Herford: Rotlicht hat Konjunktur

Zahl der Bordelle ist seit 2002 gestiegen / Warum es weniger Ermittlungsverfahren gibt
VON JOBST LÜDEKING
Herford. “Es ist keine Entwicklung, auf die wir stolz sein können”, kommentierte Herfords ehemaliger Landrat Manfred Kluge (CDU) bei einer Veranstaltung zum Thema Innere Sicherheit im Jahr 2001 die Existenz von 22 Bordellen im Wittekindsland. Mittlerweile ist die Zahl längst überholt. Auf rund 70 Bordelle und bordellähnliche Etablissements wird der Rotlicht-Sektor zwischen Rödinghausen und Herford mittlerweile geschätzt.
In Herford, aber auch in Bünde, Löhne oder Kirchlengern haben die “Betriebe” ebenfalls in den letzten Jahren Konjunktur. Nahe der Bünder oder der Ahmser Straße in Herford haben sich seit 2002 bereits neue Bordelle etabliert.

Entgegengesetzt verlief die Entwicklung bei der Justiz: Strafverfahren wegen ausbeuterischen Menschenhandels im Rotlichtbereich gibt es kaum noch. Der bis 2002 übliche Straftatbestand “Förderung der Prostitution” wurde gesetzlich abgeschafft und gerade viele Frauen aus Osteuropa haben durch den Beitritt ihrer Heimatstaaten zur EU ein Aufenthaltsrecht erhalten.

Ist jedoch wirklich alles in Ordnung, der Rotlicht-Bereich einfach nur eine florierende Branche? Mira von Mach von der kirchlichen Hilfsorganisation Nadeschda in Herford, die sich für Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution einsetzt und die Frauen betreut, glaubt aufgrund ihrer Erfahrungen nicht daran.

Auch Ermittler sind da skeptisch. Von Mach sieht hier aber gerade die Polizei am Zug: ” Im Bereich Prostitution ist es wie beim Drogenhandel. Es ist ein Kontrolldelikt.” Wenn nicht kontrolliert werde, gebe es keine registrierten Verstöße, die geahndet werden könnten. Doch die Zahl der Polizisten in Herford schrumpft stetig, während die Zahl der Rotlicht-Etablissements gewachsen ist. “Wir sind regelmäßig zusammen mit anderen Behörden wie Zoll, Steuerfahndung und den Baubehörden unterwegs und kontrollieren”, erklärt Polizeisprecher Uwe Maser. Das Ergebnis dieser behördlichen Besuche führe aber nur in “sehr wenigen Fällen zu Ermittlungsverfahren”.

Ein Beamter, der namentlichen nicht genannt werden will, verweist auf den überaus hohen Zeitaufwand und die Tatsache, dass der Straftatbestand Menschenhandel wesentlich schwieriger nachzuweisen ist als früher. Was Osteuropa angehe, wüssten mittlerweile die meisten von dort kommenden Frauen, dass es bei Jobs in Deutschland um Prostitution gehe.

Ausnahmen gebe es bei Opfern aus Bulgarien und Rumänien, wo es mehr Analphabetinnen gebe, die die Zuhälter tatsächlich noch mit den Versprechungen von Putz-Jobs in die Bundesrepublik locken könnten. Dies gelte, so Mira von Mach, auch für Frauen, die aus Afrika stammten und hier zur Prostitution gezwungen würden. Oft dauere es sehr lange, bis sich die Frauen ihnen offenbaren und über ihre Erlebnisse reden, berichtet die Nadeschda-Mitarbeiterin weiter.

Doch so viel Zeit wie die Nadeschda-Mitarbeiterinnen haben die Ermittler von Polizei und Staatsanwaltschaft meist nicht. Sie hoffen auf eine veränderte Gesetzeslage.

Prostitution: In Europa tobt der Kulturkampf um käuflichen Sex

Kulturkampf um die Prostitution: Der Versuch, aus dem Rotlicht-Gewerbe einen normalen Beruf zu machen, gilt als gescheitert. Der Ruf nach einem generellen Verbot wird immer lauter. Diese Woche debattiert das französische Parlament ein Gesetz zur Bestrafung von Freiern, in der Schweiz und in Deutschland gibt es ähnliche Forderungen. Soll die Prostitution zum Schutz der Frauen abgeschafft werden?

