Blog “Gefühlsbilder” von Petra Dirkes

Die Frau schreibt einfach gut und richtig. Es tut wohl zu lesen, dass es auch außerhalb der Freierwelt noch Menschen gibt, die sich differenziert Gedanken machen und gegen den repressiven Schwedenstunk argumentieren und zwar gepflegt, liberal und schwer widerlegbar:

Die Befürworter des Prostitutionsverbots erklären alle Prostituierten zu Opfern, die es zu schützen gilt. Man spricht ihnen jegliche Eigenverantwortung ab, entmündigt sie zu “ihrem eigenen Wohl”. Natürlich wird es Prostituierte geben, die sich als Opfer fühlen (wie jeder andere Mensch auch) und das auch so erleben. Ein Gesetz wird sie von diesem Gefühl jedoch nicht befreien können – dazu ist Bewusstseinsarbeit und Selbstreflektion erforderlich. Wer die nicht aufbringen kann oder will, wird sich zwangsläufig als Opfer fühlen und selbstzerstörerische Lebensumstände geradezu magisch anziehen. Oder wird es demnächst auch Gesetzesentwürfe geben, die autoaggressive Handlungen wie Ritzen, Brennen, Bulimie u.ä. verbieten sollen? Möglichst noch unter Strafandrohung?! Wie lächerlich!! Ein weiteres Beispiel von vielen für sinnentleerte, absurde und kontraproduktive Gesetzgebung.

Hand in Hand mit der Entmündigung der “Opfer-Prostituierten” geht die Entmündigung selbstbestimmter Prostituierter, die ihrer Tätigkeit freiwillig und mit Freude (?) nachgehen. Das kommt einer Vergewaltigung gleich. Jemand wird per Gesetz an der Ausübung seines Broterwerbs gehindert – aus diversen “moralischen” Erwägungen. Warum verbietet man dann nicht auch das Bankwesen? Die “moralische” Fragwürdigkeit steht der der Prostitutionsausübung in nichts nach.

Der Artikel in ihrem Blog ist zwar vom April, aber sie trifft den Nagel auf den Kopf, deswegen an dieser Stelle gerne der verspätete Linktipp:

http://blog.petra-dirkes.de/sichtweisen/prostitutionsverbot-geht-am-kern-vorbei/

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Rio-Hamburg-Paris-Sprockhövel

Sprockhövel, das Mekka der westeuropäischen Rotlichtszene führt die Sexsteuer ein.
Die Westdeutsche Zeitung nimmt das Thema auf:

Sprockhövel. Sprockhövels „Rotlichtszene“ ist überschaubar. „Genau genommen gibt es sie ja eigentlich gar nicht“, sagt Stephan Sturm aus der städtischen Gebührenabteilung und schmunzelt. Das macht er öfter im Gespräch über die Sex-Steuer, auch wenn das ja eher ein langweiliges Thema für ihn sei, wie er ausdrücklich betont.

„Es geht halt um eine Steuererhebung, ich sehe das sehr sachlich. Bei den Kollegen sorgt es aber hin und wieder für Heiterkeit.“

Ein sündiges Viertel? Oder gar einen Straßenstrich? „Gibt’s hier natürlich nicht“, sagt Sturm und listet Sprockhövels „Szene“ auf: „Zwei Swinger-Clubs, eine Nachtbar und ein FKK-Club sind uns bekannt, die wurden auch angeschrieben. Ansonsten war’s das.“

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Statistisches aus Stuttgart

Am Donnerstag stellte Stuttgarts Polizeipräsident Siegfried Stumpf die aktuelle polizeiliche Kriminalstatistik vor. Dass wegen der Krawalle rund um den Bahnhof Stuttgart21 auch mittelbar (direkt wurde Stuttgart 21 nicht statistisch berücksichtigt) die Anzahl von Gewalttätigkeiten gegen Polizisten zunahm, weil die Atmosphäre in der Stadt sich entsprechend polizeifeindlich aufgeladen hatte, dürfte niemanden überraschen.

Erfreulich sind diverse Rückgänge bei verschiedener Gewaltkriminalität (Schwere Körperverletzung, Jugendkriminalität, Jugendgewalt), sofern das Anzeigeverhalten der Opfer berücksichtigt worden ist, was sich aus der Statistik nicht erschließt.

