schwul, lesbisch, tot, lebendig, alt, jung

Der Spartensender ZDF.Kultur zeigte am Dienstag Abend Rosa von Praunheims sehenswerten Film “Tote Schwule, Lebende Lesben”. Leider ging der TV-Alert des Freierjournals zu spät an, um rechtzeitig darauf hinweisen zu können. Aber bei Youtube gibt es den Film auch in Teilen zu sehen. Er beleuchtet Randbereiche von Sexualität, politisch inkorrekt, aber ohne Dramatik, weil einfach tote Schwule und lebende Lesben vor der Kamera aus ihren Leben erzählen. Also Geschichten nicht aus dem unmittelbaren Umfeld des Paysex, aber fern jeder bürgerlichen Normalität.

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Außerdem ist alleine der Tipp, sich nicht Paraffinöl in die Eier zu spritzen, damit sie fetter aussehen, unbezahlbar, weil niemand so einen deformierten Schwanz haben will, wie der alte Herr, der aus seinem unglaublichen 90jährigen Leben als schwuler SM-ler erzählt.

Nach dem Rosa von Praunheim Film kam übrigens eine ebenfalls sehenswerte Realitydoku (eine richtige Realitydoku, nicht so ein Dreck, wie auf den Privaten) über ein jugendliches lesbisches Pärchen. Den Film
“Mädchen Liebe”
kann jeder in der ZDf-Mediathek in Vollversion als Stream anschauen.

Der Dokumentarfilm “Mädchen Liebe” von Sabine Michel porträtiert dann die 17-jährige Berlinerin Pauline, die versucht, sich auf ihre erste richtige Liebesbeziehung einzulassen und dabei zwischen den Fronten ihrer Familie zurechtzukommen. Bereits mit 14 Jahren wusste Pauline, dass sie lieber Mädchen als Jungen küsst. Eine Erkenntnis, die ihr das Leben nicht grade erleichtert: In der Schule ist sie seither eine Außenseiterin. Halt findet sie bei ihrer Mutter und in ihrem christlichen Glauben.

ZDF Kultur Themenabend, Infos über beide Filme

Wer ein bisschen über den eigenen Tellerrand schauen will:
Zum Stream “Wenn Mädchen Mädchen küssen: Mädchen Liebe”

Es müssen ja nicht immer die gepimpten Ladies von RTL2 sein, oder?

Und zu den lesbischen Mädchen gibt es ja den alten Kalauer über den 10jährigen Bengel, der gesagt hat
“Klar weiß ich, was lesbisch ist. Mein Onkel Jimbo hat Hunderte Filme darüber.”

In diesem Sinne

Gruß von Gollum

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TV-Tipp 01.03.2011

“Trieb statt Hirn – Warum hat Sexualität so eine Macht?” Das fragt die Maischbergerin am 01.03.2011 um 22.45 in der ARD und zwar diese Leute:

  • Rolf Eden („Playboy-Legende”)
  • Rainer Langhans („68er-Legende”)
  • Stephanie Klee (Hurenaktivistin)
  • Maria von Welser (TV-Journalistin)
  • Elke Päsler (Ex-Prostituierte)
  • Prof. Dr. Ulrich Clement (Sexualwissenschaftler)

Über Elke Päsler haben wir hier schon berichtet. Auch im Freicafe wird die Sendung kontrovers dikutiert.
Zum Themenstrang

EDIT: Wegen des Rücktritts von Guttenberg wurde die Ausstrahlung verschoben. Der neue Termin ist noch nicht bekannt.

TV-Tipp: Frauenzimmer

Szene aus "Frauenzimmer"Der Film “Frauenzimmer” von Saara Aila Waasner, zu sehen am Montag, 08.11., 0:05 Uhr im ZDF, zeigt Mimente aus dem Leben dreier älterer Sexworkerinnen in Berlin. Christel (59), Paula (49) und Karolina (65) arbeiten in der Privatwohnung, im Puff bzw. im Dominastudio.

In der Süddeutschen gab es dazu ein Interview mit der Regisseurin.
Auszüge:

sueddeutsche.de: In Ihrem Film geht es um Frauen um die 50, die ihr Geld mit Sexarbeit verdienen – wie kamen Sie auf die Idee?

Saara Aila Waasner: Bei einem gemeinsamen Abendessen erzählte eine Bekannte, dass ihre Patentante als Sexarbeiterin arbeitet, obwohl sie über 60 ist. Ich war gerade auf der Suche nach einem Thema für meinen Abschlussfilm und habe gleich angefangen zu recherchieren. Es waren mehr ältere Frauen, als ich dachte, die ihr Geld auf diese Weise verdienen.

sueddeutsche.de: Und wie gehen die Frauen damit um, dass sie in einem Beruf arbeiten, der meistens mit jungen und faltenfreien Körpern verbunden wird?

Waasner: Sehr unterschiedlich. Wenn zum Beispiel Karolina, die Domina in dem Film, in einen Raum kommt, das ist ein Wow-Effekt. Sie ist jetzt 65 und hat Beine, das ist unglaublich. Da drehen sich auch die jungen Männer um. Das weiß sie und genießt es. Für Christel und Paula gehört das Älterwerden mehr dazu.

sueddeutsche.de: Hat sich für die Protagonistinnen etwas geändert seit dem Film?

