Drogen, Huren, Profi-Kicker – Das dubiose Kartell des “Paten von Köln”

Und nochmal focus.de…Hat zwar nur am Rande mit Paysex zu tun, aber dennoch ganz unterhaltsam…

Ihm werden enge Kontakte ins Rotlichtmilieu nachgesagt, zum Profi-Fußball und zu Spitzenermittlern: “Hells Angel” Neco A. greift offenbar nach Frank Hanebuths  Rocker-Macht in Europa – dank eines Netzwerks aus Drogen, Huren und Profi-Kickern.

Nach der Festnahme von Frank Hanebuth will er der neue Mann an der Spitze der „Hells Angels“ werden: Neco A. Seine Geschäfte haben ihre Wurzeln offenbar in einer deutschen Millionenmetropole. Als „Pate von Köln“ hat  sich der 41-Jährige laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung Ende der neunziger Jahre einen Namen im Rotlichtmilieu gemacht. Zwischenzeitlich scheint er sein Netzwerk aus Bordellen und Prostituierten auf ganz Europa ausgeweitet zu haben – über Mittelsmännern an Puffs in ganz Europa mit, schreibt die Zeitung und beruft sich auf spanische Ermittlungsakten.

Geschäfte mit Heroin

Aber auch im weltweiten Drogenhandel soll A. eine große Nummer zu sein: Mit Heroin aus Südamerika, das er laut der „Bild“-Zeitung per Schiff nach Europa schmuggelt, scheint er ein Vermögen zu machen. Wie es in dem Bericht weiter heißt, habe er versucht, mehrere Millionen aus Drogen- und Waffengeschäften über ausländische Banken zu waschen.

Außerdem soll der „Hells-Angel“ beste Kontakte in den türkischen Profi-Fußball haben. Einem Kicker soll er während einem Aufenthalt in Deutschland eine Nobelkarosse besorgt haben, seine Mitarbeiter machen Geschäfte mit Spielern aus der türkischen ersten Liga, schreibt das Blatt.

Kontakte zu Spitzen-Ermittlern

Doch damit nicht genug: Laut dem Bericht werden ihm auch Kontakte zu Interpol-Ermittlern nachgesagt. Er soll über die Ermittlungsschritte der spanischen Polizei gegen seinen Vorgänger Hanebuth bestens informiert gewesen sein – angeblich von seinem Kontakt bei der europäischen Polizeibehörde Interpol. Nutten, Heroin, Profi-Kicker und Top-Ermittler: Sein Netzwerk ist sein Kapital. Kein Wunder also, dass spanische Ermittler Neco A. laut “Bild” jetzt zum mächtigsten Rocker Europas erklärt haben.

Quelle: http://www.focus.de

Harburger Saunaclub: Die Liebes-Falle des Hells Angels Dariusch F.

Dariusch F., auch bekannt als “der Schlächter” (was für ein netter Spitzname…) und seine Komplizin, eine Prostituierte wurden wegen einer Abzocknummer inhaftiert. Aber mal ehrlich, wer da zahlt ist doch selber Schuld! Naja, das Spiel mit der Liebe… ;) Aber lest selbst…

Gefürchteter Streetfighter, Scharfschütze und Hells Angel: Dariusch F. (33) galt bisher im Milieu eher als Mann fürs Grobe. Nun hat er offenbar seine Methoden verfeinert: Mit einer „Liebesfalle“ soll er Puffgästen 122.000 Euro aus der Tasche gezogen haben.

Gemeinschaftlicher gewerbsmäßiger Betrug – so lautet der Vorwurf der Ermittlungsbehörden. Dariusch F. soll zwischen August 2012 und Mai 2013 drei Bordell-Gäste eines Harburger Saunaclubs (Motto: „Sie liegen uns am Herzen“) ausgenommen haben.

