Die Ware Sex

Ein weiterer Kommentar zum Prostitutionsgesetz…

Wenn man die Situation der Prostituierten in Deutschland ehrlich beschreiben will, kommt man um hässliche Schilderungen nicht herum. Dann muss man die Huren erwähnen, die in Laufhäusern täglich 13 Stunden am Stück Freier bedienen müssen. Die in „Geiz macht geil“-Flatrate-Bordellen arbeiten, in denen der Mann für 49 Euro Sex haben kann, bis er nicht mehr kann. Man muss die Puffs nennen, in denen Männer Vergewaltigung spielen können. Und man muss von den Huren sprechen, die sich auf dem Straßenstrich für 20 Euro verkaufen.

Prostitution in Deutschland bedeutet für viele Frauen harte Arbeit für wenig Geld. Das heißt nicht, dass es keine selbstbestimmten Huren gibt, die kein Problem damit haben, ihren Körper zu verkaufen. Natürlich gibt es auch diese Frauen, und man kann ihre Empörung verstehen, wenn Alice Schwarzer sie alle pauschal zu Opfern degradiert. Für die Emma-Herausgeberin ist es unvorstellbar, dass sich jemand aus freien Stücken prostituiert. Damit bestätigt die Feministin nicht nur das Klischee vom schwachen Geschlecht. Sie verharmlost mit der Gleichsetzung von Armuts- und Zwangsprostitution auch den verbrecherischen Missbrauch von Menschen. Es ist sehr wohl ein Unterschied, ob eine junge Frau aus Osteuropa in Deutschland auf den Strich geht, weil sie hofft, damit mehr Geld als in ihrer Heimat zu verdienen. Oder weil sie von Menschenhändlern dazu gezwungen wird.

Rot-Grün ist gescheitert

Ein bisschen kann man Schwarzers Furor dagegen verstehen, wenn man sich mit dem Milliardengeschäft Prostitution beschäftigt und sich fragt, wer eigentlich daran verdient. Es sind nicht diejenigen, die das Geld anschaffen.

Rot-Grün wollte die Situation von Prostituierten per Legalisierung 2002 verbessern. Das ist, so viel kann man sicher sagen, gescheitert. Von dem Recht, in die Sozialkassen einzuzahlen, machen derzeit nur 44 Prostituierte Gebrauch. Prostitution ist zwar nicht mehr sittenwidrig, mit dem Schmuddelimage müssen die Frauen trotzdem weiter leben. Zugleich verkauft sich die Ware Sex besser denn je. Und da sind es vor allem die Bordellbetreiber, die von der Liberalisierung profitiert haben. Sie konnten ungehindert von behördlichen Auflagen und Kontrollen ein Etablissement nach dem anderen eröffnen und für Edelpuffs werben, als wären es Spaßbäder.

Muss man Prostitution also verbieten, wie die Schweden oder die Franzosen, die in der Nationalversammlung am Mittwoch für ein solches Verbot gestimmt haben? Schauen wir kurz nach Schweden. Dort riskieren Freier Geldstrafen und sogar Haft. Prostitution sei so gut wie verschwunden, feiern die Befürworter. Na ja. Dass man daran Zweifel haben kann, zeigen schon die vielen einschlägigen Treffer, wenn man bei Google Stockholm und Escort eingibt. Man könnte auch in den baltischen Nachbarländern nachfragen, was sie davon halten, dass schwedische Männer bevorzugt als Sextouristen zu ihnen kommen.

Es ist deshalb wohltuend, dass selbst konservative Unionspolitiker in Deutschland nichts von einem Verbot halten, weil es die Prostitution nur in die Illegalität drängen würde. Unbestritten ist aber auch, dass es so, wie es jetzt ist, nicht bleiben kann. Es ist unerträglich, dass Zuhälter Prostituierte anweisen dürfen, nackt zu arbeiten, keinen Freier abzulehnen und für jede sexuelle Praxis zur Verfügung zu stehen. Es ist geradezu absurd, dass es keiner Erlaubnis bedurfte, ein Bordell zu eröffnen. Jede Würstchenbude wird strenger kontrolliert. Das alles wollen Union und SPD nun ändern. Es kann sein, dass die Arbeit durch die Auflagen für manche Prostituierte schwieriger wird. Das Gros der Frauen sollte davon profitieren.

Quelle: http://www.ksta.de

Deutschland: Kein Paradies für Freier mehr

Union und SPD planen schärfere Regeln für die üppig wuchernde Prostitution. „Flatrate“-Angebote sollen verboten werden. Kunden von Zwangsprostituierten drohen Strafen.

Berlin. In „Flatrate“-Bordellen haben Männer zum Pauschalpreis so oft Sex, wie sie wollen. Oft auch in der Gruppe, auch ohne Kondom. Zu ihren Diensten stehen blutjunge Mädchen aus Bulgarien und Rumänien, die Menschenhändler angelockt haben. Sie dürfen nichts und niemanden ablehnen. Manche werden regelrecht eingesperrt. Aus Skandinavien, Asien und den USA strömen die Kunden zum organisierten, billigen Puffurlaub nach Deutschland.

Solchem Treiben wollen Union und SPD nun Einhalt gebieten. Der in der Vorwoche beschlossene Koalitionsvertrag sieht vor, die bisher sehr liberalen Regelungen deutlich zu verschärfen.
„Menschenverachtende Praktiken wie Flatrate-Sex gehören verboten“, postulierte die stellvertretende SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig schon während der Verhandlungen. Aus der CDU wurde nun bestätigt, dass ein Verbot geplant ist.

Bordelle dürfen nur mit einer besonderen Erlaubnis betrieben werden. Erstmals machen sich wohl bald auch Freier strafbar – allerdings nur unter bestimmten Umständen: wenn sie wissentlich die Zwangslage von Frauen ausnutzen. Bisher fürchtete man, der juristische Nachweis für diesen neuen Strafbestand könne kaum zu erbringen sein. Was den Politikern hier als eindeutiger Fall vorschwebt, hat ein Verhandlungsteilnehmer der „Süddeutschen“ erklärte: „Ein Club, der vorn und hinten von Rockern überwacht wird und in dem vor allem junge Frauen aus Osteuropa angeboten werden, muss jeden Menschen mit gesundem Menschenverstand misstrauisch machen.“

Aufenthaltsrecht für Opfer

Opfer von Zwangsprostitution, die illegal im Land leben, sollen leichter ein Aufenthaltsrecht bekommen, auch wenn sie nur allgemein zur Aufklärung beitragen. Bisher mussten sie dafür vor Gericht konkret gegen ihre Peiniger aussagen.

Mit diesen Maßnahmen rudert die deutsche Politik spät, aber kräftig zurück. Anfang 2002 setzte die rot-grüne Regierung eine der liberalsten Regelungen der Welt in Kraft: Prostitution ist nicht mehr sittenwidrig und gilt als Dienstleistung wie viele andere. Prostituierte können sich bei der Sozialversicherung anmelden und ihren Lohn einklagen, Bordellbesitzer ihre Etablissements gewerblich melden. Das Ziel: Wenn das Geschäft mit dem Körper aus seiner Schmuddelecke ans helle Licht kommt, können sich die Sexarbeiterinnen aus Zwang und Abhängigkeit befreien.