Waasner: Christel ist jetzt dabei, sich langsam ‘rauszuschleichen’. Karolina hat ihr Studio geschlossen und will als Tätowiererin arbeiten. Und Paula arbeitet jetzt als Immobilienmaklerin. Ich glaube, das hat nicht unbedingt mit dem Film zu tun, sondern die Frauen waren gerade an einer Schwelle in ihrem Leben. Christel sagt, mit dem Film hat sie nun eine Zusammenfassung von ihrem Leben.

Zum gesamten Interview in der SZ

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Filmtipp: Die Wanderhure im TV

Zwar ein bisschen kurzfristig hier in der Meldung, aber immerhin:
Heute, am 05.09.2010 “Die Wanderhure” auf Sat1.
Der Spiegel nennt es ein “Historiendrama” und weiß ansonsten zu berichten:

Der Film erzählt die Geschichte einer jungen Bürgerstochter im Konstanz des frühen 15. Jahrhunderts, die in einen verträumten Handwerker-Schluffi namens Michel Adler (nuschelnd: Bert Tischendorf) verknallt ist. Ihr Vater verspricht sie aber einem ehrgeizigen jungen Mann namens Ruppertus Splendidus (verschlagen: Julian Weigend). Der leidet schon sein ganzes Leben darunter, dass sein Vater ihn nicht liebt, weil er nämlich ein unehelicher Sohn ist – ein “Bastard”, wie es hier heißt. Auch Marie weist ihn ab, was Rupert in kalten Hass versetzt. Er lässt sie vergewaltigen, halbtot schlagen und entehrt aus der Stadt vertreiben. Eine Gruppe fahrender Huren nimmt die geschundene Frau auf, und die ehemalige Unschuld von Konstanz verwandelt sich in eine geschickte Verführerin namens Hannah, deren Motto nunmehr lautet: “Ich will nur eins: Rache!”

Filme oder Bücher, die in der Vergangenheit spielen, nennt der Volksmund Historienschinken. Bei der “Wanderhure” muss man aber schon fast von Geschichtspressfleisch sprechen, auch wenn der Film sehr aufwendig produziert ist. Die Vorlage und ihre Fortsetzungen “Die Kastellanin”, “Das Vermächtnis der Wanderhure” und natürlich “Die Tochter der Wanderhure” standen monatelang auf den Bestsellerlisten. Das Autorenpaar, das die Bücher unter dem Pseudonym Iny Lorentz schreibt, hat es in seinen historischen Überlegungen zum Thema offenbar bei dem Konsenswissen über das Mittelalter belassen: dass es auf jeden Fall irgendwie düster war und es den Frauen wesentlich schlechter ging als heute. Man weiß ja auch, dass viel gemordet wurde und die Menschen im Gegensatz zu heute eher verdreckt waren. Auch die Sexualität des Mittelalters darf man sich extrem und ungezügelt vorstellen: Der König vögelt sie alle, das Volk gibt sich seinen Bedürfnissen schamlos und überall hin, und irgendwo drückt sich immer ein lüsterner Mönch herum. Mittelalterlich eben.

Ganzer Artikel

Wie es unsere Ahnen trieben

User Marktwain hat im Forum eine Reihe von Youtube-Links mit einer Dokumentation über die Geschichte des Sex gesammelt.
Hier fängt es bei den alten Römern an:

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Die Links zu den anderen Teilen findet ihr hier im Forum.

Danke Markwain!

TV Tipp: Der Fall Goldfinger

Mittwoch, 1. 9. 2010, 20.15 Uhr auf 3SAT.
Beschreibung bei TVInfo:

Der Ungar Johnny hat von seiner Heimat Roma-Frauen in die Schweiz gebracht und sie dort zur Prostitution gezwungen. Die Polizei ermittelte in diesem Fall unter dem Decknamen ‘Goldfinger’. Schließlich wird Johnny verhaftet. Doch das schreckt Zuhälter aus Ungarn nicht ab. – Ein Film über den Menschenhandel in der Schweiz.

TV-Tipp: Erotische Baustelle

Mittwoch, den 08.09. 2010 ab 17:55 Uhr bei “Abenteuer Leben – täglich Wissen” auf Kabel eins:

Im Gewerbegebiet Köln-Longerich entsteht ein neuer Vergnügungstempel der Extraklasse, der einsame Männerherzen höher schlagen lässt. Die beiden Brüder und Geschäftspartner Hakan und Ali Aksu führen mit dem “Samya” schon einen der erfolgreichsten und weit über die Grenzen von Köln bekannten FKK-Club. Nun wollen sie ihr Rotlichtimperium erweitern und mit dem “Club Mondial” auf 1000 qm ganz neue Maßstäbe in Sachen Wellness und Erotik setzen.

Link dazu

Puffrenovierung

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Heute Themenabend bei Arte

Arte widmet sich heute dem Thema: Urlaub – Liebe eingeschlossen
Der TV-Sender thematisiert die bezahlten Urlaubsliebe – diesmal aber primär aus der anderen Perspektive: Frauen bezahlen Gigolos am Urlaubsort für Liebesdienste. Wer wissen möchte, was die werte Gattin auf Haiti so treibt, möge hereinschauen.

Doku: “Prostituierte und Sexarbeit ” am Dienstag

Am Dienstag, 20.07.2010 um 22.45 Uhr zeigt die ARD einen Dokumentarfilm zum Thema Prostitution.
Mehr dazu hier:

Prostituierte und Sexarbeit

Dank Deepreamer für den Hinweis!