In Sachen Rotlicht war die Polizei wohl vermehrt unterwegs. Gemeldet wurden 93 Fälle von illegaler Prostitution, fast drei Mal so viel wie noch 2009. Hier könnte ein Zusammenhang mit den Versuchen der Installation von Flatrate-Bordellen bestehen.

Bericht zur Kriminalstatistik in der Esslinger Zeitung
Stuttgarter Zeitung
BILD

Wo wir gerade bei Zahlen und Flatrate sind: Der Focus hat auch schon den Prozess gegen die Betreiber der Stuttgarter Flatrate-Bordelle entdeckt und versucht sich nun in Berichterstattung. Die Anklageschrift offenbart Erstaunliches:

Einzelne Frauen hatten FOCUS zufolge – auch wenn sie krank waren – bis zu 70 Freier am Tag zu bedienen. Die Arbeitszeit betrug oft 17 Stunden.
Selbst wenn Prostituierte ohnmächtig wurden oder über starke Schmerzen klagten, wurde ihnen jegliche ärztliche Hilfe verwehrt. Litten sie unter Hautkrankheiten, wurde das Licht in den Zimmern gedimmt, um die Kunden nicht zu verschrecken. Eine Zeugin beschrieb den zeitgleichen Andrang Dutzender Freier als Tortur: „Das war wie ein Schweinestall, wie Schweine vor dem Trog.“

Ganzer Artikel im Focus

Bei 70 Freiern und 17 Stunden komme ich übrigens auf 14,5 Minuten pro Freier ohne Pause, also bei 17 Stunden reiner Fickzeit. Die Freier müssen es alle ziemlich eilig gehabt haben. Gedimmtes Licht im Puff ist nicht sooo etwas Neues, Kokspickel bei Dienstleisterinnen auch nicht.

Trotzdem ist es schon deswegen (wenn es denn stimmt) …

Zu den Opfern zählt auch ein 16 Jahres altes, sexuell völlig unerfahrenes Mädchen aus Rumänien, das 2006 gegen seinen Willen in einem „Flatrate“-Bordell im rheinland-pfälzischen Schifferstadt arbeiten musste. Sie wurde von einer 17-jährigen Landsmännin angelernt und musste täglich bis zu 50 Freier bedienen

… und weil es einfach bei dieser ganzen Billigfickerei eine Grenze geben muss, gut, dass zwei von den Flatrate-Läden geschlossen worden sind.

Übrigens passierte das alles schon vor längerer Zeit, das Thema ist eigentlich längst durch und auch wir haben regelmäßig berichtet. Lediglich der Prozess findet jetzt statt.

Abschließend frage ich mich, wer dort die Kunden sind bzw. waren. In den einschlägigen Foren, auch in unserem Freiercafe las bzw. liest man ziemlich wenig über Flatrate-Bordelle.

Wünsche noch einen schönen Karnevalssonntag …

Adenauerallee unter Beschuss empörter Bürger

Die FDP in Gelsenkirchen veranstaltete am Dienstag Abend eine öffentliche Meckersitzung zum Straßenstrich an der Adenauerallee. Erstaunlich, zumal der Strich seit gefühlten Jahrzehnten besteht. Früher gab es sogar noch einen Swingertreff am benachbarten Ruhrzoo. Aber unter dem Motto “besser spät als nie” waren 20 anwesende Bürger empört, so berichtet derwesten.de:

Ihrem Unmut über den Straßenstrich Adenauerallee haben bei einer FDP-Veranstaltung einige Anwohner Luft gemacht: Von öffentlichem Oralsex am hellichten Tag, von Dreck auf Parkplätzen, von obszönen Gesten war die Rede. Die FDP will am Ball bleiben.

