Kindsgeburt und Krebs frei erfunden

Zwei Angeklagte sollen eine Frau zur Prostitution gezwungen und gefoltert haben. Nun wackelt die Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers, weil die Hauptbelastungszeugin offenbar in mehreren Punkten gelogen hat.

Euskirchen/Bonn – Wie weit kann man den Angaben der Belastungszeugin Glauben schenken? Vor diesem für das Verfahren entscheidenden Problem stehen momentan die Beteiligten im Prozess vor dem Bonner Landgericht gegen zwei Männer aus Troisdorf und Euskirchen.

Ein 40-Jähriger – ein aktives Mitglied der Motorradgang „Hells Angels“ – und ein 36-Jähriger – ein ehemaliges Mitglied – sollen eine 24 Jahre alte Frau zur Prostitution gezwungen und gefoltert haben. An zwei Prozesstagen war die Belastungszeugin insgesamt acht Stunden unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Zeugenstand gehört worden. Nun wackelt ihre Glaubwürdigkeit, da sie offenbar in mehreren Punkten gelogen hat. So soll die junge Frau aus Rheinbach die Geburt eines Kindes vorgetäuscht haben, das angeblich kurz nach der Geburt gestorben ist.

Totalfälschung

Dazu scheint eine Geburtsurkunde hergestellt worden zu sein, die der Vorsitzende Richter Klaus Reinhoff als „Totalfälschung“ bezeichnete. Anscheinend wurde eine echte Geburtsurkunde als Grundlage für die Fälschung genommen. Dabei sollen lediglich der Name, die Geburtszeit und das Datum geändert worden sein.

Zudem soll die 24-Jährige eine Brustkrebserkrankung samt Operation erfunden und diese Geschichte auch noch nach der Festnahme der beiden Angeklagten aufrechterhalten haben. Auch bei der Dauer von Aufenthalten in verschiedenen Bordellen, in denen die junge Frau laut Anklage anschaffen gehen und die gesamten Einnahmen abgeben musste, scheint es Unstimmigkeiten zu geben.

Nach der Vernehmung der Belastungszeugin wurden die beiden bislang in Untersuchungshaft sitzenden Männer gegen Auflagen auf freien Fuß gesetzt, da der Haftgrund der Fluchtgefahr nicht mehr gesehen wird. Sie mussten unter anderem ihre Pässe abgeben und dürfen sich der 24-Jährigen nicht nähern.

Für Nebenkläger Martin Mörsdorf, den Anwalt der 24-Jährigen, ist dieser Schritt nicht nachvollziehbar. Seine Mandantin habe das wichtige Kerngeschehen stets konstant wiedergegeben. Nun sei sie in „panischer Angst“. Er habe ihr geraten, jede Veränderung in ihrem Umfeld sofort ihm oder der Polizei mitzuteilen.

Eine 36-Jährige, die gestern als Zeugin gehört wurde, hatte ganz offensichtlich ebenfalls große Angst. Nach eigenen Angaben war die Prostituierte etwa ein Jahr mit dem Angeklagten aus Troisdorf befreundet. Er habe für sie 8000 Euro an ihren Zuhälter bezahlt, damit der sie in Ruhe lasse. Dieses Geld habe sie dem Troisdorfer nach und nach zurückzahlen sollen.

In einer Vernehmung bei der Polizei hatte die Frau seinerzeit berichtet, dass der 40-Jährige ihr von einer Bestrafungsaktion des mutmaßlichen Opfers erzählt habe: Die 24-Jährige habe dabei sexuelle Handlungen an einem Hund vornehmen müssen. Vor Gericht behauptete sie nun hingegen steif und fest, dass dies nicht stimme. Der 40-Jährige habe zwar von einer solchen Aktion erzählt, aber nicht im Zusammenhang mit der 24-Jährigen. Es könne sein, dass sie da etwas durcheinander gebracht habe.

Der Prozess wird vor dem Bonner Landgericht fortgesetzt.

Ganzer Artikel: ksta.de

Prozess um Voodoo-Zauber neu aufgerollt

Weil sie junge Frauen aus Afrika mit Hilfe von Voodoo-Zauber nach Europa gelockt und zur Prostitution gezwungen haben sollen, stehen vier mutmaßliche Mitglieder eines Menschenhändlerrings erneut vor Gericht. Am Donnerstag begann vor dem Landgericht Frankfurt am Main die Neuauflage des Prozesses gegen die drei Frauen im Alter von 31 bis 36 Jahren und den 31 Jahre alte Mann. Der erste Prozess war geplatzt, weil sich der Vorsitzende Richter verletzt hatte.

Die Angeklagten sollen die jungen Frauen mit Hilfe eines Rituals aus Nigeria nach Deutschland gelockt haben. Dabei schüchterten sie laut Anklage ihre Opfer mit dem sogenannten Voodoo-Zauber ein. Den Frauen sei gesagt worden, wenn sie den Anweisungen der Angeklagten nicht bedingungslos folgten oder gar mit der Polizei redeten, würden sie oder ihre Familien sterben oder dem Siechtum verfallen.

Ganzer Artikel: t-online.de

18-jährige Griechin aus Bordell befreit

Essen – Stadtkern (ots) – Am 3. November wurde eine 18-jährige Griechin durch Essener Kriminalbeamte aus einem Bordell in der Stahlstraße befreit. Hilfesuchend wandte sich die Mutter der jungen Frau an die Deutsche Botschaft in Athen. Die Griechin hatten mehrere Hilferufe ihrer Tochter per Telefon erreicht, in denen diese erklärte, in Essen zur Prostitution gezwungen zu werden. Alles begann damit, dass die 18-Jährige durch ihre Cousine in Athen einen 25-jährigen Albaner kennengelernt hatte. Frisch verliebt reisten beide zunächst nach Albanien und später nach Italien, wo die 18-Jährige das erste Mal mit dem Thema “Straßenstrich” konfrontiert wurde. Eine Bekannte ihres Liebhabers ging dort der Prostitution nach. Nach wenigen Tagen setzte das Paar seine Reise nach Deutschland fort. Hier in Essen wurde die geistig leicht behinderte Griechin dazu aufgefordert, Geld für den gemeinsamen Unterhalt zu verdienen. Durch gezielte Anweisungen und eine Verhärtung des Umgangstons nutzte der 25-Jährige die Hilflosigkeit seiner Begleiterin aus und brachte sie durch eine Bekannte als Prostituierte in der Stahlstraße unter. Die durch die Prostitution erwirtschafteten Gewinne musste sie komplett an ihren Zuhälter abtreten. Auf Grund mangelnder Sprachkenntnisse wusste sich die junge Griechin nicht anders zu helfen, als mehrfach ihre Mutter anzurufen und um Hilfe zu bitten.. Diese gab die Informationen ihrer Tochter an die Deutsche Botschaft in Athen weiter, woraufhin der Wohnort des Opfers in Essen ermittelt werden konnte. Das hinzugezogene Kriminalkommissariat 12 nahm nun die Ermittlungen auf und nahm am 3. November den 25-jährigen Albaner in einem Apartment auf der Friedrichstraße in der Essener Stadtmitte fest. Nicht anzutreffen war zu diesem Zeitpunkt die gesuchte Griechin. Der Festgenommene zeigte sich unkooperativ und wollte den Aufenthaltsort seiner “Freundin” nicht preisgeben. Die Spur der Ermittlungen führte die Beamten in das Essener Bordell auf der Stahlstraße. Dort wurde die unfreiwillige Prostituierte durch die Beamten des KK 12 befreit. “Die 18-Jährige fiel uns förmlich in die Arme und war sichtlich erleichtert. Sie bedankte sich mehrfach bei uns.”, so der ermittelnde Kriminalhauptkommissar Volker Steinkämper. Anschließend sagte sie bei einem Richter umfangreich gegen ihren Zuhälter aus und konnte am 11. November in ihre Heimat zurückkehren. Der 25-Jährige sitzt wegen des Verdachts des Menschenhandels und der Zuhälterei in Untersuchungshaft.