Eine 19-jährige Prostituierte soll ihren „Stamm-Freiern“ vorgegaukelt haben, dass sie sich aus dem Milieu „freikaufen“ könne. Offenbar waren die Herren verliebt. Die Männer übergaben ihr Beträge zwischen 27.000 und 55.000 Euro. Doch kaum hatten die 19-Jährige und ihr mutmaßlicher „Beschützer“ Dariusch F. das Geld eingesackt, war von Aussteigen aus dem Milieu keine Rede mehr. „Wegen Wiederholungsgefahr“, so Staatsanwalt Carsten Rinio, kamen die Rotlicht-Größe und die Prostituierte in Haft.

Mit Dariusch F. sitzt eine Kiez-Figur mit schillernder Vergangenheit im Knast. Der Kampfsportler (genannt „Dari“) war es, der 2008 bei einer Milieu-Auseinandersetzung vor der Shell-Tankstelle am Hammer Deich 25 Mal mit einer „Glock“-Pistole feuerte, um so das Interesse der Polizei auf sich zu ziehen. Während die Beamten ihn griffen, konnten seine zehn Komplizen flüchten. Lediglich wegen unerlaubten Waffenbesitzes wurde der ehemalige Bundeswehr-Scharfschütze zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

„Dari“ F. wurde Hells Angel. Bei der dubiosen Rotlicht-Vereinigung „O.G. Brotherhood“ dagegen will Dariusch F. nie gewesen sein. Bei dem Hannoveraner Ableger der Höllenengel aber fungierte er sogar als „Sergeant at Arms“. Und war damit enger Vertrauter von Frank Hanebuth, des Deutschland-Chefs der Rockerbande. Der 49-Jährige sitzt zurzeit auf Mallorca ein – weil die Hells Angels Bordell-Besucher ausgeplündert haben sollen.

Quelle: http://www.mopo.de

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Rockerboss in Handschellen

Der Rockerboss Frank Hanebuth – eine große Persönlichkeit im Rotlichtviertel von Hannover – wurde von der spanischen Polizei in Mallorca festgenommen.

Von Thomas Kröter

Frank Hanebuth ist eine der schillerndsten Figuren im Rotlichtmilieu von Hannover. Nun hat die Polizei ihn auf Mallorca festgenommen


So sieht einer aus, dem man auch am Tage ungern begegnet: Fast zwei Meter groß, an die 140 durchtrainierte Kilo schwer, tätowierte Unterarme so stark wie anderer Menschen Oberschenkel. Das ist Frank Hanebuth, 49 Jahre alt. Lange war er der ungekrönte König des Rotlichtviertels in Hannover. Nun ist der Glatzkopf mit dem Mongolenbart verhaftet worden. Dem Versuch, seinen Wirkungskreis vom Steintor nach Mallorca zu verlagern, hat die spanische Polizei mit einer international koordinierten Großaktion vorerst ein Ende bereitet.

Die Operation trug den Namen „Casablanca“, wie die Stammkneipe, in der sich Hanebuth und seine Freunde trafen. 31 Wohnungen und Lokale sind nach Angaben des spanischen Innenministeriums durchsucht und mehr als 20 Männer sowie eine Frau festgenommen worden. Es wurden Autos, Waffen und Schmuck beschlagnahmt. Den Festgenommenen werden Zuhälterei, Nötigung, Betrug und Geldwäsche vorgeworfen. Angeblich wollten sie auf Mallorca eine Formel-1-Rennstrecke bauen und so Erlöse aus illegalen Geschäften waschen.

Minister Jorge Fernández Díaz sprach von einem schweren Schlag gegen die Organisation der Hells Angels, die sich verschiedenen Formen der Kriminalität widme. Die spanischen Sicherheitskräfte seien von Europol, der niederländischen und österreichischen Polizei unterstützt worden. Aus Deutschland waren Beamte mehrerer Landeskriminalämter beteiligt.

Spitzname: der Lange

Er vertraue der spanischen Justiz, ließ Frank Hanebuth seinen spanischen Anwalt erklären. Er warte die Akteneinsicht ab. Da er sich nichts habe zuschulden kommen lassen, habe er auch nichts zu befürchten. Der Hannoverschen Allgemeinen hatte er kürzlich erklärt, er stehe auf Mallorca in Verhandlungen, „einen mittleren Gastronomiebetrieb zu übernehmen“.