Die Frage der FDP-Stadt- und Bezirksverordneten Anne Schürmann, welche Erfahrungen die Anwesenden mit den „Auswüchsen“ des Straßenstrichs gemacht haben, bleibt nicht lange unbeantwortet. „Was hier abgeht, ist unterste Schublade“, sagt eine Erlerin, die täglich mit Hund in den Berger Anlagen spazieren geht. Sie habe erlebt, wie eine Mutter mit Kind von einem Freier gefragt worden sei: „Ist das Mädchen inklusive?“

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Und hier ist der Strich:


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Bewegung in der Schweiz

Im Lande der Eidgenossen ist Prostitution von Minderjährigen nicht per se strafbar. Das soll sich jetzt endlich ändern, so meldet es jedenfalls die NZZ in ihrer heutigen Ausgabe:

Was den Umgang mit der Prostitution betrifft, sind sich alle in einem Punkt einig: Minderjährige sollen sich in diesem Gewerbe nicht betätigen dürfen. Wie ein solches neues Verbot ausgestaltet werden kann, darüber herrscht jedoch Unklarheit.

Neue Bewilligungspflicht

Diese Situation, die einhellig als unbefriedigend taxiert wird, dürfte sich jedoch rasch ändern. Einerseits sind entsprechende Gesetzesarbeiten auf Bundesebene im Gange, und andererseits bemühen sich jene Städte und Kantone, die nicht auf den Bund warten wollen, um eigene Lösungen. Ein Beispiel dafür ist die Stadt Zürich, die mit ihrem Entwurf für eine Prostitutionsgewerbeverordnung neue Wege geht; die Vernehmlassung zur vorgeschlagenen Gesetzesnovelle dauert noch bis Ende März.

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Da bei 16jährigen Mädchen eher nicht davon ausgegangen werden kann, dass sie den Job freiwillig und selbstbestimmt ausüben, ist das ein guter Anfang. Viele Freier plädieren in den einschlägigen Foren sogar für ein Mindestalter von 21 Jahren. Gott sei Dank ist in der Schweiz, laut NZZ, die Anzahl betroffener minderjähriger Mädchen nicht sehr groß:

Wenige Einzelfälle

Das Stadtzürcher Polizeidepartement geht davon aus, dass es sich bei der Prostitution Minderjähriger «um wenige Einzelfälle handelt»; eine Einschätzung, die von Milieukennern wie dem Rechtsanwalt Valentin Landmann geteilt wird, der im Übrigen jedem Bordellbetreiber dringend davon abrät, Minderjährige zuzulassen. Bekannt ist allerdings das Phänomen, dass sich junge Mädchen prostituieren, um sich Drogen finanzieren zu können – oder aber sündhaft teure Designerkleider und -accessoires.

Egal wie viele es sind, gut, dass jetzt gehandelt wird!

Mal wieder: Ende des Dortmunder Straßenstrichs?

derwesten.de berichtet:

Der Straßenstrich Ravensberger Straße in Dortmund soll aufgelöst werden. Das fordern die Fraktionen von CDU und SPD in der Bezirksvertretung Innenstadt-Nord. Der Strich ziehe einen Anstieg der Kriminalität nach sich: zahlreiche Straftaten, verwahrloste Häuser, Drogen- und Menschenhandel seien die Folge.

„Ich finde wir haben lange genug zugesehen“, empörte sich Brigitte Jülich (SPD) und verteidigte den Antrag. Den Straßenstrich als geschützten Raum anzulegen, sei ein Experiment, worauf man sich eingelassen hätte und das gescheitert sei. Stattdessen ziehe der Strich nun einen Anstieg der Kriminalität nach sich: zahlreiche Straftaten, verwahrloste Häuser, Drogen- und Menschenhandel seien die Folge.

Ganzer Artikel bei derwesten.de und ähnlicher Artikel der Hertener Allgemeinen Zeitung

Interessant sind auch die Leserkommentare bei derwesten:

Einfach Fotos von den Autos dort machen und dann ins Netz stellen, wird das in Tschechien nicht auch so gemacht?
#1 von Basisdemokrat

… Hier hat man rund 2 Jahrzehnte die Alkohol-und Drogenszene in die Nordstadt abgedrängt und zur Entschärfung der Beschaffungskriminalität den Strich mehr als nur geduldet. Real betrachtet hat man im Rahmen des sog. Dortmunder Modells die herrschenden Zustände gezielt herbei geführt – in der irrigen Annahme hier steuernd einwirken zu können. Durch das Dortmunder Modell hat man so nicht nur Junkies dazu motiviert an die Quelle zu ziehen, sondern auch die Schwarzmeerflotte (ungewollt ? angelockt), die in der Nordstadt mehr rechtsfreie Räume vorfindet, als in jedem anderen Stadtbezirk. Und auch mehr, als jede andere Stadt bereit wäre zu akzeptieren. Faktisch wurde auf diese Weise die organisierte Kriminalität in allen Facetten in Dortmund gezielt angesiedelt. Das ist der mittlerweile fast unbeherrschbar gewordene Nebeneffekt in der Nordstadt.