So kann eine Prohibitionsära beginnen: In Frankreich geht an diesem Mittwoch eine Gesetzesvorlage in Begutachtung, die den Ankauf sexueller Dienstleistungen strafrechtlich verfolgen will. Strafandrohung für Ersttäter: 1500 Euro. Effekt: heftigste Erregung. Die Zeitschrift „Caseur“ veröffentlichte am 5. November ein „Manifest der 343 Dreckskerle“, in dem diese – überwiegend Schriftsteller, Schauspieler, Intellektuelle – gegen das Anti-Freier-Gesetz nach schwedischem Modell (dort wurde die Kriminalisierung von Freiern bereits 1999 beschlossen) protestierten und auf ihrem Recht auf private Freizügigkeit beharrten. Prostituiertenverbände schlossen sich dem Protest an und beharrten ihrerseits auf dem Recht auf freie Berufsausübung. Ihr Motto: „Ne touche pas à ma pute! – Lass meine Hure in Frieden!“

Just zur gleichen Zeit zettelte Alice Schwarzer in Deutschland eine ähnliche Debatte an und forderte in ihrem Magazin „Emma“ gar ein Komplettverbot der Prostitution. Diese sei „moderne Sklaverei“ und „verletzt die Menschenwürde von Männern und Frauen“. Unterzeichnet wurde Schwarzers Appell von 90 weiteren Prominenten, darunter Senta Berger, Maria Furtwängler, Sarah Wiener und Reinhard Mey. Die Ansage fiel auf fruchtbaren Boden: Auch in den laufenden Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und SPD steht das deutsche Prostitutionsgesetz zur Debatte. Dabei galt es lange als Musterprojekt: Verabschiedet 2002 von der rot-grünen Bundesregierung, sollte es durch eine arbeits- und sozialrechtliche Normalisierung des Gewerbes die Situation derProstituierten verbessern. Heute gilt das Gesetz weithin als Fehlschlag. In einem Evaluierungsbericht des deutschen Familienministeriums hieß es schon im Jahr 2007, dass die Liberalisierung „keine messbare tatsächliche Verbesserung der sozialen Absicherung von Prostituierten“ ergeben habe. Der „Tagesspiegel“ formulierte es vor wenigen Tagen etwas deutlicher: „Heute kann man das Gesetz durchaus als ungewollte Fördermaßnahme für Menschenhandel bezeichnen.“ Eine weitere Verschärfung des deutschen Prostitutionsgesetzes scheint ausgemacht.

Auch in der Schweiz regten sich jüngst Verbotsbefürworter, 43 Nationalräte aus allen politischen Lagern mahnten eine öffentliche Debatte zu dieser Frage ein.

In Österreich kocht der Kulturkampf um die Prostitution noch auf vergleichsweise niedriger Flamme. Aber was spricht eigentlich dagegen, Prostitution zu verbieten? Und was umgekehrt dafür, sie zu einem ganz normalen Job zu machen?

Quelle: http://www.profil.at/articles/1347/560/369768/prostitution-in-europa-kulturkampf-sex

Ärger über Rotlicht-Razzia

Ne Razzia, scheinbar nur um Präsenz zu zeigen…Das sind ja Methoden…


Von Christian Scheh

Unternehmer aus dem Bahnhofsviertel wettern gegen Großkontrolle der Polizei

Bei einer großangelegten Razzia im Rotlichtviertel hat die Polizei sechs Straftäter aus dem Verkehr gezogen. Geschäftsleute beurteilen die Kontrolle mit Hunderten Polizisten trotzdem als unverhältnismäßig. Manch einer wittert hinter der Aktion vor allem eines: den Wahlkampf.

Frankfurt.