Elf Jahre später steht fest: Das war eine naive Hoffnung. Ganze 44 Prostituierte sind sozialversichert (darunter vier Männer). Der Markt wächst hingegen rasant. Profitiert haben vor allem Puffbesitzer und Zuhälter, deren Tätigkeit nicht mehr in jedem Fall strafbar ist. Für Prostituierte ist das Geschäft härter geworden. Seit Rumänien und Bulgarien EU-Mitglieder sind, strömen bitterarme Frauen in den Binnenmarkt, um ihre Körper billig feilzubieten. Vor allem nach Deutschland. Denn hier, so der Ruf, ist alles möglich, alles legal.

Warnende Stimmen

Ein „Tatort“ und ein „Spiegel“-Cover machten den Frauenhandel zum Thema. Der britische „Economist“ beschrieb Deutschland als „gigantisches Bordell“. Das hat die Politik auf den Plan gerufen. Auch die SPD-Frauen, obwohl es um ein Gesetz ihrer Partei geht, das nun am Prüfstand und Pranger steht. Aus Teilen der SPD und vonseiten der Grünen gab es während der Koalitionsverhandlungen aber auch warnende Stimmen. Die Befürchtung: Wer freiwillig ausgeübte Prostitution wieder in die Illegalität treibt, vergrößere nur die Gefahr von Ausbeutung und Gewalt.

Auch in Frankreich tobt seit Wochen diese Debatte. Politisch ist sie seit Freitag entschieden, und zwar wesentlich radikaler als in Deutschland: Prostitution ist wieder verboten, französische Freier müssen künftig Strafe zahlen – unabhängig davon, ob Zwang im Spiel war oder nicht.

Quelle: http://diepresse.com

Gegen den Strich

Ein Artikel zur Lage der Prostitution in Berlin – auch mit Stimmen pro Prostitution.

von T. Buntrock, S. Dassler

Arbeiten Huren freiwillig oder unter Zwang? In Berlin gibt es beide Phänomene – und viel Kriminalität

Berlin – Die Meinungen gehen auseinander: „Der Appell von Alice Schwarzer gegen Prostitution wirft uns um Jahre zurück“, sagt Nadine S., die sich vor einigen Jahren als Sexarbeiterin selbstständig gemacht hat. „Meine Kunden sind zu 99 Prozent sehr anständige Menschen“, sagt sie, „es wäre absurd, sie oder mich durch ein Verbot der Prostitution zu kriminalisieren, zumal sie mich als Liebesexpertin schätzen und respektvoll behandeln.“

Dobrinka L. hat da durchaus andere Erfahrungen gemacht. „Ich würde lieber als Putzfrau arbeiten“, sagt die 34-jährige Bulgarin, die seit zwei Jahren in Neukölln anschaffen geht, ihre Kunden sind oft türkische Männer. „Mein einziger Trost ist, dass meine beiden Töchter hier in Berlin in die Schule gehen“, sagt sie. „Vielleicht können sie einen guten Beruf lernen.“

Für Jana Weber vom Berufsverband für sexuelle und erotische Dienstleistungen ist ihr Beruf ein guter. „Das Bild, das gegenwärtig von Politikern und manchen Prominenten verbreitet wird, ist falsch“, sagt sie. „Es gibt Fälle von Menschenhandel, aber hier werden nicht hunderttausend Frauen sexuell geknechtet.“ Ähnlich sieht man das bei Hydra e.V. – einem Verein, der seit 33 Jahren Prostituierte in Berlin berät. Weitaus mehr als die aktuelle Debatte interessiere die Ratsuchenden, dass viele Jobcenter keine Leistungen zahlen, weil sie bezweifeln, dass die Frauen selbstständig arbeiten. Auf höchstens drei Prozent schätzt man in der Beratungsstelle die Zahl der Frauen, die zum Anschaffen gezwungen werden.

Ob in einem Wohnungsbordell, im Massagesalon, einem Großpuff oder auf dem Straßenstrich – in Berlin herrscht keine „Luxusprostitution“, sondern ein „Billigmarkt“, sagt Leonie von Braun, zuständig für Menschenhandel und Zwangsprostitution bei der Staatsanwaltschaft. Gerade 20 Euro zahlten die Freier für Oralverkehr auf dem Straßenstrich rund um die Kurfürstenstraße oder Bülowstraße in Tiergarten und Schöneberg-Nord. Geschlechtsverkehr kostet rund 30 Euro, meist benutzen die Freier kein Kondom. Wer sie im „Escort-Service“ nach Hause begleitet oder in einem Wohnungsbordell bedient, verlange meist 100 Euro.

Die Spezialermittler für Rotlichtkriminalität beim Landeskriminalamt und der Staatsanwaltschaft kümmern sich um Zwangsprostitution und Menschenhandel – also solche Fälle, in denen Frauen mutmaßlich gezwungen werden, sich für Sex zu verkaufen oder wenn minderjährige Mädchen missbraucht und dafür nach Deutschland verschleppt werden. Wie schon seit Jahren stammen die meisten Frauen aus Rumänien und Bulgarien. Ihnen werden von Landsleuten Jobs als Pflegekraft versprochen – sie dann aber mit Drohungen und Gewalt zur Prostitution gezwungen. Eine neuere Masche sei das „Loverboy“-Phänomen: Anwerber spielten den Frauen vor, unsterblich verliebt zu sein und eine Familie gründen zu wollen. In Berlin entpuppt sich der „Loverboy“ dann als Zuhälter. Zahlen, wie viele Frauen hier zum Sex gezwungen werden, kann von Braun nicht nennen. Nur selten vertrauen sich die Opfer der Polizei an. Seit fünf Jahren registrieren die Behörden zunehmend Nigerianerinnen, die mit falschen Papieren ausgestattet in Bordellen anschaffen müssen. Sie werden gefügig gemacht, in dem ihnen gedroht wird, dass der Voodoo-Priester sie auch aus der Ferne jederzeit mit Tod und Gebrechen bestrafen könne.

Für Nadine S. sind das schlimme Auswüchse, die aber mit dem „eigentlichen Gewerbe“ nichts zu tun haben. „Leider gibt es Menschenhandel, doch warum redet niemand über die Leute auf dem Bau, in der Gastronomie oder in Privathaushalten?“, fragt sie.

Quelle: http://www.pnn.de/brandenburg-berlin/809448/

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Im Bett mit Alice Schwarzer

Ein sehr lesenswerter Artikel, dieses mal kontra Prostitutionsverbot (hört, hört!) der Basler Zeitung, der mit Aussagen wie “Noch viel störender aber ist die Idee, nur die Freier zu bestrafen. Das ist, als wenn man den Junkie strafen, den Drogenhändler aber laufen lassen würde” aufwartet. Lesen!

Alice Schwarzers Argumente für ein Prostitutionsverbot fussen fast durchweg auf falschen Annahmen. Und ihr moralischer Rigorismus schadet der Gleichstellung.

Etwas muss man Alice Schwarzer lassen: Wenn sie ins Diskurshorn bläst, wie momentan mit ihrem Buch «Prostitution, ein deutscher Skandal», dann schreckt sie das Wild auch auf. Das ist aber mittlerweile das Einzige, was man ihr noch zugutehalten kann. Denn Frau Schwarzers Weltbild hat Schlagseite wie ein leckgeschlagenes Schiff kurz vor dem Untergang. Bei ihr ist die Unterscheidung zwischen schwarz und weiss, böse und gut, Täter und Opfer so trennscharf wie die Schuldzuweisung einseitig. Das schadet der Diskussion um die Gleichstellung.