Legalisierung der Prostitution bedeutet nicht automatisch ein Grundrecht auf Straßenstrich. Allenfalls in der verqueren Freierfantasie.

Zahlenmaterial zum tatsächlichen Umfang der Prostitution in Dortmund läßt sich unter dem Suchbegriff “Dortmunder Modell” ergurgeln.
#10 von movienrz

Man beachte die Verwendung des Wortes “Schwarzmeerflotte”. Der Verfasser des zweiten Kommentars scheint zu wissen, wovon er spricht.

Der kontroverste Strich hat natürlich auch ein Thema im Freiercafe.

Und hier ist er:


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Facebookladies

Der US-Soziologe Sudhir Venkatesh stellte fest, dass softwaremäßig Facebook und hardwaremäßig Blackberries sich bei New Yorker Gunstgewerblerinnen großer Beliebtheit erfreuen. Der Hintergrund ist das Werkeln der Ladies in der US-Amerikanischen Illegalität.
Futurezone.at weiß zu berichten:

83 Prozent der Prostituierten haben eine Facebook-Seite – zu diesem Ergebnis kommt Sudhir Venkatesh von der US-Universität Columbia. Der Soziologieprofessor hat für seine Studie ein Jahr lang die Arbeitswelt von 270 Sexarbeiterinnen in New York untersucht. Neben vielen anderen Ergebnissen überraschen vor allem die technologischen Aspekte: Venkatesh schätzt, dass bis Ende 2011 Facebook zum “führenden Anwerbungsraum” von Freiern werden würde. Bereits 2008 hätten 25 Prozent der Prostituierten ihre Kunden über Facebook gefunden.

Ein Grund für die stark gewachsene Nutzung im US-Sexgewerbe sind die geänderten Geschäftsbedingungen der populären Kleinanzeigen-Plattform Craigslist, die seit vergangenem Jahr gelten: Damals wurde auf Druck der Staatsanwaltschaft die “Adult Section” zuerst zensiert und dann ganz entfernt. Der Grund: man wollte die Prostitution, die sich weg von der Straße hin in für die Behörden nur schwer einsehbare Hinterzimmer verlagert, so unter Kontrolle bringen.

Interessant ist auch, welche Handys bei den New Yorker Prostituierten beliebt sind: Überragende 70 Prozent besitzen einen BlackBerry, 11 Prozent ein iPhone, 19 Prozent haben andere Mobiltelefone. Der Grund für die Popularität der kanadischen Smartphones sei die Symbolwirkung. “Für die Kunden suggerieren sie als Symbol des professionellen Berufsleben, dass die Prostituierten frei von Drogen und Krankheiten sind”, so Venkatesh.

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Auch der Herbst hat schöne Tage

Gibt es eigentlich Freier in Seniorenheimen?
Gibt es.
Derwesten.de berichtet:

Schätzungen zufolge tun in jedem zweiten Senioren- oder Pflegeheim Prostituierte ihren Dienst. Allein in Berlin haben sich bereits mehrere Dutzend Frauen auf alte und behinderte Menschen als Freier eingestellt.

Pflegeexperten wissen heute, wie ernst man sexuelle Interessen auch im hohen Alter nehmen muss, schon, um Übergriffe zu verhindern und das Pflegepersonal vor heiklen Wünschen zu schützen.

„Der Bedarf wird wachsen“, glaubt auch Marion Detlefs von Hydra. Es gebe immer mehr alte Menschen, die „nicht mehr diese 08/15-Stellungen abarbeiten wollen“. Und auch das Angebot dürfte größer werden: „Die Sexarbeiterinnen werden älter und können auf diese Weise lange in ihrem Beruf bleiben.“

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Das Thema wird auch in unserem Forum diskutiert.