188 kontrollierte Personen, sechs Festnahmen und Verhaftungen. Das ist die Bilanz einer großen Razzia, die die Polizei am Donnerstag im Rotlichtviertel gemacht hat. Es war kurz nach 19 Uhr, als aus verschiedenen Richtungen Mannschaftswagen mit insgesamt wohl 250 Beamten anrückten. Die Polizisten riegelten die Kreuzung von Elbe- und Taunusstraße ab. Keiner kam mehr rein, keiner mehr raus. Bis nach 1 Uhr war das Rotlichtviertel weitgehend lahmgelegt.

Der Schwerpunkt der Großrazzia lag wie schon so oft auf der Elbestraße zwischen Kaiser- und Niddastraße. Eine Polizeisprecherin sagte gestern, dass alle Gebäude im gesperrten Abschnitt kontrolliert worden seien – Bordelle, Spielhallen, Hotels und mehr. 188 Personen habe man insgesamt überprüft. Drei Prostituierte seien wegen Verstößen gegen das Aufenthaltsgesetz festgenommen worden, außerdem seien der Polizei drei mit Haftbefehl gesuchte Personen ins Netz gegangen – genauere Angaben dazu konnte die Sprecherin allerdings nicht machen.

Einen unmittelbaren Anlass für die Großkontrolle gab es nach Polizeiangaben nicht. Einmal mehr sei es darum gegangen, im Bahnhofsviertel Präsenz zu zeigen und Straftaten entgegenzuwirken, wie sie im Quartier häufig begangen werden. Vor allem Hehlerei und Verstöße gegen das Betäubungsmittel- und Aufenthaltsgesetz hob die Sprecherin hervor.

Stadtpolizei im Einsatz

Auch die Stadtpolizei des Ordnungsamts war an der Aktion beteiligt, sie überprüfte vor allem Betriebe in der Elbe- und Taunusstraße. Eine Bilanz zu den festgestellten Ordnungswidrigkeiten konnte die Behörde gestern noch nicht vorlegen, ein Sprecher sagte aber, dass unter anderem die hygienischen Verhältnisse in Restaurants und Lokalen und die Einhaltung des Jugend- und Nichtraucherschutzgesetzes unter die Lupe genommen worden seien.

In den vergangenen Monaten hatte die Polizei im Bahnhofsviertel mehrere Großrazzien gemacht und teils heftige Kritik seitens der Geschäftsleute geerntet. Die letzte Kontrolle vor Donnerstagabend lag noch nicht einmal einen Monat zurück. Der Stadtverordnete Gregor Amann, der im Bahnhofsviertel lebt, vermutet dahinter ein System: „In Wahlkampfzeiten erfreuen sich Razzien besonderer Beliebtheit“, betont der SPD-Politiker. „Da kann man zeigen, dass man für ,Law and Order‘ und die Sicherheit der Bürger steht“, sagt er in Anspielung auf Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU).

Der SPD-Mann hebt hervor, dass Razzien „spektakuläre Maßnahmen“ seien, mit denen man im Sommerloch gute Chancen habe, in die Medien zu kommen. Die Öffentlichkeitswirkung sei aber meist größer als das, was tatsächlich dabei herauskomme. „Wenn die Polizei drei Mädchen festnimmt, die sich illegal in Deutschland aufhalten, beeindruckt mich das jedenfalls nicht – die beeinträchtigen nicht die Sicherheit im Bahnhofsviertel.“

Ramme im Gepäck

Dass es bei Razzien um den großen Auftritt geht, liegt auch für einen Mitarbeiter der Table-Dance-Bar „Pure Platinum“ auf der Hand. „Die sind bei uns mit vermummten Polizisten eines Sondereinsatzkommandos rein und hatten sogar eine Ramme dabei“, erzählt er. Gäste, Angestellte und Tänzerinnen seien kontrolliert worden. „Sogar ein Drogenspürhund wurde eingesetzt.“ Warum die Polizei so „martialisch“ auftrat, kann er nicht verstehen: „Das war hier ein ganz normaler Abend.“ Einen Holzknüppel, der offenbar als Waffe gewertet wurde, hätten die Beamten noch in der Nacht wieder zurückgebracht.

