Blog “Gefühlsbilder” von Petra Dirkes
Die Frau schreibt einfach gut und richtig. Es tut wohl zu lesen, dass es auch außerhalb der Freierwelt noch Menschen gibt, die sich differenziert Gedanken machen und gegen den repressiven Schwedenstunk argumentieren und zwar gepflegt, liberal und schwer widerlegbar:
Die Befürworter des Prostitutionsverbots erklären alle Prostituierten zu Opfern, die es zu schützen gilt. Man spricht ihnen jegliche Eigenverantwortung ab, entmündigt sie zu “ihrem eigenen Wohl”. Natürlich wird es Prostituierte geben, die sich als Opfer fühlen (wie jeder andere Mensch auch) und das auch so erleben. Ein Gesetz wird sie von diesem Gefühl jedoch nicht befreien können – dazu ist Bewusstseinsarbeit und Selbstreflektion erforderlich. Wer die nicht aufbringen kann oder will, wird sich zwangsläufig als Opfer fühlen und selbstzerstörerische Lebensumstände geradezu magisch anziehen. Oder wird es demnächst auch Gesetzesentwürfe geben, die autoaggressive Handlungen wie Ritzen, Brennen, Bulimie u.ä. verbieten sollen? Möglichst noch unter Strafandrohung?! Wie lächerlich!! Ein weiteres Beispiel von vielen für sinnentleerte, absurde und kontraproduktive Gesetzgebung.
Hand in Hand mit der Entmündigung der “Opfer-Prostituierten” geht die Entmündigung selbstbestimmter Prostituierter, die ihrer Tätigkeit freiwillig und mit Freude (?) nachgehen. Das kommt einer Vergewaltigung gleich. Jemand wird per Gesetz an der Ausübung seines Broterwerbs gehindert – aus diversen “moralischen” Erwägungen. Warum verbietet man dann nicht auch das Bankwesen? Die “moralische” Fragwürdigkeit steht der der Prostitutionsausübung in nichts nach.
Der Artikel in ihrem Blog ist zwar vom April, aber sie trifft den Nagel auf den Kopf, deswegen an dieser Stelle gerne der verspätete Linktipp:
http://blog.petra-dirkes.de/sichtweisen/prostitutionsverbot-geht-am-kern-vorbei/
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