Was sagt eigentlich Frau Ackermann dazu?

Alle Kerle lebenslang wegsperren

Das fordert Lea Ackermann in der heutigen Ausgabe der Welt Online zwar noch nicht, aber stattdessen, das Freiertum unter Strafe zu stellen. Schließlich gäbe es keine selbstbestimmten Prostituierten und der böse Freier sei per se pervers:

Bei den vermeintlich abenteuerlichen Wohnungsbesuchen lauert häufig die Gefahr, Opfer qualvoller Sexpraktiken zu werden, von denen die Vergewaltigung nicht mal die schlimmste ist. Immer wieder werden auch Fälle von perversen Freiern bekannt, die die Prostituierten so scheußlich behandeln, dass diese anschließend Selbstmord begehen wollen und zum Beispiel nackt auf die Straße vor ein Auto springen. In populären Bordellen in NRW sehen Prostituierte oft über ein halbes Jahr lang nicht ein Mal das Tageslicht…

Welt Online: … und zu großem Wohlstand bringt es dann vermutlich auch nicht jede …
Lea Ackermann: … nicht jede? Ich kenne keine! Mit der vermeintlichen Freiwilligkeit ist es übrigens auch nicht weit her.
Welt Online: Eine Minderheit der Prostituierten gilt aber als freiwillig tätig.
Lea Ackermann: Diese Einschätzung ist zweifelhaft, wenn man auf die Lebensläufe dieser Frauen blickt.

Welt Online: Was schlagen Sie stattdessen vor?
Lea Ackermann: Ich empfehle das Vorbild Schweden. Dort ist nicht die Prostitution, sondern das Freiertum unter Strafe gestellt. Wird ein Freier erwischt, muss er Strafgeld zahlen. Da wurde ein Blickwechsel vollzogen: Wer einen Menschen kaufen will, handelt strafbar. Das hat einen Gesinnungswandel bewirkt. In Schweden halten rund 80 Prozent Prostitution für ein Übel, in Deutschland eher 20 Prozent.

Wer es sich komplett antun will:
http://www.welt.de/politik/deutschland/article12447273/Prostitution-wird-zum-normalen-Beruf-verklaert.html

Das Schlimme ist, dass es Menschen, männliche wie weibliche gibt, die sowas befürworten. Unter dem Deckmäntelchen altruistischer Menschenliebe machen sie sich zu Bestimmern der Lebensentwürfe Anderer und sprechen sich dafür gegenseitig heilig. Nach den letzten 20 liberalen Jahren steht die Gegenbewegung in den Startlöchern und ich befürchte, früher oder später werden wir das schwedische Modell auch hier am Arsch haben. Dann werden wir alle gute Menschen und die Mädchen ficken wieder zuhause für einen Euro die Stunde AO. Oder sie vertrauen sich einer Mafia an, die sie illegal woanders hinbringt. Zum Beispiel nach Schweden, in irgendwelche Hinterhofpuffs.

Blasen verboten

Heise berichtet:

Es gibt Gegenden auf dieser Erde, in denen der Oralverkehr gesetzlich verboten ist. Dabei handelt es sich nicht um irgendein orientalisches Hinterschariastan, sondern um US-Bundesstaaten wie Virginia – Heimat des Geheimdienstes CIA und gleich um die Ecke der Bundeshauptstadt Washington. Im “Sodomy Law” des Bundesstaates heißt es nämlich, dass das “fleischliche Erkennen mit dem Anus oder mit dem Mund” ein “Verbrechen wider die Natur” und deshalb verboten ist.

Der Akzeptanz von Gesetzen ist solch eine extreme Diskrepanz zwischen Rechtslage und Wirklichkeit kaum förderlich. Hinzu kommt, dass in den USA Verurteilte vom Lustmörder bis zum 17-Jährigen, dem seine gleichaltrigen Freundin aus freien Stücken wie einen Ex-Präsidenten behandelt, in der Kategorie “Sexualstraftäter” zusammengefasst und nach ihrer Haftentlassung mit den gleichen Problemen konfrontiert werden.

