Die Ware Sex

Ein weiterer Kommentar zum Prostitutionsgesetz…

Wenn man die Situation der Prostituierten in Deutschland ehrlich beschreiben will, kommt man um hässliche Schilderungen nicht herum. Dann muss man die Huren erwähnen, die in Laufhäusern täglich 13 Stunden am Stück Freier bedienen müssen. Die in „Geiz macht geil“-Flatrate-Bordellen arbeiten, in denen der Mann für 49 Euro Sex haben kann, bis er nicht mehr kann. Man muss die Puffs nennen, in denen Männer Vergewaltigung spielen können. Und man muss von den Huren sprechen, die sich auf dem Straßenstrich für 20 Euro verkaufen.

Prostitution in Deutschland bedeutet für viele Frauen harte Arbeit für wenig Geld. Das heißt nicht, dass es keine selbstbestimmten Huren gibt, die kein Problem damit haben, ihren Körper zu verkaufen. Natürlich gibt es auch diese Frauen, und man kann ihre Empörung verstehen, wenn Alice Schwarzer sie alle pauschal zu Opfern degradiert. Für die Emma-Herausgeberin ist es unvorstellbar, dass sich jemand aus freien Stücken prostituiert. Damit bestätigt die Feministin nicht nur das Klischee vom schwachen Geschlecht. Sie verharmlost mit der Gleichsetzung von Armuts- und Zwangsprostitution auch den verbrecherischen Missbrauch von Menschen. Es ist sehr wohl ein Unterschied, ob eine junge Frau aus Osteuropa in Deutschland auf den Strich geht, weil sie hofft, damit mehr Geld als in ihrer Heimat zu verdienen. Oder weil sie von Menschenhändlern dazu gezwungen wird.

Rot-Grün ist gescheitert

Ein bisschen kann man Schwarzers Furor dagegen verstehen, wenn man sich mit dem Milliardengeschäft Prostitution beschäftigt und sich fragt, wer eigentlich daran verdient. Es sind nicht diejenigen, die das Geld anschaffen.

Rot-Grün wollte die Situation von Prostituierten per Legalisierung 2002 verbessern. Das ist, so viel kann man sicher sagen, gescheitert. Von dem Recht, in die Sozialkassen einzuzahlen, machen derzeit nur 44 Prostituierte Gebrauch. Prostitution ist zwar nicht mehr sittenwidrig, mit dem Schmuddelimage müssen die Frauen trotzdem weiter leben. Zugleich verkauft sich die Ware Sex besser denn je. Und da sind es vor allem die Bordellbetreiber, die von der Liberalisierung profitiert haben. Sie konnten ungehindert von behördlichen Auflagen und Kontrollen ein Etablissement nach dem anderen eröffnen und für Edelpuffs werben, als wären es Spaßbäder.

Muss man Prostitution also verbieten, wie die Schweden oder die Franzosen, die in der Nationalversammlung am Mittwoch für ein solches Verbot gestimmt haben? Schauen wir kurz nach Schweden. Dort riskieren Freier Geldstrafen und sogar Haft. Prostitution sei so gut wie verschwunden, feiern die Befürworter. Na ja. Dass man daran Zweifel haben kann, zeigen schon die vielen einschlägigen Treffer, wenn man bei Google Stockholm und Escort eingibt. Man könnte auch in den baltischen Nachbarländern nachfragen, was sie davon halten, dass schwedische Männer bevorzugt als Sextouristen zu ihnen kommen.

Es ist deshalb wohltuend, dass selbst konservative Unionspolitiker in Deutschland nichts von einem Verbot halten, weil es die Prostitution nur in die Illegalität drängen würde. Unbestritten ist aber auch, dass es so, wie es jetzt ist, nicht bleiben kann. Es ist unerträglich, dass Zuhälter Prostituierte anweisen dürfen, nackt zu arbeiten, keinen Freier abzulehnen und für jede sexuelle Praxis zur Verfügung zu stehen. Es ist geradezu absurd, dass es keiner Erlaubnis bedurfte, ein Bordell zu eröffnen. Jede Würstchenbude wird strenger kontrolliert. Das alles wollen Union und SPD nun ändern. Es kann sein, dass die Arbeit durch die Auflagen für manche Prostituierte schwieriger wird. Das Gros der Frauen sollte davon profitieren.

Quelle: http://www.ksta.de

Zuhälter kassiert fünf Jahre: Schulfreund auf den Strich gezwungen – als Frau!

Was für eine skurrile Meldung aus der Schweiz – kaum zu glauben…

ZÜRICH – Weil Peter (30) dem Zuhälter Gyula K. (33) Geld schuldete, zwang ihn dieser, als Frau verkleidet am Zürcher Sihlquai anschaffen zu gehen. Wegen dieser Tat muss Gyula K. 5 Jahre in den Knast.

Wie treibt man bei einem Freund Schulden ein? Dafür hatte der ungarische Zuhälter Gyula K. (33)* ein besonderes Rezept. Er schickte Petar(30)**, den er seit dem Kindergarten kannte, auf den Strich des Zürcher Sihlquai.

Dort musste der Computertechniker geschminkt mit Perücke als Frau verkleidet anschaffen. Während es sich Gyula in einem Hotelzimmer bequem machte, musste sein Freund im kurzen Miniröcklein in der eisigen Februarkälte seine Runden drehen.

Dafür stand Gyula K. am Dienstag vor Gericht.

Am Abend sprach der Richter das Urteil: K. ist schuldig des Menschenhandels, der Förderung der Prostitution und der Erpressung.

Die Strafe: 5 Jahre Knast, plus 25′000 Franken Schmerzensgeld an den Sexsklaven und  20′000 Franken für die Prostituierte.

Opfer zusammengeschlagen

Gemäss Staatsanwältin Silvia Steiner hatte Gyula K. seinem «Freund» noch in Ungarn mehrere kleine Darlehen gegeben. Als Zins verlangte er gleich das Doppelte. Als Petar nicht mehr zahlen konnte, zwang ihn der Zuhälter Bankkredite aufzunehmen. Das Geld sackte Gyula ein. Zur Einschüchterung schlug er den Techniker zusammen oder drohte ihn in einem Kanal zu versenken.

Danach verschacherte er den eingeschüchterten Mann seiner Tante, einer Prostituierten als Arbeitssklaven. Ein Lohn für seine Haushaltstätigkeit erhielt der arme Petar nicht.

«Wie ein Leibeigener»

«Der Beschuldigte hielt den Geschädigten wie einen Leibeigenen», schreibt die Staatsanwältin in ihrer Anklageschrift.

Zu guter Letzt musste der Sklave nach Zürich folgen, um auf dem Sihlquai als Frau Männer oral zu befriedigen. Dabei war Petar heterosexuell.

Gyula, ein Unschuldslamm?

Heute musste sich Gyula K. deswegen vor dem Zürcher Bezirksgericht verantworten. Und er spielte das Unschuldslamm. «Ich hatte mit seinem Hierherkommen nach Zürich gar nichts zu tun», beteuerte er. Er habe Petar weder geschlagen, noch bedroht. Der Freund habe ihm auch alles zurückbezahlt.

«Weshalb hat er sie denn dermassen belastet», wollte der Gerichtspräsident Roland Heimann wissen.

«Damit er in das Opferprogramm kommt, eine Entschädigung kriegt und in der Schweiz bleiben kann», erklärt Gyula K.