Hanebuth (Spitzname: „der Lange“) ist eine der schillerndsten Figuren im deutschen Rocker- und Rotlichtmilieu. 2010 hatte der „Präsident“ der Hells Angels in Hannover einen „Friedensvertrag“ mit den rivalisierenden „Bandidos“ ausgehandelt, der jedoch nicht lange Bestand hatte. Nur einige Jahre hielt seine „Befriedung“ des Rotlichtmillieus. Um die Jahrtausendwende verdrängte er die bis dahin rivalisierenden Banden von Albanern, Russen und Türken.

Durch seinen Rechtsanwalt Götz-Werner von Fromberg, der ihn als „Ordnungsfaktor“ bezeichnet, bekam er auch Kontakt zur informellen „Hannover-Connection“ um den Finanzmagnaten Carsten Maschmeyer. Ein führender Polizist der Stadt wurde 2011 seines Amts enthoben, weil er in der Kneipe „Sansibar“ im Einflussgebiet Hanebuths gefeiert hatte. Kurz darauf kündige „der Lange“ an, sich aus dem Steintorviertel zurückzuziehen.

Im Mai 2012 wurde sein Haus in Hannover bei einer Razzia unter Beteiligung der GSG 9 gestürmt. Der Vorwurf, er habe den Mord an einem Rocker in Auftrag gegeben, erhärtete sich nicht. Ein Kronzeuge hatte falsch ausgesagt. Hanebuth ist Vorbild für eine Figur in einem ARD-„Tatort“, der im Zuhältermilieu von Hannover spielt.

Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/politik/kriminalitaet-rockerboss-in-handschellen,10808018,23837168.html

Dubiose Geschäfte: Rocker zwangen Prostituierte zu Schönheits-Operationen

Was es nicht so alles gibt…

Eine Polizei-Razzia der Hells Angels auf Mallorca brachte dubiose Rocker-Geschäfte ans Licht. Die Einnahmen aus Prostitution und Drogenhandel sollen unter anderem in Schönheits-Operationen für Prostituierte geflossen sein, um deren Marktwert zu steigern.

Eine Polizei-Razzia der Hells Angels auf Mallorca brachte dubiose Rocker-Geschäfte ans Licht. Die Einnahmen aus Prostitution und Drogenhandel sollen unter anderem in Schönheits-Operationen für Prostituierte geflossen sein, um deren Marktwert zu steigern.
Laut spanischen Medien sollen Hells-Angels-Mitglieder auf Mallorca Prostituierte zu Schönheits-OPs gezwungen haben, um „ihr Produkt“ besser vermarkten zu können. Die Motivation dahinter soll reine Profit-Gier gewesen sein. So durften sich die Frauen nur dann einen Tag frei nehmen, wenn sie vorher 1000 Euro verdient hatten, schreibt das spanische Newsportal „abc.es“. Hauptverantwortliche für den Handel mit den Frauen sollen die Brüder Youssafi gewesen sein, die mit Zuhälterei und Menschenhandel ein Vermögen verdient haben sollen.

Die Frauen wurden auch zur Geldwäsche benutzt. Laut den Berichten sollen im Namen der Prostituierten Anschaffungen wie beispielsweise Luxusautos oder Immobilien getätigt worden sein. Bei der Razzia wurden mehr als zehn Autos, vier Motorräder, mehrere Boote sowie Luxusgüter wie Gemälde und Juwelen gefunden. Als konkretes Beispiel für das Immobiliengeschäft wird das Bordell „Red Palace“ genannt, dass die Verbrecher erst mittels Schwarzgeld aus Prostitution und Drogen kauften, nur um es später unter großem Gewinn wieder zu verkaufen – so „abc.es“.

