“Verkaufte Kinderseelen” – ARD-Dokumentation nicht mehr als ein billiger TV-Strich

Die Focus Online-Redaktion kritisiert die ARD Dokumentation “Verkaufte Kinderseelen” scharf und mit stichhaltigen Argumenten. Eine schlecht recherchierte Dokumentation der ARD, die oft schwammig und an der Oberfläche bleibt – davon gibt es schon zu viele. Ein Schelm, wer sich dabei denkt, dass Fernsehsender durch das reißerische Thema Prostitution ohne große Recherchebemühungen und auf billigste Art und Weise Einschaltquoten erhaschen wollen – Sex sells oder etwa nicht…?

Die Dokumentation zur folgenden Focus-Kritik könnt ihr euch hier anschauen:
Mit „Verkaufte Kinderseelen“ liefert die ARD ein krudes Stück, das mit einer seriösen Dokumentation über Zwangsprostitution von Minderjährigen wenig zu tun hat.

„Da muss man was tun.“ „Das ist ein Skandal.“ „Hier geht es nicht mit rechten Dingen zu.“ Politiker, Streetworker, Menschenrechtsorganisationen sind in ungewöhnlicher Einigkeit der Meinung: Gegen Zwangsprostitution von Minderjährigen muss der Staat vorgehen. Ein verbrecherisches Geschäft ist das. Und keiner, der dem widersprechen möchte.

Wohnungsbordelle. Soll es geben

Der ARD-Beitrag „Verkaufte Kinderseelen“ hilft an keiner Stelle weiter. 15 oder 16 Jahre alt seien die Mädchen, die in Wohnungsbordellen zum Sex gezwungen würden. Auch jünger, manchmal erst zwölf. Keine Fakten dazu.

Aus Rumänien kämen die Mädchen, erfährt der Zuschauer. Angeworben als Küchenhilfen, landen sie beim Gruppensex, müssen bis zu 60 Kunden am Tag befriedigen. Aber viel wichtiger: Auch in Deutschland rekrutieren böse Menschen billigen Nachwuchs. Ein im Milieu recherchierender Fotograf erinnert sich an seine Eindrücke: „Waren die Mädchen volljährig? Wahrscheinlich nicht. Eine sah sehr jung aus und wirkte, als würde sie nicht dazugehören“, mutmaßt er. Keine Fakten dazu.

Die Beweise? Schwierig

Eine EU-Studie besagt, dass vermutlich zehn Prozent der Zwangsprostituierten minderjährig seien. Und 32 Milliarden Dollar würden damit umgesetzt. Dauernd springt die Doku mit wenig belastbaren Zahlen. Deutschland, Europa, die Welt, oder was? Weil Bilder fehlen, fahren die Journalisten durch ein verschwommenes Auto-durch-einen-Tunnel-Bild oder zeigen ein paar Füße auf der Straße. Sie filmen ein offenes Fenster, wenn ein Wohnungsbordell symbolisiert werden soll. Bieten einen Ventilator, der Papiere verwirbelt, wenn es um ein Gesetz geht. Fakten? Gibt es nicht.

„Die Beweisführung ist schwierig“, gibt eine LKA-Beamtin aus Berlin zu. Der ARD-Film ist nicht nur schwierig. Er ist einfach billig und schlecht.