeitet zu haben…

Kompletter Artikel auf Welt.de:

Rumänen in Ahaus wegen Menschenhandels verurteilt

Angeklagte, Zeugen und Gericht lieferten sich in Ahaus bei Münster wohl eine Barabara-Salesch-reife Vorstellung, folgt man den Schilderungen der Münsterländischen Volkszeitung. Es geht um das übliche Szenario der Reise ins Gelobte Land unter Vortäuschung falscher Tatsachen und bösem Erwachen im Puff. Angeklagt sind eine 31jährige Rumänin und ihr Cousin:

Menschenschmuggel: Haft für Angeklagte

Ahaus/Gronau – Wegen Menschenhandel zum Zwecke der Prostitution, Zuhälterei, Körperverletzung und schwerer Körperverletzung hat des Schöffengericht in Ahaus gestern eine 31-jährige seit 2002 in Ahaus lebende Rumänin zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt.

Verteidigung und Angeklagte hatten am zweiten Verhandlungstag versucht, die Aussagen der Geschädigten zu erschüttern. So habe sich die 24-Jährige ihre Schnittwunden am Arm selbst beigebracht, weil ihre jüngere Freundin mit dem Ehemann angebändelt habe und sie eifersüchtig gewesen sei. Und diese Version sollte eine Reihe von Zeugen aus Rumänien bestätigen…

Mit diesen Aussage (sic!) konfrontiert reagieren die beiden Opfer sehr überrascht und empört.

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