Bahnhofsviertel-Insider berichten, dass das „Pure Platinum“ wie bestimmte Laufhäuser in der Elbestraße mit den Rockern der Hells Angels in Verbindung steht. Ist das der Grund für die offensive Gangart der Polizei? Ein Bordellbetreiber aus der Elbestraße betont jedenfalls, dass die Razzia schlecht fürs Geschäft gewesen sei. „In Hessen sind gerade Sommerferien, außerdem ist Ramadan. Wenn dann noch eine Razzia hinzukommt, merkt man das schon.“ Der Unternehmer ärgert sich darüber, dass die Polizei immer wieder im Rotlichtviertel zuschlägt: „Die sollen doch mal eine Razzia auf der Freßgass’ machen, da würden sie mit Sicherheit auch illegal Beschäftigte finden.“ Die Probleme mit der Straßenprostitution und der Drogenszene im Bahnhofsviertel lösten die Kontrollen jedenfalls nicht.

Nicht nur bei Geschäftsleuten aus dem Milieu stoßen die Razzien auf wenig bis gar keine Gegenliebe, auch Spielhallenbetreiber zeigen sich empört darüber, dass die Polizei immer wieder in ihren Betrieb eingreift: „Wenn die Polizei eine Razzia startet, können Sie an dem Abend kein Geschäft mehr machen“, sagt Wolfgang Schroth vom „Sky Casino“. Nach der Razzia im Juni habe er ein Gespräch mit der Polizei geführt und sich über die ständigen Kontrollen beschwert. Daraufhin habe ihn die Polizei am Donnerstag in Ruhe gelassen: „Die sind nicht bei mir rein, ich musste meine Türen aber schließen. So eine Kontrolle kostet mich richtig Geld.“

Ebbe in der Kasse

Der Nachtclub „Pik Dame“ von Oliver Gauß ist ebenfalls regelmäßig von Razzien betroffen: „Die Kontrollen gehen brutal aufs Geschäft, zumal sie inzwischen sehr, sehr oft stattfinden“, sagt der Unternehmer. Er hat zwar Verständnis für die Polizisten, „die ja nur ihren Job machen“; ihm ist auch klar, dass es Gründe für die Kontrollen gibt: „Wenn alles gesperrt ist und keiner mehr zum Club gelangt, ist das aber natürlich ein Problem für uns.“

Die Polizei steht im Hinblick auf das Bahnhofsviertel vor einem Dilemma: Kontrolliert sie zu wenig, werden ihr die Probleme – zum Beispiel mit der offenen Drogenszene – vorgehalten, kontrolliert sie zu viel, beschweren sich die Geschäftsleute. Dass das Bahnhofsviertel mit seinen teils undurchsichtigen Strukturen ein Kriminalitätsschwerpunkt bleibt, ist in diesem Jahr allerdings schon mehrfach deutlich geworden: Für das größte Aufsehen sorgte eine Auseinandersetzung in der Moselstraße. Dabei wurde ein gänzlich unbeteiligter Streetworker angeschossen und lebensgefährlich verletzt.

Quelle: http://www.fnp.de/rhein-main/frankfurt/Aerger-ueber-Rotlicht-Razzia;art675,587956

Rotlicht-Unternehmer investiert Millionen in Burbach und fordert mehr Kontrollen

Meiner Meinung nach guter Ansatz und gute Argumente, wenn das Ganze auch so praktiziert wird wie beschrieben.
Die Paradise Island GmbH, die in Saarbrücken-Burbach ein neues Großbordell plant, hat ihre Investition verteidigt. Der Investor sieht sich als Vertreter einer „sauberen“ und vom Staat kontrollierten Prostitution. (Veröffentlicht am 29.07.2013)

Saarbrücken. Der Stuttgarter Investor Jürgen Rudloff hat bestätigt, dass er auf einer Fläche von rund 6000 Quadratmetern ein Wellness-Großbordell in Saarbrücken-Burbach baut. Über seinen Sprecher Jürgen Beretin ließ er mitteilen, dass das Etablissement bis zum Jahresende fertig sein soll. Dort sollen rund 50 Frauen arbeiten. Beretin verwahrte sich zugleich gegen die Aussage des Saarbrücker Ordnungsdezernenten Jürgen Wohlfarth, dass die Landeshauptstadt schon „viel zu viele“ Bordelle habe.