In eine Grube geworfen

Auch im Fall einer weiblichen Prostitierten (24), die für ihn laut Anklage auf dem Sihlquai arbeiten musste, argumentierte der Zuhälter deckungsgleich. Um die Frau gefügig zu machen, soll er sie in Ungarn in eine Grube geworfen und mit Erde zugedeckt haben.

In Zürich wollte er die Frau, weil sie zuwenig angeschafft hatte,  aus dem Hotelfenster werfen. Dies war nur wegen  ihrer massiven Gegenwehr misslungen.

Die Staatsanwältin beantragt den Zuhälter wegen Menschenhandel, Förderung der Prostitution und versuchter Erpressung mit 4 1/2 Jahre Knast zu bestrafen.

* Name bekannt

** Name geändert

Quelle:

http://www.blick.ch

Prostitution weitet sich in Deutschland “unerträglich” aus

Jeden Tag zahlen in Deutschland eine Million Kunden Geld für Sex, rund 400.000 Frauen arbeiten als Prostituierte. Oft erfahren sie Gewalt. Die Diskussionen über die “Ware Frau” werden lauter.

Köln. Prostitution breitet sich mehr und mehr aus – in einem schwer erträglichen Ausmaß und unter unwürdigen Bedingungen für die Frauen, sagen Kritiker. Formen gibt es viele, ob Escort-Service, Bordell, Club, Massage-Salon oder Straßenstrich.

Die Empörung über das Massenphänomen scheint zu wachsen. Seit einigen Wochen wird gestritten – über den Kauf der “Ware Frau”, über freiwillige oder erzwungene Prostitution, über Moral und Gesetze. “Es wäre fahrlässig, so zu tun, als wäre Prostitution ein Job wie jeder andere”, sagt Soziologe Michael Opielka von der Fachhochschule Jena in Thüringen. “Es geht um die Frage: Möchte ich in einer Gesellschaft leben, in der Sexualität radikal zur Ware wird.”

Es handelt sich um ein Milliarden-Geschäft mit Millionen Akteuren: Auf mehr als 14 Milliarden Euro schätzt das Statistische Bundesamt den Jahresumsatz im Prostitutionsgewerbe hierzulande. Aber nicht die Prostituierten machten Kasse, sondern Zuhälter, Bordellbesitzer und Menschenhändler, klagt Frauenrechtlerin Alice Schwarzer. Mit viel prominenter Unterstützung – von Margot Käßmann bis Wolfgang Niedecken – hat sie einen Appell gegen Prostitution verfasst. Die Debatte ist damit voll in Fahrt gekommen.

Nach Schätzungen bieten rund 400 000 Prostituierte – mit sehr hohem osteuropäischen Anteil – ihre Dienste an, aber auch die Zahlen 230.000 und 700 .000 kursieren. Statistiken gibt es nicht. Auch auf Kundenseite zeigt sich, dass es nicht um eine Nische geht: Eine Million bis 1,2 Millionen Männer zahlen landesweit für Sex – täglich. Seit einer Liberalisierung vor gut zehn Jahren sei Deutschland zum “Paradies” auch für Ausländer verkommen, sagt Schwarzer.

Auch aus einigen Kommunen sind Klagen zu hören. In Berlin plant CDU-Innensenator Frank Henkel Sperrbezirke, in denen Prostitution tagsüber verboten sein soll. Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) sprach vor wenigen Wochen in einem “Spiegel online”-Interview von “unerträglichen Ausmaßen”.

Fremdbestimmt oder freiwillig?

Bieten Prostituierte ihre Dienste freiwillig an oder unter Zwang? Kriminalhauptkommissar Helmut Sporer – ein viel zitierter Experte – schildert in einer Stellungnahme für den Bundestag: “Im typischen Prostitutionsalltag in Deutschland wird nicht Deutsch gesprochen, hier ist die Frau weitgehend oder völlig fremdbestimmt, sie darf nur einen Bruchteil ihrer Einnahmen behalten, ist von der Außenwelt isoliert, arbeitet und wohnt im gleichen Raum”. Er fügt hinzu: “Rund 90 Prozent der Frauen arbeiten in der Prostitution (…) unter Zwang, unfreiwillig, aus Notlagen heraus oder scheinfreiwillig.”

SPD und Union haben nun bei ihren Verhandlungen für eine große Koalition eine umfassende Reform des Prostitutionsgesetzes von 2002 verabredet. Opfer sollen besser geschützt, ausbeuterische Praktiken wie Flat-Rate-Sex verboten werden. Das Gesetz von 2002 sollte die Rechtsposition und Arbeitsbedingungen der Frauen verbessern. Prostitution gilt nicht mehr als sittenwidrig. Körper und “sexuelles Arbeitsvermögen” der Frauen seien aber verharmlosend zur Handelsware gemacht worden, kritisiert auch Professor Opielka.

Die Prostituiertenberatungsstelle Hydra meint dagegen: Sexarbeit sei für viele eine normale Erwerbstätigkeit. Die meisten Frauen hätten den Job freiwillig gewählt. Der Ruf nach einer Abschaffung der Sexarbeit hat im Gewerbe auch laute Proteste ausgelöst. Der Berufsverband erotischer Dienstleistungen sieht als Vorteile hierzulande: Frauen können ihrer Tätigkeit legal nachgehen, sich sozialversichern und ihren Lohn einklagen. Bezahlung und Arbeitsbedingungen variieren dabei stark. Eine Escort-Dame kann am Abend 1500 Euro verdienen, am Straßenstrich werden pro Verrichtung manchmal nur zehn Euro bezahlt.

Hauptkommissar Sporer fordert, eine Reform müsse ein “Arbeiten unter menschenwürdigen Bedingungen unter dem Schutz des Rechtsstaates” ermöglichen. Bordellbetreiber dürften nicht über Preise oder Arbeitszeiten der Frauen bestimmen. Das Mindestalter solle auf 21 Jahre steigen. Ein Verbot halten die meisten aber für realitätsfern. Das schließt eine Ächtung allerdings nicht aus. Die “Zeit” kommentiert: “Rasen, Rauchen, T-Shirts aus Bangladesch – bei uns ist fast alles verpönt. Nur der Kauf von Frauen nicht.” Eine UN-Konvention stellt fest: Prostitution ist “mit der Würde und dem Wert der menschlichen Person unvereinbar.”

Quelle: http://www.abendblatt.de

Saarbrücken bald Hauptstadt der Prostitution

Eine herrlich reißerische Überschrift, oder nicht? Da hat focus.de mal wieder ganze Arbeit geleistet und auch sonst kommt das Thema Prostitution und Bordell natürlich mal wieder überhaupt nicht gut weg…

Ein 4,5 Millionen Euro teures Großbordell geht im Dezember in Saarbrücken in Betrieb. Gleichzeitig kämpft die Stadt gegen einen ausufernden Straßenstrich. Das Geschäft mit dem Sex blüht wegen der Nähe zu Frankreich.

Thomas Blug dürfte sich derzeit wie am internationalen Film-Set vorkommen. Normalerweise muss er Fragen zu höheren Parkgebühren oder Baustellenärgernisse beantworten. Es sind aber derzeit keine normalen Zeiten für den Medienreferenten der saarländischen Landeshauptstadt. Er muss Journalisten samt Kamerateams aus halb Europa, zuletzt aus Warschau und selbst aus Kanada koordinieren. Saarbrücken, das sonst gerne mit Sternenköchen und Frankreich-Nähe wirbt, ist seit einigen Wochen im Fokus einer Prostitutionsdebatte. “Die internationalen Anfragen erreichen uns gerade wegen des grenzüberschreitenden Problems. Da geht es nicht nur um Saarbrücken, das ist ein europäisches Thema”, stellt Blug fest.