Diese Gleichbehandlung von Ungleichem führte unter anderem dazu, dass der 54-jährige William M. in Wohnwägen und Obdachlosenasylen hausen musste, obwohl ihn seine Frau gerne in ihre Wohnung aufgenommen hätte. M. wurde für etwas verurteilt, womit in anderen Ländern Ministerpräsidenten indirekt prahlen: Zwischen 2002 und 2004 soll er als freiwilliger Feuerwehrmann eine 16- und eine 17-Jährige so beeindruckt haben, dass sie sich auf Geschlechtsverkehr mit ihm einließen. M. bestritt dies und führte die Aussagen auf Rache aufgrund dienstlicher Auseinandersetzungen zurück, was ihm das Gericht nicht glaubte.

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Diskussion im Freiercafe

Der Fairnes halber sei gesagt, dass der Oberste Gerichtshof der USA das Gesetz kassiert hat und es nur aufgrund einer anderen Gesetzeslücke jetzt trotzdem noch, aber ausschließlich für Jugendliche gilt. Eben das macht es noch kurioser.
So macht sich die 18jährige, die ihrem 17jährigen Boyfriend einen bläst, schuldig.

Um es klar zu sagen: Dass junge Leute unter 18, besser noch unter 21, vor Prostitution und sexueller Ausbeutung geschützt werden müssen, steht außer Frage! Ein allgemeines Blaseverbot für alle und im Privatleben, das der Lebenswirklichkeit widerspricht – übrigens wird vom BJ niemand schwanger und das HIV Übertragungsrisiko ist auch minimiert – hilft aber wohl niemandem.

Diese Bläser unter dem Südstaatenbanner wären also von Obersten Gerichtshof gedeckt, würden aber laut Sodomy Law etwas Widernatürliches und Verbotenes tun:

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Vergnügungssteuerliches aus Dortmund

Derwesten.de berichtet, was sich nach Einführung der “Vergnügungssteuer” für Sexdienstleisterinnen auf dem Dortmunder Straßenstrich so getan hat:

Sonja hat ihr Ticket gut in der Tasche verstaut. Als sie das blaue Kärtchen hervorholt und sich noch einmal den Aufdruck betrachtet, lächelt sie nachdenklich. „Vergnügungssteuer ist schon ein komischer Name dafür“, sagt die 27-Jährige. „Und wie“, bestätigt Medina (19) empört. „Als ob das ein Vergnügen ist, dass wir hier stehen!“

Aber ganz gleich, wie die beiden die Bezeichnung finden oder was sie davon halten, dass es diese Bescheinigungen überhaupt gibt: Seit vier Wochen müssen Prostituierte wie Sonja und Medina, die auf dem Straßenstrich an der Ravensberger Straße in Dortmund arbeiten, solch ein Ticket kaufen. Täglich, für sechs Euro – um damit die leere Stadtkasse ein bisschen aufzufüllen. Und viele Frauen sind sauer: Weniger über das Geld, als vielmehr darüber, dass die Stadt im Gegenzug nichts tut, um die hygienischen Verhältnisse vor Ort zu verbessern.

Vergnügungssteuer, Toiletten, Gaffer – darüber wird im Container in der Ravensberger Straße laut und heftig diskutiert. Nach einiger Zeit, eher leise und hinter vorgehaltener Hand, kommt jedoch das Thema auf den Tisch, das die Frauen viel mehr verärgert und in ihrer Tätigkeit beeinflusst: die Konkurrenz durch Roma-Frauen aus Bulgarien. Sie machen mittlerweile rund 80 bis 90 Prozent der 600 Prostituierten an der Ravensburger Straße aus, schätzt Kober. In den meisten Fällen sei es jedoch kein Menschenhandel, der die Frauen auf den Straßenstrich treibe, sondern der Druck der Familie: die eigenen Ehemänner oder auch Eltern, die zu Hause in Bulgarien auf die Kinder aufpassen und drängen, dass immer wieder neues Geld aus Deutschland geschickt wird.

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Neues vom Straßenstrich in Bonn

Es berichtet der General-Anzeiger:

Nach langen Diskussionen ist mit dem Jahreswechsel der Bonner Straßenstrich umgezogen, aber nur eine Ecke weiter von der Gerhard-Domagk- an die Immenburgstraße. Damit hat die Stadt den Willen der CDU/Grünen-Ratsmehrheit umgesetzt und gleichzeitig das so genannte Verrichtungsgelände an der Immenburgstraße in Betrieb genommen.