Schwarzers Argumente für ein Prostitutionsverbot fussen fast durchweg auf falschen Annahmen. Prohibition hat ein gesellschaftliches Problem noch nie beseitigt, sondern immer nur kriminellen Organisationen den Weg freigeräumt. Aus ideologischen Gründen setzt Schwarzer zudem das gesamte Phänomen Prostitution mit Zwangsprostitution gleich.

Doch das entspricht nicht der Wahrheit. In ersterem Fall verkauft ein Individuum eine Dienstleistung, im zweiten werden Individuen verkauft. Und nur weil Frau Schwarzer es nicht gern sieht, dass Frauen sich freiwillig prostituieren, heisst das noch nicht, dass es das nicht gibt. Zwangsprostitution soll man mit aller Härte verfolgen, und der Staat soll Prostitution im Dienst der Sicherheit und Gesundheit regulieren wie alles andere auch. Aber im Bett seiner Bürger hat er genauso wenig zu suchen wie Alice Schwarzer.

Krieg gegen die Männer

Noch viel störender aber ist die Idee, nur die Freier zu bestrafen. Das ist, als wenn man den Junkie strafen, den Drogenhändler aber laufen lassen würde – ein ineffizientes und ungerechtes Vorgehen, weil es die moralische Verantwortung einseitig den Freiern zuschiebt. Darin verrät sich genau jene moralische Haltung, welche die männliche Sexualität insgesamt unter Verdacht stellt. Oder wie es die französische Philosophin Elisabeth Badinter in einem Interview am Montag ausdrückte: «Ich verstehe es als Kriegserklärung gegen die männliche Sexualität.» Genau darüber, wie die männliche Sexualität so in Verruf geraten und vor allem wie man sie wieder rehabilitieren kann, müsste die Debatte geführt werden. Dazu wären allerdings die Männer gefragt, die sich jedoch mehrheitlich schamvoll oder verärgert zurückgezogen haben.

Abgesehen davon ist der von Schwarzer vertretene moralische Rigorismus auch eine unerträgliche Bevormundung der Frauen, weil sie voraussetzt, dass alle so denken müssen wie sie. Sonst geraten sie unter Verdacht, keine richtige Frau oder vom Patriarchat verblendet zu sein und geschützt werden zu müssen – auch gegen ihren Willen. Ironischerweise lautete der Slogan der Abtreibungsbewegung «Mein Körper gehört mir». Nun will sie den Frauen vorschreiben, was sie mit ihrem Körper anfangen dürfen und was nicht.

Nicht zuletzt gibt es immer ein ökonomisches Element, wenn Männer und Frauen Beziehungen eingehen, seien diese langfristig und auf Ehe angelegt oder nur auf möglichst schnelle Triebbefriedigung. Und so ist die Grenze zur Prostitution gerade im grauen Mittelbereich nicht immer klar zu ziehen.

Prostitution hat bestimmt nichts Glamouröses und ist wohl auch nicht besonders gesund für die Seele. Andererseits sind auch nicht alle Männer per se Charakterschweine, nur weil sie Sex kaufen. Ich kenne einige, die das tun, manche sind sympathisch, andere nicht. Sicher hat nicht jeder ein Puff mit seiner Sexualität, nur weil er ins Puff geht.

Quelle: http://bazonline.ch

Minderjährige zur Prostitution gezwungen

Mit Eheversprechen, Schlägen, Tritten und wüsten Drohungen zwangen zwei 25 und 27 Jahre alte Bulgaren zwei minderjährige Mädchen zur Prostitution in Bordellen. Nach Geständnissen verhängte die Zweite Strafkammer des Landgerichts Traunstein gegen die Männer eine Haft- und eine Bewährungsstrafe.

Aufgeflogen war der Fall, als der Drahtzieher Emir H. mit den beiden 17 und 18 Jahre alten Mädchen im Zug von Verona nach München bei Brannenburg in eine Polizeikontrolle geriet. Wie sich herausstellte, hatten beide gefälschte Ausweise dabei, die H. für sie in Bulgarien hatte anfertigen lassen. Angeblich, so gaben die Zeuginnen zu Protokoll, hätten sie in Kassel an ein Bordell verkauft werden sollen bzw. hätten dort anschaffen sollen.

Im Rahmen der Vernehmungen kam eine verwickelte Geschichte zu Tage. Im Prozess vor dem Traunsteiner Landgericht räumten Emir H. und der mitangeklagte Mitko M. die Vorwürfe größtenteils ein. Demnach waren die beiden Mädchen in Bulgarien aus einem Heim geflohen und zunächst bei dem als Bauarbeiter tätigen H. untergekommen. Mit der Aussicht auf gute Verdienstmöglichkeiten, Liebesschwüre und Eheversprechen brachte H. beide im September 2012 dazu, erstmals auf einem Lkw-Platz in Bulgarien als Prostituierte tätig zu werden, angeblich, um so den gemeinsamen Lebensunterhalt zu sichern. Davor hatten die damals 16 und 17 Jahre alten Mädchen keinerlei Erfahrung in dem Gewerbe.

Im Anschluß vermittelte H. die beiden Heimflüchtlinge bis Jahresende an zwei Bordelle in Griechenland. Während dieser Zeit wohnten sie in einer angemieteten Wohnung. Nachdem die Mädchen anfangs aufgrund der Versprechungen noch Hoffnungen hatten und sich in ihr Schicksal fügten, musste H. zunehmend rabiater vorgehen, um die beiden Minderjährigen weiter zur Prostitution zu zwingen. Es kam wiederholt zu Schlägen, Fußtritten und heftigen verbalen Drohungen. So drohte er der Jüngeren damit, er werde ihre Tochter verbrennen, falls sie ihn verlasse. Die Ältere schüchterte er damit ein, ihr im Falle der Flucht die Beine abzuschneiden. Den Gewinn aus der Prostitution mussten die beiden Minderjährigen bei H. oder dessen Cousin M. abliefern.

M. war offensichtlich als Handlanger, Aufpasser und Geldeintreiber eingesetzt, falls sein Cousin verhindert war. Während H. die Taten im großen und ganzen einräumte, widersprach er den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft, die angeblich drogenabhängige Jüngere mit Drogen wie Amphetamin und Heroin versorgt und damit gefügig gemacht zu haben. Wie Vorsitzender Richter Erich Fuchs erklärte, gaben Haarprobenanalysen keinen hinreichenden Verdacht auf eine Drogensucht. Der Anklagepunkt wurde deshalb fallengelassen. Aufgrund der Geständnisse, die eine Vernehmung der Zeuginnen überflüssig machte, fiel bereits am ersten Verhandlungstag die Urteile. Während die eine Zeugin wieder in Bulgarien lebt, ist das zweite Opfer zwar noch in Deutschland, aber laut Kreisjugendamt Rosenheim „psychisch angeschlagen”.