Die Prostitution in Deutschland blüht, aber wohl nirgendwo so wie in Saarbrücken. Voraussichtlich im Dezember will der Stuttgarter Investor Jürgen Rudloff hier ein 6000 Quadratmeter umfassendes Großbordell eröffnen, die Arbeiten an dem 4,5 Millionen Euro Projekt laufen auf Hochtouren. Die Standortentscheidung sei auch mit Blick auf die Grenz-Nähe zu Frankreich, wo Bordelle verboten sind, gefallen, hatte das Unternehmen mitgeteilt. Wie hoch allerdings der Anteil französischer Kunden ist, die derzeit in der Landeshauptstadt die “Dienste der Damen” nachfragen, kann allerdings niemand sagen. “Die geben ja danach nicht ihre Postleitzahl an”, sagt Blug.

Einfacher als eine Frittenbude

Dabei ist das Großbordell für Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) zwar ein imagemäßiges Ärgernis, aber was dagegen tun kann die Stadt kaum. Es sei schließlich einfacher, ein solches Haus zu eröffnen als eine Frittenbude, betont Blug mit Hinweis auf die Rechtsvorschriften.

Die Sorgen der Verwaltungschefin sind eher auf dem Straßenstrich zu besichtigen. “Die Prostitution hat ein unerträgliches Maß angenommen”, konstatiert Britz. Sie hat die Landesregierung um Unterstützung gebeten, um etwa eine Sexsteuer einführen und größere Sperrbezirke schaffen zu können.

Rund die Hälfte aus Osteuropa

Dass sich die “Situation massiv verschärft” hat, räumt auch Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) ein, warnt aber vor Maßnahmen, die angesichts der geltenden Gesetzeslage und Gerichtsurteilen nicht gerichtsfest seien. Das Problem habe sich mit der EU-Erweiterung massiv verschärft. Sie verweist auf Polizeikontrollen im vergangenen Jahr. Rund die Hälfte der kontrollierten Personen in Bordellen und auf dem Straßenstrich sei aus Rumänien, Bulgarien sowie Ungarn und Polen gekommen.

Auch Barbara Filipak von der Prostituiertenberatung “Aldona” sieht in der EU-Erweiterung eine der Ursache der Entwicklung. Vor drei Jahren habe es noch kaum einen Straßenstrich in Saarbrücken gegeben. “Es ist ein europäisches Problem. Woher sollen die Frauen in Rumänien, die oft Analphabetinnen sind, wissen, dass es solche Straßen in Saarbrücken gibt, dass es überhaupt Saarbrücken gibt?”

“Sie können sich sofort auf die Straßen stellen”

Gleichzeitig verärgert sie die rechtliche Situation in Deutschland: “Es kann nicht sein, dass Frauen, die legal putzen wollen, sich anmelden und ein Gewerbe anmelden müssen und so weiter, aber um sich legal zu prostituieren, brauchen sie das alles nicht. Sie können sich sofort auf die Straßen stellen.” Eine verschärfte Sperrbezirksregelung in Saarbrücken würde sie begrüßen, wenn dann auch für die Frauen eine adäquate Infrastruktur vorhanden wäre. Filipak schränkt ein: “Das würde das Problem vor Ort vielleicht lösen, aber die Frauen würden woanders weiterarbeiten.”

Tatsächlich hat die Saarbrücker Debatte schon andernorts Befürchtungen aufkommen lassen. So sind im gut zehn Kilometer entfernten Völklingen und dessen Nachbargemeinden Forderungen laut geworden, angesichts eines möglichen Verdrängungseffektes aus Saarbrücken vorsorglich Sperrbezirksverordnungen zu prüfen. Das brutale Geschäft mit dem Sex aber blüht. Daher dürften die angedachten Maßnahmen aber dürfte genau so wenig am grundsätzlichen Problem etwas ändern wie das neue Großbordell, sagt Filipak: “Damit wird der Straßenstrich nicht verschwinden.”

Quelle: http://www.focus.de

Prostituierte in Berlin: Das Rotlicht-Milieu breitet sich aus

Berlin – Auch in Außenbezirken bieten sich neuerdings Prostituierte auf der Straße an. Denn die traditionellen Straßenstrichbereiche in der City sind voll. Viele Frauen kommen aus Südosteuropa. Prostitution ist in Deutschland ein legales Gewerbe.

Die Polizei beobachtet derzeit, dass immer mehr Frauen aus Südosteuropa nach Berlin kommen und dann hier als Prostituierte arbeiten. Weil die traditionellen Straßenstrichbereiche aktuell ausgelastet sind, weichen die neu zugewanderten Frauen an den Stadtrand aus – nach Buch, Weißensee und Hohenschönhausen.

Das hat sich auch in einschlägigen Internetportalen herumgesprochen. Männer berichten davon, dort Prostituierte besucht zu haben, 40 bis 50 Euro hätten sie für Sex ohne Gummi bezahlt. Die Frauen kämen aus Bulgarien und Rumänien, sie stünden tagsüber dort, doch „die Verrichtung ist leider nur im Auto möglich“, schrieben die Freier.

Außer an den bekannten Rotlichtmeilen zwischen Kurfürsten- und Bülowstraße in Tiergarten und Schöneberg, der Oranienburger Straße in Mitte und rund um die Straße des 17. Juni in Charlottenburg stehen Prostituierte neuerdings auch an der Hobrechtsfelder Chaussee im Pankower Ortsteil Buch und an der Darßer Straße zwischen Hohenschönhausen und Weißensee.

Grundsätzlich erlaubt

Polizeibeamte haben einige der Frauen dort überprüft und die Fachdienststellen für Rotlichtkriminalität informiert. Mehr tut die Polizei derzeit nicht. Denn Prostitution sei grundsätzlich erlaubt, seitdem am 20. Dezember 2001 das Prostitutionsgesetz beschlossen wurde, erklärt Polizeisprecher Thomas Neuendorf. „Auch das Ordnungsamt hat keine Handhabe“, sagt Pankows Stadtrat für Ordnungsangelegenheiten, Torsten Kühne (CDU). „Das ist alles völlig legal.“

Die Prostituierten-Selbsthilfe-Organisation Hydra bestätigt ebenfalls eine „gewisse Zunahme“. „Wenn mehr Frauen kommen, ist eben auch die Kurfürstenstraße irgendwann voll“, sagt eine Mitarbeiterin. Frauen aus EU-Ländern, die in ihrer Heimat oft keine Arbeit fänden, könnten ganz regulär als Selbstständige in Deutschland tätig werden.

So legal das Sex-Gewerbe am Straßenrand auch ist, etliche Anwohner reagieren empört und beschweren sich in den Bezirksämtern. Im Forstamt Buch ärgert sich Leiter Romeo Kappel über die „Verschmutzungen am Straßenrand“. Er meint benutzte Kondome und gebrauchte Taschentücher, von denen immer mehr an der Hobrechtsfelder Chaussee liegen. Und er befürchtet, dass die Prostitution mit kriminellen Delikten einhergehen könnte. Die Polizei kann diesen Zusammenhang jedoch nicht bestätigen.