Dort hätten die Frauen keinerlei Freiheiten und müssten das tun, was Inhaber und Kunden von ihnen wollten. Das sei „dirigistische Prostitution, ein Straftatbestand“.
„Große Häuser“ wie das geplante Investment in Burbach seien für die Behörden dagegen „einfach kontrollierbar“. Bei ihm, so Beretin, der nach eigenen Angaben in Saarbrücken Geschäftsführer werden soll, checkten die Frauen wie im Hotel ein und legten selbst fest, von wann bis wann und wie sie arbeiten. Die Räume würden nach jedem Gast gereinigt. Die Frauen müssten regelmäßige ärztliche Untersuchungen nachweisen. Er biete ihnen über die Allianz und die DKV eine Altersversorgung und eine Tagekrankenversicherung an.

Beretin sagte, er sei offen für jede denkbare Kooperation mit Behörden, Polizei oder Selbsthilfegruppen von Prostituierten, solange sie nicht „geschäftsschädigend“ sei. Die geplante Nutzfläche sei mit 6000 Quadratmetern deshalb so groß, damit die Frauen auf drei von insgesamt fünf Stockwerken die Möglichkeit hätten, sich in Räumlichkeiten zurückzuziehen, in denen sie nicht von Freiern behelligt würden, schlafen, fernsehen sowie essen und trinken könnten. Die Frauen zahlten beim „Einchecken“ 79 Euro Eintritt, 23 Euro pro Übernachtung plus 25 Euro Pauschalbesteuerung, die an das Finanzamt abgeführt würden. In der Preisgestaltung mit den Freiern seien sie autonom.
Rudloff betreibt laut Beretin bisher bereits ganz ähnliche Häuser in derselben Größenordnung, wie sie jetzt in Saarbrücken geplant sind, in Frankfurt, Salzburg und Graz. Die Investition in Saarbrücken begründete er mit der Nähe zu Frankreich, wo die Prostitution offiziell verboten ist. Die Investitionssumme betrage viereinhalb Millionen Euro.
Beretin begrüßt ausdrücklich Forderungen aus der Politik nach einer strengeren Regulierung der Prostitution etwa in Form eines „Bordell-Tüvs“ und regelmäßigen behördlichen Kontrollen, wie sie vom Saarbrücker Ordnungsdezernenten Wohlfarth gefordert worden waren.

Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) forderte eine Überarbeitung des rot-grünen Prostitutionsgesetzes von 2002, das die Prostitution liberalisiert hatte. „Gut gemeint ist nicht gut gemacht“, sagte sie. Verwaltung und Polizei sollten künftig wieder direkt auf die Rotlichtkriminalität einwirken und Bordelle verhindern können.

Quelle: http://www.saarbruecker-zeitung.de

Freiercafe: Hall of Fame-Umfrage des Monats Mai

Das Freiercafe, DAS Forum, in dem Paysex-Konsumenten und -Interessierte heiß diskutieren, ausführlich über ihre Paysex-Erlebnisse berichten und die Wahrheit über Rotlicht und Paysex finden, kürt jeden Monat seine besten Berichterstatter und Berichte! So geschieht es auch jetzt wieder für den vergangenen Wonnemonat Mai:

In der Vorausscheidung wurden bereits besonders ausführliche, ehrliche, originelle sowie einfallsreiche Berichte ausgewählt, die sich nun um den Titel des besten Berichts des Monats Mai duellieren.

Die ehrwürdigen Nominierten und ihre durchweg hochklassigen Berichte für den Monat Mai sind:

Link Hall of Fame-Umfrage Freiercafe:

freiercafe.org/showthread.php?t=25968/

Blog-Kommentar: Sex – Made in Germany: Notwendige, aber einseitige Doku

Hier ein Blog-Kommentar zur ARD-Doku “Sex – Made in Germany”, die am 10.06. im TV lief…Laut dem Autor kommt das Rotlicht in der Doku noch zu gut weg und würde zu wenig kritisiert….