Quelle –> Polizeipresse

13-jährige in Saunaclub aufgegriffen

Bei einer Razzia in der Gelsenkirchener Cleopatra-Arena wurde ein 13-jähriges Mädchen dort aufgegriffen. Die Polizei ermittelt, so meldet derwesten.de:

Bei einer Razzia in einem bordellartigen Betrieb in Gelsenkirchen-Beckhausen, der laut Polizei von einem 48-jährigen Gladbecker geführt wird, hat die Polizei ein vermisstes Mädchen aus Oberhausen gefunden. Die 13-Jährige wurde dort offenbar zur Prostitution gezwungen.

Ganzer Artikel: derwesten.de

Und weiter:

Donnerstagnacht in der Cleopatra-Arena. Die Polizei war da mit drei Zivilfahrzeugen und hat ein 13-jähriges türkisches Mädchen aus dem Bordell geholt. Eine Ausreißerin aus Oberhausen. Inwieweit sie gezwungen wurde, sich dort zu prostituieren, ist noch unklar. Aber sie ist ein Kind – das ist klar.

Die Eltern hatten sie am 2. September vermisst gemeldet. Zwischenzeitlich, so ist aus Polizeikreisen zu hören, soll die 13-Jährige noch einmal nach Hause zurückgekehrt sein, verschwand dann aber wieder. Die Beamten wühlten im Umfeld des Mädchens, und am Donnerstagmittag kam der Hinweis, sie befinde sich in dem Gelsenkirchener Bordell. Die Hintergründe müssen Spekulation bleiben: Ob körperliche oder psychische Gewalt im Spiel war, ob das türkische Kind ausbrechen wollte und an die falschen Freunde geraten ist, müssen die Ermittlungen zeigen.

Ganzer Artikel: derwesten.de

Themenstränge im Freiercafe: Club Cleopatra und aktuelle Presseberichte

Zwangsprostitution ist nicht der Alltag

Aus die Presse.com

Die Rituale, mit denen Frauen und Männer um Sex (und Liebe) verhandeln, sind stets die gleichen – egal, ob am Ende dafür gezahlt wird oder nicht, glaubt Regisseur Michael Glawogger. Ein Gespräch.

Sie kommen gerade aus Mexiko, wo Sie „Whore’s Glory“ den Frauen vorgeführt haben, die mitgemacht haben. Morgen geht es nach Bangkok. Wachen Sie manchmal auf und wissen nicht, in welcher Stadt Sie sind?

Michael Glawogger: Das ist ein einziges Mal passiert – in San Francisco, als ich innerhalb von sieben Tagen eine Weltumrundung geflogen bin. Ich habe bei einem Freund übernachtet und habe in der Nacht nicht gewusst, wo ich aufs Klo gehen soll. Ich habe geglaubt, ich sei in einem koreanischen Hotel.

Diesmal wollten Sie auch in Wien drehen. Warum ist nichts daraus geworden?

Ich bin nach den Dreharbeiten in Bangladesch draufgekommen, dass ich ein filmisches Triptychon machen will (Anm.: Triptychon ist ein dreiteiliges Altarbild). Ich habe nach drei Orten gesucht, die verschiedene Kulturkreise und Religionen berühren, wo ich an sozial verschiedenen Orten das Mann-Frau-Verhältnis anhand der Prostitution beschreiben kann. Nach Bangladesch war klar, dass es der Mittel-, also der Hauptteil sein muss. Die „Seitenteile“ zu erzeugen, war dann schwierig, gewisse interessante Dinge sind weggefallen.

Warum glauben Sie, dass man das Verhältnis von Mann und Frau anhand der Prostitution gut beschreiben kann? Das ist doch eine extreme Ausgangslage.

Weil ich glaube, dass Prostitution – weil es schnell gehen muss, weil es um Geld geht – nur eine Verkürzung der privaten Verhältnisse ist.

Das ist hart.

Es ist aber so. Ein Beispiel: In Mexiko gibt es eine Form der Prostitution, die sie „Gänsemarsch“ nennen. In der Mitte einer Gasse gehen fünf Frauen im Kreis, und 50 Männer stehen rundherum und schauen zu. Nur: Der Mann darf nicht wählen, sondern die Frauen können stehen bleiben und ein Gespräch anfangen. Sie gibt das Signal, um ausgesucht zu werden – und das habe ich in unserer Gesellschaft nie anders erlebt. In Thailand ist es so, dass die Frauen hinter einer Glaswand, in einem „Fishtank“, sitzen und die Männer können auswählen. Da herrscht eine große Distanz, aber auch ein Verhalten, das zwischen allen klar definiert ist. In jedem Kulturkreis gibt es Rituale, die auch in der Prostitution gelten, weil man über das Gleiche verhandelt. Dass man am Ende bezahlt, macht einen relativ geringen Unterschied.

Aber verhandelt man wirklich ums Gleiche? Männer und Frauen verhandeln nicht nur um Sex, sondern auch um Liebe.

Auch wenn man um Sex verhandelt, ist man vor der Liebe nicht gefeit. Und ganz oft wird im Privatbereich auch nur um Sex verhandelt.

Im Buch zum Film wird in fiktiven Dialogen zwischen Prostituierten und Kunden sehr poetisch das Thema Verführung behandelt. Haben Sie das wirklich so empfunden oder ist das ein innerer, ästhetisierter Monolog?

Ästhetisiert ist es nicht, aber es bin trotzdem ich. Ich habe einen Hang, etwas zu sehen, das unter der Oberfläche versteckt ist. Stellen Sie sich mal vor, Sie sind eine Prostituierte, stehen in einem Haus mit 600 Frauen, und es kommt ein Kunde. Natürlich müssen Sie den verführen – mit aller Anstrengung.

Aber nur, weil ich ein Geschäft machen will.

Wenn man jemanden so stark verführen will – und sei es nur um ein Geschäft zu machen – lässt einen das nicht unberührt. Alle glauben: Man geht hin, sucht aus, fickt und danach ist es vergessen und egal. Aber ficken ist einem nie egal. Und das finde ich einen viel interessanteren Punkt als die Frage, ob die Welt eine bessere wäre, wenn es keine Prostitution gäbe.

Sie haben einmal gesagt, Sie wollen nicht „die übliche Suada der Ausbeutung“ erzählen. Denn das sei nicht die Regel, sondern würde nur journalistisch so dargestellt. Warum sollten Journalisten das tun?

Weil es die bessere Geschichte ist. Prostitution an sich ist keine Geschichte. Zwangsprostitution, die ein Verbrechen ist, hingegen schon. Mir ist es darum gegangen, den Alltag der Prostituierten zu beschreiben, und der ist nicht grundsätzlich Zwangsprostitution.

Das kommt darauf an, wen man fragt. Es gibt Schätzungen, dass 80 Prozent aller sklavenähnlichen Arbeitsverhältnisse in der Prostitution zu finden sind. Was heißt: Zwang ist ein wesentlicher Teil des Alltags.

Ich habe vier Jahre recherchiert. Ich sage nicht, dass es keine Zwangsprostitution gibt, aber sie kann nicht der Alltag sein. Sonst würde Prostitution nicht funktionieren.

Ich habe aber nicht den Eindruck, dass die Frauen, die sie beschreiben, alle Prostituierte sein wollen. Es gibt solche, die verkauft, misshandelt wurden; die Frauen in Bangladesch träumen vom „normalen“ Leben.

Genau das lasse ich sie auch erzählen. Wie gesagt: Ich behaupte nicht, dass es nie Zwang gibt – er ist nur nicht der Ausgangspunkt des Films. Und natürlich träumt eine Prostituierte mit ihrem außergewöhnlichen Leben vom normalen. Von einem anderen Leben träumen aber auch viele Menschen.

Von dem Leben im Prostituierten-Ghetto in Bangladesch?