Emails und Anrufe

Am Donnerstagabend reagierten die Behörden in Lichtenberg. Polizisten vom Abschnitt 61 und Vertreter des Bezirksamtes besichtigten den Straßenstrich an der Darßer Straße in Hohenschönhausen. Prostituierte trafen sie dort nicht an, diese waren wohl gewarnt worden. Zur Runde gehörte auch der Kreisvorsitzende der CDU Lichtenberg, Martin Pätzold. „Es gab Beschwerden von Bürgern beim Bezirksamt, auch mich haben Emails und Anrufe erreicht“, sagt er.

Der Bezirk Lichtenberg will nun eingreifen, wenigstens mit stadtgestalterischen Maßnahmen. So sollen Sträucher und Bäume beschnitten werden, um das Geschäft mit dem käuflichen Sex zu erschweren. Gerade die Freier werden nicht gern beobachtet. Zum größten Teil befindet sich der Strich zwar an brachliegenden Gewerbeflächen, allerdings gibt es auch ein Oberstufenzentrum und Wohnhäuser in der Nähe. Die Polizei wird öfter Streife fahren. „Wir wollen auch mit den Frauen sprechen, das Gesundheitsamt soll dabei sein“, sagt Pätzold. Oft seien die Frauen in Notlagen, ihnen müsste Hilfe angeboten werden.

In Mitte – dort liegen der Straßenstrich Oranienburger Straße und der Strich an der Kurfürstenstraße in Tiergarten-Süd – kümmern sich muttersprachliche Sozialarbeiterinnen vom Verein Olga um die südosteuropäischen Frauen. Die Sozialarbeiter geben Ratschläge zur Gesundheit und Hygiene und helfen, den Ausstieg aus dem Geschäft zu erleichtern. Manche Frauen sind drogenabhängig. Hilfe sei aber nicht einfach zu leisten, sagt der Bezirksbürgermeister von Mitte, Christian Hanke (SPD). Oft wechselten die Prostituierten nach einigen Monaten. „Dann fangen die Sozialarbeiterinnen wieder von vorn an.“

Einen Sperrbezirk, wie in einigen Städten üblich, lehnt Hanke ab. „Sperrbezirke verdrängen das Problem.“ Für Berlin sei es besser, ein paar wenige feste Standorte zu haben, damit man sich um die Frauen kümmern könne, sagt Hanke.

Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/berlin/prostituierte-in-berlin-das-rotlicht-milieu-breitet-sich-aus,10809148,23961110.html

Bezirk schickt Rasenmäher gegen Huren

Verrückt: Rasenmäher als Einsatzmittel gegen Huren? Klingt ja schon etwas menschenfeindlich…

Lichtenberg – „Verkehrsberuhigung“ mit dem Rasenmäher: Das Bezirksamt will die Unkrautwiesen an der Darßer Straße mähen – die Freier der Straßenhuren können dann nicht mehr ungesehen in den Sattel steigen. Hofft man.

Die fünf neuen Oststraßenstriche (KURIER berichtete) geraten endlich unter Druck. In Lichtenberg gab es jetzt einen Ortstermin, an dem der Polizei-Abschnittleiter Markus Knapp, Fabian Peter vom Büro des zuständigen Stadtrats Nünthel und der Lichtenberger CDU-Vorsitzende Martin Pätzold teilnahmen.

Peter erklärte dem KURIER, dass es mit der Mäh-Aktion aber noch etwas dauern kann – das Grünflächenamt sei im Moment mit der Beseitigung der Gewitterschäden beschäftigt, und für den Einsatz einer Firma müsse erst Geld bereitgestellt werden.
Das gilt auch für die Idee, den Graaler Weg mit Pollern zu blockieren, damit Freier nicht mit dem Auto und der jeweiligen Sexualdienstleisterin hineinfahren können. Pätzold: „Die Straße kann so lange gesperrt bleiben, bis sich auf dem Gewerbegebiet dort Gewerbe ansiedelt.“

Auch die Polizei will öfter vorbeischauen – allerdings kann sie nicht wirklich tätig werden, solange die Prostituierten halbwegs bekleidet sind und sich gesetzesgetreu benehmen. Nach KURIER-Informationen sind Sozialarbeiterinnen dabei, die Frauen auf Hilfe durch das „Zentrum für sexuelle Gesundheit und Familienfragen“ im Bezirk oder durch die Prostituierten-Organisation Hydra hinzuweisen.

Quelle: http://www.berliner-kurier.de/kiez-stadt/lichtenberg-bezirk-schickt-rasenmaeher-gegen-huren,7169128,23960080.html#

Höhepunkt auf dem Straßenstrich: Tolles Wetter lässt Bonner Huren jubeln

Bonn –  Die Hitze lässt die Bonner stöhnen – und die Huren jubeln!

Die Lust-Welle, ausgelöst durch die hohen Temperaturen, hat den Straßenstrich erfasst: Im heißen Juli sorgte sie für so viel Verkehr wie schon lange nicht mehr – und spülte für die Stadt 4021 Euro in den Sexsteuer-Automaten (Ein Tagesticket kostet sechs Euro pro Hure). Im kalten Januar steckten 1000 Euro weniger drin.

Besonders die zweite Julihälfte mit Temperaturen um 30 Grad kurbelte die Lust auf Sex tüchtig an.

„Wenn es so heiß ist, gibt es bestimmt Stoßzeiten“, weiß eine Hure aus Erfahrung. „Mittags ist nur höchstens die schnelle Nummer gefragt. Anders abends, wenn es abkühlt, dann haben die Mädchen auf dem Strich gut zu tun – und das oft bis spät in die Nacht.“

Stoßstange an Stoßstange drehen die Freier derzeit auf der Immenburgstraße ihre Runden. Allein das Angebot bringt viele ins Schwitzen – denn das ist jetzt deutlich größer. An heißen Juli-Abenden präsentierten sich 22 Huren freizügig. In den Wintermonaten frierten dort höchstens 16 Frauen pro Abend.

„In den Saunaclubs ist doch zurzeit nichts los. Da ist es für die Prostituierten sicher angenehmer und lukrativer, an der frischen Luft zu arbeiten“, erklärt Karla Etschenberg, Professorin für Sexualerziehung.

Zwar muss jede Hure pro „Arbeitstag“ am Strich ein Sexticket (sechs Euro) ziehen – doch es gibt viel zu tun. Laut Hormonbiologe Professor Alexander Lerchl wirkt die Wärme wie ein Befreiungsschlag auf die Libido.

„Wer von der Hitze besonders angeturnt wird und es liebt, wenn heiße, feuchte Körper sich berühren – solche Männer lassen sicher ihre Lust derzeit vermehrt auf dem Straßenstrich befriedigen“, so Professorin Etschenberg.

Viel Verkehr, rappelvolle Verrichtungsboxen! In den gezimmerten Sex-Verschlägen an der Immenburgstraße wird im Pkw gestöhnt und geschwitzt – da fängt es bei den Außentemperatur auch schon mal an zu brodeln.

„Bei Oralsex gibt es weniger Körperkontakt“, rät Karla Etschenberg daher. „Bei der Hitze ist aber vor allem Petting oftmals das Beste.“

Quelle: http://www.express.de/bonn/hoehepunkt-auf-dem-strassenstrich-tolles-wetter-laesst-bonner-huren-jubeln,2860,23912654.html

Blöd jelofen

Liebeskasper nennt man in nicht nur Foren Männer, die sich in Prostituierte verlieben, sie bia zue Selbstaufgabe finanziell unterstützen, eifersüchtig auf andere Freier sind, meinen, die Frau “da rausholen” zu müssen und, da die Zuneigung nicht auf Gegenseitigkeit beruht, von der Frau verarscht und ausgenutzt werden.
Die Zeit Online erzählt so eine Geschichte, emotional, aber ohne Hohn gegenüber den Beteiligten.