Technisch sei die 120 000 Euro teure Investition wie ein Parkplatzbau anzusehen. Außerdem wurden sechs Holzboxen installiert, nach oben offen und in besserer Baumarkt-Qualität, in denen die Autos der Freier parken sollen. Und sonst nirgendwo. “Wir werden genau prüfen, ob Anbahnung und Prostitution woanders stattfindet”, so Fuchs. “Und wir werden das schnell unterbinden.”

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Ficksteuer in Dortmund

Auf dem Dortmunder Straßenstrich müssen die Damen jetzt ein Tagesticket für sechs Euro erwerben, wenn sie dort arbeiten wollen. Das Ticket gilt bis jeweils 24.00 des entsprechenden Tages und entbindet natürlich nicht von der normalen Steuerpflicht.

Es berichtet die Dattelner Morgenpost:

Lange Zeit war aber einer praktikablen Lösung gearbeitet wurden, um die Steuer auch außerhalb von Clubs kassieren zu können. Für den Straßenstrich an der Ravensberger Straße werden nun täglich Tagestickets für 6 Euro ausgegeben, die im Club Escort an der Einfahrt zum Straßenstrich zu haben sind.

Der Andrang hielt sich – wohl auch mit Blick auf das aktuelle Wetter – am ersten Tag in Grenzen. Knapp 40 Tickets gingen bis zum frühen Nachmittag in der Bar des Clubs Escort über die Theke.

Auf der anderen Seite weckt die Sexsteuer für den Straßenstrich Begehrlichkeiten nach mehr Engagement der Stadt zur Verbesserung der Situation an der Ravensberger Straße. Mehr Toiletten und sanitäre Anlagen für die Frauen hatte jüngst u.a. die CDU gefordert.

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Zum Weltaidstag

Der 1. Dezember ist der so genannte Weltaidstag. Zu diesem Anlass wirft das Freierjournal mal einen kleinen Blick in die Welt:

Derwesten.de berichtet über einen Schwulenstrich im Ruhrgebiet:

Ungeschützter Sex zwischen Männern ist der Hauptgrund für HIV-Infektionen. Das Stricher-Projekt der Essener Aids-Hilfe „Nachtfalke“ betreut 30 Prostituierte: „Unsere Klienten sind durch sämtliche soziale Netze gefallen.“

An keinem Ort ist die Gefahr größer, sich mit HIV zu infizieren als hier. Von den 30 Strichern, die das Projekt betreut, ist ein Drittel nachweislich HIV-positiv. Die meisten gehen weiter auf den Strich. „Deswegen ist Verhütung für uns das A und O“, sagt „Nachtfalke“-Mitarbeiterin Petra Bastians.

Zum Artikel bei derwesten.de

Der Standard.at blickt ins südafrikanische Malawi:

Drei von vier Menschen in Malawi sterben an Aids. Die Folgen sind verheerend – für Hinterbliebene und Infizierte gibt es wenig Hilfe. Nonnen, die diese anbieten, dürfen nicht über Kondome sprechen – aber lehren.

Viele Kinder hat Aids zu Waisen gemacht, in ganz Afrika sollen es mehr als zehn Millionen sein. Devota ist Ordensschwester der Rosary Sisters, die in dem weiter nördlich gelegenen Ort Katete ein Waisenhaus betreiben. Die Kinder, die dort aufwachsen, haben es schwer, in der Gesellschaft ihren Platz zu finden, sagt sie. Doch dann hellt sich ihr Blick durch die schwarze Brille auf: Devota erzählt von Oliva, die Krankenschwester geworden ist und von der Mechanikerin Towela oder von Asteria, die es mit ihrer Leistung bis auf eine Uni geschafft hat. “Sie machen uns sehr stolz.”