Unglaubliche Summen von Schwarzgeld beschlagnahmt

Die Youssafi-Brüder sollen im Auftrag von Rocker-König Frank Hanebuth das blühende Sex-Geschäft mit harter Hand gelenkt haben. Sie sollen für alle Bereiche zuständig gewesen, beginnend bei der Beschaffung der Frauen bis hin zur Bezahlung von deren Schönheits-OPs. Nachdem vier Verdächtigte nach ihrer Festnahme inzwischen wieder frei gekommen sind, sitzt Hanebuth weiterhin in Haft. Nach Polizei-Erkenntnissen soll die Staatsanwaltschaft ein Millionenvermögen sichergestellt haben, das so groß sein soll, dass die Rocker angeblich den Plan verfolgt hatten, davon eine Formel-1-Rennstecke auf Mallorca zu bauen.

Großangelegte Razzia im Kieler Rockermilieu

Die Großrazzia gegen die in Kiel verbotene Rockergruppe “Hells Angels” weitet sich offenbar immer weiter aus. In einem Gewerbegebiet in Altenholz (Kreis Rendsburg-Eckernförde) sind mehrere Spürhunde im Einsatz. Dort wird eine Lagerhalle überprüft, die ein Treffpunkt der Rocker-Gruppe sein soll. Details und Hintergründe zu der Aktion sind aber noch nicht bekannt. Nach Informationen der NDR 1 Welle Nord suchen die Ermittler in der Lagerhalle nach einem 47-jährigen Türken. Der Familienvater war vor zwei Jahren spurlos aus dem Kieler Stadtteil Gaarden verschwunden. Die Polizei geht von einem Verbrechen aus.

Auch Niedersachsen und Hamburg im Fokus

Polizei und Staatsanwaltschaft haben heute früh um 5 Uhr mit einer Groß-Razzia im Kieler Rocker-Milieu begonnen. Zahlreiche Gebäude wurden durchsucht, sagte Polizeisprecher Jürgen Börner. Ebenfalls im Blickpunkt steht die Rocker-Szene in Niedersachsen und Hamburg, auch dort finden Razzien statt. In Hannover wurde das Haus eines führenden Mitglieds der “Hells Angels” von schwer bewaffneten SEK-Beamten durchsucht. Frank Hanebuth gilt als Kopf des bundesweit mächtigsten Charters. Er soll von Straftaten der Kieler “Hells Angels” zumindest gewusst haben. Hanebuth bestreitet das. Die länderübergreifenden Razzien sollen noch den ganzen Tag andauern. Gut 1.000 Beamte sind im Einsatz.

Offenbar mehrere Festnahmen

Besonderes Augenmerk richtet sich bei dem gemeinsamen Einsatz von Staatsanwaltschaft Kiel und Landespolizei Schleswig-Holstein auf die in Kiel verbotenen “Hells Angels” und das Kieler Rotlichtmilieu. Insgesamt sind gut 80 Räumlichkeiten durchsucht worden, im Kieler Rotlichtviertel vor allem Bordelle, Gaststätten und Wohnungen. Dabei wurden kartonweise Unterlagen beschlagnahmt. Die schleswig-holsteinischen Beamten werden von Kollegen aus Niedersachsen, Hamburg und Bremen unterstützt. Nach unbestätigten Angaben hat es auch mindestens sechs Festnahmen gegeben. Darunter soll auch der Chef der “Hells Angels” in Kiel sein.

Polizei hält sich bedeckt

“Wir suchen nach Beweismitteln in laufenden Verfahren”, sagte Polizeisprecher Börner. Dabei geht es nach seinen Angaben um den Verdacht der Erpressung sowie Menschenhandel, Waffenhandel und Korruption. Weitere Einzelheiten sollen gegen 15 Uhr auf einer Pressekonferenz bekannt geben werden. Dabei dürfte vermutlich auch erklärt werden, warum auch ein kurdischer Kulturverein in den Fokus der Ermittler gerückt ist. Auch dort wurde eine Durchsuchung durchgeführt.