Das Unglück des Klaus Schulz* beginnt an dem Tag, als er sich endlich verliebt. Es ist ein Nachmittag im Juli 2006. Kurz nach 17 Uhr stellt Schulz seinen silbernen Mercedes an einer Tankstelle in Halle an der Saale ab. Es ist heiß und schwül. Feierabendverkehr donnert nebenan auf zwei Spuren stadtauswärts. Während Schulz tankt, sieht er im Schatten des Vordachs eine Frau stehen: schwarze Jeans, schwarzes Top, lange, wasserstoffblonde Haare – er schaut direkt noch mal hin. Wie schön sie ist, sagt er sich und blickt zu Boden. Klaus Schulz, 36, ledig, hat seit elf Jahren keine Freundin. Die Frau kommt auf ihn zu. »Hallo«, sie lächelt ihn an. »Kann ich was für dich tun?«

»Is alles blöd jelofen«, sagt er. Er spricht diesen sachsen-anhaltinischen Dialekt, der wie eine Mischung aus Berlinerisch und Sächsisch klingt. »Es kann sein, dass ich ein bisschen weine«, sagt er.

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Beethoven statt Blasen

Und nochmal die Bild:
Klassische Musik soll die Damen des Gewerbes von einem Standort an der Berliner Kurfürstenstraße vertreiben:

An der Berliner Kurfürstenstraße soll ein Einkaufszentrum entstehen, inklusive Parkdeck mit 370 Stellplätzen. Doch direkt vor dem Grundstück bieten Huren auf dem berüchtigten Straßenstrich ihre Dienste an.

Der Plan: viele Fußgängerüberwege, Video-Überwachung, helle Beleuchtung, Kassen-Automaten nur im Inneren des Einkaufscenters – und klassische Musik! Versuche hätten gezeigt, dass Klassik Freier und Huren nervt.

Die Idee mit der Musik ist nicht ganz neu, wurde im Ausland schon irgendwo erfolgreich praktiziert, auch schon an Bahnhofsvorplätzen, wo sich Drogenabhängige gesammelt hatten.
Vermutlich wird es den Strich am Ende um ein paar Meter verlagern, Platz ist an und um die Kurfürstenstraße ja genug.

Von Ruhrbaronin Clarissa, Nordstadtnutten und Wodka

Einprägsam statt nüchtern schildert Janina Kaack von den Ruhrbaronen in einem lesenswerten Beitrag ihren Besuch im Dortmunder Escort, dem Kontaktlokal und Stundenhotel neben dem früheren Straßenstrich, der Hornbachschleife. Der Artikel ist schon im Dezember 2011 erschienen, leider haben wir ihn jetzt erst entdeckt. Aber besser spät als nie.

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Bei ihrer Visite scheint es durchaus zuweilen feucht und fröhlich zugegangen zu sein, trotz aller Ernsthaftigkeit. In regionaltypischer Nuttentracht und Kriegsbemalung, stehenden Stöckels und wachen Sinnes tauchte die Autorin in die adelsferne Subkultur der Nordstadt ein. Einmal mit den Schmuddelkindern spielen und zurück. Deckname: Clarissa

Blut aus dem Arschloch

Hier und da schimmert ein hässliches Klischeelein durch, schließlich weiß doch jedes Kind zwischen Dortmund und Plowdiw, dass Wodka prima gegen Herpes desinfiziert, man also einen Schnappes immer gesundheitlich unbedenklich teilen kann und Clarissa heißen Nutten auch nur in SAT1-Schmonzetten, die unter Ausschluss der sexuell aktiven Öffentlichkeit gesendet werden.

Trotz alledem: Da sich Janina Kaack meist auf lakonisches Beschreiben und Zitieren beschränkt und auf moralinsaures Bewerten halbwegs verzichtet, kann der Kenner sich schmutzig einen schmunzeln und sagen, „so isses“ und der nuttenferne Leser schließt einfach einen Moment die Augen, um sie aus tiefst empfundener Furcht vor 2,10 Meter türkischer Transenpower nebst prallem, ungepelltem Riesenpimmel unverzüglich wieder aufzureißen und mit zitternden Händen den eigenen, von pubertären Abstechern abgesehen, noch jungfräulichen Poperzeneingang zu bedecken, bevor Blut aus dem akademischen Arschloch fließt und aus dem maskenhaften Gesicht der Transe eine lappige Zunge hervorschießt und rotztriefend des Träumers Mandeln kitzelt.

Distanzierte Achtung

Gekünstelte emotionale Solidarität mit den Frauen, besserwisserische Sozialkritik mit Linksdrall und szeneverachtenden Schwedenstunk von soweit links, dass es schon wieder rechts ist, hat die Autorin dankenswerterweise wenig nötig. Das Klischee des eichelkäsigen Bonzen ist allerdings gleichermaßen überflüssig wie dämlich. Es hätte so schöne Überschriften und Teaser für den Artikel geben können, aber seisdrum. Bei dem, was sonst so über Hornbach geschrieben wurde, sollte hier niemand das Haar an der Fotze suchen.

Sie hat ja alles steht am Ende des Artikels und das reicht als Hinweis, dass die Welt der Nordstadt eine andere ist, eine respektable, aber eine andere. Distanzierte Achtung ist mitunter ehrenwerter als ein geheuchelter Gemeinschaftsgeist, den die Szene sowieso wittert, die Damen des Gewerbes zu allererst, egal, wie besoffen, bekokst oder auf Schore sie gerade sind. Es scheint, als habe Janina Kaack dies begriffen.

Mutmaßlich half ihr gar am nächsten Morgen ein Mordskater, die Leere und das gleichzeitige extreme Auf und Ab in der Lebenswelt mancher Hornbachfrauen zu erahnen, den Kaninchenstall zu riechen.

Fortsetzung folgt

Das Freierjournal sagt Danke und Prost auf den unterhaltsamen Artikel und wer weiß, am Ende wird noch eine (-r) der Ruhrbarone oder –baronessen mal investigativ in einen Saunaclub einkehren. Ein honigdicker, eichelkäsiger, pissfreiernder Scout vom Freiercafe findet sich dann zur Not auch noch. Mal sehen, ob und von wem hinterher ein geiler Fickbericht rauskommt. Und ein Stück Ruhrkultur ist der eine oder andere Club, zum Beispiel in Dortmund, allemal.

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Keuschheitsgürtel für die City

“Ab 22 Uhr, Preis ab 25 Euro, vier bis zehn Damen”, so lautet die Beschreibung zum Augsburger Straßenstrich im Internet. Die Bewohner an der Zimmerstraße, am alten Schlachthof, beschweren sich allerdings, dass die Damen schon nachmittags ihre Leistungen feil bieten, teils würden Anwohnerinnen von Freiern angesprochen. Dem will der Stadtrat einen Riegel vorschieben und den Sperrbezirk ausdehnen. Das letzte Wort hat die Regierung von Schwaben.

Aus 1975 datiert die „Verordnung über das Verbot der Prostitution in der Stadt Augsburg“. Wie ein Schweizer Käse zeigt sie die Innenstadt als einen einzigen Sperrbezirk mit zahlreichen Ausnahmen. Ebenso sind die Industriegebiete ausgenommen. Probleme bereiten die Mischgebiete.