Zum Artikel bei derstandard.at

Der Südkurier berichtet über HIV in Russland:

Weltweit sinkt die Zahl der HIV-Infizierten – aber in Russland steigt sie rasant an

Der Tod, sagt Roman Ledkow, sitze ihm immer im Nacken. Seit zwölf Jahren begleitet er ihn, auf Schritt und Tritt, ist auf Geburtstagen dabei, bei Spaziergängen, in ruhigen Stunden der Muße. Doch er hat ihn gezähmt, den Tod. Ihn vielleicht auch ein wenig überlistet. Roman Ledkow ist HIV-positiv. Wie 30 000 Moskauer, fast 600 000 Russen, 1,4 Millionen Menschen in Osteuropa, die die Vereinten Nationen in ihrer aktuellen Statistik aufführen. Kaum ein anderes Land auf der Welt hat eine so rasant ansteigende HIV-Rate wie Russland.

Zum Artikel im Südkurier

Und das ist die offiezielle deutsche Seite (von BMG, BfgA, Deutsche Aids-Hilfen, Deutsche Aids-Siftung) zum Weltaidstag:
http://www.welt-aids-tag.de/

“Sex ist Spaß, HIV ist Ernst!”

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Was wurde aus: “KFZ-Kennzeichen von Freiern im Internet“?

Mit großem Dank an User Frankyk für das Verfassen dieses hochwertigen Artikels:

Was wurde aus:“ KFZ-Kennzeichen von Freiern im Internet“?
Eine kleine Meldung, eine große Aufregung – aber dann?

Die Meldung über einen Antrag Berliner Kommualpolitiker, wonach KFZ-Kennzeichen von Freiern im Internet angeprangert werden sollten,[http://www.bild.de/BILD/politik/2010...itikerin.html] verbreitete sich schnell in Freier-Kreisen und führte zu teilweise heftigen Reaktionen in den einschlägigen Foren [http://freierjournal.com/2010/10/02/...e-spucke-weg/]. Inzwischen ist es um das Thema ruhig geworden. Es war aus Datenschutzgründen ohnehin eine Totgeburt, aber das hat beim Aufregen nicht gestört, dazu war es viel zu plakativ. Schade eigentlich, denn der Anlass verdient eine nähere Betrachtung.

An den Reaktionen war oft erkennbar, dass der Stammtisch dominierte, also der Bauch dank erprobter Vorurteile sofort wusste was Sache ist, und das Ganze nicht durch sachliche Details verwässert werden sollte.

Da das Thema – zumindest in Berlin – erledigt ist, sich also die Gemüter vielleicht inzwischen beruhigen konnten, hier der Versuch, das Ganze mal aus der westlichen Ecke Deutschlands und nicht nur bezogen auf Berlin sachlich zu betrachten.

Es ging nicht um ein Verbot der Prostitution
Mag sein, dass die Texte der Pressemeldungen schuld an dem Eindruck waren, aber es ging bei dem Antrag nie um ein Verbot der Prostitution. Es ging um den Versuch einen Ausgleich zwischen Interssen herbeizuführen. Es ging darum, die langjährigen, immer exzessiveren Auswüchse der Straßenprostitution in einem Berliner Misch-/Wohngebiet einzudämmen. Das scheint dank der Berliner Gegebenheiten besonders schwierig zu sein, da Sperrgebiete nicht möglich sind (die Frage von deren Durchsetzbarkeit mal außer Acht gelassen). Die Prostitution solllte nicht verhindert, sondern lediglch verlagert werden. Dass das Mittel dazu untauglich war, lag vielleicht daran, dass alle vorherigen Versuche etwas zu ändern, im Sande verlaufen waren.

Wenn man sich mal die Mühe macht, sich die Protokolle und Sitzungsvorlagen der entsprechenden Ausschüsse bzw. der Bezirksverordnetenversammlung durchzulesen, stellt man fest, dass das Thema seit Jahren schwelt, ohne das trotz einer Fülle von mehr oder weniger interessanten Vorschlägen eine Lösung in Sicht ist. Die Vorschläge dazu waren keineswegs so radikal, wie die letzte Meldung suggeriert. Da war z . B. der Vorschlag, dass die Damen ihrem Gewerbe, wenn es sich schon nicht in eine geeignetere Gegend wie z. B. ein reines Gewerbegebiet [kein Wortspiel] verlagren, dann zumindest erst ab 21h öffentlich nachgehen sollten – mit Rücksicht auf die dort wohnenden Kinder.
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