Wir betrachten die Lebensumstände der Prostituierten immer als etwas Exotisches, Wildes. Ich habe versucht, sie weniger voreingenommen anzuschauen. Der Begriff „Freiwilligkeit“ wird bei der Prostitution in der Diskussion auch immer anders empfunden. Wenn einer ins Büro geht, weil er sonst kein Geld hat, ist es uns egal, ob er es gern tut. Wenn sich eine prostituiert, weil sie Geld braucht, gilt es schon als Zwang. Weil hier das Intimste verkauft wird. Aber es ist auch das Einfachste, was man verkaufen kann – weil es jeder hat. Eine Prostituierte hat mir gesagt: „I’m literally sitting on a goldmine.“

Den Titel „Whore’s Glory“ – hatten Sie den von Anfang an im Kopf oder ist er ein Schluss aus dem Gesehenen?

Von Anfang an. Ich mir gedacht, wenn überhaupt, kann man vor der Sache nur den Hut ziehen.

Weil?

Weil sie eine wichtige Funktion in der Gesellschaft erfüllt. Ohne Prostitution würde viel Zwischenmenschliches zusammenkrachen. Schauen wir nur Bangladesch an, mit seinen sehr strengen Vorstellungen von Ehe und wie die Welt funktionieren soll. Das würde implodieren.

Können Sie den Reiz der Prostitution verstehen, warum man Geld für Sex zahlt?

Das ist jetzt sehr persönlich. Ich könnte sagen, das geht Sie nichts an.

Ja, das könnten Sie.

Ich glaube, jeder kann den Gedanken nachvollziehen, dass man etwas tut, wofür man bezahlt und wo daher, wie man so sagt, „no strings attached“ sind. Man zahlt sich frei. Ob das gut ist oder nicht, ist eine andere Sache. Männer sind in dieser Hinsicht auch unglaublich dumm. Jeder, auch wenn er der zwanzigste Kunde an dem Tag ist, glaubt: Bei mir wird sie es schön haben, in mich wird sie sich verlieben.

Glauben die das wirklich?

Ja. Ich finde es übrigens eine Ungerechtigkeit, dass es das umgekehrt für Frauen nicht gibt – zumindest nicht in dem Ausmaß. Sie können heute nicht aus ihrem Verlag raus gehen und sich denken, puh, anstrengender Tag, ich hole mir einen hübschen Jungen aus dem Puff.

Dass es das kaum gibt, liegt vielleicht auch daran, dass Frauen sich begehrt fühlen wollen. Wenn man zahlt, kann man sich über die Motive des Anderen nur schwer täuschen.

Wenn das auf alle Frauen zutrifft, dann sind sie einfach klüger als Männer.

Nur realistischer vielleicht – in diesem Punkt. Ihre Dokumentarfilme richten den Blick auf Dinge, die man erschütternd finden kann. . .

. . . Ich richte den Blick auf Dinge, die die Schönheit des Menschen zeigen, weil er sich unter den wildesten Umständen behauptet. Wenn wir uns von der Welt abschotten und das nicht wahrnehmen, wozu wir fähig sind, werden wir keine Chance haben, uns selbst zu erkennen.

Was ich fragen wollte: Gibt es Momente, wo Sie Mitleid haben und darüber nachdenken, einzugreifen, zu helfen?

Hunderte. Jeden Abend im Hotelzimmer wird das diskutiert, ich bin mittlerweile Pate eines Kindes einer Prostituierten aus meinem Film „Megacities“. Aber ich kann nicht 300 Mädchen aus einem Puff in Bangladesch freikaufen. Es ist weder mein Beruf noch hätte es einen anderen Sinn, als mein Gewissen zu beruhigen. Es wäre für die Leute auch absurd, denn das, was Sie oder ich als abstrus empfinden, ist für sie der Normalzustand.

Ganzer Artikel –> diepresse.com
Internetauftritt von –> Michal Glawogger

Filmographie –> Movie Databbase

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derwesten.de berichtet aus Oberhausen

Derwesten.de berichtet zwischen Love Parade und Rot-Grüner Euphorie heute aus dem Rotlichtbezirk in Oberhausen:

Oberhausen. Nach Behauptungen des Sozialprojektes “Lilja”, das von der Aktion Mensch mitfinanziert wird, gibt es mehr Zwangsprostitution als gemeinhin angenommen. Viele Frauen sagten aus Angst nicht bei der Polizei aus. Ein Besuch in Oberhausens Rotlicht-Bezirk.

Es ist ein düsteres, schreckliches Bild, das die Sozialarbeiterin vom Solwodi-Projekt „Lilja“ von den Schicksalen der Prostituierten an der Flaßhofstraße zeichnet. Zwangsprostituion scheint, so die 33-Jährige, die ihren Namen aus Sicherheitsgründen lieber nicht nennt, eher die Regel denn die Ausnahme zu sein. „Nur weil die Frauen aus Angst nicht aussagen, kann die Polizei sagen, dass es kaum Zwangsprostituierte gibt“, sagt die „Lilja“-Mitarbeiterin.

Die 33-Jährige, selber Rumänin, und eine bulgarische Kollegin kümmern sich seit 2009 um die Frauen, die sich in den Häusern an der Flaßhofstraße prostituieren. „Lilja“ heißt das Projekt der Hilfsorganisation. Die Mitarbeiterinnen von „Lilja“ sind oft der einzige Kontakt zur Welt jenseits des Bordellbetriebes, den die meist sehr jungen Frauen, die dort arbeiten, haben. „Lilja“ jedoch, zu 70 Prozent finanziert von der Aktion Mensch und zu 30 Prozent von Solwodi, läuft im März 2012 aus. „Wenn wir weg sind, sind die Frauen allein“, sagt die Sozialarbeiterin, als sie ihr Projekt Oberhausener Politikern noch einmal vorstellt.

Zum Rest des Artikels

Auch die Leserkommentare lassen mal wieder tief blicken.

Nafissatou Diallo und das Sperm-Spangled Banner

Kommentar
Dominique Strauss-Kahn steht nicht mehr unter Hausarrest und durfte sich die Fußfessel abnehmen. Die Glaubwürdigkeit des Zimmermädchens Nafissatou Diallo sei nachhaltig erschüttert, so hallte es über den großen Teich. Eine alleinerziehende Mami, working hard und keusche Muslima mit Kopftuch, das ist eine Sache. Gelegenheitsprostituierte und in Drogengeschäfte verwickelt und vom Tag ihrer Einreise in den USA permanent am lügen und am schmarotzen, das ist eine andere Sache.

Das war also das gefühlte 10.000te Mal, dass ein geiler alter Mann in eine Liebesfalle getappt ist. Und seriös arbeitende Prostituierte in Deutschland werden sich mal wieder ärgern, dass ihr Beruf in Misskredit gebracht wird, weil in einem Land, wo Paysex weitgehend illegal und damit beinahe zwangsläufig in den Händen mafiöser Strukturen ist, so etwas vorkommt und entsprechend in den Medien aufgeblasen wird. Alles eigentlich nicht der Rede wert. Aber in einem Artikel der Welt online zum Thema stutze ich bei einem Absatz:

Die „New York Post“ will erfahren haben, dass das Zimmermädchen von ihrer Gewerkschaft in das vornehme Hotel in Midtown entsandt wurde, weil „eine Menge Leute sie als gute Anschafferin sahen“. Gewöhnlich würden Anfängerinnen in dem von der Gewerkschaft kontrollierten Prostitutions-Nebenerwerb in die Motels um den John-F.-Kenedy-Flughafen geschickt. Die „Post“ stützt sich auf anonyme Quellen.

Eine Gewerkschaft kontrolliert den Prostitutions-Nebenerwerb New Yorker Zimmermädchen? Entsendet Frauen in Motels?
Und weiter:

Es gebe „eine ganze Mannschaft von Leuten, die sie als Einnahmequelle betrachteten.“ Sollte das stimmen, erschienen die Demonstrationen der Gewerkschaft gegen Strauss-Kahn vor dem Gerichtsgebäude Anfang Juni in einem anderen Licht. „Shame on you“ skandierten die Gewerkschaftsmitglieder damals, als Strauss-Kahn aus dem Auto stieg.