Der Link zur Doku:

www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/ndr/10062013-die-story-im-ersten-sex-made-in-germany-100.html

Der Kommentar:

Wie bereits am vergangenen Montag unser Gastautor Andreas Grieß schrieb, lässt die ARD-Doku viele Fragen offen. Für jemanden, der sich mit dem Thema nicht auskennt, wird weder klar, worin die Gesetzesänderungen bestehen, von denen immer wieder die Rede ist; noch bekommt der Zuschauer einen umfassenden Überblick über das Milieu. Stattdessen werden ihm lediglich viele Fragmente geliefert, doch eine Einordnung durch die Autoren findet nicht statt.

Das Problem sind aber nicht die offenen Fragen. Denn Prostitution ist ein komplexes und weites Feld, das unmöglich in einer einzigen Dokumentation dargestellt und diskutiert werden kann. Das Problem ist die fehlende Kritik.

Zu Beginn der Sendung entsteht das Gefühl, es würde für unterschiedliche Arten der Prostitution Werbung geschaltet werden. Wer sich vorher noch nie damit befasst hat, wird verblüfft sein, wo und wie die Damen (und einige Herren) überall ihren Körper verkaufen können. Dabei haben die Autoren keinen Skrupel vor expliziten Bildern –expliziter als sie hätten sein müssen. Was ist die Absicht dahinter? Für den Zuschauer wirkt das eher wie ein Versuch, potenzielle Kundschaft anzuwerben.

„Wir brauchen die Männer“, sagt eine der porträtierten Pornodarstellerinnen gleich zu Anfang. Was so einleuchtend klingt, wird jedoch kaum thematisiert: die Nachfrage. Auch wenn das Thema Prostitution in letzter Zeit immer wieder mal in den Medien auftaucht, tauchen Freier (die Nachfrageseite) sehr selten auf. Und das, obwohl täglich 1,2 Millionen Männer für sexuelle Dienste bezahlen. So gesehen überraschte es fast schon – positiv! –, dass diese Dokumentation auch einige Freier zu Wort kommen lässt.

Doch die Enttäuschung ließ nicht lange auf sich warten. Diese von Männern dominierte Welt und Sichtweise wird von den Journalisten in keiner Weise kritisiert oder in Frage gestellt. Wenn ein Freier erzählt, dass er Flatrate-Bordelle gut findet, weil er dann nicht mehr das Gefühl haben muss, ausgebeutet zu werden, wird das unkommentiert stehen gelassen. Dass im Gegenzug heute Tausende von Frauen für eben diese Flatrate-Bordelle ausgebeutet werden, bleibt unerwähnt. Dass sie es sind, die bezahlen, wenn ein Mann für 49 Euro Sex und Drinks so viel er will bekommt, scheint hier niemanden zu interessieren. Wenn der Flatrate-Bordellbetreiber Sascha Erben sagt „Der Mann möchte Mann spielen. Das ist alles.“, dann trifft er den Nagel auf den Kopf. Und die Autoren lassen den Mann Mann spielen.

Erst am Ende der Dokumentation wird dieser gesellschaftliche Missstand dann doch mit zwei Sätzen erwähnt: „Die Frau wird zu Ressource, die so effizient wie möglich genutzt wird. Außerhalb dieses Tauschgeschäftes aber verliert sie ihren Wert.“ Alleine diese Aussage hätte eine Dokumentation verdient, wenn die Bedeutung dieses Satzes für die Gesellschaft zu Ende gedacht würde. Stattdessen wird einmal mehr keine Kritik an den Freiern geübt, obwohl es gerade dort so viel zu kritisieren gibt.