Ordnungsreferent Volker Ullrich strebte in einem ersten Schritt eine Regelung für das Gebiet zwischen der Proviantbachstraße und der City-Galerie an. Im Herbst möchte die Verwaltung Vorschläge unterbreiten, wie die Wohngebiete in den Stadtteilen zu Sperrgebieten erklärt werden können. Demgegenüber gab Verena von Mutius (Bündnis 90/Die Grünen) zu bedenken, dass man die Prostitution nicht stigmatisieren und buchstäblich an den Rand der Gesellschaft drängen dürfe.

Die Mehrheit der Räte sah das Wohl der Anwohner als höheres Gut gegenüber der Gewerbefreiheit an. Damit brechen harte Zeiten für die Prostituierten in Augsburg an.
Seit dem 1. Januar 2002 gilt in Deutschland das Prostitutionsgesetz, dessen Paragraph 3 diesen Dienst als „arbeitsgleich“ ansieht: „Bei Prostituierten steht das eingeschränkte Weisungsrecht im Rahmen einer abhängigen Tätigkeit der Annahme einer Beschäftigung im Sinne des Sozialversicherungsrechtes nicht entgegen.“ Ullrich gab die unterschiedlichen Interessen der neu entstandenen gehobenen Gastronomie im alten Schlachthof, der nebenan entstandenen neuen Wohnbebauung, einschließlich des neuen Internats der Metzgerinnung und dem Gewerbeinteresse der Prostituierten zu bedenken.
Die Anwohner hatten sich beim Bürgeramt massiv telefonisch und schriftlich beschwert, berichtete Ullrich und insbesondere die „unhygienischen Hinterlassenschaften“ in den Grünanlagen und sogar in den Höfen der Wohnanlagen kritisiert. Das Marktamt habe dies auch für das Areal um den neuen Schlachthof herum mit angegliederten Fleischbetrieben bemängelt. Die entsprechenden Entsorgungen seien den Mitarbeitern der dortigen Betriebe nicht zuzumuten.
Die Einhaltung des Sperrbezirks sei durch Kontrollen der Polizei möglich, sagte Ullrich, und ergänzte, dass eine entsprechende Verordnung einen Platzverweis leichter durchsetzbar mache. Um einer möglichen Verlagerung der Straßenprostitution auf den Bereich bis hin zur City-Galerie zu entgehen, legte Ullrich einen zu beantragenden Sperrbereich vor, der sich bei der Prinzstraße beginnend entlang der Jakoberwall- und Lechhauser Straße im Westen am Lech entlang bis zur Nagahama-Allee erstreckt.
Noch vor dem Sommer will die Regierung von Schwaben über den Antrag der Stadt befinden und hat eine Änderung der Verordnung bereits im Vorfeld „wohlwollende Prüfung“ zugesagt, berichtete Ordnungsreferent Ullrich.

Osnabrück: Hasepark-Anwohner ärgern sich über Hinterlassenschaften des Straßenstrichs

Osnabrück. „Das ist einfach eklig.“ Stephanie und Heinz-Hermann Lünnemann sind sauer. Seit einigen Wochen findet auf einem Bolzplatz nahe ihrem Haus reger nächtlicher Verkehr statt. Das wäre bis auf die hässlichen Furchen durch Autoreifen noch erträglich, wenn nicht noch andere „Andenken“ der Straßenprostitution übrig blieben – unter anderem gebrauchte Kondome.

Familie Lünnemann ist vor einigen Jahren in das kleine Viertel zwischen Mindener Straße und Hasepark gezogen. Viele Familien leben inzwischen dort. Die Kinder haben hinter den Häusern an der Hase ein Stück Natur zum Spielen. Und dann ist da noch ein Bolzplatz, der rege genutzt würde, wenn inzwischen nicht schon etliche Eltern wie die Lünnemanns ihren Kindern verboten hätten, dort zu spielen.

Seitlich von der Schellenbergbrücke vor der Firma Restemeyer führt ein Schotterweg für Spaziergänger, Jogger und Radfahrer zu dem etwas verborgen liegenden Platz. Gerade diese Abgeschiedenheit scheint in den vergangenen Wochen verstärkt Prostituierte und ihre Kunden anzuziehen. Ein einsamer rot-weißer Poller kann den Verkehr nicht stoppen. Rechts und links davon wäre selbst für einen Lkw Platz genug zum Durchfahren.

Im Jahr 2006 hatte die Stadt das Bahnhofsviertel zum Sperrbezirk für Prostitution erklärt. Kurze Zeit später siedelte sich der Straßenstrich im Hasepark an. Heinz-Hermann Lünnemann kennt das Bild der parkenden Wagen, wenn er am späten Abend mit seinem Hund die letzte Runde vor der Nachtruhe dreht.

Der Bolzplatz wird nach seinen Beobachtungen erst seit einigen Wochen angefahren. Möglicherweise hätten sich die Dienstleisterinnen einen neuen Platz suchen müssen, nachdem die gepflasterte Zufahrt zur Baustelle Schellenbergbrücke mit zwei Flatterbändern gesperrt worden ist, vermutet er. Seitdem lägen auf dem Weg zum und auf dem Bolzplatz immer neue Kondome.

Lünnemann und anderen wütenden Anliegern ist klar, dass Prostitution weder verboten noch abgeschafft werden kann. Wenn sie nicht im und um den Hasepark stattfindet, dann eben anderswo in der Stadt. Aber ihre Hinterlassenschaften wie Kondome und Hygienetücher sollten die Damen und ihre Freier doch gefälligst wieder mitnehmen, fordern die Anlieger. Oder wenigstens ordnungsgemäß entsorgen: Auf dem Bolzplatz steht ein Abfalleimer.

Jürgen Wiethäuper, Fachdienstleiter für Ordnung und Gewerbe bei der Stadt Osnabrück, inspizierte die Lage am Bolzplatz noch am gleichen Tag, nachdem unsere Zeitung die Anliegerbeschwerde weitergeleitet hatte. „Das geht natürlich gar nicht“, sagte der städtische Pressesprecher Sven Jürgensen nach Wiethäupers Bericht. Ein Verbot des „horizontalen Gewerbes“ an dieser Stelle sei nicht möglich, weil sie außerhalb des Sperrbezirks liegt. Nun werde unter anderem geprüft, ob eine wirksame Sperrung des Schotterweges dem Treiben ein Ende bereiten kann.

Ganzer Artikel: Osnabrücker Zeitung

Löwenmütter in fremdem Geviert

Sie stehen Nacht für Nacht am Sihlquai, bieten am Strassenstrich ihre Dienste an und sind Objekt geharnischter Kritik. Kaum erwähnt wird jedoch, dass die jungen ungarischen Prostituierten mit ihrem Einkommen oft ganze Familien ernähren.

Sie stellen sich uns als Paulina, Renata, Moni und Edina vor, doch das sind ihre Künstlerinnennamen, die sie am Sihlquai benutzen, den Kunden gegenüber. Wie sie in Wirklichkeit heissen und warum sie in Zürich als Prostituierte arbeiten, auf der Strasse, weit weg von Familie und Freunden, Nacht für Nacht Gefahren in Kauf nehmen, stundenlang auf dem Trottoir auf und ab gehen, auch in Kälte und bei Regen, darüber reden sie mit den Männern nicht, die ihre Dienste beanspruchen. Dabei sind das oft die einzigen Schweizer, die sie während ihrer Arbeitsaufenthalte in Zürich kennenlernen – neben den Polizisten oder Vermietern, die für ein schäbiges Zimmer mindestens fünfhundert Franken pro Woche abknöpfen, die, selbstverständlich, im Voraus zu bezahlen sind. Die Zimmervermieter bleiben geschickt im Hintergrund und von der gesellschaftlichen Verachtung verschont, der hingegen die Prostituierten vollkommen ausgeliefert sind: Jeder spricht über sie, keiner redet mit ihnen. Von Passanten, Gaffern und vorbeifahrenden Autolenkern werden sie verhöhnt – doch was weiss man schon von ihnen?