Zum Artikel in der Welt Online

Das waren also sozusagen Leute aus dem Rotlichtmilieu und bei der Demo ging es um einen Protest gegen sinkende Einkommen, weil Nafissatou Diallo aus dem Verkehr gezogen werden musste oder der Freier Strauss-Kahn sie für den Blow Job nicht bezahlt hat? Hallo?

…. war die Mitgliedschaft in einer US-Gewerkschaft üblicherweise an hohe Eintrittsgebühren oder Abgabe eines Teils des Lohnes sowie Aufnahmeprüfungen gebunden.

… Das sagt Wikipedia über die Vergangenheit amerikanischer Gewerkschaften. Mal ehrlich Guys: Ist da bei der Zimmermädchen-Gewerkschaft nicht ein bisschen zuviel Tradition im Jahr 2011 übriggeblieben?

Vorschlag zum heutigen Unabhängigkeitstag: Legalisiert die Prostitution in God’s own Country!
So bekommt ihr gratis und franko selbstbestimmt arbeitende Frauen, die ihre eingeblasenen Dollars für sich behalten können, sich selbst irgendwo hin schicken, statt verschickt zu werden und vor allem wirklich hard working people im Sinne des amerikanischen Traumes sind. Und wenn dann ein geiler alter Mann über sie herfällt habt ihr auch das Recht und die Pflicht, ihn zur Verantwortung zu ziehen.

Dass sich das Vortäuschen einer Straftat lohnen könnte, wo die Karrieristen bei Polizei und Staatswaltschaft geifern und der Lynchmob kläfft, ist eine andere Sache. Vielleicht wird sich das irgendwann ändern, wenn durch Druck der Freien Berichter und Kommentierer die Vorverurteiler hinterher am Nasenring durch die virtuelle Arena gezogen werden können. Ein angeblicher Bruder des Zimmermädchens wurde schnell als Fake entlarvt und einer Dame in einem anderen Fall gelang es nicht, sich hinter vermeintlicher Anonymität zu verstecken. Und spätestens jetzt stellt sich die Frage, ob es nicht manchmal für alle besser ist, nicht alles vorschnell zu schreiben, zu lesen, zu sagen, zu photografieren. Erst recherchieren, dann die Zeitungen einladen, das wäre doch mal was Neues. Dann könnten wir uns auf interessantere Sachen konzentrieren, zum Beispiel, inwieweit Gewerkschaften in den USA in die organisierte Kriminalität verwickelt sind.

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Zwangsprostitution in Deutschland

Die Deutsche Welle setzt sich mit dem Thema Zwangsprostitution auseinander:

Für jede Imbissbude in Deutschland braucht man eine Genehmigung, für Prostitutionsbetriebe dagegen gibt es keine Vorschriften. Das soll sich ändern. Vor allem Migrantinnen werden von Menschenhändlern brutal ausgebeutet.

“Ich mache deine Kinder kaputt”, mit dieser Drohung zwang eine rumänische Zuhälterin die junge Mutter Laura (Name geändert) in einer deutschen Kleinstadt zur Prostitution. Laura hatte in ihrer Heimat Rumänien keine Arbeit gefunden. Sie wurde mit dem Versprechen nach Deutschland gelockt, dass sie hier als Kellnerin arbeiten könnte. Doch nach ihrer Ankunft wurde sie geschlagen und eingesperrt. Mit der Todesdrohung gegen ihre kleinen Kinder in der Heimat zwang man sie, die sexuellen Wünsche deutscher Männer zu erfüllen. Laura klingt traurig und angewidert, wenn sie von diesen Männern spricht.

Laura konnte nach einigen Tagen aus dem Bordell fliehen. Eine Passantin begleitete sie zur Polizei. Sie fand Zuflucht in einer Schutzwohnung der Hilfsorganisation Solwodi. In 15 deutschen Städten kümmern sich deren Mitarbeiterinnen um Frauen in Not. Auch Helga Tauch, Leiterin von Solwodi Nordrhein-Westfalen, nimmt immer wieder Frauen aus dem wachsenden Rotlichtmilieu auf: “Ich habe sie als schwerst traumatisiert erlebt, ohne Kleidung, oft über Tage lang nicht richtig ernährt, durstig, verfroren und kaputtgemacht.”

BKA geht von großem Dunkelfeld aus

Fälle wie den von Laura bekommt Heidemarie Rall aus ganz Deutschland auf den Schreibtisch. Sie leitet das Sachgebiet Menschenhandel beim Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden.

“Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung betrifft in der Regel Frauen, die zur Prostitution gezwungen werden. In den letzten Jahren sind rund 800 Opfer von Menschenhandel verzeichnet, aber das ist nur die Spitze des Eisbergs.”

Denn das BKA erfasst nur Ermittlungsverfahren, die abgeschlossen wurden. Auch bleibt unberücksichtigt, wenn Frauen nicht gegen die Täter aussagen oder gar nicht erst in Kontakt mit der Polizei kommen: “Es gibt sicherlich ein sehr hohes Dunkelfeld.”

Imbissbude braucht Genehmigung, Bordell nicht

Behörden und Polizei haben seit dem Prostitutionsgesetz von 2002 weniger Möglichkeiten, dieses Dunkelfeld auszuleuchten. Die Prostitution wurde damals legalisiert, aber man beschloss dafür keine verbindlichen Vorschriften.

Wer in Deutschland ein Bordell eröffnen will, braucht keine Erlaubnis der Behörden. Wer dagegen Würstchen oder Pommes verkaufen will, muss sich das genehmigen lassen und wird von den Behörden kontrolliert.

“Das ist geradezu schizophren”, sagt Staatssekretär Josef Hecken aus dem Frauen- und Familienministerium. Sein Haus will ein neues Gesetz vorlegen, um Menschenhandel und Zwangsprostitution besser bekämpfen zu können.

Diese Forderung erheben auch die Innenminister der deutschen Bundesländer und der Bundesrat. Viele Polizisten warten seit Jahren auf solche Gesetzesänderungen. Detlef Ubben leitet in Hamburg die Polizei-Dienststelle gegen die kriminelle Ausbeutung von Prostituierten: “Im Moment ist es so, dass jeder verurteilte Gewalttäter ein Bordell aufmachen kann.” Das gilt sogar für vorbestrafte Menschenhändler.

Die Angst bleibt

Auch die Bulgarin Olga (Name geändert) war in der Gewalt eines Menschenhändlers. Sie wuchs in einem Kinderheim auf und wurde mit 16 Jahren von ihrer Mutter an einen Zuhälter verkauft, der sie nach Deutschland schleuste. Olga wurde mit vielen anderen Mädchen auf engstem Raum eingesperrt, geschlagen und unter Drogen gesetzt. Wenn sie zu wenig Geld verdiente, bekam sie nichts zu essen.

Das alles geschah in einer großen deutschen Stadt, deren Namen Olga bis heute nicht nennen will, genauso wenig wie ihren richtigen Namen. Sie fühlt sich immer noch bedroht, auch wenn die Polizei sie schon vor Jahren aus dem Rotlichtmilieu befreite:

“Ich hab immer noch ab und zu Angst, mein Zuhälter würde mich finden. Der hat mich schon einmal gefunden und ich musste wieder diese Prostitution machen.” Sicher fühlt sich Olga bisher nur bei der Hilfsorganisation Solwodi, deren Mitarbeiterinnen sie auch bei Behördengängen begleiten.