Die Ökonomisierung der Lust. Interessanterweise befasst sich der Beitrag mit der wirtschaftlichen Seite der Prostitution, was in anderen Beiträgen meistens sehr kurz kommt. Was einmal als Liebesakt bekannt war, verkommt in der Prostitution zum Tauschgeschäft, heißt es. Maßstab ist allein das Geld. Und das interessiert nicht nur inzwischen allerseits bekannte Bordellbetreiber wie Jürgen Rudloff oder Armin Lobscheid, sondern auch den Staat. Es wird erklärt, dass Unternehmen wie das Paradise in Stuttgart oder der Pascha in Köln ordentliche Sümmchen an den Staat abdrücken. Für den Pascha wird eine Summe im siebenstelligen Bereich genannt, die jährlich an Steuern abgeht. Unklar bleibt jedoch, wie viel insgesamt für den Staat aus dem Geschäft herausspringt. Die Tatsache, dass eigens für dieses Milieu eine Vergnügungssteuer erfunden wurde, lässt vermuten, dass dieses Geschäft lukrativ ist – eben auch für den Staat. Dass es sich ohne Zweifel um immense Summen handeln muss, zeigt das Zitat von Paradise-Pressesprecher Michael Beretin: „Der Staat ist im Prinzip der neue Zuhälter geworden.“ Doch der deutsche Staat scheint sich nicht daran zu stören, dass Deutschland im Ausland als größtes Bordell Europas bekannt ist. Geld regiert eben doch die Welt.

Was die ARD vergessen hat
Zwangsprostitution: Ein Aspekt, der in dem Beitrag viel zu kurz kommt, ist der der Zwangsprostitution. Ein beachtlicher Anteil der Prostituierten in Deutschland geht ihrer Tätigkeit nicht freiwillig nach. In einer zweijährigen Recherche hätten die Autoren das auch erkennen – und dann deutlich stärker thematisieren – müssen. Es kommt zwar eine Rumänin zu Wort, die sich gegen ihren Willen prostituieren musste. Doch dieser Fall wird so klischeehaft dargestellt, dass er fast schon unglaubwürdig und vor allem wie ein Einzelfall wirkt. Dabei ist er das ganz und gar nicht. Offizielle Zahlen belegen, dass mindestens 60 Prozent der Prostituierten in Deutschland aus dem Ausland kommen (auch wenn die Herkunft nicht mit Zwangsprostitution gleichzusetzen ist, dürfte der Anteil der „selbstbestimmten und freiwilligen“ Prostituierten unter ihnen nicht allzu hoch sein).Zusätzlich wäre es interessant, deutsche Prostituierte zu porträtieren, die dem Geschäft unfreiwillig nachgehen oder von Partnern gezwungen werden. Auf jeden Fall hätte dieser Aspekt mehr Beachtung verdient. Stattdessen kommen in dem ARD-Beitrag überwiegend sogenannte „selbstbestimmte“ Prostituierte und Pornodarstellerinnen vor. Der Zuschauer – vor allem der unwissende – bekommt so das Gefühl, dass die Frauen den Job gerne machen, dass dies auf die meisten zutrifft und dass deswegen ja auch alles okay ist.

Die Verantwortlichen: Leider verpasst es die Dokumentation, auch Verantwortliche konkret zu benennen. Stattdessen schieben Bordellbetreiber den Schwarzen Peter „dem Staat“ zu. So bleibt die Frage nach der Verantwortung abstrakt und im Endeffekt unberührt. Denn „der Staat“ sieht in diesem Fall derzeit keinen Handlungsbedarf. Dass es aber Handlungsbedarf gibt, hätte die Dokumentation aufzeigen können. Leider haben die Autoren diese Chance versäumt. Wenn es das Ziel des Beitrages war, den Status quo zu kritisieren, dann hätte diese Kritik sehr viel gezielter geäußert werden müssen. Es sind konkrete Personen (Politiker), die vor gut elf Jahren Unternehmern wie Jürgen Rudloff den Weg ebneten und dem Staat eine neue Einnahmequellen schufen. Es sind auch konkrete Personen dafür verantwortlich, dass an dem Gesetz von 2002 bisher nichts geändert wurde, obwohl bereits 2007 in einem Gutachten des BMFSFJ deutlicher Nachbesserungsbedarf eingeräumt wurde. Warum werden diese Personen nicht zur Verantwortung gezogen?