Ermil H. wurde wegen gemeinschaftlichem schweren Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung sowie schwerer Körperverletzung und Anstiftung zur urkundenfälschung zu einer Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten verurteilt. Sein Cousin Mitko M. kam mit einer Bewährungstrafe von ein Jahr und zehn Monaten davon.

Quelle: http://www.wochenblatt.de/nachrichten/traunstein/regionales/Prostitution-Menschenhandel-Bordell;art39,192399

“Verkaufte Kinderseelen” – ARD-Dokumentation nicht mehr als ein billiger TV-Strich

Die Focus Online-Redaktion kritisiert die ARD Dokumentation “Verkaufte Kinderseelen” scharf und mit stichhaltigen Argumenten. Eine schlecht recherchierte Dokumentation der ARD, die oft schwammig und an der Oberfläche bleibt – davon gibt es schon zu viele. Ein Schelm, wer sich dabei denkt, dass Fernsehsender durch das reißerische Thema Prostitution ohne große Recherchebemühungen und auf billigste Art und Weise Einschaltquoten erhaschen wollen – Sex sells oder etwa nicht…?

Die Dokumentation zur folgenden Focus-Kritik könnt ihr euch hier anschauen:
Mit „Verkaufte Kinderseelen“ liefert die ARD ein krudes Stück, das mit einer seriösen Dokumentation über Zwangsprostitution von Minderjährigen wenig zu tun hat.

„Da muss man was tun.“ „Das ist ein Skandal.“ „Hier geht es nicht mit rechten Dingen zu.“ Politiker, Streetworker, Menschenrechtsorganisationen sind in ungewöhnlicher Einigkeit der Meinung: Gegen Zwangsprostitution von Minderjährigen muss der Staat vorgehen. Ein verbrecherisches Geschäft ist das. Und keiner, der dem widersprechen möchte.

Wohnungsbordelle. Soll es geben

Der ARD-Beitrag „Verkaufte Kinderseelen“ hilft an keiner Stelle weiter. 15 oder 16 Jahre alt seien die Mädchen, die in Wohnungsbordellen zum Sex gezwungen würden. Auch jünger, manchmal erst zwölf. Keine Fakten dazu.

Aus Rumänien kämen die Mädchen, erfährt der Zuschauer. Angeworben als Küchenhilfen, landen sie beim Gruppensex, müssen bis zu 60 Kunden am Tag befriedigen. Aber viel wichtiger: Auch in Deutschland rekrutieren böse Menschen billigen Nachwuchs. Ein im Milieu recherchierender Fotograf erinnert sich an seine Eindrücke: „Waren die Mädchen volljährig? Wahrscheinlich nicht. Eine sah sehr jung aus und wirkte, als würde sie nicht dazugehören“, mutmaßt er. Keine Fakten dazu.

Die Beweise? Schwierig

Eine EU-Studie besagt, dass vermutlich zehn Prozent der Zwangsprostituierten minderjährig seien. Und 32 Milliarden Dollar würden damit umgesetzt. Dauernd springt die Doku mit wenig belastbaren Zahlen. Deutschland, Europa, die Welt, oder was? Weil Bilder fehlen, fahren die Journalisten durch ein verschwommenes Auto-durch-einen-Tunnel-Bild oder zeigen ein paar Füße auf der Straße. Sie filmen ein offenes Fenster, wenn ein Wohnungsbordell symbolisiert werden soll. Bieten einen Ventilator, der Papiere verwirbelt, wenn es um ein Gesetz geht. Fakten? Gibt es nicht.

„Die Beweisführung ist schwierig“, gibt eine LKA-Beamtin aus Berlin zu. Der ARD-Film ist nicht nur schwierig. Er ist einfach billig und schlecht.

Prostitution: Das Milliardengeschäft mit dem Leid der Frauen

Mal wieder ein paysex-kritischer Artikel von spiegelonline..Es wird ziemlich einseitig nur auf den Fall der Zwangsprostitution eingegangen…Aber macht euch selbst ein Bild:

Mit käuflichem Sex werden in Deutschland Milliarden umgesetzt. Freier schwärmen von Flatrate-Bordellen, Touristen buchen Puff-Touren durch die Republik. Das Geschäft funktioniert nur, weil die Prostituierten oft ausgebeutet werden. SPIEGEL TV hat in “Europas Hurenhaus” recherchiert.


Hamburg – Natalia wurde ein besseres Leben versprochen, aber sie kam in die Hölle. Eine Freundin hatte der jungen Frau aus Moldawien den Kontakt zu einem Mann vermittelt, der einen Job im Ausland besorgen könne. Wenig später tauchte er auf, versprach 500 Dollar im Monat.

“Dann bin ich ins Auto eingestiegen”, erzählt Natalia. “Als wir außerhalb des Dorfs waren, ist er in einen Wald gefahren. Er sagte: Für deine Arbeit muss ich dir noch was beibringen. Dann hat er mich vergewaltigt.” Der Mann brachte sie nach Deutschland, wo Natalia jeden Tag anschaffen musste. “Jeden Abend hatte ich vier, fünf, sechs Kunden. Ständig wurde ich verprügelt. Geld habe ich nie bekommen.”

Mit Prostitution werden in Deutschland jedes Jahr nach einer Schätzung der Gewerkschaft Ver.di 14,5 Milliarden Euro umgesetzt – auch wegen Schicksalen wie dem von Natalia. Wie sie bekommen die Prostituierten von dem Geld oft wenig, manchmal gar nichts.

Das sollte ein Gesetz ändern, das die rot-grüne Koalition 2001 verabschiedete. Es ermöglichte den Prostituierten, Lohn einzuklagen, in Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenkasse einzuzahlen. Damit wollte die Koalition der Prostitution gesellschaftliche Anerkennung verschaffen – Hure sollte ein Beruf wie jeder andere sein.

Hat das Gesetz die Situation von Prostituierten verbessert, sie zu selbstbestimmten Unternehmerinnen gemacht? Oder macht es nur das Leben von Menschenhändlern und Zuhältern leichter? Reporter von SPIEGEL TV sind dieser Frage in ihrer Reportage “Europas Hurenhaus” nachgegangen.

“Frauen aus Osteuropa sind ehrgeiziger, unkomplizierter”

Das Gesetz helfe Tausenden Frauen, ihren Beruf ohne kriminelles Umfeld auszuüben, sagt Felicitas Schirow, Aktivistin und früher selbst Prostituierte. Allerdings nutzen nur wenige Huren die Möglichkeiten, die das Gesetz bietet. Viele sind offiziell als Masseuse oder Hostess gemeldet. Doch, sie habe auch Sex mit Freiern, sagt eine Frau. “Aber das weiß keiner.”

Deutschland ist inzwischen zu einem beliebten Ziel für Sextouristen geworden. Reiseveranstalter bieten geführte Touren von Puff zu Puff an. “Wir haben keine Clubs wie diese”, sagt etwa ein Bordellbesucher aus den USA. “Das macht den Aufenthalt hier sehr angenehm.”

Die Mehrzahl der Frauen kommt inzwischen aus dem Ausland, Schätzungen gehen von 60 bis 80 Prozent aus. Wie viele Prostituierte es insgesamt in Deutschland gibt, weiß niemand genau. Nach Angaben von Hilfsorganisationen und Gewerkschaften sind es aber mehrere hunderttausend.