Große Nachfrage, große Profite

Die Nachfrage nach käuflichen “sexuellen Diensten” ist groß. Es werden Milliardenprofite gemacht. Menschenhandel gilt neben dem Waffenhandel als eine der größten Einnahmequellen der organisierten Kriminalität. Die meisten Frauen aber werden ausgebeutet. Das gilt vor allem für Migrantinnen, die im Ausland oft besonders hilflos sind, weil sie dort meist keine sozialen Kontakte außerhalb des Rotlichtmilieus haben, weil sie ihre Rechte nicht kennen und sich der Polizei zunächst nicht anvertrauen wollen.

Viele der in Deutschland ausgebeuteten Frauen stammen aus Osteuropa, in letzter Zeit verstärkt aus den EU-Neumitgliedsstaaten Bulgarien und Rumänien. Immer mehr Frauen haben keine oder eine schlechte Ausbildung, die meisten sprechen kaum Deutsch. Zuhälter und Bordellbesitzer sagen auf Nachfrage, dass die Frauen als Selbstständige arbeiten. Tatsächlich aber bestimmen meist andere, wann, wo und wie lange die Frauen arbeiten.

Zuhälter und andere Profiteure üben massiven Druck auf die Frauen aus, die Wünsche der Freier zu erfüllen. Denn nur so verdienen sie mit den Frauen sehr viel Geld. Den Frauen stellen sie dann oft noch umfangreiche Kosten in Rechnung, die diese abarbeiten sollen. Dazu gehören auch Zahlungen an die deutschen Steuerbehörden.

Fast rund um die Uhr bereit und oft krank

Beispiel Oberhausen im Ruhrgebiet: Die Bordellstraße ist durch eine Bretterwand vom normalen Wohngebiet abgeschirmt. Hinter der Wand schlendern fast rund um die Uhr Männer aus allen sozialen Schichten und Altersgruppen an Glastüren und Fenstern vorbei.

Dahinter sitzen Mädchen und Frauen in aufreizenden Dessous auf Barhockern. Viele weitere warten in einem schummerigen Laufhaus vor ihren Zimmern auf Kunden: ein Leben ohne Tageslicht, in stickiger Luft.

14 bis 20 Stunden, so berichtet die rumänische Sozialarbeiterin Lilli (auch sie will ihren richtigen Namen nicht nennen), müssen sich die Frauen bereithalten, weil ihre Zuhälter Druck machen. Für das Zimmer zahlen die Frauen 100 bis 130 Euro pro Tag an den Bordellbetreiber.

Pro Freier aber gibt es immer weniger Geld, denn die Konkurrenz ist groß. Für den eigenen Bedarf bleibt den Frauen kaum etwas übrig, und sie sind nicht krankenversichert. Dafür sind viele Frauen krank, leiden an Hepatitis oder Syphilis.

Verpflichtende Gesundheitskontrollen in der Prostitution gibt es in Deutschland seit 10 Jahren nicht mehr.

Sozialarbeiterin Lilli verteilt Visitenkärtchen und fragt, ob sie helfen kann: beim Deutschlernen, beim Umgang mit Behörden, Ärzten, oder wenn eine Frau aussteigen will. Wenn kein anderer hinhört, dann erzählen ihr manche Frauen, dass es ihnen schlecht geht, dass sie Schmerzen haben. Und dass sie verzweifelt sind.

Rücksichtslose Freier bleiben straffrei

Nur wenige Freier interessieren sich dafür, wie sich die Frauen fühlen. Diese Erfahrungen haben auch Laura und Olga gemacht. Die meisten Freier hätten ihnen gesagt, dass es ihnen egal sei, wenn es der Frau schlecht geht: “Ich habe bezahlt und du machst das.” Solche Aussagen finden sich auch in Freier-Foren und Bordell-Communities im Internet: “Die Frau soll nicht rumquatschen, das interessiert mich nicht.”

Olga war im 9. Monat schwanger, als ein Mann sie verprügelte und nachts im Wald aus dem Auto warf, weil sie nicht ohne Kondom arbeiten wollte. Sie will nicht mehr darüber sprechen, was danach geschah.

Der Kriminalbeamte Lothar Wecker, der bei der Koblenzer Polizei die Arbeitsgruppe Menschenhandel leitet, beklagt die Haltung vieler Freier: “Es ist entsetzlich, wie häufig ungeschützter Verkehr ohne Kondom und Analverkehr erfragt wird”. Helga Tauch von Solwodi Nordrhein-Westfalen berichtet von schlimmen Verletzungen bei manchen Frauen, von Spuren “harter sexualisierter Gewalt”. Allerdings machen sich Freier von Zwangsprostituierten in Deutschland nicht strafbar.

In Prozessen werden Zeuginnen bedroht

Laura hat dazu beigetragen, dass wenigstens ihre Zuhälterin ins Gefängnis kam. Sie hat in einem Prozess ausgesagt. Die Zeuginnenaussage ist nach geltendem Recht die einzige Chance, Menschenhändler vor Gericht zu bringen. Doch viele Frauen wagen das nicht. Auch Olgas Zuhälter hat den Frauen gedroht, sie umzubringen, wenn sie gegen ihn aussagen.

Dass das keine Ausnahme ist, bestätigt die Anwältin Petra Maria Borgschulte. Sie vertritt seit fast 20 Jahren Frauen in Menschenhandelsprozessen vor Gericht:

“Es gab Fälle, wo per SMS auf das Handy eine Art Todesdrohung formuliert wurde. Es gab Fälle, dass Familienangehörige im Heimatland bedroht wurden, oder dass dort dann auf einmal Unfälle passierten.”

Die Konfrontation mit den Tätern belastet die Frauen sehr, das bestätigt auch Nancy Gensmann, Leiterin der Solwodi-Beratungsstelle in Koblenz. “Die Strafen für die Täter fallen dann oft erschreckend gering aus”, erzählt Gensmann. Weil die Beweisführung so schwierig sei, komme es oft nach Absprachen mit den Beklagten zu Freiheitsstrafen auf Bewährung: Die Täter bleiben dann auf freiem Fuß.

Der schwierige Weg ins selbstbestimmte Leben

Die Hilfsorganisation Solwodi begleitet die Frauen durch das ganze Gerichtsverfahren. In den Schutzwohnungen bekommen sie zunächst Sicherheit, Kleidung und Nahrung, später Therapieangebote, Sprachkurse oder Ausbildungshilfen. Ein langer Weg mit vielen Rückschlägen, weil viele Frauen stark traumatisiert und sehr verängstigt sind. Laura und Olga wollen die Vergangenheit hinter sich lassen und sich mit Hilfe von Solwodi ein neues Leben aufbauen. Olga wünscht sich, Köchin zu werden, “denn das ist mein Traumjob”.

Traumjob Köchin – Olga hat viele Jahre gebraucht, um endlich das zu tun, was sie selber will. Sehr viele Frauen aber schaffen das nicht. Das kann erst besser werden, davon sind Helferinnen wie Polizeibeamte überzeugt, wenn es klare Regeln und Kontrollen für Prostitutionsbetriebe gibt. Nur so könnte verhindert werden, dass Frauen gegen ihren Willen und unter unwürdigen Bedingungen Männern ihre sexuellen Wünsche erfüllen müssen, während andere den Großteil des Geldes kassieren.

Autorin: Andrea Grunau
Redaktion: Anja Fähnle/Hartmut Lüning

Ganzer Artikel –> dw-world.de

Mehr Minderjährige auf dem Strich

Die Zahl der minderjährigen Zwangsprostituierten steigt – und immer mehr suchen Beratungsstellen auf.

Immer mehr minderjährige Zwangsprostitierte in Berlin. Die Zahl der minderjährigen Opfer wächst kontinuierlich, erklärte am Mittwoch die Leiterin der Beratungsstelle des Caritas-Fachverbandes „In Via“, Barbara Eritt. Kamen die Frauen in den 1990er Jahren mehrheitlich aus Polen und der ehemaligen Sowjetunion, sind es jetzt vor allem Bulgarien, Rumänien und afrikanische Länder.

