Über den Sinn und Unsinn von Visabestimmungen

Unter dem treffenden Titel “Reisen bildet” hat ein Herr namens Eckart D. Stratenschulte einen imho recht treffenden Kommentar zum Visazwang ausländischer Besucher in der Frankfurter Rundschau veröffentlicht. Wer mit offenen Augen durch’s Leben geht, weiß, dass dieser Mann nicht unrecht hat:

Nun ist das keine Gemeinheit der deutschen Diplomaten in Moskau, sondern es sind die Bestimmungen, die für alle Auslandsvertretungen der Schengen-Staaten gelten. Sie basieren auf der Angst, dass jemand in unsere Länder kommen, aber anschließend nicht wieder gehen könnte. Kriminalität, Schwarzarbeit und Prostitution sollen damit eingedämmt werden. Tatsächlich hindern die Visumbestimmungen allerdings vor allem die Ehrlichen und Neugierigen am Reisen. Ein Krimineller weiß, wie er sich ein Visum besorgen kann. Die Prostitution und – viel schlimmer – Zwangsprostitution osteuropäischer Frauen findet längst statt.

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Übrigens, Herr Stratenschulte, es gibt nicht nur Prostitution osteuropäischer Frauen. Da sind Sie dem Klischee schon aufgesessen. Gerüchten zufolge sollen die wenigsten Afrikanerinnen mit Studentenvisum einreisen.

Buchtipp: Die Prostituierte im Film

Unser geschätzter Experte für Kultur und Feuilleton TheTiger hat einen Buchtipp für uns parat: “Die Prostituierte im Film” von Hedwig Wagner.

Bei Amazon gibt es eine Beschreibung des Inhalts:

In dieser Studie wird die Figur der Prostituierten, als Film- wie auch als Diskursfigur, in den seit den 1990er Jahren virulent gewordenen Verhandlungsfeldern von Wissen und Sexualität neu verortet. In einer Neubestimmung des Begriffspaars Gender/Medien sowie in Abkehr vom Devianzansatz, der die feministische Prostitutionsforschung lange beherrschte, wird »Gender als Medium« aufgefasst.Die materialreichen Spielfilmanalysen (»Die flambierte Frau«, »Liebe und Anarchie«, »Anna Christie«, »Tokio Dekadenz«) sind zugleich ein analytischer Nachgang auf Forschungen der Systemtheorie, der feministischen Diskurse, der psychoanalytisch orientierten Kulturwissenschaft sowie der kulturwissenschaftlichen Medientheorie und konfrontieren diese aus einer Perspektive der medienwissenschaftlichen Gender Studies.

Seite zu diesem Buch bei Amazon

Hier kann man bei google Books reinschauen.

Danke TheTiger für den Tipp!

Doku: “Prostituierte und Sexarbeit ” am Dienstag

Am Dienstag, 20.07.2010 um 22.45 Uhr zeigt die ARD einen Dokumentarfilm zum Thema Prostitution.
Mehr dazu hier:

Prostituierte und Sexarbeit

Dank Deepreamer für den Hinweis!

Malta als Transitland für afrikanische Prostituierte

Die Märkische Allgemeine berichtet:

AUSSENTEMPERATUR – Sexsklavinnen für Europa
Roderick Agius über Malta als Zentrum eines modernen Menschenhandels

…Immer mehr afrikanische Frauen, die als Flüchtling in Malta gestrandet sind, versuchen weiter nach Europa zu kommen. Erstes Ziel ist meist Italien, wo sie Bekannte oder Verwandte unter den bereits dort lebenden Flüchtlingen haben. Doch um ihr Ziel zu erreichen, sind sie auf Reisedokumente angewiesen. Bis zu 700 Euro (930 Franken) kosten gute Fälschungen.

… Bisher gibt es nur eine Hoffnung zumindest für Malta: Dieses Jahr ist der Flüchtlingsstrom abgebrochen. Seit Libyens Diktator Gaddafi seine Häfen für Flüchtlinge dicht gemacht hat, kommen afrikanische Einwanderer kaum noch über das südliche Mittelmeer nach Europa. Der Flüchtlingsstrom wird nun über die Türkei und Griechenland umgeleitet.

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Aber wer will es ernsthaft den Flüchtlingen verdenken? Sie versuchen nur, zu überleben.