Besonders aus Osteuropa strömen Frauen in die Bundesrepublik. Sie seien “ehrgeiziger, unkomplizierter, haben mehr Disziplin”, sagt der Bordellbetreiber Sascha Erben. Oft werden sie mit falschen Versprechungen gelockt: eine Stelle als Verkäuferin, ein Auskommen als Kindermädchen. Andere treibt die Armut in ihren Heimatländern wie in Rumänien oder Moldawien nach Deutschland.

Flatrate-Sex, so oft der Freier kann, so oft er will

“Die Mädchen betreiben Prostitution aus Spaß”, behauptet dagegen ein rumänischer Zuhälter. Das scheint wenig glaubhaft, wenn man Geschichten wie die von Siam kennt. Sie muss 1500 Euro monatlich zahlen – für eine Kammer, in der sie lebt und gleichzeitig Freier empfängt. Hilfsorganisationen berichten, den Prostituierten vom Straßenstrich blieben nur 15 Euro am Tag. Und dann stelle sich die Frage: zur Familie nach Hause schicken oder behalten?

Der ständige Zustrom von Frauen aus Osteuropa verschärft den Konkurrenzkampf unter Prostituierten – und drückt die Preise. Das bestätigt selbst der Unternehmerverband Erotik Gewerbe Deutschland. Auf dem Straßenstrich gibt es Sex für 20 Euro. “Im Durchschnitt stehen diese Frauen 14, 15 Stunden an der Straße”, sagt der ehemalige Zuhälter René Fenske.

Bordellbetreiber locken Freier mit Flatrate-Angeboten. 99 Euro pro Abend etwa – und mehrere Frauen zur Auswahl, Sex inklusive, “so oft er kann, so oft er will”, wie Bordellbetreiber Erben sagt. “Man muss sich nicht groß anstrengen, Mädchen kennenzulernen”, sagt ein Kunde. “Man kann kurz seinen Spaß haben, kann aber auch guten Gewissens nach Hause gehen.”

Aus Sicht der Frauen hört sich das anders an. Die Gäste hätten viele Ansprüche, sagen sie. “Wir müssen guten Service bieten, sonst hat man keine Chance, Geld zu verdienen.”

In Moldawien versuchen die Behörden jetzt, junge Frauen vor dem vermeintlich besseren Leben in Deutschland zu warnen. Polizisten sind in Dorfschulen unterwegs, um aufzuklären.

Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/spiegel-tv-magazin-berichtet-ueber-prostitution-in-deutschland-a-913269.html

Liberalisierung durch Prostitutionsgesetz führte nicht zu Anstieg der Zwangsprostitution

Das seit 2002 geltende Prostitutionsgesetz der damaligen rot-grünen Koalition hat nicht zu einem Anstieg der Zwangsprostitution geführt. Vielmehr sind die Opferzahlen zurückgegangen, wie die “Mitteldeutsche Zeitung” (Freitagausgabe) unter Berufung auf die Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage des Parlamentarischen Geschäftsführers der Grünen, Volker Beck, berichtet.In der Antwort heißt es unter Verweis auf Daten des Bundeskriminalamtes: “Im Jahr 2000 wurden im Bundeslagebild Menschenhandel insgesamt 926 Opfer registriert, im Jahr 2011 waren es 640. Dies entspricht einem Rückgang der Zahlen um knapp 31 Prozent. Vergleicht man die Zahl der registrierten Opfer im Jahr 2003″, also ein Jahr nach Inkrafttreten des Prostitutionsgesetzes, “mit der Zahl aus dem Jahr 2011, so ist hier ein Rückgang um gut 48 Prozent feststellbar.” Zugleich gebe es “größere Aktivitäten der Polizei”. Das Gefährdungspotenzial des Menschenhandels zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung sei deshalb mit im Schnitt 600 bis 800 Opfern jährlich “begrenzt”.

Ausdrücklich heißt es weiter, es gebe “keinen signifikanten Anstieg der Opferzahlen, der auf eine mit dem Inkrafttreten des Prostitutionsgesetzes kausal verknüpfte Ausweitung des Phänomens hinweisen würde”. Beck fühlt sich durch die Antwort bestätigt. “Die These, ein liberales Prostitutionsgesetz führe zu mehr Menschenhandel, ist widerlegt”, sagte er der “Mitteldeutschen Zeitung”. “Im Gegenteil: Seit der Liberalisierung gab es mehr polizeiliche Aktivität und dennoch deutlich weniger Tatverdächtige, Verurteilte und Opfer. Das spricht eher dafür, dass die Herauslösung der Prostitution aus dem kriminellen Milieu zunehmend gelingt.”

Im Prostitutionsgesetz wurde festgestellt, dass Prostitution in Deutschland nicht mehr verboten und nicht sittenwidrig ist. Ziel war es, die rechtliche Situation von Prostituierten zu verbessern und Zuhältern den Boden zu entziehen. Gleichwohl wird in der schwarz-gelben Koalition über eine Verschärfung der Regeln nachgedacht.

Quelle finanznachrichten.de

Frühstück mit dem WDR Aachen und Lea Ackermann

Grimmepreisverdächtig ist ein Beitrag des ARD-Morgenmagazins vom heutigen Tage.

200.000 Frauen, vor allem aus Osteuropa, werden nach Schätzung der Vereinten Nationen in Deutschland zur Prostitution gezwungen. Tendenz steigend. Die offenen Grenzen machen es Menschenhändlern und Zuhältern leicht. moma-Reporterin Ingeborg Haffert hat in der Aachener Antoniusstraße recherchiert.

Eine anonymisierte Ex-Prostituierte haut hinter der Schattenwand und per nachgesprochener Stimme wikileaksverdächtiges raus, wie

“Zwangsprostituierte? Ich weiß nicht wie viele es sind, aber es gibt sie.”

Schließlich kommt noch Schwester Lea Ackermann von Solwodi zu Wort und dem Schluss, dass Freier selbstverständlich bestraft gehören. Bravo.

Hier gibt es das Werk zu bestaunen.

Prozess: Zur Prostitution gezwungen? Russin erlebt in Mainz mehrjähriges Martyrium

Folgt man der Anklage, war es ein Martyrium, das eine heute 33 Jahre alte Russin durchmachte, als sie 2006 per Touristenvisum nach Deutschland kam und dann illegal blieb. Statt der ihr bereits in Moskau zugesicherten Kellnertätigkeit in einer Bar in Frankfurt antreten zu können, wurde die Frau direkt nach ihrer Ankunft nach Mainz gebracht, wo sie in einer Terminwohnung in Marienborn zur Prostitution gezwungen wurde.