Und immer mehr suchen in Berlin Hilfe bei Beratungsstellen. Nach Eritts Angaben wird ein Großteil der Frauen bei Razzien im Rotlichtmilieu aufgegriffen und dann den Hilfsorganisationen übergeben. Das Berliner Hilfsangebot von „In Via“ für Frauen, die von Menschenhandel betroffen sind, besteht seit 15 Jahren. Seitdem hat „In Via“ 1.500 Frauen in Berlin betreut und 9.000 Beratungsstunden geleistet.

Eritt betonte weiter, dass zudem die Zahl der Frauen gestiegen ist, die über das Internet für die Prostitution angeworben werden. „In Chat-Rooms locken die Zuhälter junge Frauen in die Falle“, so Errit. Seit dem vergangenen Jahr gibt es auch in Brandenburg ein „In Via“-Präventionsprojekt zur Eindämmung sexuell übertragbarer Krankheiten im Prostitutions-Milieu. Dazu sucht eine Streetworkerin in Brandenburg und im grenzüberschreitenden Raum zu Polen Prostituierte auf.

Ganzer Artikel –> bz-berlin.de

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Mal wieder ne Massenrazzia gegen Afrikanerinnen

dpa meldet:

Wiesbaden – Rund 1000 Bordelle in Deutschland bekamen Besuch von den Behörden. Grund: Hinweise auf einen westafrikanischen Menschenhändlerring, der Frauen zur Prostitution zwingt.

Mit einer flächendeckenden Razzia in bundesweit rund 1000 Bordellen hat die Polizei nach Hinweisen auf Menschenhändler aus Westafrika gesucht. An der Aktion am Donnerstag waren nach Angaben des Bundeskriminalamtes 120 Polizeidienststellen beteiligt.

Die Beamten trafen rund 170 Prostituierte aus Westafrika an, wie das BKA am Freitag in Wiesbaden berichtete. Bei einigen bestehe der dringende Verdacht, dass sie Opfer von Menschenhändlern seien. Die näheren Ermittlungen dauerten noch an.

Die Ermittler vermuten nach ihren bisherigen Erfahrungen ein bundesweites Netz von westafrikanischen Zuhältern, eingeschleusten Prostituierten, Geldwäschern, Passverleihern, Dokumentenfälschern und Schleusern. Analysten der europäischen Polizeibehörde Europol waren ebenfalls an der Razzia beteiligt, um Verbindungen ins europäische Ausland zu erhellen.

Laut BKA werden die jungen Frauen unter anderem mit angeblichem Voodoo-Zauber eingeschüchtert. Sie zu identifizieren sei häufig erst der Einstieg in polizeiliche Ermittlungen, erklärte BKA-Präsident Jörg Ziercke. Der bundesweite Kontrolltag sei ein wichtiger Baustein bei der Bekämpfung des Menschenhandels zur sexuellen Ausbeutung.

ganzer Artikel auf wa.de

Im vergangenen Jahr gab es ähnliche Aktionen der Polizei, die unterschiedliche Reaktionen hervorriefen:

Hintergrund (Afroblog)

Bordelle in Deutschland – Polizei sucht nach Frauen aus Westafrika.

Die Polizei hat mit einer bundesweiten Bordell Razzia eine Suche nach illegal in Deutschland eingereisten westafrikanischen Frauen gestartet. Die Fahnder des Bundeskrimminalamt wissen, die Menschenhändler schleusen Frauen aus Westafrika für die Prostitution nach Deutschland. Bei der Überprüfung der Freudenhäuser wurden mehr als hundert Afrikanerinnen ohne gültiges Aufenthaltsrecht angetroffen. Es wird in diesem Zusammenhang oft von Zwangsprostitution gesprochen. In den meisten Fällen wird aber kein direkter Zwang ausgeübt. Der Druck entsteht durch die Verschuldung der Familie. Die Frauen verkaufen ihren Körper, weil sie die geliehenen Schlepper Gelder zurückzahlen müssen. Die Geldgeber stecken mit den Menschenhändlern unter einer Decke. Werden die Raten nicht pünktlich gezahlt, wird die Familie in Afrika massiv bedroht. Keine der Frauen kann diese Gelder mit einem normalen Job auf den schwarzen Arbeitsmarkt aufbringen. Wenn die Afrikanerinnen keinen spendablen Ehemann finden, treibt dieses perverse Kalkül die Frauen treffsicher in die Prostitution.

Frauen aus Nigeria und Ghana arbeiten als Prostituierte.

Frauen aus Ghana und Nigeria schaffen an als Prostituierte.

Das ist wirklich traurig. Wenn die Frauen von der Polizei geschnappt werden, kommen sie in Abschiebehaft und werden zurück nach Ghana oder Nigeria geschafft. Dann sitzen die Familien vor einem riesigen Schuldenberg und verlieren Haus und Hof. Das Schlepper Geschäft blüht aber weiter. 100 Frauen werden abgeschoben und Tausende sind bereits auf den Weg nach Europa. Die Mädels werden mit tollen Job Chancen gelockt und landen schließlich in so einen dreckigen Puff. Manche haben Glück und ein Freier verliebt sich in diese schwarzen Schönheiten. Der muß dann kräftig Kohle abdrücken, damit die Begehrlichkeiten der angeheirateten afrikanischen Familie befriedigt werden. In Afrika herrscht die Vorstellung, in Europa gäbe es nur Reichtum und Wohlstand.

Über das Thema Menschenhandel, Schlepper Mafia und Prostitution kann ich euch einen sehr eindrucksvollen Fernsehfilm empfehlen. MEINE HÖLLE EUROPA von Lukas Roegler – der Filmbericht erzählt das Schicksal von vier nigerianischen Mädchen, die von einem besseren Leben geträumt haben und in die Fänge der Menschenhändler geraten sind. Die Nigerianerinnen haben die Geschichten vom unendlichen Reichtum in Europa geglaubt und wurden von den Frauenhändlern in den Straßenstrich von Italien getrieben. Mit okkulten Ritualen wurden sie erniedrigt und auf ihr schmutziges Sex Geschäft eingeschworen. Viele ihrer Gefährtinnen haben die entbehrliche Reise nach Europa nicht überlebt. Haben die Frauen aber das europäische Festland lebend erreicht, sind ihre Familien mit bis zu 50.000 € Schlepper Honorare verschuldet. Besonders bizarr, an der Spitze des modernen Sklavenhandels stehen nigerianische Frauen. Die sogenannten Madames sind oft selbst Ex-Prostituierte und bestens mit dem üblen Geschäft vertraut. Sie haben quasi die Seiten gewechselt und ziehen nun als Zuhälterinnen die Fäden. Der Frauenhandel hat schon lange die Dimension von organisierten Verbrechen. Als die nigerianische Regierung sich dem Druck der internationalen Öffentlichkeit beugen und gegen die Zuhälterei vorgehen wollte, haben sich diese wohlhabenden Damen auf eine wirksame Weise gewehrt. Sie drohten damit, sich vor den Chiefs von Nigeria nackt auszuziehen. Eine unverzeihliche Schande für die religiösen Führer aus nigerianischer Sicht. Diese schamlose Drohung wurde auch in anderen Fällen erfolgreich eingesetzt. Klingt kurios, vor diesem sehr traurigen Hintergrund mag ich aber darüber nicht schmunzeln.

Quelle: Afroblog

Wegen der teilweise verschwindend geringen Ausbeute bei derartigen Razzien fand die Donna Carmen e.V. kritische Worte und verurteilt Razzien dieser Art.

BKA glaubt an Voodoo: Moderne Hexenverfolgung gegen schwarzafrikanische Prostituierte beenden!

Doña Carmen e.V. verurteilt die bundesweit in der Nacht zum Mittwoch unter Federführung des BKA gegen 600 Bordelle und bordellartige Betriebe durchgeführten Polizeirazzien als Ausdruck eines primitiven Rassismus gegen afrikanische Prostitutionsmigrantinnen sowie als Demonstration behördlicher Macht, die jedem Polizeistaat zur Ehre gereichen würde.