Die vier Frauen, die wir am Sihlquai treffen und die uns, mithilfe einer Dolmetscherin, Red und Antwort stehen, sind zwischen 19 und 28 Jahre alt, kommen aus Budapest oder aus dem Osten Ungarns; zwei von ihnen arbeiteten schon in der Heimat als Prostituierte, zwei fingen als Neulinge am Sihlquai an. Ausser Moni, der Jüngsten, haben alle kleine Kinder und sind verheiratet. Sie vermissen ihre Familien schrecklich, schicken so oft wie möglich Geld nach Hause: für die Kinder, die Eltern, die Geschwister. «In ein paar Tagen fahre ich zurück nach Ungarn», erzählt Edina, die Älteste und Erfahrenste. «Ich habe hier innerhalb von zwei Jahren so viel verdient, wie ich es in Ungarn in fünfzig Jahren nicht geschafft hätte. Nun wünsche ich mir nichts anderes, als Hausfrau und Mutter zu sein.»

Moni sagt, sie wolle vier Jahre lang im Sexgewerbe arbeiten und in dieser Zeit Geld für eine Ausbildung sparen. Es sei ganz wichtig, betont sie, dass man rechtzeitig wieder aussteige und ein neues Leben beginne. Renata ist die Frechste von allen vieren und meint, pah, sie könne sich selber schützen, sie brauche keinen Zuhälter. Sie hat schon in Ungarn beschlossen, dass sie, wenn sie mit den Männern ins Bett gehe, damit auch verdienen wolle. Doch selbst sie, die Kecke, die Abenteurerin, träumt von einem ganz normalen, bürgerlichen Leben als Hausfrau und Mutter, in einem kleinen Haus in Ungarn, mit einem netten Auto und vielen, vielen Spielsachen für ihren Sohn. Vater, Mutter und Ehemann wissen, womit sie in Zürich ihr Geld verdient – was alles andere als selbstverständlich ist.

Paulina hüllt sich in eine dick wattierte Jacke, um die langen Stunden in der kalten Nacht zu überstehen. Sie tanzt auf dem Trottoirrand, das gibt ihr warm, und das soll die im Auto vorbeifahrenden Freier auf sie aufmerksam machen. Paulina hat in Zürich mit der Prostitution begonnen und ist, wie alle der befragten Frauen, mit einer Freundin hierher gereist, die ihr von den guten Verdienstmöglichkeiten vorgeschwärmt hatte. Ja, sagt Paulina, am Anfang sei es hart gewesen, und nein, ihre Familie wisse nichts von alldem. Die Mutter schaut während ihrer Abwesenheit zum fünfjährigen Sohn, und für beide schickt sie Geld nach Hause. Fragt man die vier Frauen nach ihren Freiern, so geben sie zurückhaltend Auskunft. Es gebe Anständige und weniger Anständige, heisst es etwa, unangenehm sei es, wenn sie die Preise zu drücken versuchten, küssen wollten oder ungeschützten Sex verlangten. Die fragile Moni sagt, sie fürchte sich vor den Männern, wenn sie hordenweise und angetrunken aufkreuzten. Solche Freier lehnt sie ab und läuft davon, in die Nähe einer anderen Frau, in die Sicherheit.

Dass der Strich am Sihlquai allenfalls bald aufgehoben wird und sich die Prostituierten auf einer Brache am Rande der Stadt anzubieten haben, mit Infrastruktur und Boxen für die Freierautos, das ist unter den Ungarinnen noch kaum ein Thema. Wenn sie an die nahe Zukunft denken, dann ist es jene in der Heimat – zurück bei der Familie, zurück bei den Kindern, für die sie in der Fremde anschaffen und für die sie fast alles tun würden: Löwenmütter eben.

Janine Schranz hat rund ein halbes Jahr lang Prostituierte am Sihlquai besucht und dabei, stets mit der Einwilligung der Frauen, fotografiert. Mit dieser Arbeit beendet sie ihr Volontariat bei der NZZ.

Ganzer Artikel –> nzz.ch

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Prostituierte griff in Dortmund Kollegin mit Pfefferspray an

Die WAZ berichtet:

Dortmund.   Wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung hat das Landgericht am Freitag eine Prostituierte zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt.

Von wegen, Justitias Mühlen mahlen langsam: Nicht einmal vier Wochen nach der Festnahme hat die 35. Große Strafkammer eine Prostituierte gestern wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchter schwerer Erpressung verurteilt.

Ein Jahr und sechs Monate Freiheitsstrafe mit Bewährung, so lautete das Urteil für die 24-Jährige, die jetzt möglichst schnell in ihre bulgarische Heimat zurückkehren will. „Ich möchte mich entschuldigen, so etwas werde ich nie wieder tun“, hatte die Mutter zweier Kinder zuvor in ihrem letzten Wort gesagt.

Ein Jahr und sechs Monate Freiheitsstrafe mit Bewährung, so lautete das Urteil für die 24-Jährige, die jetzt möglichst schnell in ihre bulgarische Heimat zurückkehren will. „Ich möchte mich entschuldigen, so etwas werde ich nie wieder tun“, hatte die Mutter zweier Kinder zuvor in ihrem letzten Wort gesagt.

Sie gehörte zu einer vierköpfigen Frauenbande, die auf dem ehemaligen Straßenstrich an der Ravenberger Straße Angst und Schrecken verbreitete. Die Hauptmatadorin des Quartetts ist bereits vor Wochen verurteilt worden, Nummer drei sitzt in Kürze auf der Anklagebank.

Zuhälter ist untergetaucht

Im Auftrag eines inzwischen untergetauchten Zuhälters hat die Bande dafür gesorgt, dass nicht jede Prostituierte auf dem Strich machen konnte, was sie wollte. Wer nicht die geforderten 50 Euro „Standgeld“ am Tag zahlte, machte auch schon mal unangenehme Bekanntschaft mit der zierlichen 24-Jährigen, die gestern auf der Anklagebank saß.

Bald sitzt die dritte Dame auf der Anklagebank

„Ich habe getreten und geschlagen und auch mal jemanden zu Boden geworfen, aber nicht an den Haaren gerissen“, erzählte sie. An einem Wochenende, vom 21. bis zum 23., knöpften sich die Vier gleich drei Kolleginnen vor. Dabei sprühte die Angeklagte einer aufmüpfigen Prostituierten in der Verrichtungsbox auch Pfefferspray ins Gesicht.

Der Vorsitzende Richter Thomas Kelm hielt der Frau zugute, dass sie damals im Auftrag des Zuhälters handelte und unter Druck stand. Denn griff der Chef zum Telefon, schritten seine Damen sofort zur Tat. Dazu Staatsanwalt Marc Sotelsek: „Die Hintermänner wollten sich eben nicht die Hände schmutzig machen.“ Nun hofft man, dass auch der Drahtzieher der Justiz bald ins Netz geht.