Seit Mittwoch muss sich einer ihrer mutmaßlichen Peiniger, ein 32-jähriger Gelegenheitsarbeiter, vor der 3. Strafkammer des Mainzer Landgerichts verantworten. Dort schüttelte er auf die direkte Frage des Vorsitzenden Richters, Reinhold Koch, den Kopf: „Was sie sagt, stimmt nicht.“

„Ich dachte, sie ist eine normale Frau“

Und zum Staatsanwalt: „Was Sie vorgelesen haben, ist alles falsch.“ Er habe die Frau eine zeitlang bei sich aufgenommen, er habe ihr alles bezahlt, „Essen, Getränke und Zigaretten“. Dafür habe sie den Haushalt gemacht und man habe ein bisschen Sex gehabt. Alles ganz normal, so der Angeklagte. Dass sie der Prostitution nachgegangen ist, dies habe er „erst später“ erfahren. Damit habe er nichts zu tun. „Ich dachte, sie ist eine normale Frau.“

Beide waren sie aus der fernen Heimat geflohen. Er, weil er als orthodoxer Christ im Irak die Gewalt des Hussein-Regimes befürchten musste. Sie, die Mutter eines kleinen Mädchens, weil sie Angst vor ihrem aus der Haft entlassenen Onkel hatte, der einst ihre Eltern tötete und nun auch ihr drohte. Anders als ihr versprochen worden war und als sie erwartet hatte, wurde die heute 32-Jährige nach eigener Aussage gleich nach ihrer Ankunft in Frankfurt abgeholt und direkt nach Mainz in jene Terminwohnung gebracht. „Sie sagten, ich hätte jetzt 2.000 Euro Schulden, die müsse ich abarbeiten.“

Drei Tage lang weigerte sie sich, Kunden zu bedienen

Als sie sich drei Tage lang weigerte, Kunden zu bedienen, habe man ihr gedroht, sie zurück in ihre Heimat zum Onkel zu schicken. Dann erst gehorchte die total verängstigte Frau. Später, als ihr Touristenvisum abgelaufen war, wohnte sie im Appartement des jetzt Angeklagten in der Neustadt. Auch er hielt sie laut Anklage zunächst zur Prostitution an und kassierte die Einnahmen. Dann zwang er sie in seiner Wohnung unter Drohungen und Schlägen zu erniedrigenden sexuellen Handlungen und sperrte die Frau sogar ein.

Einmal war ihr in der Zeit bis Dezember 2007 die Flucht gelungen. Nach einigen Wochen aber kehrte sie zu dem Angeklagten zurück, weil sie der deutschen Sprache nicht mächtig und ohne gültige Papiere einfach nicht wusste, wo sie sonst bleiben sollte.

Der Prozess wird am Freitag, 11. Mai fortgesetzt.

Ganzer Artikel: allgemeine-zeitung.de

Kindsgeburt und Krebs frei erfunden

Zwei Angeklagte sollen eine Frau zur Prostitution gezwungen und gefoltert haben. Nun wackelt die Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers, weil die Hauptbelastungszeugin offenbar in mehreren Punkten gelogen hat.

Euskirchen/Bonn – Wie weit kann man den Angaben der Belastungszeugin Glauben schenken? Vor diesem für das Verfahren entscheidenden Problem stehen momentan die Beteiligten im Prozess vor dem Bonner Landgericht gegen zwei Männer aus Troisdorf und Euskirchen.

Ein 40-Jähriger – ein aktives Mitglied der Motorradgang „Hells Angels“ – und ein 36-Jähriger – ein ehemaliges Mitglied – sollen eine 24 Jahre alte Frau zur Prostitution gezwungen und gefoltert haben. An zwei Prozesstagen war die Belastungszeugin insgesamt acht Stunden unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Zeugenstand gehört worden. Nun wackelt ihre Glaubwürdigkeit, da sie offenbar in mehreren Punkten gelogen hat. So soll die junge Frau aus Rheinbach die Geburt eines Kindes vorgetäuscht haben, das angeblich kurz nach der Geburt gestorben ist.

Totalfälschung

Dazu scheint eine Geburtsurkunde hergestellt worden zu sein, die der Vorsitzende Richter Klaus Reinhoff als „Totalfälschung“ bezeichnete. Anscheinend wurde eine echte Geburtsurkunde als Grundlage für die Fälschung genommen. Dabei sollen lediglich der Name, die Geburtszeit und das Datum geändert worden sein.

Zudem soll die 24-Jährige eine Brustkrebserkrankung samt Operation erfunden und diese Geschichte auch noch nach der Festnahme der beiden Angeklagten aufrechterhalten haben. Auch bei der Dauer von Aufenthalten in verschiedenen Bordellen, in denen die junge Frau laut Anklage anschaffen gehen und die gesamten Einnahmen abgeben musste, scheint es Unstimmigkeiten zu geben.

Nach der Vernehmung der Belastungszeugin wurden die beiden bislang in Untersuchungshaft sitzenden Männer gegen Auflagen auf freien Fuß gesetzt, da der Haftgrund der Fluchtgefahr nicht mehr gesehen wird. Sie mussten unter anderem ihre Pässe abgeben und dürfen sich der 24-Jährigen nicht nähern.

Für Nebenkläger Martin Mörsdorf, den Anwalt der 24-Jährigen, ist dieser Schritt nicht nachvollziehbar. Seine Mandantin habe das wichtige Kerngeschehen stets konstant wiedergegeben. Nun sei sie in „panischer Angst“. Er habe ihr geraten, jede Veränderung in ihrem Umfeld sofort ihm oder der Polizei mitzuteilen.

Eine 36-Jährige, die gestern als Zeugin gehört wurde, hatte ganz offensichtlich ebenfalls große Angst. Nach eigenen Angaben war die Prostituierte etwa ein Jahr mit dem Angeklagten aus Troisdorf befreundet. Er habe für sie 8000 Euro an ihren Zuhälter bezahlt, damit der sie in Ruhe lasse. Dieses Geld habe sie dem Troisdorfer nach und nach zurückzahlen sollen.

In einer Vernehmung bei der Polizei hatte die Frau seinerzeit berichtet, dass der 40-Jährige ihr von einer Bestrafungsaktion des mutmaßlichen Opfers erzählt habe: Die 24-Jährige habe dabei sexuelle Handlungen an einem Hund vornehmen müssen. Vor Gericht behauptete sie nun hingegen steif und fest, dass dies nicht stimme. Der 40-Jährige habe zwar von einer solchen Aktion erzählt, aber nicht im Zusammenhang mit der 24-Jährigen. Es könne sein, dass sie da etwas durcheinander gebracht habe.

Der Prozess wird vor dem Bonner Landgericht fortgesetzt.

Ganzer Artikel: ksta.de

Prozess um Voodoo-Zauber neu aufgerollt

Weil sie junge Frauen aus Afrika mit Hilfe von Voodoo-Zauber nach Europa gelockt und zur Prostitution gezwungen haben sollen, stehen vier mutmaßliche Mitglieder eines Menschenhändlerrings erneut vor Gericht. Am Donnerstag begann vor dem Landgericht Frankfurt am Main die Neuauflage des Prozesses gegen die drei Frauen im Alter von 31 bis 36 Jahren und den 31 Jahre alte Mann. Der erste Prozess war geplatzt, weil sich der Vorsitzende Richter verletzt hatte.

Die Angeklagten sollen die jungen Frauen mit Hilfe eines Rituals aus Nigeria nach Deutschland gelockt haben. Dabei schüchterten sie laut Anklage ihre Opfer mit dem sogenannten Voodoo-Zauber ein. Den Frauen sei gesagt worden, wenn sie den Anweisungen der Angeklagten nicht bedingungslos folgten oder gar mit der Polizei redeten, würden sie oder ihre Familien sterben oder dem Siechtum verfallen.