Quelle: http://juiced.de/16664/sex-made-in-germany-notwendige-aber-einseitige-doku.htm

Großangelegte Razzia im Kieler Rockermilieu

Die Großrazzia gegen die in Kiel verbotene Rockergruppe “Hells Angels” weitet sich offenbar immer weiter aus. In einem Gewerbegebiet in Altenholz (Kreis Rendsburg-Eckernförde) sind mehrere Spürhunde im Einsatz. Dort wird eine Lagerhalle überprüft, die ein Treffpunkt der Rocker-Gruppe sein soll. Details und Hintergründe zu der Aktion sind aber noch nicht bekannt. Nach Informationen der NDR 1 Welle Nord suchen die Ermittler in der Lagerhalle nach einem 47-jährigen Türken. Der Familienvater war vor zwei Jahren spurlos aus dem Kieler Stadtteil Gaarden verschwunden. Die Polizei geht von einem Verbrechen aus.

Auch Niedersachsen und Hamburg im Fokus

Polizei und Staatsanwaltschaft haben heute früh um 5 Uhr mit einer Groß-Razzia im Kieler Rocker-Milieu begonnen. Zahlreiche Gebäude wurden durchsucht, sagte Polizeisprecher Jürgen Börner. Ebenfalls im Blickpunkt steht die Rocker-Szene in Niedersachsen und Hamburg, auch dort finden Razzien statt. In Hannover wurde das Haus eines führenden Mitglieds der “Hells Angels” von schwer bewaffneten SEK-Beamten durchsucht. Frank Hanebuth gilt als Kopf des bundesweit mächtigsten Charters. Er soll von Straftaten der Kieler “Hells Angels” zumindest gewusst haben. Hanebuth bestreitet das. Die länderübergreifenden Razzien sollen noch den ganzen Tag andauern. Gut 1.000 Beamte sind im Einsatz.

Offenbar mehrere Festnahmen

Besonderes Augenmerk richtet sich bei dem gemeinsamen Einsatz von Staatsanwaltschaft Kiel und Landespolizei Schleswig-Holstein auf die in Kiel verbotenen “Hells Angels” und das Kieler Rotlichtmilieu. Insgesamt sind gut 80 Räumlichkeiten durchsucht worden, im Kieler Rotlichtviertel vor allem Bordelle, Gaststätten und Wohnungen. Dabei wurden kartonweise Unterlagen beschlagnahmt. Die schleswig-holsteinischen Beamten werden von Kollegen aus Niedersachsen, Hamburg und Bremen unterstützt. Nach unbestätigten Angaben hat es auch mindestens sechs Festnahmen gegeben. Darunter soll auch der Chef der “Hells Angels” in Kiel sein.

Polizei hält sich bedeckt

“Wir suchen nach Beweismitteln in laufenden Verfahren”, sagte Polizeisprecher Börner. Dabei geht es nach seinen Angaben um den Verdacht der Erpressung sowie Menschenhandel, Waffenhandel und Korruption. Weitere Einzelheiten sollen gegen 15 Uhr auf einer Pressekonferenz bekannt geben werden. Dabei dürfte vermutlich auch erklärt werden, warum auch ein kurdischer Kulturverein in den Fokus der Ermittler gerückt ist. Auch dort wurde eine Durchsuchung durchgeführt.

Verbot der “Hells Angels” in Kiel

Innenminister Klaus Schlie (CDU) hatte den Kieler Ableger der Rocker-Gruppe Ende Januar verboten. Die Verfügungen wurden den 25 Mitgliedern am 13. Januar zugestellt. Zeitgleich fand eine große Razzia statt. Im Anschluss daran wurde das Clubheim des “Hells Angels MC Charter Kiel” am Kieler Wall verschlossen und versiegelt. Bei der Razzia wurden damals große Mengen Bargeld, diverse Unterlagen, Messer, Schusswaffen und schusssichere Westen sichergestellt.

Quelle: ndr.de