Verbot der “Hells Angels” in Kiel

Innenminister Klaus Schlie (CDU) hatte den Kieler Ableger der Rocker-Gruppe Ende Januar verboten. Die Verfügungen wurden den 25 Mitgliedern am 13. Januar zugestellt. Zeitgleich fand eine große Razzia statt. Im Anschluss daran wurde das Clubheim des “Hells Angels MC Charter Kiel” am Kieler Wall verschlossen und versiegelt. Bei der Razzia wurden damals große Mengen Bargeld, diverse Unterlagen, Messer, Schusswaffen und schusssichere Westen sichergestellt.

Quelle: ndr.de

Bordellbetreiber der “Hells Angels” angeklagt

Lutz Gaebel, der Sprecher der Verdener Staatsanwalt, ist ein erfahrener Mann. Doch bei dem Thema, zu dem er sich am Mittwoch äußern musste, spricht auch Gaebel mit gedämpfter Stimme. Es geht um Prostitution in 57 Fällen. 57 Frauen, vorwiegend aus Osteuropa, wurden von vier Männern schikaniert und teilweise um ihren Lohn betrogen. “Dirigistische und ausbeuterische Zuhälterei” heißt das im Juristendeutsch. Einer der Angeklagten ist in Walsrode ein bekannter Mann: Es handelt sich um den Bordellbetreiber Wolfgang H., 67 Jahre alt und Mitglied der Rockergruppe “Hells Angels”.

Nicht nur anschaffen

Im August vergangenen Jahres hatte es eine Großrazzia in den Bordellen und sogenannten Love Mobiles der vier Angeklagten gegeben. Bei “normaler” Prostitution wäre danach wohl nicht viel passiert – doch in diesem Fall stellten die Beamten fest, dass die Frauen nicht nur anschaffen, sondern auch große Teile ihres Lohnes abgeben mussten. Zudem schrieben die Angeklagten den Frauen offenbar vor, was sie anzuziehen hatten. Neben Wolfgang H. erwarten noch zwei Männer nun Verfahren wegen Zuhälterei, dazu einer wegen Beihilfe.

“Es spricht mehr für Verurteilung”

Wolfgang H., der gemeinsam mit Hannovers “Hells Angels”-Chef Frank Hanebuth eine Sicherheitsfirma betreibt, ist offensichtlich ganz optimistisch, was sein Verfahren angeht. Laut Gaebel zeige er sich siegesgewiss und glaubt, ihm könne nichts nachgewiesen werden. Doch der Jurist ist anderer Meinung. “Wir gehen nach der derzeitigen Beweislage davon aus, dass mehr für eine Verurteilung spricht als dagegen”, sagte Gaebel zu NDR 1 Radio Niedersachsen.

Ganzer Artikel: ndr.de

Enthüllungsbuch “Treibjagd”

Tim K. war Polizist – und Freund eines Hells Angels. Von seinem Leben zwischen den Fronten erzählt er nun in seinem Buch. Die Geschichte spielt in Teilen im Steintorviertel inmitten von Motorradrockern und Spitzeln, von Prostituierten und Zuhältern, von brutalen Überfällen und geheimen Treffen.

Hannover. Und die Geschichte handelt von einem, der sich zu dieser seltsamen Welt hingezogen fühlt – obwohl er Polizeibeamter ist. Würde jemand diese Geschichte in lockerer Runde zum Besten geben, die Zuhörer könnten glauben, sie hätten gerade das Skript eines Films von Quentin Tarantino erzählt bekommen. Doch der Mann, der diese Geschichte unter dem Titel „Treibjagd“ aufgeschrieben hat, behauptet: „Jede Zeile in dem Buch entspricht der Wahrheit.“ Er sollte es wissen. Denn schließlich handelt es sich bei der Story um seine eigene Geschichte.