Ganzer Artikel: t-online.de

18-jährige Griechin aus Bordell befreit

Essen – Stadtkern (ots) – Am 3. November wurde eine 18-jährige Griechin durch Essener Kriminalbeamte aus einem Bordell in der Stahlstraße befreit. Hilfesuchend wandte sich die Mutter der jungen Frau an die Deutsche Botschaft in Athen. Die Griechin hatten mehrere Hilferufe ihrer Tochter per Telefon erreicht, in denen diese erklärte, in Essen zur Prostitution gezwungen zu werden. Alles begann damit, dass die 18-Jährige durch ihre Cousine in Athen einen 25-jährigen Albaner kennengelernt hatte. Frisch verliebt reisten beide zunächst nach Albanien und später nach Italien, wo die 18-Jährige das erste Mal mit dem Thema “Straßenstrich” konfrontiert wurde. Eine Bekannte ihres Liebhabers ging dort der Prostitution nach. Nach wenigen Tagen setzte das Paar seine Reise nach Deutschland fort. Hier in Essen wurde die geistig leicht behinderte Griechin dazu aufgefordert, Geld für den gemeinsamen Unterhalt zu verdienen. Durch gezielte Anweisungen und eine Verhärtung des Umgangstons nutzte der 25-Jährige die Hilflosigkeit seiner Begleiterin aus und brachte sie durch eine Bekannte als Prostituierte in der Stahlstraße unter. Die durch die Prostitution erwirtschafteten Gewinne musste sie komplett an ihren Zuhälter abtreten. Auf Grund mangelnder Sprachkenntnisse wusste sich die junge Griechin nicht anders zu helfen, als mehrfach ihre Mutter anzurufen und um Hilfe zu bitten.. Diese gab die Informationen ihrer Tochter an die Deutsche Botschaft in Athen weiter, woraufhin der Wohnort des Opfers in Essen ermittelt werden konnte. Das hinzugezogene Kriminalkommissariat 12 nahm nun die Ermittlungen auf und nahm am 3. November den 25-jährigen Albaner in einem Apartment auf der Friedrichstraße in der Essener Stadtmitte fest. Nicht anzutreffen war zu diesem Zeitpunkt die gesuchte Griechin. Der Festgenommene zeigte sich unkooperativ und wollte den Aufenthaltsort seiner “Freundin” nicht preisgeben. Die Spur der Ermittlungen führte die Beamten in das Essener Bordell auf der Stahlstraße. Dort wurde die unfreiwillige Prostituierte durch die Beamten des KK 12 befreit. “Die 18-Jährige fiel uns förmlich in die Arme und war sichtlich erleichtert. Sie bedankte sich mehrfach bei uns.”, so der ermittelnde Kriminalhauptkommissar Volker Steinkämper. Anschließend sagte sie bei einem Richter umfangreich gegen ihren Zuhälter aus und konnte am 11. November in ihre Heimat zurückkehren. Der 25-Jährige sitzt wegen des Verdachts des Menschenhandels und der Zuhälterei in Untersuchungshaft.

Quelle –> Polizeipresse

13-jährige in Saunaclub aufgegriffen

Bei einer Razzia in der Gelsenkirchener Cleopatra-Arena wurde ein 13-jähriges Mädchen dort aufgegriffen. Die Polizei ermittelt, so meldet derwesten.de:

Bei einer Razzia in einem bordellartigen Betrieb in Gelsenkirchen-Beckhausen, der laut Polizei von einem 48-jährigen Gladbecker geführt wird, hat die Polizei ein vermisstes Mädchen aus Oberhausen gefunden. Die 13-Jährige wurde dort offenbar zur Prostitution gezwungen.

Ganzer Artikel: derwesten.de

Und weiter:

Donnerstagnacht in der Cleopatra-Arena. Die Polizei war da mit drei Zivilfahrzeugen und hat ein 13-jähriges türkisches Mädchen aus dem Bordell geholt. Eine Ausreißerin aus Oberhausen. Inwieweit sie gezwungen wurde, sich dort zu prostituieren, ist noch unklar. Aber sie ist ein Kind – das ist klar.

Die Eltern hatten sie am 2. September vermisst gemeldet. Zwischenzeitlich, so ist aus Polizeikreisen zu hören, soll die 13-Jährige noch einmal nach Hause zurückgekehrt sein, verschwand dann aber wieder. Die Beamten wühlten im Umfeld des Mädchens, und am Donnerstagmittag kam der Hinweis, sie befinde sich in dem Gelsenkirchener Bordell. Die Hintergründe müssen Spekulation bleiben: Ob körperliche oder psychische Gewalt im Spiel war, ob das türkische Kind ausbrechen wollte und an die falschen Freunde geraten ist, müssen die Ermittlungen zeigen.

Ganzer Artikel: derwesten.de

Themenstränge im Freiercafe: Club Cleopatra und aktuelle Presseberichte

Zwangsprostitution ist nicht der Alltag

Aus die Presse.com

Die Rituale, mit denen Frauen und Männer um Sex (und Liebe) verhandeln, sind stets die gleichen – egal, ob am Ende dafür gezahlt wird oder nicht, glaubt Regisseur Michael Glawogger. Ein Gespräch.

Sie kommen gerade aus Mexiko, wo Sie „Whore’s Glory“ den Frauen vorgeführt haben, die mitgemacht haben. Morgen geht es nach Bangkok. Wachen Sie manchmal auf und wissen nicht, in welcher Stadt Sie sind?

Michael Glawogger: Das ist ein einziges Mal passiert – in San Francisco, als ich innerhalb von sieben Tagen eine Weltumrundung geflogen bin. Ich habe bei einem Freund übernachtet und habe in der Nacht nicht gewusst, wo ich aufs Klo gehen soll. Ich habe geglaubt, ich sei in einem koreanischen Hotel.

Diesmal wollten Sie auch in Wien drehen. Warum ist nichts daraus geworden?

Ich bin nach den Dreharbeiten in Bangladesch draufgekommen, dass ich ein filmisches Triptychon machen will (Anm.: Triptychon ist ein dreiteiliges Altarbild). Ich habe nach drei Orten gesucht, die verschiedene Kulturkreise und Religionen berühren, wo ich an sozial verschiedenen Orten das Mann-Frau-Verhältnis anhand der Prostitution beschreiben kann. Nach Bangladesch war klar, dass es der Mittel-, also der Hauptteil sein muss. Die „Seitenteile“ zu erzeugen, war dann schwierig, gewisse interessante Dinge sind weggefallen.

Warum glauben Sie, dass man das Verhältnis von Mann und Frau anhand der Prostitution gut beschreiben kann? Das ist doch eine extreme Ausgangslage.

Weil ich glaube, dass Prostitution – weil es schnell gehen muss, weil es um Geld geht – nur eine Verkürzung der privaten Verhältnisse ist.

Das ist hart.

Es ist aber so. Ein Beispiel: In Mexiko gibt es eine Form der Prostitution, die sie „Gänsemarsch“ nennen. In der Mitte einer Gasse gehen fünf Frauen im Kreis, und 50 Männer stehen rundherum und schauen zu. Nur: Der Mann darf nicht wählen, sondern die Frauen können stehen bleiben und ein Gespräch anfangen. Sie gibt das Signal, um ausgesucht zu werden – und das habe ich in unserer Gesellschaft nie anders erlebt. In Thailand ist es so, dass die Frauen hinter einer Glaswand, in einem „Fishtank“, sitzen und die Männer können auswählen. Da herrscht eine große Distanz, aber auch ein Verhalten, das zwischen allen klar definiert ist. In jedem Kulturkreis gibt es Rituale, die auch in der Prostitution gelten, weil man über das Gleiche verhandelt. Dass man am Ende bezahlt, macht einen relativ geringen Unterschied.