Es handelt sich ausweislich des seit dem Jahr 2000 unter http://www.donacarmen.de geführten ‚Razzienspiegels’ um die größte Polizeiaktion gegen das Prostitutionsgewerbe seit dem Prostitutionsgesetz von 2002. Nach Auswertung der einschlägigen Presseberichte sind bei dieser Polizeiaktion zeitgleich in etwa 50 Städten mehr als 3.000 Personen im Prostitutionsgewerbe von mindestens 1.500 Beamten überprüft worden. Damit sind erstmals bei einer einzigen Aktion gegen das Prostitutionsgewerbe ebenso viele Personen kontrolliert worden wie in den Jahren 2007 und 2008 bei allen Bordell-Razzien zusammen genommen.

Der für diese flächendeckende Kriminalisierung des Prostitutionsgewerbes als Vorwand dienende Verweis auf eine angebliche Verhexung schwarzafrikanischer Prostituierter durch Voodoo-ähnliche Praktiken ist an den Haaren herbeigezogen. Unter den etwa 3.000 überprüften Personen waren nur rund 100 „westafrikanische“ Frauen, bei denen laut Medienberichten in höchstens 30 Fällen aufenthaltsrechtliche Verstöße vorlagen. Die Angaben der zuständigen Polizeibehörden bestätigen somit im Nachhinein, dass bei den kontrollierten Frauen von ‚Menschenhandel’ und ‚Zwangsprostitution’ keine Rede sein kann. Damit bricht die offizielle Begründung der gesamten Aktion wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

In der Tat steht die polizeiliche Totalüberwachung des Prostitutionsgewerbes unter dem Vorwand des „Schutzes vor Menschenhandel“ auf tönernen Füßen. Seit rund 10 Jahren ist die Zahl der ‚Opfer’ bzw. der so genannten ‚Opferzeuginnen’ von Menschenhandel ständig rückläufig. Die BKA-Theorie, Menschenhandel sei ein „Kontrolldelikt“ – ‚je mehr Kontrolle, desto mehr Opfer’ – ist durch eine Studie aus dem eigenen Haus (Herz/Minthe, „Straftatbestand Menschenhandel“, 2005) in Frage gestellt worden. Ihr Ergebnis: Auslöser von Menschenhandelsverfahren sind in 43% der Fälle Anzeigen der Betroffenen selbst, aber nur in 2% der Fälle auf polizeiliche Initiativermittlungen in Form von Razzien zurückzuführen!
Wer dennoch Bordellrazzien im großen Stile praktiziert wie BKA-Chef Zierke, dem geht es um andere Ziele: Nicht um ‚Opfer’, sondern um Kriminalisierung des Prostitutionsgewerbes und Stigmatisierung der dort tätigen Frauen als „Opfer“. In Norwegen wurde Prostitution vor nicht allzu langer Zeit verboten: Den Ausschlag dafür gab die Präsenz schwarzafrikanischer Prostituierter im Lande, die zur Stimmungsmache gegen Prostitution instrumentalisiert wurden.

Die BKA-Kampagne gegen nigerianische Prostituierte instrumentalisiert ein marginales Randphänomen: Ausweislich der BKA-Lageberichte zu „Menschenhandel“ gab es in den letzten drei Jahren zusammengenommen nur 26 Tatverdächtige nigerianischer Nationalität, das sind 1,2 % aller Tatverdächtigen bei ‚Menschenhandel’. Und nur jeder 7. Tatverdächtige wird statistisch gesehen vor Gericht als Täter verurteilt.

Die moderne Hexenjagd des BKA ist einem demokratischen Gemeinwesen unwürdig. Doña Carmen e.V. fordert Rechte statt Razzien. Schluss mit dem Polizeiterror gegen ausländische Frauen in der Prostitution! Keine Abschiebung der verhafteten Frauen! Green Card für Nicht-EU-Frauen zum Zwecke der Tätigkeit in der Prostitution. ….

Quelle: frankfurter-info.org

–>> Ausführliche Diskussion aus Freiersicht unter freiercafe.com

Fotogalerie: Trostfrauen

Atemberaubende Fotoserie:

Während des zweiten Weltkriegs wurden sie in Asien von der japanischen Armee entführt, zur Prostitution gezwungen und vergewaltigt. Die Journalistin Hilde Janssen porträtierte zusammen mit dem Fotografen Jan Banning die heute über 80 jährigen Trostfrauen.

Zehntausende Frauen wurden im zweiten Weltkrieg systematisch vom japanischen Militär zur Prostitution gezwungen. Die sogenannten “Trostfrauen” wurden Tag für Tag misshandelt, gedemütigt und vergewaltigt.

Nach dem Krieg kehrten die wenigen überlebenden “Comfort Women” in ihre Heimat zurück. Dort wurden die meist schwer kranken und traumatisierten Frauen von ihren Mitmenschen verachtet. Nicht nur an den physischen, sondern vor allem an den psychischen Folgen der Zwangsprostitution litten die Frauen ein Leben lang.

Der Fotograf Jan Banning und die Journalistin Hilde Janssen besuchten in Indonesien heute noch lebende Frauen, die diese schreckliche Zeit miterlebten. In dem Buch “Comfort Women” sprechen 18 von ihnen ganz offen über ihre Vergangenheit. Um beide Seiten zu beleuchten, werden im Buch die Geschichten der Frauen und japanische Kriegspropaganda-Poster gegenübergestellt.

Jan Banning konzentrierte sich bei seiner Arbeit auf die Gesichter der betroffenen Frauen. Diese drücken noch nach Jahrzehnten die erlittenen seelischen Qualen aus. GEO.de zeigt ausgewählte Porträtfotos .

Ganzer Artikel auf geo.de

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Unfrei für die Freier

Auch an der Deutsch-Französischen Grenze gibt es einen Straßenstrich.

Jungle World setzt sich mit diesem Thema auseinander.

von Marijana Babic

An der deutsch-französischen Grenze zwischen Kehl und Strasbourg läuft das Geschäft mit der Straßenprostitution gut für die Zuhälter. Viele Prostituierte werden jedoch zur Arbeit gezwungen.

Wer nachts im baden-württembergischen Kehl über die Europa-Brücke läuft, sieht die Frauen: Sie überqueren die Brücke, um auf dem Boulevard de Nancy, dem Quai Pasteur, der Avenue des Vosges oder in anderen Vierteln in Strasbourg in engen Röcken, mit tiefen Dekolletés und in High Heels ihrer Arbeit nachzugehen. Das ganze Jahr über harren die Frauen auf den Straßen aus, selbst bei klirrender Kälte. Die Freier fahren vorbei, mustern die Frauen wie Ware und entscheiden sich schließlich: Ab 30 Euro sind sexuelle Dienste zu haben.

Straßenprostitution ist hauptsächlich entlang der Grenzen zu Polen und Tschechien verbreitet. Dass das Geschäft auch an der deutsch-franzö­sischen Grenze gut läuft, ist weniger bekannt. Die das Milieu beherrschenden Zuhälter nutzen die Unterschiede in der Rechtsprechung beider Länder aus. In Frankreich sind Bordelle und vor allem die Zuhälterei verboten. Die Straßenprostitution wird jedoch geduldet. Die Prostituierten wohnen in Kehl und arbeiten in Strasbourg. So entziehen sich die Zuhälter der französischen Justiz und profitieren von der nicht ganz so strengen deutschen Gesetzgebung, indem sie das ­Geschäft von Kehl aus führen. Strasbourg hat 270 000 Einwohner und ist Sitz zahlreicher europäischer Einrichtungen wie etwa des Europa-Parlaments. Viele Touristen besuchen die Stadt. Zuhälter versorgen diesen Markt gewissenhaft.