„Treibjagd“ erzählt, wie Tim K. vom rechten Weg abgekommen ist, wie er irgendwann statt Streifenwagen lieber Porsche fahren will und dabei nach und nach tiefe Einblicke in die Welt der Hells Angels gewinnt – Einblicke in ihre Drohgebärden, die sie gerne zur Schau stellen, bis hin zu ihren Drogengeschäften, die sie im Verborgenen tätigen. Und Tim K. beschreibt die falschen Verdächtigungen, denen er sich ausgesetzt sah, als er immer weiter abgleitet in diese Unterwelt, und die vor Gericht trotzdem so gut wie nie Bestand hatten.

Frührentner und Rocker

Knapp zehn Jahre lang war Buchautor K. Polizeibeamter. Heute ist der 38-Jährige offiziell Frührentner und inoffiziell Rocker. Dass sein Leben eine solche Wendung genommen hat, dafür gibt er seinem ehemaligen Arbeitgeber die alleinige Schuld. „Ich sehe mich einem Rachefeldzug der Polizei ausgesetzt“, schreibt er am Anfang des Buches. Mithilfe seines Anwalts Willi Ehmke hat er akribisch Beweise gesammelt, die diese These untermauern sollen. Ein Eingeständnis, selber gravierende Fehler begangen zu haben, weil er sich beispielsweise als Polizist bewusst mit Leuten aus dem kriminellen Milieu umgeben hat, findet sich auf den 336 Seiten des Buches nicht.

Nach einer abgeschlossenen Banklehre und dem gescheiterten Versuch, sich als Profi beim American Football zu etablieren, bewirbt sich K., so beschreibt er es, im Jahr 2000 für den Polizeidienst. Sein Ziel: Er will unbedingt zum Spezialeinsatzkommando, der Elitetruppe der Behörde. Die Aufnahmeprüfung besteht der durchtrainierte Sportler und Wing-Tzun-Kämpfer spielend.

Doch im Verlauf der weiteren Ausbildung stellt er fest, dass der tägliche, aus seiner Sicht sinnlose Drill ihm nicht zusagt. Er bricht ab und wird Streifenbeamter bei der Kreispolizei in Lippe. In dieser Zeit freundet sich der leidenschaftliche Motorradfahrer wissentlich mit einem Mitglied der Hells Angels an, das in der Gegend damals einen Harley-Davidson-Laden samt Werkstatt betreibt. K. entwickelt Sympathien für die Lebensweise der Rocker, lässt sich zum ersten Mal ein Tattoo stechen und gerät dadurch ins Zwielicht.

Doch auch den Hells Angels ist die Freundschaft eines ihrer Mitglieder zu einem Kommissar nicht geheuer. Als sie von der Verbindung erfahren, wird der betreffende Höllenengel unehrenhaft aus dem Klub ausgeschlossen. Zur gleichen Zeit bekommt auch Tim K. wegen seiner Verbindungen zu den „Engeln“ regelmäßig Schwierigkeiten von Kollegen und Vorgesetzten. „Die haben mich nur noch gemobbt“, erklärt er. Die Anfeindungen hätten seinem Gesundheitszustand zugesetzt. Er fällt lange aus. Dennoch setzt er alles daran, um seinen Rockerkumpel bei den Rockern zu rehabilitieren. „Wir haben uns beide nichts zuschulden kommen lassen, außer, dass wir gerne Motorrad fahren“, erzählt der Autor.

Eines Tages bringt Tim K. in Erfahrung, dass der Präsident des Bielefelder Chapters der Höllenengel angeblich als V-Mann für die Polizei tätig ist. Dieser Mann, der im Buch nur „John M.“ genannt wird, soll für die Ermittler unter anderem deshalb besonders wertvoll sein, da er über beste Kontakte zum „sogenannten Paten von Hannover, dem Präsidenten des Hells Angels Motorcycle Clubs Hannover“ verfüge, schreibt der Autor. Gemeint ist Frank Hanebuth, der im Buch nicht namentlich erwähnt wird, sondern lediglich unter dem Pseudonym „Falk G.“ auftaucht.