Ganzer Artikel –> derwesten.de
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Neue Ruhe in Dortmunds Norden

Die Dortmunder Lokalpresse setzt sich mit den ersten Reaktionen auf die Schliessung des Straßenstrichs auseinander. Nach wie vor wird über den Verbleib der bulgarischen Roma spekuliert, über deren Verbleib unklarhet herrscht. Offenkundig ist: Sie sind im Straßenbild nicht mehr sichtbar.

Der Westen.de berichtet

Dortmund. Nach Schließung des Straßenstrichs sind die Anwohner geradezu euphorisch. Selbst im Bordell atmet man auf.

So öde wie diese Straße ist keine zweite in Dortmund. Grauer Asphalt, mannhohe Stahlgitter rechts wie links, und dazwischen nichts als Leere. Ravensberger heißt sie und war einmal das Synonym für, sagen wir einmal, das pralle Leben. Zu Hunderten gingen die Huren hier anschaffen. Rumäninnen und Bulgarinnen zumeist, die Armen Europas. Viele verkauften sich für nicht einmal zehn Euro. Vor sechs Wochen schloss die Stadt den Straßenstrich in einer Art Notwehrakt. Seitdem ist Schluss mit lustig. Und die Dortmunder Nordstadt atmet auf. Weit davon entfernt, ein normaler Stadtteil zu sein, aber auf einem guten Weg.
Beamte in Zivil

„Geht’s Dir gut?“, fragt sie und steigt professionell lächelnd die Treppe hinauf. 50er Jahre. Linoleum. Abgeschabtes Leben. Sie im knappen, schwarzen Lederdress. Er, ein Mittfünfziger vielleicht, trägt über Wohlstandsspeck ein dunkles Jackett mit Goldknöpfen. „Lange nicht gesehen!“, sagt sie und er, erfreut, wiedererkannt zu werden, müht sich um einen charmanten Ton: „Ja, war länger nicht in der Gegend!“. Haus Nr. 8 in der Linienstraße, Dortmunds Bordell. Selbst hier, einen Kilometer Luftlinie entfernt vom ehemaligen Straßenstrich, ist man froh, dass wieder Ruhe einkehrt. Und das nicht aus Konkurrenz-Gründen, wie alle eilig betonen.

Dortmunds Nordstadt, sie ist seit Jahrzehnten nicht wirklich schön. Einst Vergnügungsviertel Westfalens, war sie später Arme-Leute-Gegend, Wohnplatz der Migranten. 140 Nationalitäten will man hier gezählt haben. Mit der EU-Osterweiterung, ab 2007, kamen neue hinzu. Und mit ihnen die Probleme: Ein Stadtteil verkam zuletzt in Prostitution, Kleinkriminalität, Drogen und vermüllenden Häusern. Eine seiner zentralen Straßen, die Mallinckrodt-Straße, galt als Schwarzarbeiter-Strich. Hier wurde abgeholt, wer sich für wenig Lohn illegal verdingte. Auf ihrem begrünten Mittelstreifen wurde campiert und gekocht.

Die Huren sind tatsächlich verschwunden

Monate brodelte es, protestierten Schüler, Eltern, Anwohner und Geschäftsleute. Am 16. Mai dann schloss die Stadt den Straßenstrich, riss die 2006 aufgestellten Verrichtungsboxen ab und stellte eine Task Force aus Polizei und Ordnungsamt auf. Beamte, in Zivil und in Uniform, patrouillieren nun rund um die Uhr, kontrollieren die Prostituierten sowie die Freier, Drogenhändler und jene Häuser, in denen ungezählte, vor allem aus dem bulgarischen Plowdiw eingereiste Roma für 200 Euro pro Matratze Unterschlupf fanden.

Die Huren, sind tatsächlich verschwunden. Bis auf wenige Ausnahmen. Wohin, weiß niemand so genau. In den Nachbarstädten wie Bochum oder Essen tauchten sie bislang nicht auf. Es gebe Hinweise darauf, dass sie in ihre Heimatländer zurückgekehrt seien, sagt Polizeisprecher Kim Freigang und: „Wir sind überrascht, wie ruhig es geworden ist, wie gut alles angelaufen ist“.

„So wie es war, konnte es nicht mehr weitergehen“, sagt Gisela Zohren von der evangelischen Mitternachtsmission, die Huren betreut und beim Ausstieg aus der Prostitution unterstützt. Wie kaum eine zweite kennt sie das Milieu, weiß sie, wie sehr mit der osteuropäischen Einwanderung der Menschenhandel zugenommen hat. „Wir hatten in der Mitternachtsmission schon 16-Jährige, die zur Prostitution gezwungen worden sind“, sagt Zohren.

Viele erkennen eine deutliche Beruhigung in der Nordstadt

Kaum eine Woche sei vergangen ohne Messerstecherei, ohne Revierkämpfe. Mit den unaufgeklärten Frauen habe es vermehrt Abtreibungen gegeben und plötzlich wieder Krankheiten wie Syphilis und Hepatitis. Das Niveau sei abgesackt, heißt es im Milieu.

Nun, nach Schließung des Straßenstrichs, wollen viele eine deutliche Beruhigung in der Nordstadt erkennen. „Das heißt nicht, dass es keine Straßenprostitution mehr gibt, aber es ist nicht vergleichbar mit vorher“, sagt Jürgen Walther, der Leiter der 45-köpfigen Task Force. Anwohner und Geschäftsleute reagieren angesichts dessen geradezu euphorisch. „Endlich können unsere Angestellten wieder zur Arbeit gehen, ohne von den Freiern angemacht zu werden“, sagt Till Kummer, der einen Holzbetrieb neben dem ehemaligen Straßenstrich führt.

„Die Polizei hat die Situation wirklich gut gemeistert“, sagt auch Gisela Schultebraucks, Leiterin der Grundschule Kleine Kielstraße. Deren Schüler und Eltern hatten Unterschriften gesammelt, weil sie es nicht mehr ertragen konnten „alle ungelösten Probleme unserer Gesellschaft vor der Haustür zu haben“. Schultebraucks: „Die Nordstadt ist der kinderreichste Stadtteil Dortmunds und die Kinder hatten schlicht Angst“.

„Das war Menschenhandel in höchster Form“, sagt auch er, der Betreiber des Bordells in der Linienstraße Nummer acht. Er verstehe nicht, wie man den Dortmunder Norden so aufgeben konnte. Geschätzte 45 ist er. Einer, der darauf achtet, dass in seinen Häusern Regeln und Gesetze eingehalten werden.

Sicheres Arbeiten

Und so sitzt er auch an dem vor Jahren von den Behörden eingerichteten Runden Tisch „Prostitution“, wird um seine Einschätzung gebeten. Er wisse, dass man ihm Konkurrenz-Gedanken unterstellen könne. Aber Bordelle hätten eine andere Klientel, andere Freier als der Straßenstrich. Ihm gehe es um den Stadtteil, um die Kinder und um ein sicheres Arbeiten für die Frauen“.

Alex, die junge Lettin, sitzt hinter der gläsernen Haustür der Nr. 8. Weißes Lackkleid über fast knabenhafter Figur. Blondes Kurzhaar. Dezentes Make-up. Vor einiger Zeit wurde sie auf dem Weg zum Kino überfallen.

Seitdem hat sie Angst, seitdem hofft auch sie auf mehr Ruhe im Viertel.

ganzer Artikel –> derwesten.de

Diskussion –> Newsticker im Freiercafe

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