Aber verhandelt man wirklich ums Gleiche? Männer und Frauen verhandeln nicht nur um Sex, sondern auch um Liebe.

Auch wenn man um Sex verhandelt, ist man vor der Liebe nicht gefeit. Und ganz oft wird im Privatbereich auch nur um Sex verhandelt.

Im Buch zum Film wird in fiktiven Dialogen zwischen Prostituierten und Kunden sehr poetisch das Thema Verführung behandelt. Haben Sie das wirklich so empfunden oder ist das ein innerer, ästhetisierter Monolog?

Ästhetisiert ist es nicht, aber es bin trotzdem ich. Ich habe einen Hang, etwas zu sehen, das unter der Oberfläche versteckt ist. Stellen Sie sich mal vor, Sie sind eine Prostituierte, stehen in einem Haus mit 600 Frauen, und es kommt ein Kunde. Natürlich müssen Sie den verführen – mit aller Anstrengung.

Aber nur, weil ich ein Geschäft machen will.

Wenn man jemanden so stark verführen will – und sei es nur um ein Geschäft zu machen – lässt einen das nicht unberührt. Alle glauben: Man geht hin, sucht aus, fickt und danach ist es vergessen und egal. Aber ficken ist einem nie egal. Und das finde ich einen viel interessanteren Punkt als die Frage, ob die Welt eine bessere wäre, wenn es keine Prostitution gäbe.

Sie haben einmal gesagt, Sie wollen nicht „die übliche Suada der Ausbeutung“ erzählen. Denn das sei nicht die Regel, sondern würde nur journalistisch so dargestellt. Warum sollten Journalisten das tun?

Weil es die bessere Geschichte ist. Prostitution an sich ist keine Geschichte. Zwangsprostitution, die ein Verbrechen ist, hingegen schon. Mir ist es darum gegangen, den Alltag der Prostituierten zu beschreiben, und der ist nicht grundsätzlich Zwangsprostitution.

Das kommt darauf an, wen man fragt. Es gibt Schätzungen, dass 80 Prozent aller sklavenähnlichen Arbeitsverhältnisse in der Prostitution zu finden sind. Was heißt: Zwang ist ein wesentlicher Teil des Alltags.

Ich habe vier Jahre recherchiert. Ich sage nicht, dass es keine Zwangsprostitution gibt, aber sie kann nicht der Alltag sein. Sonst würde Prostitution nicht funktionieren.

Ich habe aber nicht den Eindruck, dass die Frauen, die sie beschreiben, alle Prostituierte sein wollen. Es gibt solche, die verkauft, misshandelt wurden; die Frauen in Bangladesch träumen vom „normalen“ Leben.

Genau das lasse ich sie auch erzählen. Wie gesagt: Ich behaupte nicht, dass es nie Zwang gibt – er ist nur nicht der Ausgangspunkt des Films. Und natürlich träumt eine Prostituierte mit ihrem außergewöhnlichen Leben vom normalen. Von einem anderen Leben träumen aber auch viele Menschen.

Von dem Leben im Prostituierten-Ghetto in Bangladesch?

Wir betrachten die Lebensumstände der Prostituierten immer als etwas Exotisches, Wildes. Ich habe versucht, sie weniger voreingenommen anzuschauen. Der Begriff „Freiwilligkeit“ wird bei der Prostitution in der Diskussion auch immer anders empfunden. Wenn einer ins Büro geht, weil er sonst kein Geld hat, ist es uns egal, ob er es gern tut. Wenn sich eine prostituiert, weil sie Geld braucht, gilt es schon als Zwang. Weil hier das Intimste verkauft wird. Aber es ist auch das Einfachste, was man verkaufen kann – weil es jeder hat. Eine Prostituierte hat mir gesagt: „I’m literally sitting on a goldmine.“

Den Titel „Whore’s Glory“ – hatten Sie den von Anfang an im Kopf oder ist er ein Schluss aus dem Gesehenen?

Von Anfang an. Ich mir gedacht, wenn überhaupt, kann man vor der Sache nur den Hut ziehen.

Weil?

Weil sie eine wichtige Funktion in der Gesellschaft erfüllt. Ohne Prostitution würde viel Zwischenmenschliches zusammenkrachen. Schauen wir nur Bangladesch an, mit seinen sehr strengen Vorstellungen von Ehe und wie die Welt funktionieren soll. Das würde implodieren.

Können Sie den Reiz der Prostitution verstehen, warum man Geld für Sex zahlt?

Das ist jetzt sehr persönlich. Ich könnte sagen, das geht Sie nichts an.

Ja, das könnten Sie.

Ich glaube, jeder kann den Gedanken nachvollziehen, dass man etwas tut, wofür man bezahlt und wo daher, wie man so sagt, „no strings attached“ sind. Man zahlt sich frei. Ob das gut ist oder nicht, ist eine andere Sache. Männer sind in dieser Hinsicht auch unglaublich dumm. Jeder, auch wenn er der zwanzigste Kunde an dem Tag ist, glaubt: Bei mir wird sie es schön haben, in mich wird sie sich verlieben.

Glauben die das wirklich?

Ja. Ich finde es übrigens eine Ungerechtigkeit, dass es das umgekehrt für Frauen nicht gibt – zumindest nicht in dem Ausmaß. Sie können heute nicht aus ihrem Verlag raus gehen und sich denken, puh, anstrengender Tag, ich hole mir einen hübschen Jungen aus dem Puff.

Dass es das kaum gibt, liegt vielleicht auch daran, dass Frauen sich begehrt fühlen wollen. Wenn man zahlt, kann man sich über die Motive des Anderen nur schwer täuschen.

Wenn das auf alle Frauen zutrifft, dann sind sie einfach klüger als Männer.

Nur realistischer vielleicht – in diesem Punkt. Ihre Dokumentarfilme richten den Blick auf Dinge, die man erschütternd finden kann. . .

. . . Ich richte den Blick auf Dinge, die die Schönheit des Menschen zeigen, weil er sich unter den wildesten Umständen behauptet. Wenn wir uns von der Welt abschotten und das nicht wahrnehmen, wozu wir fähig sind, werden wir keine Chance haben, uns selbst zu erkennen.

Was ich fragen wollte: Gibt es Momente, wo Sie Mitleid haben und darüber nachdenken, einzugreifen, zu helfen?

Hunderte. Jeden Abend im Hotelzimmer wird das diskutiert, ich bin mittlerweile Pate eines Kindes einer Prostituierten aus meinem Film „Megacities“. Aber ich kann nicht 300 Mädchen aus einem Puff in Bangladesch freikaufen. Es ist weder mein Beruf noch hätte es einen anderen Sinn, als mein Gewissen zu beruhigen. Es wäre für die Leute auch absurd, denn das, was Sie oder ich als abstrus empfinden, ist für sie der Normalzustand.

Ganzer Artikel –> diepresse.com
Internetauftritt von –> Michal Glawogger

Filmographie –> Movie Databbase

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