Im Gespräch mit dieser Zeitung wird Autor K. deutlicher: V-Mann „John M.“ sei in Hannover an der Seite von Frank Hanebuth bereits bei den Bones, dem Vorgängerklub der Hells Angels, aktiv gewesen – „er galt als seine rechte Hand“, erklärt Tim K. Aus Dank für seine langjährige Treue soll Hanebuth „John M.“ im Jahr 2008 zum Präsidenten des neu gegründeten Bielefelder Ablegers gemacht haben, der „von Hannover aus geplant und ins Leben gerufen wurde, womit wir wieder bei ,Falk‘ sind, der, wie fast überall, seine Finger im Spiel hatte“, heißt es im Buch „Treibjagd“.

Lange Krankheitsgeschichte

Für Tim K. ist die Angelegenheit schnell klar: Der V-Mann „John M.“ habe seinen Motorradkumpel aus dem Klub werfen lassen – aus Angst vor Enttarnung durch einen Polizisten im Umfeld der Rocker. Also will sich der Polizist K. nach und nach Beweise verschafft haben, die „John M.“ belasteten und ihn in Verbindung mit der Bielefelder Behörde brächten. Damit habe er sich auf den Weg ins Steintorviertel gemacht. Sein Ziel: Dem Chef der hannoverschen Rocker alles über „John M.“ zu berichten, in der Hoffnung, dass dieser als Gegenleistung seinen Bekannten wieder in die Gemeinschaft der Engel aufnehme.

Doch, so geht die Geschichte im Buch weiter, „Falk G.“ habe sich weder für die Anschuldigungen gegen den Bielefelder Präsidenten interessiert noch für die Vorgänge innerhalb des ostwestfälischen Charters. Tim K. ist enttäuscht. Zum einen, weil seine Bemühungen für seinen Motorradkumpel vergebens sind, zum anderen, weil inzwischen die Kollegen der Polizei gegen den umtriebigen Beamten ihrerseits Ermittlungen anstellen, „obwohl sie von vorneherein hätten wissen können, dass ich nichts gemacht hatte“, sagt der Autor.

Die zunächst gegen Tim K. erhobenen Vorwürfe wiegen schwer: Förderung der Prostitution, gefährliche Körperverletzung und versuchte schwere räuberische Erpressung. Das hätte bei einer Verurteilung für eine Gefängnisstraße von mindestens acht Jahren gereicht. Schließlich scheint die Beweislage so erdrückend, dass K. in Untersuchungshaft kommt. Sieben Monate sitzt er hinter Gittern. In dieser Zeit entsteht das Buch. Doch dann wendet sich das Blatt. Der Prozess gegen den Beamten gerät zur Farce.

Den Vorwurf der Zuhälterei lässt die Staatsanwaltschaft bereits vor Beginn der Verhandlung fallen. Vor Gericht überführt Willi Ehmke, der Anwalt des Angeklagten, den Hauptbelastungszeugen der Lüge, sodass K. schließlich mit einer Bewährungsstrafe von neun Monaten wegen Körperverletzung davonkommt. Im Polizeidienst ist er nicht mehr, er ist nach langer Krankheitsgeschichte frühzeitig pensioniert.

Mit dem Erscheinen des Buchs wird wohl, damit rechnen der Verlag und der Rechtsanwalt des Autors fest, ein juristisches Tauziehen um „Treibjagd“ beginnen. Aus Angst, die Auslieferung des Werks werde in kürzester Zeit durch Gerichte untersagt, hat der Verlag erst einmal nur 5000 Exemplare drucken lassen. Doch Autor Tim K. ficht das nicht an. Er kündigt an, am heutigen Tag der Veröffentlichung Strafanzeigen gegen mehrere Polizisten zu stellen, unter anderem wegen Verfolgung Unschuldiger, Nötigung und Straftaten im Amt. Das Buch des ehemaligen Polizisten wird also noch fortgeschrieben – auf die eine oder andere Art und Weise.

Das Buch soll im Stattverlag erscheinen (ISBN 978-3937542072). Es kostet 19,90 Euro.

Ganzer Artikel –> Hannoversche Allgemeine

http://www.treibjagd-dasbuch.de/

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