Wie die zuständige Polizeidienststelle in Kehl berichtet, ist die Fluktuation unter den Pros­tituierten groß. Arbeiteten früher vor allem Russinnen auf der Straße, waren in den vergangenen Jahren besonders oft Rumäninnen, Tschechinnen, Bulgarinnen und Polinnen sowie Ni­gerianerinnen und Frauen aus der Dominikanischen Republik unterwegs, wie aus Statistiken von Hilfsorganisationen und Zahlen des baden-württembergischen Landeskriminalamts hervorgeht. Die meisten Frauen sind nicht älter als 25 Jahre und gehen ihrer Arbeit nicht freiwillig nach. Attraktive Arbeit im Westen oder eine Heirat zu versprechen – das sind die Tricks, mit denen Menschenhändler Frauen, die der Armut in ihren Heimatländern entrinnen wollen, in die Falle locken. Die Zuhälter überwachen die Prostituierten strikt und schrecken keinesfalls vor Gewalt zurück. Nicht selten übernehmen auch ältere Prostituierte die Rolle der Überwacherin auf der Straße.

Die 26jährige Marieta G.* aus Slowenien musste diese bittere Erfahrung machen. Die zierliche, blonde Frau fiel in ihrer Heimat auf einen Menschenhändler herein, der ihr eine gutbezahlte Arbeit in der deutschen Gastronomie in Aussicht stellte. Doch als sie in Deutschland ankam, musste sie auf den Straßenstrich. Sechs Wochen lang wurde sie geschlagen und vergewaltigt, bis ein Freier die Hilfsorganisation Freija in Kehl informierte, eine Einrichtung der Diakonie, die Mädchen und Frauen unterstützt und berät, die zur Prostitution gezwungen werden. Da sich Marieta G. in einer akuten Gefahrensituation befand, wurde sie von Freija anonym in einer Notunterkunft untergebracht, wo sie psychologisch betreut und versorgt wurde. Nach langem Zögern entschied sie sich, nach Slowenien zurückzukehren. Anzeige zu erstatten, wagte sie nicht. Sie fürchtete die Rache der Zuhälter…..

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Razzia in Dortmunder Nordstadt

Freier, Prostituierte, aber auch Anwohner und Passanten wurden am heutigen Mittwoch bei einer Razzia in der Dortmunder Nordstadt rund um den Strich an der Hornbachschleife unter die Lupe genommen.

Es berichtet derwesten.de:

Um Punkt 19.45 Uhr rollte die Polizei mit mehreren Einsatzwagen an. Alle Zu- und Abfahrten der Ravensberger Straße wurden zugestellt. Keiner kam mehr raus. Die Freier in den Wagen zogen sich zum Teil Mützen ins Gesicht, klappten die Sonnenblenden runter. Mit den Kontrollen hatten sie wohl nicht gerechnet. Jeder einzelne Wagen, jeder einzelne Freier wurde durchleuchtet. Während die völlig verdutzen und zum Teil sichtlich peinlich berührten Männer an den Sperrpunkten ihre Papiere zeigen mussten, wurden die Prostituierten in die Mitte der Ravensberger Straße gebeten. Hier überprüfte die Polizei jede einzelne der etwa 60 Prostituierten nacheinander.

Gegen 17.30 Uhr hatten die Kontrollen am Schleswiger Platz begonnen. Auch den sperrte die Polizei hermetisch ab, kontrollierte alle Passanten. Wenig später ging’s auch in Internetcafés, Teestuben und Kneipen weiter. Bis Mitternacht liefen die Kontrollen. Über die Ergebnisse der Aktion, die fortgeführt werden soll, will die Polizei am Donnerstag berichten.

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Slowakische Großfamilie vor Gericht

Die Bilder und Artikel zu der Großfamilie, von denen etliche derzeit in Hamburg wegen Menschenhandels vor Gericht stehen, geistern derzeit durch alle Medien:

Welt:

In Hamburg stehen Mitglieder einer slowakischen Großfamilie wegen Menschenhandels vor Gericht. Sie sollen auch Schwangere auf den Straßenstrich geschickt haben.

Die Familie soll laut Anklage gezielt „mittellose und einfach strukturierte Frauen“ aus den ländlichen Gebieten der Slowakei rekrutiert haben, die entweder schwanger waren oder als alleinerziehende Mütter wirtschaftlich besonders unter Druck standen.

Ganzer Artikel in der Welt

Die BILD Hamburg hat auch einen Artikel mit Fotos.

Statistisches aus Stuttgart

Am Donnerstag stellte Stuttgarts Polizeipräsident Siegfried Stumpf die aktuelle polizeiliche Kriminalstatistik vor. Dass wegen der Krawalle rund um den Bahnhof Stuttgart21 auch mittelbar (direkt wurde Stuttgart 21 nicht statistisch berücksichtigt) die Anzahl von Gewalttätigkeiten gegen Polizisten zunahm, weil die Atmosphäre in der Stadt sich entsprechend polizeifeindlich aufgeladen hatte, dürfte niemanden überraschen.

Erfreulich sind diverse Rückgänge bei verschiedener Gewaltkriminalität (Schwere Körperverletzung, Jugendkriminalität, Jugendgewalt), sofern das Anzeigeverhalten der Opfer berücksichtigt worden ist, was sich aus der Statistik nicht erschließt.

In Sachen Rotlicht war die Polizei wohl vermehrt unterwegs. Gemeldet wurden 93 Fälle von illegaler Prostitution, fast drei Mal so viel wie noch 2009. Hier könnte ein Zusammenhang mit den Versuchen der Installation von Flatrate-Bordellen bestehen.

Bericht zur Kriminalstatistik in der Esslinger Zeitung
Stuttgarter Zeitung
BILD

Wo wir gerade bei Zahlen und Flatrate sind: Der Focus hat auch schon den Prozess gegen die Betreiber der Stuttgarter Flatrate-Bordelle entdeckt und versucht sich nun in Berichterstattung. Die Anklageschrift offenbart Erstaunliches:

Einzelne Frauen hatten FOCUS zufolge – auch wenn sie krank waren – bis zu 70 Freier am Tag zu bedienen. Die Arbeitszeit betrug oft 17 Stunden.
Selbst wenn Prostituierte ohnmächtig wurden oder über starke Schmerzen klagten, wurde ihnen jegliche ärztliche Hilfe verwehrt. Litten sie unter Hautkrankheiten, wurde das Licht in den Zimmern gedimmt, um die Kunden nicht zu verschrecken. Eine Zeugin beschrieb den zeitgleichen Andrang Dutzender Freier als Tortur: „Das war wie ein Schweinestall, wie Schweine vor dem Trog.“

Ganzer Artikel im Focus

Bei 70 Freiern und 17 Stunden komme ich übrigens auf 14,5 Minuten pro Freier ohne Pause, also bei 17 Stunden reiner Fickzeit. Die Freier müssen es alle ziemlich eilig gehabt haben. Gedimmtes Licht im Puff ist nicht sooo etwas Neues, Kokspickel bei Dienstleisterinnen auch nicht.

Trotzdem ist es schon deswegen (wenn es denn stimmt) …

Zu den Opfern zählt auch ein 16 Jahres altes, sexuell völlig unerfahrenes Mädchen aus Rumänien, das 2006 gegen seinen Willen in einem „Flatrate“-Bordell im rheinland-pfälzischen Schifferstadt arbeiten musste. Sie wurde von einer 17-jährigen Landsmännin angelernt und musste täglich bis zu 50 Freier bedienen

… und weil es einfach bei dieser ganzen Billigfickerei eine Grenze geben muss, gut, dass zwei von den Flatrate-Läden geschlossen worden sind.

Übrigens passierte das alles schon vor längerer Zeit, das Thema ist eigentlich längst durch und auch wir haben regelmäßig berichtet. Lediglich der Prozess findet jetzt statt.

Abschließend frage ich mich, wer dort die Kunden sind bzw. waren. In den einschlägigen Foren, auch in unserem Freiercafe las bzw. liest man ziemlich wenig über Flatrate-Bordelle.

Wünsche noch einen schönen Karnevalssonntag …